Howard Shore

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Howard Shore im Oktober 2010

Howard Leslie Shore, [ˈhaʊˌəd ˈlɛzlɪ ˈʃɔə] (BrE) oder [ˈhaʊərd ˈɫezɫɪ ˈʃɔr] (AmE), (* 18. Oktober 1946 in Toronto, Ontario) ist ein vielfach ausgezeichneter kanadischer Dirigent und Komponist von Film-, Kammer- und Konzertmusik. Der dreifache Oscargewinner ist besonders wegen seiner Musik für die Filmtrilogien Der Herr der Ringe und Der Hobbit bekannt geworden.

Leben[Bearbeiten]

Howard Shore studierte an der Berklee School of Music in Boston. Zwischen 1969 und 1972 machte er Aufnahmen mit der Gruppe Lighthouse. Bekannt wurde Shore als Mitbegründer und musikalischer Leiter der Band in der NBC-Show Saturday Night Live. Von 1975 bis 1980 dirigierte er die Band der Show.

Howard Shore hat die Filmmusiken zu einer Vielzahl von Spielfilmen komponiert. Zu seinen sehr unterschiedlichen Arbeiten gehören die Vertonungen von Das Schweigen der Lämmer, Philadelphia, Ed Wood, Sieben, Panic Room und The Aviator. Einen wesentlichen Stellenwert in seinem Schaffen nimmt auch die langjährige Zusammenarbeit mit dem kanadischen Regisseur David Cronenberg ein, für den er zahlreiche Filme mit Musik unterlegt hat, u. a. Die Fliege, Naked Lunch – Nackter Rausch, Spider und A History of Violence.

Seine bekannteste Arbeit ist die Musik für die Herr der Ringe-Trilogie von Peter Jackson. Nach eigenen Angaben studierte Shore für die in diesem Stück verwendete Leitmotivtechnik intensiv die Oper Das Rheingold von Richard Wagner. Die Kompositionen zu den drei Filmen arrangierte Shore zu einer aus sechs Sätzen bestehenden Suite für den Konzertsaal.

Im Interview mit Emanuel Levy nennt er die fast vier Jahre, die er über Der Herr der Ringe verbracht hat, die herausforderndste und dankbarste Aufgabe seiner Karriere, und bezeichnet sie überhaupt als die Zusammenfassung seiner künstlerischen Arbeit.[1]

2005 arbeitete Howard Shore an der Filmmusik für Peter Jacksons neuem Filmprojekt, King Kong. Wegen „unterschiedlicher kreativer Auffassungen“ wurde nach einigen Wochen jedoch James Newton Howard an Shores Stelle verpflichtet. Jedoch haben sich Shore und Jackson für die Verfilmung eines weiteren Tolkien-Werkes wieder zusammengetan und Shore komponierte die Musik für die Trilogie Der Hobbit, deren erster Teil 2012 in die Kinos kam.

Neben seiner Arbeit als Filmkomponist ist Shore auch im Bereich der Kammer- und Konzertmusik tätig. Die Uraufführung seiner Opern-Adaption des Films Die Fliege (The Fly) fand am 2. Juli 2008 im Théâtre du Châtelet statt.[2] Für den Pianisten Lang Lang komponierte er das Klavierkonzert Ruin and Memory, welches im Rahmen des Beijing Music Festivals 2010 uraufgeführt wurde. Sein Cellokonzert Mythic Gardens, welches als Gegenstück dazu betrachtet werden kann, widmete er der Cellistin Sophie Shao, die das Stück am 27. April 2012 zusammen mit dem American Symphony Orchestra uraufführte.[3]

Howard Shore ist der Onkel des kanadischen Komponisten Ryan Shore.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die IMDb verzeichnet am 13. Februar 2014 63 Filmpreise und 55 weitere Nominierungen. [4]

Für die Filmmusik zu Die Gefährten (Der Herr der Ringe) erhielt Shore seinen ersten Oscar und einen Grammy. Im Jahr 2004 kamen dann ein Grammy, zwei Golden Globes und zwei Oscars hinzu. 2005 erhielt er erneut zwei Grammys, dieses Mal für die Filmmusik zum dritten Teil der Trilogie und den Song Into the West (Annie Lennox). 2005 erhielt Howard Shore für den Soundtrack zum Film Aviator den Golden Globe Award und 2010 den erstmals verliehenen Filmmusikpreis des Bayerischen Rundfunks. Im Rahmen der Filmmusikgala „Hollywood in Vienna“ im Wiener Konzerthaus erhielt Shore am 16. September 2010 von der Stadt Wien den „Max Steiner Film Music Achievement Award“ aus den Händen von Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

2005 begann Shore mit der Arbeit am Soundtrack zu King Kong, der jedoch von Regisseur Peter Jackson abgelehnt wurde. Shore wurde durch James Newton Howard ersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Howard Shore: „Ich mache musikalisch bereits, was ich will!“. Interview mit Klaus Post. In: Cinema Musica. Ausgabe 1/Juli 2005, S. 8–10.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Howard Shore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Emanuel Levy: Talking with Howard Shore on Film Music. In: emanuellevy.com. 2005, abgerufen am 23. Mai 2008 (englisch).
  2. The Fly (Französisch) Théâtre du Châtelet. 2008. Abgerufen am 4. Juli 2008.
  3. Information auf schott-musik.de
  4. Auszeichnungen auf imdb.com
  5. Information auf vienna.at