Corropoli

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Corropoli
Wappen
Corropoli (Italien)
Corropoli
Staat: Italien
Region: Abruzzen
Provinz: Teramo (TE)
Koordinaten: 42° 50′ N, 13° 50′ O42.83333333333313.833333333333132Koordinaten: 42° 50′ 0″ N, 13° 50′ 0″ O
Höhe: 132 m s.l.m.
Fläche: 21,98 km²
Einwohner: 5.002 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 228 Einw./km²
Postleitzahl: 64013
Vorwahl: 0861
ISTAT-Nummer: 067021
Volksbezeichnung: Corropolesi
Schutzpatron: Agnes von Rom (21. Januar)
Website: Corropoli
Blick auf die Kirche in Corropoli

Corropoli ist eine italienische Gemeinde (comune) mit 5002 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Teramo in den Abruzzen. Die Gemeinde liegt etwa 21,5 Kilometer nordwestlich von Teramo, etwa 20,5 Kilometer westsüdwestlich von Ascoli Piceno und etwa 8 Kilometer östlich zur Adriaküste im Val Vibrata.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Ortsteil Ripoli findet sich eine Siedlungsstruktur aus der Jungsteinzeit. Nach dem Ort ist die so genannte Ripoli-Kultur benannt. Der Hauptort Corropoli selbst gehörte ab dem dritten Jahrhundert v. Chr. zum römischen Reich. Auch hier entstand eine Siedlung, die sogar einige Tempelbauten aufwies.

Im Mittelalter stand die Ortschaft unter der Herrschaft der Herzöge von Acquaviva.

Im Februar 1941 errichtete das faschistische Regime in Corropoli ein Internierungslager (campo di concentramento). Es befand sich in einem leer stehenden Kloster unweit vom Ortszentrum und bot Platz für 180 Internierte. Die Zahl der Internierten schwankte, erreichte aber die Maximalzahl nicht: Im Lager befanden sich insgesamt 18 (März 1941), 132 (Mai 1942), 64 (August 1942), 150 (Januar 1943) und schliesslich 165 (August 1943) Insassen.

Die ersten Internierten waren politische Gegner und Angehörige der slawischen Minderheiten in den italienischen Grenzprovinzen; vereinzelt befanden sich auch jüdische Ausländer im Lager. Im Jahre 1942 kamen griechische Offiziere, britische Staatsangehörige, Inder, Libyer und Jugoslawen aus den von Italien besetzten und annektierten Gebieten nach Corropoli.

Wie in anderen Lagern wirkte sich auch in Corropoli der Status der Internierten auf ihre materielle Lage aus. Die „ex-Jugoslawen“ traten mehrmals in den Hungerstreik, während die britischen Internierten über das Rote Kreuz Lebensmittelpakete erhielten. Im September 1943 wurden einige Insassen von Partisanen befreit. Das Lager bestand auch unter dem RSI-Regime, wobei die Internierten zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Corropoli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Carlo Spartaco Capogreco, I campi del duce. L’internamento civile nell’Italia fascista (1940-1943), Torino 2004 (Einaudi), S. 212-213