Circus-Welt

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Filmdaten
Deutscher Titel Circus-Welt
Originaltitel Circus World
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1964
Länge 135 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Henry Hathaway
Drehbuch Ben Hecht,
Julian Zimet,
James Edward Grant
Produktion Samuel Bronston
Musik Dimitri Tiomkin
Kamera Jack Hildyard
Schnitt Dorothy Spencer
Besetzung
Synchronisation

Circus-Welt, auch bekannt als Zirkuswelt und Held der Arena (Originaltitel: Circus World), ist ein US-amerikanisches Filmdrama mit John Wayne, Claudia Cardinale und Rita Hayworth aus dem Jahr 1964. Regie führte Henry Hathaway.

Handlung[Bearbeiten]

Matt Masters, ein amerikanischer Zirkusbesitzer des frühen 20. Jahrhunderts, beschließt mit seiner Show durch Europa zu reisen. Dieses Vorhaben nutzt er allerdings nur als Vorwand, um die Artistin Lili Alfredo zu finden, bei der es sich um die Mutter seines Mündels Toni handelt. Vor vielen Jahren verband ihn und Lili eine tiefe Liebe. Als jedoch ihr Ehemann, der beste Trapezkünstler des Zirkus, Wind davon bekam, stürzte er sich aus Eifersucht in den Tod. Voller Schuldgefühle für seinen Selbstmord verließ Lili daraufhin den Zirkus und damit auch ihre kleine Tochter Toni, derer sich Matt schließlich annahm.

Als das Schiff mit dem Zirkus in Barcelona eintrifft, kommt es jedoch gleich zu Beginn der Tour zur Katastrophe. Als ein Mann über Bord geht, bewegt sich die große Masse an Passagieren neugierig auf nur eine Seite des Schiffs, das nun, ins Wanken geraten, kentert. Zwar kommt niemand körperlich zu Schaden, doch der Zirkus ist ruiniert. Nun bleibt Matt, Toni und ihrem Verehrer Steve McCabe vorerst nichts anderes übrig, als in einer lokalen Wild-West-Show aufzutreten. Aufgrund ihres großen Erfolgs bei dem Spektakel ist Matt wider Erwarten fest entschlossen, seinen Zirkus in Spanien während der Wintermonate neu aufzubauen. Als er eines Tages Lili im Publikum erkennt, versucht er ihr zu folgen, um sie zur Rede zu stellen. Sie schämt sich jedoch zutiefst für ihr Leben und ihre inzwischen heruntergekommene Erscheinung. Sie möchte auf keinen Fall, dass Toni von ihr erfährt.

In Hamburg findet Matt heraus, dass Lili viele Jahre im Kloster lebte und danach immer stärker dem Alkohol verfiel. Umso mehr ist er überrascht, als Lili fein herausgeputzt eines Abends in seinem neuen Zirkus auftaucht und ihn um eine Arbeit als Hochseilartistin bittet. Dabei beharrt sie weiterhin darauf, das Geheimnis ihrer Identität vor Toni zu wahren. Zunächst scheint dies auch zu funktionieren, dann jedoch bricht Clown Aldo Alfredo, Lilis ehemaliger Schwager, sein Schweigen und lässt Toni einen Zeitungsartikel zukommen. Darin werden die Umstände für den Tod ihres Vaters durch eine schamlose Affäre von Lili und Matt maßlos übertrieben dargestellt. Toni ist fassungslos und fühlt sich hintergangen. Nachdem sie ihre Mutter wütend mit dem Artikel konfrontiert hat, beteuert Matt ihr gegenüber, dass Lili in ihrer Ehe todunglücklich gewesen sei, doch dass Tonis Vater keinesfalls in eine Scheidung habe einwilligen wollen. Nur dank Matts Liebe habe Lili ihr Leid ertragen können. In diesem Augenblick der offenen Worte bricht ein heftiges Feuer aus, das den Zirkus erneut vollständig zu zerstören droht. Um den Hauptteil des Zelts vor den Flammen zu retten, klettern Lili und Toni todesmutig die Seile hinauf, um die riesigen Stoffbahnen von den Masten zu trennen. Gemeinsam schaffen sie es in letzter Minute und liegen sich anschließend herzlich in den Armen. Schon am nächsten Abend vollführen sie eine umjubelte Show im Herzen Wiens. Beide Frauen strahlen vor Glück und auch Matt ist zufrieden, kann er doch endlich einer gemeinsamen Zukunft mit Lili entgegenblicken.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stierkampfarena von Aranjuez, der Schauplatz der Wild-West-Show

Ursprünglich sollte Frank Capra die Regie von Circus-Welt übernehmen. Er verließ jedoch das Projekt, als John Wayne darauf bestand, das Originalskript von Ben Hecht durch seinen Lieblingsautor James Edward Grant überarbeiten zu lassen. Auch Schauspieler David Niven, der die Rolle des Cap Carson spielen sollte, zog sich aufgrund seiner Unzufriedenheit mit dem neuen Drehbuch vom Projekt zurück. Für die Rolle der Lili Alfredo war zunächst Lili Palmer vorgesehen. Sie wurde durch Rita Hayworth ersetzt.[1]

