Borgen – Gefährliche Seilschaften

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Seriendaten
Deutscher Titel Borgen – Gefährliche Seilschaften
Originaltitel Borgen
Borgen Logo.png
Produktionsland Dänemark
Originalsprache Dänisch
Jahr(e) 2010–2013
Länge 60 Minuten
Episoden 30 in 3 Staffeln
Genre Drama
Idee Adam Price
Musik Halfdan E
Erstausstrahlung 26. September 2010 (Dänemark) auf DR1
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
9. Februar 2012 auf Arte
Besetzung
Synchronisation

Borgen – Gefährliche Seilschaften (Originaltitel: Borgen) ist eine dänische Fernsehserie. Der dänische Sender DR1 strahlte sie in drei zehnteiligen Staffeln zwischen 2010 und 2013 aus.[1]

Borgen wurde von Hauptautor Adam Price und seinen Co-Autoren Jeppe Gjervig Gram und Tobias Lindholm entwickelt und geschrieben. Bei den ersten beiden Staffeln führten Søren Kragh-Jacobsen, Annette K. Olesen, Rumle Hammerich und Mikkel Nørgaard die Regie, bei der dritten Staffel Jesper W. Nielsen. Vor Ausstrahlung der dritten Staffel in Dänemark gab Price bekannt, dass sie voraussichtlich die letzte sein werde.[2] In Deutschland strahlte Arte 2012 die ersten Folgen aus.[3][4]

Der dänische Originaltitel Borgen (dt.: ‚die Burg‘) ist die umgangssprachliche Bezeichnung von Schloss Christiansborg, dem Sitz des dänischen Parlaments, des Regierungschefs sowie des Obersten Gerichtshofs.

Handlung[Bearbeiten]

Erste Staffel[Bearbeiten]

Im Mittelpunkt der Serie steht Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen), eine Politikerin der fiktiven Moderaten Partei, die unerwartet zur ersten Premierministerin Dänemarks gewählt wird. Borgen – Gefährliche Seilschaften handelt von den Intrigen und Machtspielen in der Politik. Darüber hinaus ist der Einfluss der Presse als vierte Gewalt Teil der filmischen Erzählung. Die Serie beleuchtet auch das Privatleben der handelnden Personen, so auch Nyborgs Familienleben mit den beiden Kindern und ihrem Ehemann, der wie zwischen ihnen vereinbart seine Karriere zunächst für die seiner Frau hintanstellt. Die Situation wächst ihm jedoch mit der Zeit über den Kopf und er ist zunehmend unzufrieden.

Zweite Staffel[Bearbeiten]

Die zweite Staffel spielt im darauffolgenden Regierungsjahr von Birgitte Nyborg. Bent Sejrø, ihr Vertrauter und Mentor, erleidet einen Schlaganfall, der aber keine Folgen hinterlässt. Birgitte Nyborg ist geschieden; ihre Tochter Laura erkrankt an einer Panikstörung und wird erfolgreich in der Psychiatrie behandelt. In der letzten Folge ruft Nyborg Neuwahlen aus.

Dritte Staffel[Bearbeiten]

Birgitte Nyborg kehrt 2½ Jahre später aus der Privatwirtschaft in die Politik zurück. Da die Rückkehr zu den Moderaten versperrt ist, gründet sie eine neue Partei, Die neuen Demokraten. Neben Bent, ihrem politischen Ziehvater, gewinnt und verliert sie auch neue Mitstreiter. Ihr neuer Spin-Doctor wird Katrine Fønsmark, die mit Kasper Juul einen gemeinsamen Sohn hat, aber getrennt von ihm lebt. Torben Friis, der Nachrichtenchef von TV1, wird zu einer der Hauptfiguren der dritten Staffel.

Hauptfiguren[Bearbeiten]

