Jupp Heynckes

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Jupp Heynckes

Jupp Heynckes (2011)

Spielerinformationen
Voller Name Josef Heynckes
Geburtstag 9. Mai 1945
Geburtsort MönchengladbachDeutschland
Größe 180 cm
Position Sturm
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1963–1967
1967–1970
1970–1978
Borussia Mönchengladbach
Hannover 96
Borussia Mönchengladbach
82 0(50)
86 0(25)
226 (168)
Nationalmannschaft
1966–1967
1967–1976
Deutschland U-23
Deutschland
3 00(1)
39 0(14)
Stationen als Trainer
1979
1979–1987
1987–1991
1992–1994
1994–1995
1995–1997
1997–1998
1999–2000
2001–2003
2003–2004
2006–2007
2009
2009–2011
2011–2013
Borussia Mönchengladbach (Co-Trainer)
Borussia Mönchengladbach
FC Bayern München
Athletic Bilbao
Eintracht Frankfurt
CD Teneriffa
Real Madrid
Benfica Lissabon
Athletic Bilbao
FC Schalke 04
Borussia Mönchengladbach
FC Bayern München (interim)
Bayer 04 Leverkusen
FC Bayern München
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Josef „Jupp“ Heynckes (* 9. Mai 1945 in Mönchengladbach) ist ein deutscher ehemaliger Fußballspieler und -trainer. In seiner Laufbahn erzielte er mehr Siege in der deutschen Bundesliga als jeder andere als Spieler und Trainer.[1]

Während seiner aktiven Zeit als Stürmer galt er als vielseitig, schnell und vor allem torgefährlich. In den 1970er Jahren gewann er als Spieler vier Deutsche Meisterschaften, den DFB- sowie den UEFA-Pokal und wurde Europa- und Weltmeister. Als Trainer wurde er mit dem FC Bayern München 2013 deutscher Fußball-Meister, Gewinner der Champions League und DFB-Pokalsieger. Seinen anschließenden Rücktritt vom Trainerberuf hatte er bereits zuvor angekündigt.

Spielerlaufbahn[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

In der deutschen Bundesliga spielte Heynckes als Stürmer von 1965 bis 1967 und 1970 bis 1978 für Borussia Mönchengladbach sowie von 1967 bis 1970 für Hannover 96.

Seine erfolgreichste Zeit als Spieler waren die 1970er Jahre bei Borussia Mönchengladbach. Mit der Borussia gewann er 1971, 1975, 1976 und 1977 vier Deutsche Meisterschaften, 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Pokal. Von 1970 bis 1978 erzielte Heynckes 168 Tore in 226 Bundesligaspielen, was einem Schnitt von 0,74 Toren pro Spiel entspricht. 1974 und 1975 wurde er jeweils Bundesliga-Torschützenkönig mit 30 bzw. 27 Toren, dabei teilte er sich 1974 den Titel mit Gerd Müller.

Im Fußballspiel Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund am 29. April 1978 war er am 12:0 maßgeblich bei dem bis heute höchsten Sieg in der Geschichte der Bundesliga beteiligt, denn er schoss fünf Tore, darunter auch das 10:0. Heynckes gelang dies bereits zum zweiten Mal (vormals beim 11:0 gegen den FC Schalke 04 in der Saison 1966/67). Außer ihm schafften das in der Bundesliga nur seine Mannschaftskameraden Herbert Wimmer und Wilfried Hannes (je ein Mal).

Nach insgesamt 369 Bundesligaspielen[2] beendete Heynckes 1978 seine Spielerlaufbahn. Mit 195 Bundesligatoren ist er Rekordtorschütze von Borussia Mönchengladbach, die Gesamtzahl von 220 Toren[3] bedeutet Platz drei in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga hinter Gerd Müller mit 365 und Klaus Fischer mit 268 Toren. Mit 51 Treffern[4] gehört er auch zu den erfolgreichsten Torschützen in europäischen Vereinswettbewerben. In seinen 64 Spielen erreichte er einen Durchschnitt von 0,80 Toren, der nur von Gerd Müller mit 0,89 übertroffen wird.

