Batman (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Batman
Originaltitel Batman
Batman the movie.svg
Produktionsland Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1989
Länge 121 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Tim Burton
Drehbuch Sam Hamm, Warren Skaaren
Produktion Peter Guber, Jon Peters, Barbara Kalish
Musik Danny Elfman
Kamera Roger Pratt
Schnitt Ray Lovejoy
Besetzung

Batman ist eine oscarprämierte Verfilmung des gleichnamigen Comics von Bob Kane unter der Regie von Tim Burton, die 1989 erschien. Zur damaligen Zeit war Batman einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und erwirtschaftete allein mit Merchandising Millionenbeträge.[1]

Handlung[Bearbeiten]

Die Großstadtlegende einer Verbrechen bekämpfenden, menschengroßen Fledermaus scheint sich als wahr zu erweisen, als sich die Berichte der Straßengangster von Gotham City häufen und Polizeichef Gordon sogar eine Akte anlegen lässt. Auch Journalist Alexander Knox und Fotografin Vicki Vale glauben der Geschichte und begeben sich auf die Suche nach dem geflügelten Rächer. Auf einem Spendenball treffen sie nichts ahnend auf den gastgebenden Multimillionär Bruce Wayne, der sich hinter dem Fledermauskostüm verbirgt.

Der neue Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent verspricht der verängstigten Bevölkerung, den Unterwelt-Boss Carl Grissom dem Richter zu überführen. Grissom ahnt, dass seine rechte Hand Jack Napier seine Nachfolge anstrebt und bereits eine Affäre mit seiner Geliebten, dem Fotomodel Alicia hat. Er lockt Napier in die als Chemiefabrik AXIS getarnte Geldwäscheanlage, wo sich Napier gegen die anrückende Polizei unter der Leitung des korrupten Leutnants Eckhardt verteidigen muss. Dort trifft der Gangster, der Eckhardt erschießt, auf den legendären Batman. Bei ihrem Kampf stürzt Napier von einem Steg in einen Bottich voller Säure.

Napier überlebt und unterzieht sich einer Schönheits-OP, die jedoch unter sehr primitiven Umständen durchgeführt wird. Wegen seiner gebleichten Haut und seinem zu einem starren blutroten Grinsen verzerrtem Mund nennt er sich nun Joker. Zunächst stillt er seinen Rachedurst und bringt Grissom um. Auch einige führende Köpfe des Verbrecher-Syndikats, die seinen Anspruch, Grissoms Platz an der Spitze zu übernehmen, nicht gutheißen, müssen sterben.

Bruce verbringt eine gemeinsame Nacht mit Vicki, jedoch will er sich von seinem Auftrag als Batman nicht ablenken lassen, so dass die Entwicklung ihrer Beziehung ins Stocken gerät. Unterdessen führt der Joker Vicki in die Irre: Er lädt sie ein, zum Abendessen ins Gothamer Museumsrestaurant zu kommen. Vicki erscheint, in dem Glauben, von Bruce eingeladen worden zu sein. In seinem wahnhaften Kunstgeschmack „verbessert“ der Joker die kostbaren Gemälde alter Meister im Museum mit Säure und Neonfarben, nachdem er zuvor sämtliche Gäste und Angestellte des Museums mit Giftgas getötet hat. Außerdem präsentiert er Vicky Alicia, deren Gesicht er mit Säure verätzt hat. Dies sei seine Form von Kunst und er will von der Fotografin Vicki, dass sie seine Werke dokumentiert. Batman rettet sie aus dem Museum und gemeinsam vereiteln sie einen weiteren teuflischen Plan des Jokers: Dieser will die Bewohner von Gotham City vergiften und versetzt verschiedene Kosmetikprodukte mit toxischen AXIS-Chemikalien, was mehrere Menschenleben kostet. Batman kann die schädlichen Produkte jedoch identifizieren und durch Vickis Veröffentlichung in der Presse wird Schlimmeres verhindert.

Bruce entschließt sich, Vicki seine nächtliche Identität preiszugeben. Bevor es jedoch dazu kommt, werden sie beide in Vickis Appartement vom Joker überrascht. Bruce erkennt im Joker den Mörder seiner Eltern, die in seiner Kindheit einem Raubüberfall Napiers zum Opfer fielen.