Die Dreharbeiten unter der Regie von Henry Hathaway fanden in Aranjuez, in den Samuel Bronston Studios von Madrid, in Barcelona, Toledo, London, Paris und Wien statt. Aufgrund ihrer Schwierigkeiten, sich die Dialoge einzuprägen, wird inzwischen vermutet, dass Rita Hayworth zur Zeit des Drehs bereits an den ersten Symptomen der Alzheimerschen Krankheit litt, die bei ihr erst Jahre später diagnostiziert wurde. Auch John Wayne plagten Gesundheitsprobleme während des Drehs, da er sich in den ersten Stadien von Lungenkrebs befand.[2]

Jahrzehnte später wurden die Dreharbeiten in Barcelona Grundlage des Romans Nachrichten aus der wirklichen Welt (Noticias Del Mundo Real, 1999) des spanischen Schriftstellers Juan Miñana. Darin begeben sich zwei spanische Jungen auf die Suche nach John Wayne, der unter mysteriösen Umständen vom Filmset verschwunden ist.[3]

Circus-Welt erschien 2002 erstmals in Deutschland auf DVD. 2004 wurde der Film unter dem Titel Zirkuswelt – Held der Arena und 2010 als Held der Arena erneut auf DVD veröffentlicht.

Kritiken[Bearbeiten]

Für das Lexikon des Internationalen Films war Circus-Welt ein „[m]it Showeffekten überladenes Spektakel aus dem Zirkusmilieu“. Dadurch dass der „aufwendig, aber konventionell inszenierte und hochkarätig besetzte Film […] dem Comeback Rita Hayworths dienen“ sollte, sei er „nicht frei von Sentimentalitäten“.[4] „Sentimental, aber prächtig gefilmt und toll besetzt“, urteilte Cinema.[5] Sound Stage schrieb seinerzeit, dass der Erfolg des Films „von der Zugkraft seiner Stars und seiner Story“ abhänge. Rita Hayworth habe dabei „die beste Rolle des Films“ und liefere „die beste Darbietung“.[6]

„Die Makel dieses Films sind so zahlreich, dass es sinnlos wäre, ins Detail zu gehen“, befand Films in Review. In der Rolle einer Frau mittleren Alters liefere jedoch Rita Hayworth eine überraschend „gute“ Leistung und sei damit „die einzig gute Sache an Circus-Welt“.[7] „Diesen Film auszuhalten“, so das US-Magazin Time, entspreche „einen Elefanten für zwei Stunden und fünfzehn Minuten auf seinem Schoß sitzen zu lassen“.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bei der Verleihung der Golden Globe Awards 1965 erhielt der Film einen Golden Globe in der Kategorie Bester Filmsong, in der sich Dimitri Tiomkin und Ned Washington mit ihrem Titelsong Circus World unter anderem gegen From Russia with Love von John Barry, Lionel Bart und Monty Norman aus Liebesgrüße aus Moskau durchsetzen konnten. Rita Hayworth war zudem als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Bei den Laurel Awards erhielt John Wayne eine Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einem Action-Drama.

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1964.[9]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Matt Masters John Wayne Arnold Marquis
Toni Alfredo Claudia Cardinale Marianne Mosa
Lili Alfredo Rita Hayworth Tilly Lauenstein
Cap Carson Lloyd Nolan Heinz Engelmann
Aldo Alfredo Richard Conte Paul Edwin Roth
Steve McCabe John Smith Thomas Braut
Hilda Katherine Kath Beate Hasenau
Frau Schumann Wanda Rotha Tina Eilers
Emil Schumann Hans Dantes Gerd Martienzen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe: Gene Ringgold: The Films of Rita Hayworth. Secaucus 1974, Seite 230
  2. Randy Roberts, James S. Olson: John Wayne. American. Free Press, New York 1995, ISBN 0-8032-8970-7, S. 507f.
  3. vgl. literaturkritik.de
  4. Circus-Welt im Lexikon des Internationalen Films
  5. vgl. cinema.de
  6. Circus World must depend on the power of its stars and its story to keep the ticket wickets active. […] Miss Hayworth, incidentally, has the film’s best role and she gives the best performance.” Sound Stage zit. nach Gene Ringgold: The Films of Rita Hayworth. Citadel Press, Secaucus 1974, S. 231.
  7. “The flaws of this film are so many it is pointless to particularize. […] The cast also includes Rita Hayworth in a middle-aged role. Believe it or not, her performance is good, and the only good thing in Circus World.”, Gene Ringgold: The Films of Rita Hayworth. Citadel Press, Secaucus 1974, S. 231.
  8. “To sit through the film is something like holding an elephant on your lap for two hours and fifteen minutes.” Time zit. nach Gene Ringgold: The Films of Rita Hayworth. Citadel Press, Secaucus 1974, S. 231.
  9. vgl. synchrondatenbank.de