In der Geschichte des UEFA-Pokals ist Heynckes, gemeinsam mit Dieter Müller, der für den 1. FC Köln und Girondins Bordeaux spielte – beide erzielten 29 Treffer –, der dritterfolgreichste Torjäger hinter Henrik Larsson mit 40 Toren, der für Celtic Glasgow und Helsingborgs IF antrat, und Walter Machado da Silva vom FC Valencia mit 31 Toren.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Für die Deutsche Fußballnationalmannschaft absolvierte er zwischen 1967 und 1976 39 Länderspiele und erzielte 14 Treffer.[5] Mit der Nationalmannschaft gewann er 1972 den Europameistertitel in Belgien und 1974 den Weltmeistertitel im eigenen Land. Im Verlauf dieses Turniers kam er allerdings nur zweimal zum Einsatz.

Erfolge als Spieler[Bearbeiten]

Torschützenkönig:

  • Europapokal der Landesmeister: 1976 (6 Tore)
  • Europapokal der Pokalsieger: 1974 (8 Tore)
  • UEFA-Pokal: 1973 (12 Tore), 1975 (10 Tore)
  • Bundesliga: 1974 (30 Tore), 1975 (27 Tore)

Trainerlaufbahn[Bearbeiten]

1979 bis 1987: Borussia Mönchengladbach[Bearbeiten]

Noch im letzten Jahr seiner aktiven Laufbahn absolvierte Heynckes die Ausbildung zum Fußball-Lehrer an der Sporthochschule Köln.[6] 1979 folgte er auf Udo Lattek als Trainer von Borussia Mönchengladbach und war mit 34 Jahren der bis dahin jüngste Cheftrainer der Bundesliga. Obwohl der Verein in dieser Zeit Leistungsträger zu diversen Top-Klubs ziehen lassen musste, hielt Heynckes sein neu formiertes Team fast ständig im oberen Tabellendrittel – mit Ausnahme der Saison 1982/83 mit längerer Abstiegsgefahr. Seine erfolgreichste Saison schloss er 1983/84 ab, als er mit Mönchengladbach den dritten Tabellenplatz erreichte, punktgleich mit Meister VfB Stuttgart und dem Zweitplatzierten Hamburger SV. Im gleichen Jahr erreichte der Verein unter Heynckes das DFB-Pokalfinale, in dem er erst nach Elfmeterschießen mit 7:8 (1:1 n.V.) gegen Bayern München unterlag. In der Saison 1986/87 landete Mönchengladbach erneut auf Platz drei der Bundesliga und stellte mit Uwe Rahn wieder einen Top-Torjäger der Bundesliga. Rahn schloss die Saison mit 24 Treffern als Torschützenkönig ab. Im DFB-Pokal drang der Verein im gleichen Jahr bis ins Halbfinale vor. In Mönchengladbach errang er als Trainer keine Titel. Am 22. April 1987 schied sein Team nach einem 0:0 beim schottischen Klub Dundee United mit einer anschließenden 0:2-Heimniederlage im Halbfinale des UEFA-Pokals aus. Nach Abschluss dieser Saison wechselte Heynckes zu Bayern München.

Heynckes gilt als Entdecker von Lothar Matthäus, der 1979 als 18-Jähriger aus Herzogenaurach nach Mönchengladbach geholt wurde und sich unter Heynckes zum Stammspieler weiterentwickelte.

Aufgrund der starken Rötung, die sein Gesicht bei Erregung annimmt, erhielt Heynckes in seiner Mönchengladbacher Zeit den Spitznamen „Osram“, nach dem gleichnamigen Hersteller für Leuchtmittel. Erstmals will Rudi Gores den Begriff verwendet haben.[7] Gleiches wird allerdings auch Wolfram Wuttke nachgesagt.[8] Später wurde der Spitzname auch in den Medien bekannt.[9]

1987 bis 1991: FC Bayern München[Bearbeiten]

1987 wurde Heynckes vom FC Bayern München verpflichtet – wieder war Udo Lattek sein Vorgänger, der das Team in der Vorsaison zum Meistertitel geführt hatte. Heynckes’ erstes Jahr verlief aus Sicht der Bayern wenig erfolgreich. In der Meisterschaft nur Zweiter geworden, auch in den übrigen Wettbewerben ohne Titel geblieben, baute Heynckes die Mannschaft des FC Bayern kräftig um und wurde 1989 mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft belohnt. Diesen Titel verteidigte der FC Bayern unter Heynckes im Folgejahr. Nachdem der Verein 1990/91 lediglich Zweiter hinter dem 1. FC Kaiserslautern wurde, kam es in der Spielzeit 1991/92 zu einer Krise für den FC Bayern, der durch die Abgänge von Jürgen Kohler und Stefan Reuter und Verletzungen von Raimond Aumann und Brian Laudrup geschwächt war. Nach vier Partien in Folge ohne Sieg und einer 1:4-Heimniederlage gegen den Aufsteiger Stuttgarter Kickers wurde Heynckes am 8. Oktober 1991 entlassen und durch Søren Lerby ersetzt. Bayern-Manager Uli Hoeneß bezeichnete diese Entscheidung gegen Heynckes später als „größte Fehlentscheidung“ seiner Karriere.[10] Bayern war mit vier Siegen, vier Remis und vier Niederlagen nur Tabellenzwölfter gewesen. Auf den ebenfalls erfolglosen Lerby folgte Mitte März Erich Ribbeck. Bayern beendete die Saison als Zehnter. Zum ersten Mal seit 1979 qualifizierte sich der FC Bayern nicht für einen internationalen Wettbewerb.