Der Joker zieht mit einer Giftgas versprühenden Parade durch Gotham City, um seinen Widersacher zu ködern. Zwar kann Batman Jokers AXIS-Fabrik zerstören und mit seinem Flugzeug die Stadt ein weiteres Mal retten, doch bringt der Joker das Batwing zum Absturz. Der Joker entführt Vicki in den Glockenturm der Kathedrale, wo es zum großen Finale zwischen Batman und dem Joker kommt. Während der Joker provozierend mit Vicki im Scheinwerferlicht der inzwischen verständigten Polizei tanzt, wird Batman von Jokers Männern attackiert. Er kann jedoch alle ausschalten und den Joker schließlich stellen. Mit einem gezielten Schlag befördert er den Clown über die Brüstung des Glockenturms, doch konnte dieser sich auf einen Sims retten und zieht Batman und Vicki ebenfalls über die Brüstung. Während die beiden sich verzweifelt über dem Abgrund festklammern, versucht der Joker sie lachend zum Absturz zu bringen. Per Hubschrauber will er schließlich fliehen. Doch mit Hilfe eines Greifhakens bindet Batman den Fuß des Jokers an einer steinernen Statue fest. Als der Hubschrauber aufzusteigen versucht, löst sich die Statue und reißt den Joker in den Tod.

Im Zuge einer Pressekonferenz enthüllt Polizeichef Gordon das Batman-Signal, womit die Bewohner Batman rufen können. Vicki steigt währenddessen in Bruce’ Limousine. Alfred erklärt, dass Bruce etwas später kommen würde. Mit einem Schmunzeln blickt Vicki zu den Dächern der Stadt hinauf. Auf einem der Gebäude steht eine düstere Gestalt, deren Gewand wie die Flügel einer Fledermaus im Wind weht.

Entstehung[Bearbeiten]

Das Batmobil des Films

Eine erste Kinofassung des Bob-Kane-Comics mit Bill Murray in der Hauptrolle scheiterte 1985 an ständigen personellen Veränderungen. Im selben Jahr schaffte Regisseur Tim Burton seinen Durchbruch mit Pee-Wees irre Abenteuer und begann das vorhandene Batman-Drehbuch umzuarbeiten. Burtons Version wurde trotz der Begeisterung von Warner Bros. erst grünes Licht erteilt, nachdem dessen zweiter Film Beetlejuice im Sommer 1988 über 150 Millionen Dollar an der Kinokasse eingespielt hatte.

Die Besetzung der Hauptrollen war ein Thema der Klatschpresse: Jack Nicholson zögerte bis zur letzten Sekunde, ehe er die Rolle des Joker akzeptierte. Tim Curry und Robin Williams waren ebenfalls für diese Rolle im Gespräch. Nach dem Rücktritt von Pierce Brosnan und Mel Gibson konnte Burton seinen favorisierten Beetlejuice-Darsteller Michael Keaton durchsetzen. Die weibliche Hauptrolle wurde zunächst mit Sean Young besetzt, die sich allerdings bei den Vorbereitungen zum Film bei einem Reitunfall so sehr verletzte, dass sie kurzfristig von Kim Basinger ersetzt werden musste. Als weiterer Verlierer kann Star-Wars-Held Billy Dee Williams bezeichnet werden: Ein Exklusivvertrag mit Warner Bros. sicherte ihm zu, dass seine kleine Rolle als Harvey Dent im folgenden Batmans Rückkehr zum wichtigen Bösewicht anwachsen und in Batman Forever zum Batman-Widersacher Two-Face mutieren sollte. Doch Williams’ schwindende Popularität brachte das Filmstudio dazu, ihn aus diesem Vertrag zu lösen und die Rollen mit Christopher Walken (in Batmans Rückkehr als Max Shreck) und Tommy Lee Jones (in Batman Forever als Harvey Dent/Two Face) zu besetzen.

Unter Leitung des Produzententeams Guber/Peters (Die Farbe Lila, Rain Man) begannen nach dreijähriger Vorproduktion, die den Oscar-prämierten Bau von Gotham City und fünf verschiedene Drehbuchfassungen einschloss, im Oktober 1988 die Dreharbeiten in England. Nach zwölf Wochen war der Dreh abgeschlossen und es folgte eine fünfmonatige Postproduktion, die die Kosten des Films auf 35 Mio. Dollar anhob. Für die Filmmusik wurde zunächst Michael Jackson verpflichtet, der aber wegen der Verlängerung seiner Bad Tour die Komposition der Songs Prince überlassen musste.

Erfolg[Bearbeiten]

Das Erscheinen des Films wurde von einer beispiellosen multimedialen Werbekampagne begleitet. Das Merchandising-Konzept, die Affäre von Prince mit Darstellerin Kim Basinger und das Einspielergebnis durch Kino und Video rundeten die Einnahmen auf 1,4 Milliarden US-Dollar auf und machten Batman zum Sommerhit 1989. Nicholsons Einspielbeteiligung brachte ihm geschätzte 60 Millionen US-Dollar Gage ein, was bis heute ein ungebrochener Rekord ist. Unterstützt von Welthits wie Batdance und Partyman, verkaufte Prince vom Batman-Album über sieben Millionen Exemplare.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Darsteller Synchronsprecher [2]
Bruce Wayne/Batman Michael Keaton Joachim Tennstedt
Jack Napier/Joker Jack Nicholson Joachim Kerzel
Vicky Vale Kim Basinger Evelyn Maron
Alfred Pennyworth Michael Gough Friedrich Schoenfelder
Commissioner James Gordon Pat Hingle Wolfgang Völz
Harvey Dent Billy Dee Williams Thomas Wolff

