Europas Sportler des Jahres (UEPS)

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Dieser Artikel behandelt die jährliche Wahl der Vereinigung der europäischen Sportjournalisten (UEPS); zur jährlichen Wahl der polnischen Presseagentur PAP siehe Europas Sportler des Jahres (PAP).
Novak Djokovic Hopman Cup 2011 (cropped).jpg
Jessica Ennis (May 2010) cropped.jpg
2012 zu „Europas Sportlern des Jahres 2011“ gekürt: der serbische Tennisspieler Novak Đoković und die britische Mehrkämpferin Jessica Ennis

Europas Sportler des Jahres ist eine Umfrage, die seit 1983 jährlich von der Vereinigung der europäischen Sportjournalisten (UEPS) durchgeführt wird. Ermittelt werden Europas beste Sportler des abgelaufenen Kalenderjahres, wobei Männer und Frauen in getrennten Kategorien gegeneinander antreten. Das Ergebnis wird in der Regel Anfang Januar bekanntgegeben. Bei der Wahl zu Europas Sportler des Jahres 2009 (2010) nahmen erstmals auch europäische Presseagenturen an der Abstimmung teil.[1]

Der UEPS (französisch Union Européenne de la Presse Sportive, englisch European Sports Press Union) gehören Sportjournalisten aus 48 europäischen Ländern an. Als größte kontinentale Gruppe ist sie im 153 Staaten umfassenden Internationalen Verband der Sportpresse (AIPS) organisiert, die alljährlich eine Wahl zum Weltsportler des Jahres durchführt.[2]

Preisträger[Bearbeiten]

Europas Sportler des Jahres („Frank Taylor Trophy“)[Bearbeiten]

Roger Federer
Der deutsche Formel-1-Pilot Michael Schumacher, Gewinner der Jahre 2001 bis 2003
Sebastian Vettel

Am häufigsten ausgezeichnet wurde der Schweizer Tennisspieler Roger Federer, der es zwischen 2004 und 2009 auf insgesamt fünf Siege brachte. Erfolgreichste Nation ist mit neun Siegen Deutschland. Am häufigsten vertretene Sportart unter den Gewinnern ist der Tennissport (zehn Siege), gefolgt von der Leichtathletik (sieben Siege). Mit der Wahl des norwegischen Skilangläufers Bjørn Dæhlie im Jahr 1998 war bislang nur einmal ein Wintersportler siegreich.

Seit 2003 ist die Auszeichnung nach dem britischen Sportjournalisten und ehemaligen AIPS-Präsidenten Frank Taylor (1920–2002[3]) benannt.

Bei der 30. Wahl Anfang Januar 2013 zu Europas Sportler des zurückliegenden Kalenderjahres setzte sich der serbische Tennisspieler Novak Đoković mit 39 Stimmen durch, der unter anderem mit Siegen bei den Australian Open und ATP World Tour Finals am Ende des Jahres Platz eins der Tennisweltrangliste erreicht hatte. Hinter Đoković belegten der zweifache Leichtathletik-Olympiasieger Mo Farah aus Großbritannien (29 Stimmen) und der deutsche Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel (28 Stimmen) die Plätze zwei und drei.

Jahr Preisträger Sportart
1983 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Michael Groß Schwimmen
1984 FrankreichFrankreich Michel Platini Fußball
1985 SowjetunionSowjetunion Serhij Bubka Leichtathletik
1986 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Boris Becker Tennis
1987 IrlandIrland Stephen Roche Radsport
1988 SowjetunionSowjetunion Serhij Bubka Leichtathletik
1989 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Boris Becker Tennis
1990 DeutschlandDeutschland Lothar Matthäus Fußball
1991 SowjetunionSowjetunion Serhij Bubka Leichtathletik
1992 GUSGUS Witali Schtscherbo Geräteturnen
1993 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Linford Christie Leichtathletik
1994 DeutschlandDeutschland Michael Schumacher Formel 1
1995 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jonathan Edwards Leichtathletik
1996 RusslandRussland Alexander Popow Schwimmen
1997 DanemarkDänemark Wilson Kipketer Leichtathletik
1998 NorwegenNorwegen Bjørn Dæhlie Skilanglauf
1999 TschechienTschechien Tomáš Dvořák Leichtathletik
2000 NiederlandeNiederlande Pieter van den Hoogenband Schwimmen
2001 DeutschlandDeutschland Michael Schumacher Formel 1
2002 DeutschlandDeutschland Michael Schumacher Formel 1
2003 DeutschlandDeutschland Michael Schumacher Formel 1
2004 SchweizSchweiz Roger Federer Tennis
2005 SchweizSchweiz Roger Federer Tennis
2006 SchweizSchweiz Roger Federer Tennis
2007 SchweizSchweiz Roger Federer Tennis
2008 SpanienSpanien Rafael Nadal Tennis
2009 SchweizSchweiz Roger Federer Tennis
2010 DeutschlandDeutschland Sebastian Vettel Formel 1
2011 SerbienSerbien Novak Đoković Tennis
2012 SerbienSerbien Novak Đoković Tennis
2013 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mo Farah Leichtathletik