1992 bis 1994: Athletic Bilbao[Bearbeiten]

Im Sommer 1992 unterschrieb Heynckes beim spanischen Erstligisten Athletic Bilbao einen Kontrakt und wurde nach Hennes Weisweiler und Udo Lattek der dritte deutsche Trainer in Spaniens höchster Fußball-Liga.

Seine Zeit bei dem baskischen Traditionsverein war von Beginn an erfolgreich. Trotz des Handicaps, nur auf Spieler aus dem Baskenland setzen zu dürfen, formte Heynckes eine Mannschaft, die im ersten Jahr von Platz 15 auf den 8. Rang kletterte und sich im zweiten Jahr mit Platz 5 für die Teilnahme am UEFA-Pokal qualifizierte.

Während dieser Zeit bewies Heynckes erneut ein Gespür für junge Talente und brachte unter anderem den baskischen Star Julen Guerrero heraus.

1994 bis 1995: Eintracht Frankfurt[Bearbeiten]

1994 wurde Heynckes zusammen mit Horst Köppel als Co-Trainer von Eintracht Frankfurt engagiert. Heynckes übernahm die Eintracht in der ersten Saison nach dem Weggang von Uwe Bein und Uli Stein und verfolgte zunächst das Ziel, Ruhe in die Mannschaft zu bringen, um anschließend wieder für Erfolg zu sorgen. Dieses Vorhaben gelang jedoch nicht.

Die Hessen hatten mit Andreas Köpke einen neuen Torhüter verpflichtet und die Mannschaft rund um ihre Stars Anthony Yeboah, Maurizio Gaudino (dem ein Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern verweigert wurde) und Jay-Jay Okocha aufgebaut. Ausgerechnet diese drei Spieler sorgten nach einem mäßigen Einstand für einen Eklat: Beim Abschlusstraining der Eintracht am Freitag vor einem wichtigen Spiel gegen den HSV hatten laut Trainer Heynckes „einige Spieler schlecht trainiert“. Das betraf die drei genannten Stars. Daraufhin setzte Heynckes, wütend über deren Einstellung, einen 30-minütigen Waldlauf an. Yeboah erklärte dem Trainer, er werde zum Spiel gegen den HSV nicht erscheinen. Okocha gab vor, mental nicht in der Lage zu sein, Fußball zu spielen und Gaudino fühlte sich nach zwei Trainingseinheiten am Freitag körperlich kaputt. Alle drei Spieler meldeten sich für den 16. Spieltag der Saison 1994/95 krank und wurden ein paar Tage später gänzlich aus dem Kader gestrichen. Lediglich Okocha wurde in der Rückrunde für die Eintracht eingesetzt. Yeboah kritisierte die Maßnahme: „Der Rauswurf war völlig unnötig und ein großer Fehler. Er hat mit dieser Aktion den Klub Frankfurt auf Jahre kaputtgemacht.“

Auch ohne die drei erreichte die Eintracht kurze Zeit später nach zwei Siegen über den SSC Neapel das Viertelfinale des UEFA-Pokals, in der Liga blieb der Erfolg jedoch aus. Nach nur neun Monaten im Verein löste Heynckes schließlich am 2. April 1995 seinen Vertrag auf und verzichtete auf eine Abfindung.[11]

1995 bis 2003: Trainer in Spanien und Portugal[Bearbeiten]

Erneut wechselte Heynckes nach Spanien und unterschrieb nur drei Wochen nach seinem Rücktritt in Frankfurt einen Vertrag beim spanischen Erstligisten CD Teneriffa, bei dem er zu Beginn der Saison 1995/96 seine Arbeit aufnahm. Zusammen mit Ewald Lienen als Co-Trainer und später noch Egon Coordes als Konditionstrainer erzielte Heynckes in Teneriffa wie in Bilbao mit bescheidenen Mitteln einen ansehnlichen Erfolg.