Fortsetzungen[Bearbeiten]

Der kommerzielle Erfolg führte zu diversen Fortsetzungen. Die Batman-Filme, die ab 2005 folgten, stellen keine Fortsetzungen der vorherigen Filme dar, da Warner Bros. bestätigte, dass die neueren Filme eine Art „Neuanfang“ sind. Sie haben inhaltlich keinen Bezug mehr zu den alten Filmen.[3]

Darüber hinaus leitete Warner Bros. die Herstellung einer Zeichentrickserie ein, die die dunkle Atmosphäre und einen Teil der Musik des Films benutzte. Nach der Serie wurde auch der Rest des DC-Comics-Universums um sie herum als Zeichentrickversion umgesetzt und damit das Franchise des sogenannten DC Animated Universe (DCAU) geschaffen:[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

In der Kategorie Bestes Szenenbild erhielt der Film 1990 einen Oscar. Jack Nicholson erhielt eine Golden-Globe-Nominierung als Bester Hauptdarsteller in einer Komödie oder Musical. Für den BAFTA Award wurde der Film in sechs Kategorien nominiert: Bester Hauptdarsteller (Jack Nicholson), Beste Kostüme, Bestes Make-Up, Bestes Szenenbild, Bester Ton und für die besten visuellen Effekte.

Kritiken[Bearbeiten]

„Eine TV-Serie und vor allem ein Kinofilm (…) hatten Batman in den sechziger Jahren mit allerlei Firlefanz zu einem Kindergarten-Helden denaturiert. Dieser Film besinnt sich wieder auf die düsteren Aspekte, die dem einsamen Rächer seit seinem ersten Comic-Auftritt im Jahr 1939 anhafteten. So gerät in diesem perfekten Kino-Stück Gotham City zum durchaus furchterregenden Inferno, ist der psychopathische Joker deutlich ein Spiegelbild des vigilanten Helden. Nur die ironische Naivität der Darstellung dämpft den unterschwelligen Zynismus.“

Dieter Krusche, Jürgen Labenski: Reclams Filmführer (10. Auflage, Reclam, Stuttgart 1996, S. 80)

Batman is a triumph of design over story, style over substance – a great-looking movie with a plot you can’t care much about. All of the big moments in the movie are pounded home with ear-shattering sound effects and a jackhammer cutting style, but that just serves to underline the movie’s problem, which is a curious lack of suspense and intrinsic interest.”

Batman ist der Triumph des Designs über die Geschichte, des Stils über die Substanz – ein großartig aussehender Film, mit dessen Handlung man sich nicht viel beschäftigen kann. Alle großen Momente im Film werden von ohrenzerschmetternden Soundeffekten und Schnitten in der Art eines Presslufthammers zerschlagen, aber das unterstreicht gerade das Problem des Films, welches in einem merkwürdigen Mangel an Suspense und von sich ausgehendem Interesse liegt.“

Roger Ebert

„Die Story ist in den Filmen über Batman nicht das Wichtigste, und die Charaktere sind eher plakativ; entscheidend ist die wie ein Feuerwerk abbrennende, mit zahlreichen technischen Effekten und Actionszenen aufgepeppte und wie grellbunte Comics wirkende opulente Bilderorgie, das fantastische Spektakel ‚in einer Welt, die wie eine Geisterbahn fugendicht gegen Tageslicht und Menschenmaß abgedichtet ist‘.“

Der Spiegel, 26/1997[5]

„Batman, die populäre Comic-Figur der 40er Jahre, als naiver Held in einem düsteren, von Verbrechen und Korruption beherrschten Universum. Das Faszinosum des Bösen erweist sich – nicht zuletzt durch Jack Nicholsons schillernde Diabolik des Jokers – als stärker denn die Macht des Guten.“

Lexikon des Internationalen Films[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Informationen zum Erfolg der Merchandising-Verkäufe von Batman, 1989 Archivversion. Abgerufen am 2. Juli 2013
  2. Batman (1989) in der Deutschen Synchronkartei; abgerufen am 7. April 2014
  3. Informationen über die Entstehung der neuen Filme ab 2005
  4. Liste der DC Animated-Serien (Comic Classics Collection) in DCAUResource.com; 14. Oktober 2011
  5. http://www.dieterwunderlich.de/Batman.htm#com
  6. Batman (Film) im Lexikon des Internationalen Films