Birgitte Nyborg Christensen
Vorsitzende der Moderatenpartei und erste Premierministerin Dänemarks. Sie ist anfangs mit Phillip Christensen verheiratet, die Ehe wird aber im Laufe der zweiten Staffel geschieden; sie haben zwei gemeinsame Kinder, Laura und Magnus. In der dritten Staffel wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. In dieser Staffel begründet sie mit mehreren Mitstreitern die Neuen Demokraten als neue Partei.
Phillip Christensen
Ehemann von Birgitte Nyborg und Professor an der Copenhagen Business School, hat vor der Scheidung seine beruflichen Ambitionen in der Wirtschaft zugunsten seiner Ehefrau und der beiden gemeinsamen Kinder zurückgestellt.
Katrine Fønsmark
Journalistin bei TV1 und später Redakteurin bei der Zeitung Ekspress. In der dritten Staffel wird sie Spin-Doctor von Birgitte Nyborg. Mit Unterbrechungen ist sie mit Kasper Juul liiert und hat mit ihm den gemeinsamen Sohn Gustav.
Torben Friis
Chefredakteur der Nachrichtenredaktion von TV1 mit wechselnden Vorgesetzten.
Kasper Juul
Spin-Doctor von Birgitte Nyborg. Als er für kurze Zeit von Nyborg gekündigt wird, arbeitet er als politischer Kommentator beim Fernsehsender TV1. Er ist mit Unterbrechungen mit Katrine Fønsmark liiert, mit der er den gemeinsamen Sohn Gustav hat.
Hanne Holm
Journalistin bei TV1 und später Redakteurin bei der Zeitung Ekspress. Sie ist Alkoholikerin, was ihr auch beruflich Probleme einbringt.
Bent Sejrø
Mitglied der Moderatenpartei und Finanzminister in Nyborgs Kabinett. Er ist Birgittes politischer Mentor, erleidet einen Schlaganfall und zieht sich daraufhin aus dem politischen Geschäft zurück, kehrt aber bald als ihr politischer Berater zurück.
Lars Hesselboe
Der von Birgitte Nyborg abgelöste Premierminister ist Oppositionsführer (Liberale Partei), er wird später erneut Premierminister.
Michael Laugesen
Vorsitzender der Arbeiterpartei, nach seinem Rücktritt Chefredakteur beim Ekspress.
Svend Åge Saltum
Vorsitzender der rechten Freiheitspartei, politischer Gegner der Politik Nyborgs, der sich gern als bodenständig und volksnah gibt. Er ist Schweinebauer und äußert sich in den Medien gern eher ruppig.
Troels Höxenhaven
Zunächst Justizminister, dann Außenminister in Nyborgs Kabinett und später Chef der Arbeiterpartei. Er ist mit einer Frau verheiratet, aber auch schwul. Als dies öffentlich bekannt zu werden droht, begeht er Selbstmord.

Besetzung und Synchronisation[Bearbeiten]

Figur Schauspieler Synchronsprecher[5] Staffeln Folgen
Birgitte Nyborg Christensen Sidse Babett Knudsen Christin Marquitan 1–3 30
Katrine Fønsmark Birgitte Hjort Sørensen Celine Fontanges 1–3 30
Torben Friis Søren Malling Robin Brosch 1–3 30
Kasper Juul Pilou Asbæk Sascha Rotermund 1–3 29
Hanne Holm Benedikte Hansen Katja Brügger 1–3 27
Phillip Christensen Mikael Birkkjær Jürgen Holdorf 1–3 26
Bent Sejrø Lars Knutzon Kaspar Eichel 1–3 22
Lars Hesselboe Søren Spanning Holger Mahlich 1–3 21
Michael Laugesen Peter Mygind Clemens Gerhard 1–3 15
Troels Höxenhaven Lars Brygmann Volker Hanisch 1+2 07
Bjørn Marrot Flemming Sørensen Klaus Dittmann 1+2 07

Parteien und Medien[Bearbeiten]

Parteien in Christiansburg
  • Die Moderaten (De Moderate) sind die Partei Birgitte Nyborgs (in Staffel 1 und 2) und werden zu Beginn links der Mitte verortet. Die Moderaten beruhen auf der Det Radikale Venstre.
  • Die Arbeiterpartei (Arbejderpartiet) stellt noch vor den Liberalen die größte Fraktion im Parlament, ist aber des öfteren von Flügelkämpfen geplagt. Sie basiert auf der Socialdemokraterne.
  • Die Milieupartei (Miljøpartiet) vertritt hauptsächlich grüne und ökologische Standpunkte, ist aber auch besonders um Integrationspolitik bemüht. Als Vorlage diente die Socialistisk Folkeparti.
  • Die Solidarische Sammlung (Solidarisk Samling) ist eine Splitterpartei, die am linken Rand im Parlament sitzt. Sie basiert auf der Enhedslisten.
  • Die Liberalen (De Liberale) sind die zweitgrößte Partei im Parlament und sie beruhen auf Venstre. Sie kooperieren oft mit den Konservativen.
  • Die Neuen Konservativen (Ny Højre) sind stark mit den Liberalen verbunden und basieren auf der Konservative Folkeparti.
  • Die Freiheitspartei (Frihedspartiet) ist eine rechtspopulistische Gruppierung, die auf der Dansk Folkeparti basiert. Da sie sich teilweise ausländerfeindlich äußern, werden sie von den anderen Parteien nicht zur Regierungsbildung herangezogen.
Medien
  • TV1 ist der wichtigste Fernsehsender, regelmäßig sendet er Interviews und Debatten zu den Vorgängen im Schloss. Auffällig sind die häufigen Konflikte um die Balance zwischen Qualität des Journalismus und der Einschaltquote.
  • Der Ekspress ist eine Tageszeitung, dessen Titelgeschichten oft die Politik beeinflussen, wobei die Storys nicht immer politische Themen sondern auch oft das Privatleben der Politiker betreffen.
  • Das Zweite steht in scharfer Konkurrenz zu TV1. Der Sender wird oft erwähnt, jedoch selten direkt gezeigt.

