Bredenborn

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51.8108333333339.1858333333333188Koordinaten: 51° 48′ 39″ N, 9° 11′ 9″ O

Bredenborn
Höhe: 188 m ü. NN
Fläche: 13,44 km²
Einwohner: 1494 (2013)
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 37696
Vorwahl: 05276
Karte

Lage von Bredenborn in Marienmünster

Bredenborn ist eine im Südwesten der Stadt Marienmünster im Kreis Höxter, Nordrhein-Westfalen, gelegene Ortschaft. Mit 1.494 Einwohnern (2013) ist Bredenborn der größte Ortsteil Marienmünsters. Laut Hauptsatzung der Stadt Marienmünster vom 3. Februar 2005 wird in Bredenborn ein aus sieben Mitgliedern bestehender Ortsausschuss gebildet. Der Vorsitzende des Ortsausschusses ist derzeit Josef Dreier (UWG).[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste Besiedlung fand vermutlich schon im 7. oder 8. Jahrhundert statt. Erwähnung fand Bredenborn erstmals im Jahr 1128 unter dem Namen Bredinburne in der Gründungsurkunde des Klosters Marienmünster durch Graf Widekind I. von Schwalenberg. Gleichzeitig übertrug Bischof Bernhard von Paderborn seinen Besitz in Bredenborn an das Kloster. Der Wirtschaftshof des Klosters könnte in der Nähe des Bornteiches gelegen haben. Ab 1138 erhielt das Kloster den Zehnten aus Bredenborn und die leibeigenen Bauern mussten die umliegenden Felder bewirtschaften.

Hauptstädte und Städte des Fürstbistums Paderborn bis 1802/03 (Stand 1789):
Paderborn, Warburg, Brakel, Borgentreich | Beverungen, Borgholz, Bredenborn, Büren, Driburg, Dringenberg, Gehrden, Calenberg, Kleinenberg, Lichtenau, Lippspringe, Lügde, Nieheim, Peckelsheim, Salzkotten, Steinheim, Vörden, Willebadessen, Wünnenberg
Standbild Bischof Balduins im Paderborner Dom

In der Zeit der Fehden im 14. Jahrhundert ließ Abt Hermann von Mengersen die Burg Bredenborn bauen und das Dorf wurde gegen Räuber und plündernde Truppen befestigt. Bereits 1323 war der Ort von einer Mauer mit Wassergraben umschlossen und Bedienstete des Klosters waren für den Schutz verantwortlich. Um 1330 erhielt Bredenborn die Stadtrechte. 1341 übernahm der Paderborner Bischof Balduin von Steinfurt die Herrschaft über Bredenborn, die 200 Jahre zuvor an das Kloster übertragen worden war. 1652 wurde eine Kirche gebaut, die dem Patron Sankt Joseph und der Heiligen Agatha geweiht war, und Bredenborn wurde zum selbständigen Pfarrort. Zur Zeit der Reformation wurden die Mönche in das Kloster zur Glaubenswahrung zurückgerufen und die Bewohner Bredenborns mussten in dieser Zeit den dortigen Gottesdienst aufsuchen. Damit war gewährleistet, dass die Bredenborner nicht zum lutherischen Glauben konvertierten.

Nach 200 Jahren im klösterlichen und 300 im bischöflichen Eigentum, dabei zeitweilig verlehnt an die Freiherren von Haxthausen, wurde Bredenborn nach 1618 schließlich unter der Herrschaft des Paderborner Domkapitels verwaltet. Wie die benachbarten Gemeinden hatte auch Bredenborn im Dreißigjährigen Krieg unter Truppeneinquartierungen und Plünderungen zu leiden. Der Ort besaß seit 1652 eine Kirche, daneben ein steinernes Amtshaus, einen städtischen Keller sowie ein Schulgebäude. In den Jahren von 1672 bis 1676 gab es Pestepidemien und eine Hungersnot, die 1684 durch anhaltende Dürre entstanden war. Die häufigen Brandkatastrophen dieser Zeit waren allerdings in Bredenborn nicht so verheerend, wie häufig in anderen Orten. Das lag möglicherweise an der Bredenbornerischen Feuerordnung von 1746, in der bestimmt wurde, dass den schnellsten Bürgern bei der Brandbekämpfung Prämien gezahlt wurden. Mitte des 18. Jahrhunderts zählte Bredenborn 120 Häuser.

