Dunaújváros

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Dunaújváros
Wappen von Dunaújváros
Dunaújváros (Ungarn)
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Basisdaten
Staat: Ungarn
Region: Mitteltransdanubien
Komitat: Fejér
Kleingebiet bis 31.12.2012: Dunaújváros
Koordinaten: 46° 58′ N, 18° 56′ O46.96472222222218.940277777778Koordinaten: 46° 57′ 53″ N, 18° 56′ 25″ O
Fläche: 52,66 km²
Einwohner: 48.104 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte: 913 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 25
Postleitzahl: 2400
KSH kódja: 03115
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Gábor Cserna (Fidesz)
Postanschrift: Városháza tér 1-2
2400 Dunaújváros
Webpräsenz:
(Quelle: A Magyar Köztársaság helységnévkönyve 2011. január 1. bei Központi statisztikai hivatal)
Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa
Bau der 2007 eröffneten Donaubrücke bei Dunaújváros

Dunaújváros [ˈdunɒ.uːjvaːroʃ] (bis 1951 Dunapentele, bis 1961 Sztálinváros; deutsch Neustadt an der Donau) ist eine Stadt mit Komitatsrecht im ungarischen Komitat Fejér.

Die Stadt befindet sich am rechten Ufer der Donau 67 km südlich von Budapest auf einer Fläche von 5266 ha. Sie hatte im Jahr 2001 53.036 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Prähistorische und römische Epoche[Bearbeiten]

Die Gegend war während der frühen Bronzezeit und später durch die Kelten besiedelt. Mit dem Beginn der römischen Herrschaft, ab dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr., bildete die Donau als Limes Pannonicus die Reichsgrenze. Damals entstand am Westufer des Flusses auf dem nördlichen Lösssporn des Öreghegy (Alter Berg) das Kastell Intercisa,[1] um das sich rasch ein großes Lagerdorf (Vicus) mit mehreren Gräberfeldern entwickelte.[2] Am gegenüberliegenden Donauufer, im Barbaricum, siedelten gleichfalls seit dem 1. Jahrhundert n. Chr. die kriegerischen sarmatischen Jazygen,[3] die mehrfach in der Geschichte zu einer Bedrohung für das Kastell wurden. Das Militär sicherte diese Position noch bis in die Völkerwanderungszeit hinein.[4] Spätestens mit der Räumung der pannonischen Provinzen, 433 n. Chr., erlosch das römische Leben in Intercisa.

Mittelalter[Bearbeiten]

Unter neuen Vorzeichen wurde der Ort später wiederbesiedelt. So existieren Ausgrabungen aus der Zeit der ungarischen Landnahme im frühen 10. Jahrhundert, und schon in der Árpádenzeit ist eine Kirche bezeugt, die dem heiligen Pantaleon geweiht war und der Siedlung den Namen (Duna-)Pentele gab.

Frühneuzeit und Gegenwart[Bearbeiten]

Während der Osmanischen Herrschaft von 1541 bis 1688 war der Ort für 15 Jahre verödet und blieb in der Folge ein unbedeutendes Landstädtchen, das noch 1949 erst 3949 Einwohner hatte.

Ende 1949 beschloss das Zentralkomitee der ungarischen Kommunisten, in Dunapentele ein großes Eisenhütten-Kombinat mit einer dazugehörigen Arbeitersiedlung zu bauen. Im Gefolge des Personenkults um Stalin sollte diese sogenannte erste sozialistische Stadt Ungarns den Namen des sowjetischen Diktators tragen: ungarisch Sztálinváros (deutsch „Stalinstadt“). 1961 wurde die Stadt jedoch in Dunaújváros (deutsche Übersetzung: Neustadt an der Donau) umbenannt und trägt seither diesen Namen.

Seit Gründung der Hochschule Dunaújváros im Jahre 1953 ist Dunaújváros eine Studentenstadt. In jüngster Zeit macht die Stadt durch ihre moderne Infrastruktur und das neue Werk des südkoreanischen Unternehmens Hankook auf sich aufmerksam, das hier seine größte europäische Reifenfabrik errichten wird.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Insbesondere die teilweise für Besucher konservierten Überreste des römischen Kastells Intercisa über einem Altarm der Donau sowie das vor dem Südtor der Fortifikation angelegte Lapidarium mit ausgewählten Steindenkmälern aus den antiken Gräberfeldern sind eine besondere Attraktion in der sonst an historischen Bauwerken sehr armen Industriestadt. Ein Teil der vielfach hochwertigen und seltenen Funde aus diesem Kastell und der dazugehörigen zivilen Siedlung, die während der über ein Jahrhundert hinweg durchgeführten Ausgrabungen zusammengetragen wurden, können im Intercisa-Museum von Dunaújváros besichtigt werden.[5]

Städtefreundschaft[Bearbeiten]

  • UngarnUngarn DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich PolenPolen TschechienTschechien SlowakeiSlowakei NiederlandeNiederlande Dunaújváros ist Mitglied der größten internationalen Städtefreundschaft Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa, in der sich 37 Städte und Gemeinden (Stand: April 2014) mit Namen Neustadt aus Ungarn, Deutschland, Österreich, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei und den Niederlanden zusammengeschlossen haben.
  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Städtepartnerschaft mit Coventry im Vereinigten Königreich.
  • BulgarienBulgarien Städtepartnerschaft mit Silistra in Bulgarien.

Sport[Bearbeiten]

Die Fußballmannschaft des Dunaújváros FC spielte zuletzt in der Nemzeti Bajnokság II, der 2. Liga Ungarns, zog sich aber 2009 vom Spielbetrieb zurück. Sehr erfolgreich sind die Handballer von Dunaferr SE. Die Wasserballerinnen von Dunaújvárosi VSE zählen seit Jahren zu den Topvereinen im Lande des zweimaligen Weltmeisters, wurden mehrmals ungarischer Meister und haben auch Medaillen in den Europapokalwettbewerben gewonnen. Seit der Saison 2011/12 spielt der Eishockeyverein Dab.docler Dunaújváros in der österreichischen Nationalliga mit.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Zoltan Meszaros (* 1964), in München lebender Schauspieler, Regisseur
  • Tamás Bódog (* 1970), ehemaliger Fußballtorhüter und heutiger -trainer

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dunaújváros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 100.
  2. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 101.
  3. Paul Lambrechts, u. a. (Hrsg.): Abriß der Geschichte antiker Randkulturen. Oldenbourg-Verlag, München 1961. S. 141.
  4. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 102.
  5. Zsolt Visy: Der pannonische Limes in Ungarn. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0488-8, S. 105.