Ausstrahlung[Bearbeiten]

Arte sendete vom 9. Februar bis zum 8. März 2012 jeden Donnerstag eine Doppelfolge der ersten Staffel. In der Schweiz wurde die Serie ab dem 20. August 2012 ausgestrahlt.[6] Ab dem 29. Oktober 2012 wurde im Schweizer Fernsehen (SRF 1) die zweite Staffel ausgestrahlt.[7] Das ARD-Spartenprogramm Einsfestival wiederholte alle zehn Folgen der ersten Staffel in der Silvesternacht von 2012 auf 2013 und direkt anschließend am Neujahrstag noch einmal in insgesamt zwei kompletten Durchläufen.[8] In Österreich strahlte ORF 2 die erste Staffel der Serie ab Juli 2013 jeden Sonntagabend in Doppelfolgen aus.[9]

Arte zeigte vom 22. November bis zum 13. Dezember 2012 jeden Donnerstag die zweite Staffel in Dreifach- und Doppelfolgen.[10] Die dritte Staffel wurde vom 3. Oktober bis 31. Oktober 2013 in Doppelfolgen bei Arte ausgestrahlt.

Wiederholungen liefen u. a. beim WDR Fernsehen, bei Einsfestival und im Ersten. Die Serie wurde weltweit in 70 Länder verkauft.[11]

Borgen auf DVD[Bearbeiten]

Alle drei Staffeln sind als DVD erschienen, im deutschen Vertrieb bei WVG Medien. Die erste Staffel umfasst drei, die zweite und dritte jeweils vier DVDs.

Episodenliste[Bearbeiten]

Staffel 1[Bearbeiten]

Folge Dänischer Titel[12] Deutscher Titel[3] Erstausstrahlung
Dänemark (DR1)
Erstausstrahlung
Deutschland (Arte)
Erstausstrahlung
Schweiz (SF 1)
Erstausstrahlung
Österreich (ORF 2)
1 Dyden i midten Wahlkampf 26. Sep. 2010 09. Feb. 2012 20. Aug. 2012 07. Jul. 2013
2 Tæl til 90 Zähl bis 90 03. Okt. 2010 27. Aug. 2012
3 Det muliges kunst Die Kunst des Möglichen 10. Okt. 2010 16. Feb. 2012 03. Sep. 2012 14. Jul. 2013
4 Hundrede dage Der Informant 17. Okt. 2010 10. Sep. 2012
5 Mænd der elsker kvinder Wenn Männer lieben 24. Okt. 2010 23. Feb. 2012 17. Sep. 2012 21.Jul. 2013
6 Statsbesøg Pressefreiheit 31. Okt. 2010 24. Sep. 2012
7 Ikke se, ikke høre, ikke tale Der Abhörskandal 07. Nov. 2010 01. März 2012 01. Okt. 2012 04. Aug. 2013
8 Agurketid Sauregurkenzeit 14. Nov. 2010 08. Okt. 2012
9 Del og hersk Teile und Herrsche 21. Nov. 2010 08. März 2012 15. Okt. 2012 11. Aug. 2013
10 Første tirsdag i oktober Der erste Dienstag im Oktober 28. Nov. 2010 22. Okt. 2012

Staffel 2[Bearbeiten]