Beisetzung des Liborischreins nach der Festandacht am Dienstag

Infolge der Säkularisation 1802/03 verlor das Paderborner Domkapitel in Bredenborn seine Liegenschaften und 1812 verfügte die preußische Regierung die Aufteilung des Vermögens. 1814/15 wurde die Stadt mit ihren nicht einmal 800 Einwohnern in das Königreich Preußen eingegliedert. In Bredenborn feierte die Liborianische Bruderschaft im Jahr 1747 das erste Liborifest. Eine Reliquie des Patrons Liborius (Finger) befindet sich in einem Reliquiar in der Pfarrkirche. Die Liborikapelle stammt aus dem Jahr 1812.[3]

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, am 5. April 1945, wurde der Ort von US-Soldaten der 83. US-Infanteriedivision eingenommen. Die in dem Ort eingesetzte deutsche Luftwaffenkompanie mit rund 85 Soldaten unter Hauptmann Konrad Pessler verließ erst auf Betreiben von Bürgermeister Ahleke und Dechant Niehaus den Ort und leistete kurzen Widerstand in einem angrenzenden Wald.[4]

Die Titularstadt Bredenborn wurde mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Höxter vom 2. Dezember 1969 am 1. Januar 1970 mit den anderen zwölf Gemeinden des Amts Vörden zur Stadt Marienmünster zusammengeschlossen.[5]

Vier Tage nach dem Polizistenmord von Holzminden 1991 stürmte ein Spezialeinsatzkommando ein Wohnhaus in Bredenborn, in dem sich die drei Tatverdächtigen aufhielten.

Gebäude[Bearbeiten]

  • Die Kirche St. Joseph wurde 1861/1862 auf den Grundmauern der abgerissenen alten Kirche neu errichtet.

Verkehr[Bearbeiten]

Die nächsten Bundesstraßen sind die B 239 die von Steinheim kommend nach Höxter das Marienmünsteraner Stadtgebiet von Münsterbrock bis Löwendorf durchquert, sowie im Nachbarort Nieheim, die dem Kreis Höxter von Nord nach Süd durchquerende B 252 (Ostwestfalenstrasse). Die nächsten Autobahn-Anschlussstellen sind Paderborn-Zentrum auf der A 33 und Warburg auf der A 44, die beide rund 45 Kilometer von Bredenborn entfernt sind.

Bildung[Bearbeiten]

Bredenborn hat eine Grundschule mit etwa 85 Schülern und einen Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft. Die nächste Hauptschule gibt es in Nieheim, während Realschulen oder Gymnasien in Bad Driburg, Nieheim, Brakel, Höxter oder Steinheim zu besuchen sind.

Sportanlagen und Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

In Bredenborn gibt es eine Tennisanlage, einen Sportplatz, vier Kinderspielplätze, eine Zweifachsporthalle mit Tribünen und eine Schützenhalle.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Ewald Grothe: Bredenborn im Kreis Höxter. Aus der Geschichte eines westfälischen Dorfes. In: Die Warte (= Heimatzeitschrift für die Kreise Paderborn und Höxter. Nr. 55). Herbst 1987, S. 10–12.
  •  Ewald Grothe: Kriegswirren und Stadtausbau. Bredenborns Entwicklung Spiegel westfälischer Ortsgeschichte. In: Die Warte (= Heimatzeitschrift für die Kreise Paderborn und Höxter. Nr. 57). Ostern 1988, S. 29.
  •  Anton Keck: Entstehung und Entwicklung der Gemeinde Bredenborn. Aus dem Nachlaß des stud. Hermes und den Bredenborner Akten zusammengestellt. In: Heimatborn. Nr. 3, 1923, S. 39–43, 46 f.
  •  Diether Pöppel: Stadt und Pfarrei Bredenborn. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1995. S. 187–196.
  • Arbeitskreis Stadtgeschichte Marienmünster (Ewald Grothe/Franz Meyer/Britta Padberg/Thomas Stratmann): Verfolgt - vergast - vergessen. Zur Geschichte der Juden in den Ortschaften der Stadt Marienmünster, Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte, 1990

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bredenborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hauptsatzung (PDF; 74 kB)
  2. Flächen und Höhen laut Katasteramt Höxter
  3. Stadt Marienmünster - Bredenborn
  4. Heinz Meyer: Damals - Der Zweite Weltkrieg zwischen Teutoburger Wald Weser und Leine, Seite 194. Verlag K.W. Schütz KG, Preußisch Oldendorf 1980. ISBN 3-87725-094-7
  5.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 108.