Gleich in seinem ersten Jahr führte er den Verein auf einen UEFA-Pokal-Platz. Im darauf folgenden Jahr schied Teneriffa im Halbfinale gegen den FC Schalke 04 aus. In der Liga belegte Teneriffa unter Heynckes den neunten von 22 Plätzen.

Als Real Madrid keine Einigung mit Ottmar Hitzfeld erzielte, fragte der Traditionsverein aus der spanischen Hauptstadt bei Heynckes an. Schließlich unterschrieb Heynckes in Madrid und wurde Nachfolger des Italieners Fabio Capello, der zuvor nach nur einem Jahr entlassen worden war. Gleich von Anfang an traten ihm die Medien verhalten und skeptisch gegenüber. Das Ausscheiden im spanischen Pokal gegen einen Zweitligisten im Januar 1998 sorgte für erste Unruhe. Am Ende belegte Real Madrid nur Platz vier in der spanischen Liga. Trotzdem gewann Heynckes mit dem Klub die Champions League 1998. Das gewonnene Finale war gleichzeitig sein letztes Spiel als Trainer bei Real Madrid, da er nach nur einer Saison entlassen wurde.

Sein neuer Arbeitgeber hieß 1999 Benfica Lissabon. Mit dem ehemaligen Mönchengladbacher Torwart Robert Enke setzte Heynckes gleich auf das neue Torhüter-Talent, das er ein Jahr später zum Kapitän ernannte. Dabei wurde er in der portugiesischen Liga Dritter mit acht Punkten Rückstand auf Meister und Lokalrivale Sporting Lissabon.

Im Jahr 2001 ließ er sich erneut im Baskenland nieder, als er in Bilbao einen Zweijahresvertrag unterschrieb. Am Ende der Saison 2001/02 verbesserte sich der Klub im Vergleich zum Vorjahr um sechs Plätze und wurde Achter. In der Saison 2002/03 verpasste Bilbao auf Platz sieben am letzten Spieltag knapp einen UEFA-Pokal-Platz. Heynckes Vertrag lief zum Saisonende aus.

2003 bis 2004: FC Schalke 04[Bearbeiten]

Im Jahr 2003 übernahm Heynckes beim FC Schalke 04 das Traineramt des glücklosen Trainerneulings Frank Neubarth bzw. des Interimscoachs Marc Wilmots. Der erste Eindruck des Trainers bei seinem neuen Verein war positiv. Nach dem unbefriedigenden Saisonverlauf im Jahr 2004 und den ambitionierten Neuverpflichtungen schien jedoch die Geduld der Verantwortlichen mit dem ehemaligen Meistertrainer zu Ende zu sein; so sagte Rudi Assauer: „Der Jupp ist ein Fußballer der alten Schule, aber wir haben 2004.“[12] In der Saison 2004/2005 folgte der schlechteste Saisonstart des Vereins seit Jahren. Nach drei Niederlagen aus vier Spielen, zuletzt einem 0:3 beim VfL Wolfsburg, wurde Heynckes entlassen. Heynckes selbst bezeichnete die Zeit auf Schalke dennoch als eine seiner effektivsten Trainerzeiten.

2006 bis 2007: Borussia Mönchengladbach[Bearbeiten]

Am 23. Mai 2006 unterschrieb Heynckes nach einer eineinhalbjährigen gesundheitsbedingten Auszeit erneut einen Trainervertrag bei Borussia Mönchengladbach. Die Saison 2006/07 begann mit vier Heimsiegen durchaus erfolgreich, danach konnte sein Team aber kein Spiel mehr gewinnen und fand sich zur Winterpause auf einem Abstiegsplatz wieder. Trotzdem entschied sich der Verein, Heynckes weiter zu beschäftigen. Nach zwei weiteren erfolglosen Spielen zu Beginn der Rückrunde trat Heynckes am 31. Januar 2007 nach einem 0:0 gegen Nürnberg nach nur 215 Tagen in Mönchengladbach zurück. Später wurde bekannt, dass es gegen ihn gerichtete Morddrohungen gegeben haben soll.

2009: FC Bayern München[Bearbeiten]

Vom 27. April 2009 bis zum Saisonende der Saison 2008/2009 wurde Heynckes als Interimstrainer erneut beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München eingesetzt, nachdem Jürgen Klinsmann fünf Spieltage vor Schluss beurlaubt worden war. Der Verein erreichte schließlich Platz zwei und damit die direkte Champions-League-Qualifikation.

