Democratas

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Democratas
Partei­vorsitzender José Agripino Maia
Gründung 24. Januar 1985 (als PFL)
Haupt­sitz Brasília
Aus­richtung Konservatismus, Wirtschaftsliberalismus
Farbe(n) Grün, Blau und Weiß
Parlamentsmandate 43 / 513
Internationale Verbindungen Christlich Demokratische Internationale, Internationale Demokratische Union
Website [1]

Democratas (DEM) ist eine konservative und wirtschaftsliberale Partei in Brasilien. Die sich einfach Demokraten nennende Partei ging 2007 aus der Partido da Frente Liberal (Partei der liberalen Front) hervor.

Sie wird im Parteienspektrum rechts der Mitte verortet[1] und gehört, obwohl sie sich früher als „liberal“ bezeichnete, der Christlich Demokratischen Internationale (CDI) und der konservativen Internationalen Demokratischen Union (IDU) an.

Die PFL ihrerseits ging aus dem Flügel der Partido Democrático Social (PDS) – der herrschenden Partei während der Militärdiktatur – hervor, der 1985 nicht den offiziellen Regierungskandidaten Paulo Maluf folgen wollte und stattdessen den siegreichen Oppositionskandidaten Tancredo Neves vom PMDB unterstützte. In den Folgejahren hatte die Partei ihre Machtbasis vor allem im Nordosten des Landes. Von 1995 bis 2002 stellte sie unter Präsident Fernando Henrique Cardoso (PSDB) den Vizepräsidenten Marco Maciel.

Gegenwärtig stellt Democratas zusammen mit dem PSDB und kleineren Parteien die Opposition zur brasilianischen Regierung unter Präsidentin Dilma Rousseff, wie zuvor schon zu Präsident Lula da Silva. Bei den Wahlen in Brasilien 2010 unterstützte die Partei bei der Präsidentschaftswahl den unterlegenen Kandidaten der PSDB, José Serra und stellte dabei mit Indio da Costa den Kandidaten für den Vizepräsidenten.[2][3] Bei der Wahl zum Senat verlor die Partei fast die Hälfte, bei der Wahl der Abgeordnetenkammer fast ein Drittel ihrer Abgeordneten.[4] Bei den Parlamentswahlen 2014 musste sie abermals eine Niederlage hinnehmen: Sie kam nur noch auf 22 der 513 Sitze in der Abgeordnetenkammer (21 weniger als zuvor) und 5 der 81 Senatoren (Verlust von einem Sitz).

Wichtige Persönlichkeiten in der Partei sind bzw. waren die Senatoren Antonio Carlos Magalhães und Jorge Bornhausen, der Abgeordnete José Carlos Aleluia und der langjährige Bürgermeister von Rio de Janeiro, César Maia.

Einer Aufstellung der Nichtregierungsorganisation Movimento de Combate à Corrupção Eleitoral (MCCE) zufolge, waren die Democratas die Partei mit den meisten Korruptionsfällen zwischen 2000 und 2010. In dieser Zeit verloren landesweit 69 Politiker der Partei ihr Mandat wegen Korruptionsvorwürfen.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. John J. Crocitti, Monique M. Vallance: Brazil Today. An Encyclopedia of Life in the Republic. Band 1, ABC-CLIO, Santa Barbara CA 2012, S. 187. Eintrag Democrats (Democratas).
  2. vgl. Tribunal Superior Eleitoral: Eleições 2010: Divulgação de Resultados
  3. vgl. http://www.democratas.org.br/qq_eleicoes2010.asp
  4. vgl. Seite zu den Wahlen in Brasilien 2010
  5. O ranking da cassação – Desde 2000, 623 políticos foram cassados. DEM lidera ranking. 13. Mai 2010.