Folge Dänischer Titel[12] Deutscher Titel[3] Erstausstrahlung
Dänemark (DR1)
Erstausstrahlung
Deutschland (Arte)
Erstausstrahlung
Schweiz (SRF 1)
1 89.000 børn Einsatz in Afghanistan 25. Sep. 2011 22. Nov. 2012 29. Okt. 2012
2 I Bruxelles kan ingen høre dig skrige Wer wird EU-Kommissar? 02. Okt. 2011 05. Nov. 2012
3 Den sidste arbejder Machtkampf 09. Okt. 2011 12. Nov. 2012
4 Op til kamp Auf in den Kampf! 16. Okt. 2011 29. Nov. 2012 19. Nov. 2012
5 Plant et træ Wer einen Baum pflanzt… 23. Okt. 2011 26. Nov. 2012
6 Dem & Os Strafmündig 30. Okt. 2011 03. Dez. 2012
7 Hvad Indad Tabes, Skal Udad Vindes – Del I Bürgerkrieg in Kharun 06. Nov. 2011 06. Dez. 2012 16. Dez. 2012
8 Hvad Indad Tabes, Skal Udad Vindes – Del II Friedensverhandlungen 13. Nov. 2011 17. Dez. 2012
9 Privatlivets fred Angriff auf die Privatsphäre 20. Nov. 2011 13. Dez. 2012 07. Jan. 2013
10 En bemærkning af særlig karakter Gemeinsam in die Zukunft? 27. Nov. 2011 14. Jan. 2013

Staffel 3[Bearbeiten]

Folge Dänischer Titel[12] Deutscher Titel[3] Erstausstrahlung
Dänemark (DR1)
Erstausstrahlung
Deutschland (Arte)
1 I Danmark er jeg født Zurück in die Politik 01. Jan. 2013 03. Okt. 2013
2 Med lov skal land bygges Die neue Partei 06. Jan. 2013
3 Den rigtige nuance af brun Der richtige Braun-Ton 13. Jan. 2013 10. Okt. 2013
4 Den enes død… Schweinerei 27. Jan. 2013
5 Du skal ikke bedrive hor Sexarbeiterinnen 03. Feb. 2013 17. Okt. 2013
6 Fortidens sønner Schatten der Vergangenheit 10. Feb. 2013
7 Faldet Das Desaster 17. Feb. 2013 24. Okt. 2013
8 Man har et standpunkt… Der Verrat 24. Feb. 2013
9 Fornuft og følelse Die Debatte 03. März 2013 31. Okt. 2013
10 Valget Die Wahl 10. März 2013

Rezeption[Bearbeiten]

Süddeutsche.de bezeichnet die Serie als „phänomenal gutes europäisches Fernsehen“.[13] Sie wurde 2010 mit dem Prix Italia für die beste Fernsehserie ausgezeichnet.[14] 2011 erhielt Sidse Babett Knudsen die Goldene Nymphe beim Festival de Télévision de Monte-Carlo.[14] Am 27. Mai 2012 erhielt die Serie einen BAFTA-Award für die beste internationale Fernsehserie.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Borgen på DR1. Danmarks Radio, abgerufen am 31. Dezember 2012 (dänisch)
  2. [1]
  3. a b c d Die nächsten Serien auf ARTE. arte, abgerufen am 4. September 2012.
  4. spiegel.de
  5. Borgen – Gefährliche Seilschaften in der Deutschen Synchronkartei, abgerufen am 9. Dezember 2012.
  6. Start der dänischen Politserie „Borgen – Gefährliche Seilschaften“. In Schweizwochen.de, abgerufen am 24. Juli 2012
  7. Borgen Gefährliche Seilschaften montags um 23.45 Uhr auf SF 1 in Schweizer Fernsehen, abgerufen am 26. Oktober 2012
  8. Borgen – Gefährliche Seilschaften, Einsfestival, abgerufen am 4. Januar 2013
  9. Macht, Politik, Familie und eine starke Frau: „Borgen – Gefährliche Seilschaften“ ab 7. Juli in ORF 2, abgerufen am 7. Juli 2013.
  10. Borgen – Gefährliche Seilschaften – 2. Staffel. Auf arte.tv, abgerufen am 19. November 2012
  11. Claudia Schwartz: Die Macht ist eine eitle Kunst. nzz.ch, 3. Oktober 2013, abgerufen am 3. Oktober 2013
  12. a b c IMDb: Borgen – Gefährliche Seilschaften Episodenliste (Englisch), aufgerufen am 17. Februar 2012
  13. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPeter Sich: Macht um jeden Preis. In: Süddeutsche.de. 9. Februar 2012, abgerufen am 4. Januar 2013.
  14. a b IMDb: Auszeichnungen für „Borgen – Gefährliche Seilschaften“, abgerufen am 16. Februar 2012.
  15. Television Awards Winners in 2012. British Academy of Film and Television Arts, abgerufen am 4. Januar 2013 (englisch)