Coevorden

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Gemeinde Coevorden
Flagge der Gemeinde Coevorden
Flagge
Wappen der Gemeinde Coevorden
Wappen
Provinz Drenthe Drenthe
Bürgermeister Bert Bouwmeester
Sitz der Gemeinde Coevorden
Fläche
 – Land
 – Wasser
299,68 km²
296,68 km²
3,00 km²
CBS-Code 0109
Einwohner 35.764 (1. Jan. 2014[1])
Bevölkerungsdichte 119 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 40′ N, 6° 44′ O52.6641666666676.7388888888889Koordinaten: 52° 40′ N, 6° 44′ O
Bedeutender Verkehrsweg A37 E233 N34 N381 B403
Vorwahl 0524, 0591
Postleitzahlen 7740–7759, 7840–7869
Website www.coevorden.nl
Lage von Coevorden in den Niederlanden

Coevorden ( anhören?/i) ist eine Stadt und eine Gemeinde an der deutsch-niederländischen Grenze in der niederländischen Provinz Drenthe.

Geographie[Bearbeiten]

Stieltjeskanaal

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt Coevorden liegt im Südosten der Provinz und grenzt an Emlichheim und Laar in der Grafschaft Bentheim (Niedersachsen). Weitere Nachbargemeinden sind Hardenberg (Provinz Overijssel), Emmen und Hoogeveen. Das ebenfalls zur Gemeinde gehörende Schoonoord liegt aber 20 km nördlicher, zwischen Emmen und Westerbork.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus der gleichnamigen Stadt, wo die Gemeindeverwaltung ihren Sitz hat, und 37 weiteren Ortsteilen und Dörfern.

Ortsteile gemäß Einwohnerzahl:

Coevorden 14.450
Dalen 3.470
Sleen 2.240
Schoonoord 2.100
Aalden 1.850
Oosterhesselen 1.800
Geesbrug 720
Steenwijksmoer 650
Gees 610
Dalerpeel 600
Noord-Sleen 460
Erm 420
Meppen 360
Zweeloo 340
Wachtum 280
Dalerveen 260
De Kiel 260
Zwinderen 240
't Haantje 230
Wezup 200
Benneveld 180
Holsloot 180
Stieltjeskanaal 180
Wezuperbrug 180
Nieuwe Krim 170
Achterste Erm 70
Diphoorn 60

Weitere Ortsteile mit weniger Einwohnern: Ballast, De Haar, De Mars, Den Hool, Kibbelveen, Klooster, Nieuwlande, Padhuis, Pikveld, Vlieghuis, Weijerswold.

Geschichte[Bearbeiten]

Plan von Coevorden im Jahr 1647

Im Jahr 1148 ist erstmals die Rede von Coevorden (= Kuhfurt). Der Ort liegt strategisch auf einem Sandrücken im Süden des Bourtanger Moores. Jeder Händler, der den Landweg zwischen Friesland und Münster (Westfalen) benutzte, musste durch Coevorden reisen.

Am 25. Juli 1227 fand bei Ane (Gemeinde Hardenberg), 7 km südwestlich von Coevorden, eine blutige Schlacht statt zwischen dem (von den Drenther und Bentheimer Bauern unterstützten) aufständischen Herrn von Coevorden und den Rittern des Utrechter Bischofs. Die Utrechter erlitten eine schmähliche Niederlage, sogar der Bischof kam dabei ums Leben.

Erst 1407 erhielt Coevorden vom Kaiser Karl V. das Stadtrecht und das Recht, Jahrmärkte abzuhalten. Die Stadt wurde 1579 durch einen Großbrand zu 33 % zerstört. Als Georg von Lalaing, Graf von Rennenberg während des Achtzigjährigen Krieges 1580 zum spanischen Lager übertrat, besetzten seine Truppen auch Coevorden [2]. Der mit niederländischen Truppen herbeigeeilte Johan van den Corput musste erkennen, dass die Stadt nicht mehr zu erobern gewesen wäre und verlegte sich auf die Verteidigung von Steenwijk. Coevorden blieb eine Belagerung damit immerhin zunächst erspart. Moritz von Oranien entriss den Spaniern 1592 die Stadt (die dabei erneut, und diesmal fast ganz, niederbrannte) [3] und ließ sie bis 1605 zu einer der stärksten niederländischen Festungen ausbauen. Der berühmte Festungsbaumeister Menno van Coehoorn erneuerte diese Verteidigungsanlagen. Im Jahr 1672 wurde sie von Münsterschen Truppen erobert, wenig später wieder von den Holländern zurückgewonnen. Eine Wiedereroberung durch die Münsteraner scheiterte an einer Überschwemmung, wodurch die Belagerer fast alle ertranken.