2009 bis 2011: Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten]

Am 5. Juni 2009 gab Bayer 04 Leverkusen die Verpflichtung von Heynckes bekannt. Er ersetzte den zum Hamburger SV gewechselten Bruno Labbadia.[13] Mit Leverkusen blieb er die ersten 24 Spieltage der Saison ungeschlagen. Damit stellte er einen neuen Startrekord in der Fußball-Bundesliga auf und übertraf dabei die von ihm selbst mit dem FC Bayern München gehaltene Bestmarke aus der Saison 1988/89. Saisonübergreifend blieb Heynckes sogar 29 Spiele in Folge unbesiegt. Die Serie endete am 25. Spieltag mit einer 2:3-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg. Nach dem überragenden Saisonbeginn sackte die Mannschaft in der Rückrunde ab und belegte am Schluss nur Platz vier.

Damit spielte Bayer in der Saison 2010/11 in der UEFA Europa League und erreichte das Achtelfinale. In der Meisterschaft wurde Leverkusen Zweiter und qualifizierte sich für die Champions League. Heynckes entschied sich, seinen am Ende der Saison auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Sein Nachfolger wurde der Freiburger Trainer Robin Dutt.[14]

Heynckes war der erste Trainer seit sieben Jahren, der mit Bayer Leverkusen den Einzug in die Champions League schaffte, nachdem der Verein sich zwischen 1997 und 2004 insgesamt sechs Mal für die Teilnahme qualifiziert hatte.

2011 bis 2013: FC Bayern München[Bearbeiten]

Am 25. März 2011 gab der FC Bayern München die Verpflichtung von Heynckes als Cheftrainer bekannt. Dieser unterschrieb einen Zweijahresvertrag ab der Saison 2011/12.[15] Damit folgte Heynckes auf Andries Jonker, der nach der Beurlaubung von Louis van Gaal von April bis Saisonende 2011 als Interimstrainer tätig war.

Am 17. März 2012 beim Auswärtssieg gegen Hertha BSC hatte Heynckes sein 600. Spiel als Trainer in der deutschen Bundesliga; lediglich Otto Rehhagel hat mit über 800 noch mehr Bundesligaspiele als Trainer.[16] Nachdem Heynckes einer offiziellen Pressemitteilung des Klubs zufolge dem Bayern-Vorstand mitgeteilt hatte, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern werde, wurde am 16. Januar 2013 die Verpflichtung von Josep „Pep“ Guardiola als sein Nachfolger bekannt gegeben.[17] Wenige Tage später wurde bekannt, dass Heynckes seine Arbeit bei den Münchnern gerne fortgesetzt hätte.[18]

Am 23. Februar 2013 bestritt Heynckes in der Bundesligapartie des FC Bayern München gegen den SV Werder Bremen sein 1000. Bundesligaspiel als Spieler oder Trainer.[19]

Am 16. Mai 2013 gab Heynckes bekannt, dass er keine weiteren Bundesligaspiele als Trainer begleiten wird, jedoch die Option auf etwaige Auslandsengagements bei vorliegendem Interesse von Moskau, dem AS Monaco und auch Real Madrid noch nicht ausschließen will.[20]

Heynckes ist der erste Trainer, der mit einer deutschen Männer-Fußballmannschaft, dem FC Bayern München, in einer Saison (2012/2013) drei Titel, ein Triple, holte. Am 28. Spieltag wurde der FC Bayern vorzeitig Deutscher Fußballmeister, am 25. Mai 2013 Champions-League-Sieger und am 1. Juni 2013 DFB-Pokalsieger.

Am 4. Juni 2013 erklärte Heynckes sein vorläufiges Karriereende.[21]

Am 13. Januar 2014 wurde Jupp Heynckes die Auszeichnung zum FIFA Trainer des Jahres 2013 in Zürich verliehen.