Europas Sportlerin des Jahres („Evgen Bergant Trophy“)[Bearbeiten]

1985 erste Siegerin aus dem deutschsprachigen Raum: die DDR-Leichtathletin Marita Koch
Justine Henin
Blanka Vlašić

Am häufigsten ausgezeichnet wurden die Tennisspielerinnen Steffi Graf und Justine Henin (je drei Siege). Erfolgreichste Nation ist mit acht Siegen Deutschland. Am häufigsten vertretene Sportart unter den Gewinnern ist die Leichtathletik (zwölf Siege), gefolgt vom Tennissport (acht). Viermal waren Wintersportlerinnen erfolgreich.

Seit 2004 ist die Auszeichnung nach der ehemaligen slowenischen Sportlerin Evgen Bergant († 2005) benannt, frühere Vizepräsidentin der UEPS.[4]

Bei der Wahl zu Europas Sportlerin des Jahres 2012 setzte sich die britische Siebenkampf-Olympiasiegerin Jessica Ennis (62 Stimmen) durch. Platz zwei mit 23 Stimmen belegte die norwegische Skilangläuferin und Gesamtweltcup-Gewinnerin Marit Bjørgen. Platz drei mit 17 Stimmen erreichte die bulgarische Tennisspielerin Wiktoryja Asaranka, die die Australian Open im Einzel sowie Gold und Bronze im olympischen Mixed- (gemeinsam mit Max Mirny) und Einzelwettbewerb gewonnen hatte.

Jahr Preisträgerin Sportart
1983 TschechoslowakeiTschechoslowakei Jarmila Kratochvílová Leichtathletik
1984 FinnlandFinnland Marja-Liisa Kirvesniemi Skilanglauf
1985 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Marita Koch Leichtathletik
1986 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Heike Drechsler Leichtathletik
1987 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Steffi Graf Tennis
1988 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Kristin Otto Schwimmen
1989 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Steffi Graf Tennis
1990 DeutschlandDeutschland Katrin Krabbe Leichtathletik
1991 Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Monica Seles Tennis
1992 UngarnUngarn Krisztina Egerszegi Schwimmen
1993 DeutschlandDeutschland Franziska van Almsick Schwimmen
1994 ItalienItalien Manuela Di Centa Skilanglauf
1995 DeutschlandDeutschland Steffi Graf Tennis
1996 RusslandRussland Swetlana Masterkowa Leichtathletik
1997 SchweizSchweiz Martina Hingis Tennis
1998 RusslandRussland Larissa Lasutina Skilanglauf
1999 RumänienRumänien Gabriela Szabo Leichtathletik
2000 NiederlandeNiederlande Inge de Bruijn Schwimmen
2001 RusslandRussland Swetlana Chorkina Geräteturnen
2002 KroatienKroatien Janica Kostelić[5][6] Ski Alpin
2003 BelgienBelgien Justine Henin-Hardenne Tennis
2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Kelly Holmes Leichtathletik
2005 RusslandRussland Jelena Issinbajewa Leichtathletik
2006 BelgienBelgien Justine Henin-Hardenne Tennis
2007 BelgienBelgien Justine Henin Tennis
2008 RusslandRussland Jelena Issinbajewa Leichtathletik
2009 KroatienKroatien Blanka Vlašić Leichtathletik
2010 KroatienKroatien Blanka Vlašić Leichtathletik
2011 ItalienItalien Federica Pellegrini Schwimmen
2012 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Jessica Ennis Leichtathletik
2013 RusslandRussland Jelena Issinbajewa Leichtathletik

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Jakobsche, Jerzy: Roger Federer and Blanka Vlasic win UEPS poll bei aipsmedia.com, 15. Januar 2010
  2. vgl. borzech ; PAP: Federer i Vlasic najlepszymi sportowcami Europy. In: Gazeta Wyborcza, 14. Januar 2010 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  3. vgl. Obituary: Frank Taylor; Sports Journalist and Munich Air Crash Survivor. In: The Independent, 25. Juli 2002, S. 18
  4. vgl. mik ; PAP: Federer i Henin-Hardenne wygrali 24. plebiscyt UEPS. In: Gazeta Wyborcza, 1. Januar 2007 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  5. vgl. dpa: Janica Kostelic und Michael Schumacher Europas „Sportler des Jahres“. 20. Dezember 2002 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)
  6. vgl. Xinhua General News Service: Schumacher, Kostelic win annual European awards. 21. Dezember 2002 (aufgerufen via LexisNexis Wirtschaft)