Dann war Coevorden lange Zeit, bis auf die Franzosenzeit (1804–1813), eine ruhige Grenzstadt. Der Eisenbahnanschluss 1905 leitete eine Industrialisierung ein. Nach 1950 zogen aber viele Betriebe und Regionalbehörden ins modernere Emmen um.

Politik[Bearbeiten]

Wahlen[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2010
Partei Stimmen in % Sitze
VVD 24,08 6
PvdA 23,85 6
CDA 18,90 5
PAC 17,04 4
Gemeentebelangen 8,19 2
D66 7,91 2
Gesamt 25
Wahlbeteiligung : 51,2 %
Parlamentswahlen 2010
Partei Stimmen in %
PvdA 25,43
VVD 21,91
CDA 15,88
PVV 13,80
SP 9,15
D66 4,65
GroenLinks 4,51
ChristenUnie 2,38
SGP 0,41
Wahlbeteiligung : 76,54 %

Bürgermeister und Beigeordnete[Bearbeiten]

  • Bürgermeister : B.J. Bouwmeester (D66)
  • Beigeordnet : G. Roeles (VVD)
  • Beigeordnet : T. Pot-Eland (PvdA)
  • Beigeordnet : R. Wilting (CDA)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Coevorden unterhält eine Städtepartnerschaft mit der auf der anderen Seite der Grenze gelegenen Stadt Nordhorn (seit 1963) und freundschaftliche Beziehungen zur Gemeinde Emlichheim, beide in Niedersachsen. Außerdem bestehen freundschaftliche Kontakte zu Kutno (Polen), Brest (Weißrussland), Vancouver (Kanada) und dem Kreis Ninghe in der Volksrepublik China.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Eisenbahnstrecke zwischen Zwolle und Emmen, die halbstündlich im Personennahverkehr bedient wird. Seit 1910 hat die Stadt durch die Bentheimer Kreisbahn, jetzt Bentheimer Eisenbahn AG, Anschluss an das deutsche Schienennetz und den Ort Laar (Grenzbahnhof) jenseits der Grenze in Deutschland. Von dort aus besteht ein Anschluss in Richtung Nordhorn, Bad Bentheim und bis 1981 weiter nach Gronau. Auf der Bentheimer Eisenbahn AG wird seit 1974 jedoch nur noch Güterverkehr durchgeführt, der aber sehr umfangreich ist. Die Bentheimer Eisenbahn AG betreibt auf niederländischer Seite beträchtlichen internationalen Güterverkehr mit eigenen Gleisanlagen und Anschluss an das Streckennetz der Nederlandse Spoorwegen (NS). Der Ausbau des Bahnhofs Coevorden-Heege in den Jahren 2006/2007 brachte die Erweiterung der Gleisanlagen über die deutsch-niederländische Staatsgrenze mit sich, sodass es sich nunmehr um einen „internationalen“ Bahnhof handelt.

Auto[Bearbeiten]

Die N34, eine zweispurige Autostraße, verbindet Coevorden mit Emmen im Nordosten und Ommen (Niederlande) und Zwolle im Südwesten. Auch Emlichheim in Deutschland ist über die B 403 (10 km) gut zu erreichen.