Erfolge als Trainer[Bearbeiten]

  • International
  • National
  • Sonstiges
    • Er ist der erste Trainer einer deutschen Mannschaft, der das große europäische Triple im Männer-Fußball gewann.
    • Er ist der erste deutsche Trainer, der das große europäische Triple gewann.
    • Er ist nach Jock Stein, Ștefan Kovács, Guus Hiddink, Alex Ferguson, Josep Guardiola und José Mourinho der siebte Trainer, der das große europäische Triple im Männer-Fußball gewann.
    • Er ist nach Ottmar Hitzfeld, José Mourinho und Ernst Happel der vierte Trainer, der die UEFA Champions League bzw. den Europapokal der Landesmeister mit zwei verschiedenen Klubs gewann.
    • Er ist der einzige Trainer in der Geschichte der Champions League, der nach dem Gewinn der Champions League bei seinem jeweiligen Verein die Trainerbank räumen musste. Beim FC Bayern war sein Vertrag nicht verlängert worden zugunsten einer Verpflichtung von Pep Guardiola, bei Real Madrid wurde er acht Tage nach dem Champions-League-Sieg aufgrund von Erfolglosigkeit in der Primera Division (4. Platz) entlassen.
    • Jupp Heynckes nahm als Trainer dreimal an der Champions League teil und erreichte dabei jedes Mal das Finale.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Privates[Bearbeiten]

Heynckes war das neunte von zehn Kindern eines Schmieds[22] und lernte zuerst den Beruf des Stuckateurs, um seinem Berufsziel Architekt näher zu kommen. Nebenbei spielte er aber weiter Fußball und im Winter zusätzlich Eishockey. Jupp Heynckes ist mit Ehefrau Iris verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt auf einem Bauernhof in Schwalmtal in der Nähe von Mönchengladbach.[23]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Schulze-Marmeling: Jupp Heynckes. Vom Rheinländer zum Spanier. In: ders. (Hrsg.): Strategen des Spiels. Die legendären Fußballtrainer. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-475-8, S. 239–246.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jupp Heynckes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 456 Bundesliga-Siege: Heynckes stellt Rekord auf
  2. Weltfussball.de
  3. Matthias Arnhold: Josef Heynckes – Matches and Goals in Bundesliga. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 7. Februar 2013. Abgerufen am 7. Februar 2013.
  4. Marcel Haisma: Jupp Heynckes – Goals in European Cups. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 4. Oktober 2003. Abgerufen am 7. Februar 2013.
  5. Matthias Arnhold: Josef 'Jupp' Heynckes – International Appearances. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 18. April 2004. Abgerufen am 7. Februar 2013.
  6. Absolventen des 23. Lehrganges (dfb.de)
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPhilipp Köster: Osram Heynckes: Mach mal Licht an, Jupp! In: 11 FREUNDE. 26. Juni 2003, abgerufen am 29. April 2009.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKlaus Schlütter: Wolfram Wuttke und das späte Glück mit Puffreis. In: Die Welt-Welt Online. 2. April 2008, abgerufen am 1. August 2011.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Osram“ soll Schalke wieder strahlen lassen. In: Spiegel Online. 24. Juni 2003, abgerufen am 29. April 2009.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format„Heynckes-Entlassung war mein schwerster Fehler“. In: Spiegel Online. 22. Juni 2003, abgerufen am 4. Mai 2009.
  11.  Patrick Krull: Die Trainerstationen des Jupp Heynckes. In: Die Welt. 16. September 2004 (WELT ONLINE, abgerufen am 4. Mai 2009).
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVorruhestand beendet. In: FAZ.NET. 27. April 2009, abgerufen am 4. Mai 2009.
  13. Leverkusen holt Heynckes – Labbadia zum HSV, Die Welt, 5. Juni 2009
  14. Robin Dutt wird neuer Coach bei Bayer 04 bayer04.de, 21. März 2011
  15. Jupp Heynckes wird neuer FCB-Chefcoach. In: fcbayern.telekom.de, 25. März 2011.
  16. Heynckes 600. kicker. 19. März 2012. Abgerufen am 19. März 2012.
  17. Guardiola wird im Sommer Bayern-Trainer. In: Spiegel Online, 16. Januar 2013.
  18. Hoeneß: Heynckes hätte wohl weitergemacht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Februar 2013.
  19. Heynckes macht die 1000 Bundesligaspiele voll, fcbayern.de, 24. Februar 2013
  20. Countdown zum Champions-League-Finale In: Focus online, 20. Mai 2013.
  21. "Pressekonferenz: Jupp Heynckes beendet seine Trainer-Laufbahn" www.abendblatt.de, 4. Juni 2013
  22. http://www.stern.de/sport/fussball/2-bayern-trainer-jupp-heynckes-spaete-liebe-fuer-jupp-heynckes-2014588.html
  23. tz.de: Der letzte Auftritt: Heynckes zo Hus!, abgerufen am 20. März 2014.