Egmont (Goethe)

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Egmont und Klärchen, Zeichnung von Angelika Kauffmann

Egmont ist ein Trauerspiel von Johann Wolfgang von Goethe. Es wurde 1775 begonnen und war 1788 im Druck. Erstmals aufgeführt wurde es 1789 von der Kochschen Truppe: am 9. Januar in Mainz und am 15. Mai in Frankfurt am Main.

Egmont spielt in der Stadt Brüssel während des Aufstands der Niederländer gegen die spanische Herrschaft. Teile des niederländischen Adels verbünden sich mit den Protestanten, um die religiöse und politische Unterdrückung durch die Spanier zu beenden. Die Person des „Helden“ Egmont entstand nach dem Vorbild des tatsächlichen Lamoral von Egmond, auf den Goethe bei seinen Studien über die Geschichte der Niederlande stieß. Der literarische Egmont hat mit seinem historischen Vorbild allerdings nur wenig gemeinsam.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhalt

Die Handlung findet 1566 in dem, wie ganz Belgien und Holland zu dieser Zeit, von Spanien beherrschten Brüssel statt. Das Drama handelt von dem Untergang des Grafen Egmont, der zusammen mit Wilhelm von Oranien an der Spitze der Adelsopposition steht. Bis kurz vor seinem Tode unterschätzt Egmont die Gefahr, die von den Spaniern ausgeht. Im Gegensatz zu Oranien flieht er nicht vor dem Herzog von Alba, einem für seine Brutalität bekannten Feldherren, der nach Brüssel kommt, um dort „für Ordnung zu sorgen“. Egmont ist bei seinen Bürgern sehr beliebt und steht loyal zur spanischen Krone, jedoch geht er deren Meinung nach nicht hart genug gegen die Bilderstürmer, radikale Anhänger der Reformation, vor. Sein Ziel gegenüber den Spaniern ist es nicht, seinem Volk neue Privilegien zu erkämpfen, sondern die bestehenden Rechte zu erhalten.

[Bearbeiten] Zitat

Zum Geflügelten Wort wurde das „Himmelhoch jauchzend, zu(m) Tode betrübt“ aus Klärchens Lied im Dritten Aufzug:

Freudvoll und leidvoll, gedankenvoll sein;
Hangen und bangen in schwebender Pein;
Himmelhoch jauchzend, zum Tode betrübt;
Glücklich allein ist die Seele, die liebt.

…auf das ihre Mutter antwortet: Lass das Heiopopeio.

[Bearbeiten] Musik

1809 wurde Ludwig van Beethoven vom Wiener Burgtheater angetragen, das Stück zu vertonen. Beethoven, ein großer Bewunderer Goethes, nahm mit Vergnügen an und soll sogar auf das Honorar der Theaterdirektion verzichtet haben. Weltbekannt ist die Ouvertüre seiner Schauspielmusik.

Sie ist aufgebaut aus

1. Macht der Spanier, 2. Niederländisches Volk, 3. erster Anklang des Hauptthemas, Sarabandenrhythmus, 4. Graf Egmont – erstes Thema, 5. Spanier – zweites Thema, 6. Aufstand, 7. Ostinato.

Des Weiteren finden sich in dem Werk

2. Lied des Klärchens: Die Trommel Gerühret 3. Entreact I: Andante 4. Entreact II: Larghetto 5. Lied des Klärchens. Freudvoll und Leidvoll 6. Entreact III: Allegro 7. Entreact IV: Poco sostenuto et resoluto 8. Musik, Klärchens Tod bezeichnend 9. Melodram: Süßer Schlaf 10. Die Siegessymphonie

[Bearbeiten] Literatur

  • Ekkehart Mittelberg: Johann Wolfgang Goethe. Egmont. Text und Materialien. Berlin: Cornelsen 2000 ISBN 3-464-60109-9
  • Ekkehart Mittelberg: Johann Wolfgang Goethe. Egmont. Lehrerheft. Berlin: Cornelsen 2000 ISBN 3-464-60108-0
  • Volkmar Braunbehrens: Egmont, das lang vertrödelte Stück. In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): Text + Kritik. Sonderband Johann Wolfgang von Goethe. München 1982, S. 84–100.
  • Werner Schwan: Egmonts Glücksphantasien und Verblendung. Eine Studie zu Goethes Drama „Egmont“. In: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts 1986, S. 61–90.
  • Jürgen Schröder: Individualität und Geschichte im Drama des jungen Goethe. In: Walter Hinck (Hrsg.): Sturm und Drang. Ein literaturwissenschaftliches Studienbuch. Athenäum, Frankfurt a.M. 1989, S. 192–212.
  • Franz-Josef Deiters: „Du bist nur Bild“. Die Selbstbegründung des Geschichtsdramas in Goethes „Egmont“. In: Cornelia Blasberg und Franz-Josef Deiters (Hrsg.): Geschichtserfahrung im Spiegel der Literatur. Festschrift für Jürgen Schröder zum 65. Geburtstag. Stauffenburg, Tübingen 2000, S. 65–88.

[Bearbeiten] Weblinks

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