Bus[Bearbeiten]

In der Stadt verkehren folgende Buslinien:

  • 26: Coevorden–Schoonebeek–Klazienaveen–Emmen
  • 21: Emmen–Erm–Sleen–Noordsleen–Schoonoord–Assen
  • 22: Zweeloo–Wezup–Westerbork–Beilen–Assen
  • 27: Hoogeveen–Geesbrug–Zwinderen–Gees–Oosterhesselen–Meppen–Aalden–Zweeloo–Emmen
  • 29: Coevorden–Slagharen–Dedemsvaart–Zwolle
  • 33: Coevorden–Steenwijksmoer–Nieuwe Krim–Dalerpeel–Nieuwlande–Hoogeveen
  • 223: Coevorden–Dalen–Wachtum–Oosterhesselen–Meppen–Aalden–Zweeloo

Schiff[Bearbeiten]

Coevorden ist für 800-t-Schiffe über den Coevorden-Almelo-Kanal erreichbar. Der Hafen liegt am Rande des grenzüberschreitenden Gewerbegebietes Europark Coevorden-Emlichheim. Schiffe wie ein Kempenaar können in 18 Stunden von Rotterdam oder Amsterdam nach Coevorden fahren. Die Gemeindeverwaltung Coevordens tritt dafür ein, dass der Kanal für größere Schiffe befahrbar gemacht wird. Die Provinz Overijssel ist Eignerin des Kanals.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Windräder in Coevorden

Coevorden ist eine nicht unbedeutende Industrie- und Handelsstadt und hat u. a. Fabriken, in denen Tierfutter, Karton und Baumaterial hergestellt wird. Die NATO richtete 1984 in der Stadt ein Depot ein, in dem militärische Vorräte verteilt, gewartet und auf- und umgeschlagen wurden. Diese Einrichtung wurde 1999 vom niederländischen Heer (Landmacht) übernommen.

Zusammen mit Emlichheim wird ein großes, grenzüberschreitendes Industrie- und Gewerbegebiet, der Europark, entwickelt. Es ist inzwischen per Bahn, Binnenschiff und LKW gut erreichbar und wurde Ende 2007 noch erweitert.

Wegen der schönen Natur ist vor allem im nördlichen Bereich der Gemeinde auch der Tourismus von Bedeutung. Schließlich dient ein großer Teil des Grundgebiets von Coevorden der Landwirtschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Der seit etwa 1490 jährlich Mitte November stattfindende Gänsemarkt ist heute ein Volksfest, auf dem u. a. eine „Miss Gänsehüterin“ gekürt wird. Früher wurden Gänse für den Weihnachtstisch gehandelt und vor Ort geschlachtet.
Schloss Coevorden
  • Das 1972 völlig restaurierte Schloss Coevorden. Eine Kopie des Schlosses findet sich im kanadischen Vancouver, dessen Name sich von einem Herrn Van Coevorden ableitet.
  • Das Freilichtmuseum Ellert en Brammert in Schoonoord. Es ist nach zwei sagenhaften Räubern, den Riesen Ellert und Brammert, benannt worden. Das Museum gibt Einblick in das Leben in Drenthe im 18. und 19. Jahrhundert.
  • Das Heimatmuseum von Coevorden, nahe dem Schloss im ehemaligen Arsenal.
  • Die malerischen Bauerndörfer Aalden und Meppen, Gees und Oosterhesselen. In letzterem steht das Herrenhaus „De Klencke“ (nicht zu besichtigen) mit sehenswerter Parkanlage und ebensolchem Naturreservat (Wanderrouten; in Besitz der Stiftung Naturmonumente). Aalden gilt als eines der malerischsten Orte der Niederlande.
  • Im Ortsteil Dalen findet man, etwas außerhalb des Zentrums und nahe der deutschen Grenze, den Ferienpark De Huttenheugte von der Marke Center Parcs.[4] Angelegt wurde der Park 1972 und zieht Gäste vorrangig aus Deutschland und den Niederlanden an.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Coevorden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 12.04.2014Centraal Bureau voor de Statistiek, Niederlande
  2. Illustration von Frans Hogenberg von 1594: Covverden. Coeuoerden nuhn acht Monat langk, Vons Konigs wegen hart bedrangt, ... (Digitalisat)
  3. Illustration von Frans Hogenberg von 1592: Graff Moritz mit manch tausent man, Nach Steinwick grifft Coevorden an, ... (Digitalisat)
  4. Ferienpark De Huttenheugte