Katrin Krabbe

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Katrin Krabbe Leichtathletik
Bundesarchiv Bild 183-1988-0720-036, Berlin, Junioren-Sportfest, Katrin Krabbe.jpg

Katrin Krabbe im Juli 1988

Nation Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik
DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 22. November 1969
Geburtsort Neubrandenburg
Größe 182 cm
Gewicht 61 kg
Karriere
Disziplin Sprint
Bestleistung 10,89 s (100 m) / 21,95 s (200 m)
Verein SC Neubrandenburg
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 2 × Gold 0 × Silber 2 × Bronze
Europameisterschaften 3 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Junioren-WM 2 × Gold 2 × Silber 1 × Bronze
Junioren-EM 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Logo der IAAF Weltmeisterschaften
Gold Tokio 1991 100 m
Gold Tokio 1991 200 m
Bronze Tokio 1991 4 × 100 m
Bronze Tokio 1991 4 × 400 m
Logo der EAA Europameisterschaften
Gold Split 1990 100 m
Gold Split 1990 200 m
Gold Split 1990 4 × 100 m
Logo der IAAF Juniorenweltmeisterschaften
Silber Athen 1986 4 × 100 m
Bronze Athen 1986 200 m
Gold Sudbury 1988 200 m
Gold Sudbury 1988 4 × 100 m
Silber Sudbury 1988 100 m
Logo der EAA Junioreneuropameisterschaften
Gold Birmingham 1987 4 × 100 m
 

Katrin Krabbe (nach Heirat Krabbe-Zimmermann; * 22. November 1969 in Neubrandenburg) ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin. Die Sprinterin war Weltsportlerin des Jahres 1991.

Nach Doping-Vorwürfen wurde sie für mehrere Jahre für die Teilnahme an Wettkämpfen gesperrt. Sie war in einem gerichtlichen Verfahren erfolgreich, in dem sie gegen den internationalen Leichtathletikverband erfolgreich Entschädigungszahlungen (1,2 Millionen DM) erstritt. Mit ihrem Versuch, ihre Sportkarriere nach mehrjähriger Pause erfolgreich fortzusetzen, scheiterte sie jedoch.

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Mit zwölf Jahren begann Katrin Krabbe beim SC Neubrandenburg, dem Verein, bei dem ihr Vater Fußball-Oberligaspieler und später Trainer war, mit regelmäßigem Lauftraining. Ihr Trainer war von Anfang an Thomas Springstein. Schnell kam sie zu ersten Erfolgen. Bei der Kinder- und Jugendspartakiade der DDR wurde sie 1985 Zweite über 100 und Dritte über 200 Meter. Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1986 gehörte die damals 16-Jährige bereits zu den erfolgreichsten Starterinnen.

Bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1988 in Greater Sudbury siegte sie über 200 Meter und in der 4-mal-100-Meter-Staffel. Ihre persönliche Bestzeit beim Leichtathletik-Sportfest in Ost-Berlin über 100 Meter von 10,89 s bescherte ihr die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 1988 in Seoul. Dort erreichte sie über 200 Meter das Halbfinale und schied dann als Sechste mit 22,59 s aus.

Der Durchbruch kam bei den Europameisterschaften 1990 in Split. Dort gewann sie dreimal Gold; über 100, 200 Meter und mit der 4-mal-100-Meter-Staffel. 1991 folgte der Doppelsieg bei den Deutschen Meisterschaften in Hannover. Bei den Weltmeisterschaften in Tokio war sie die überragende Läuferin. Mit 10,99 s bzw. 22,09 s holte sie über 100 und 200 Meter Gold und bezwang dabei ihre großen Rivalinnen Gwen Torrence und Merlene Ottey. Bereits 1990 zur deutschen Sportlerin des Jahres gewählt, wurde sie 1991 erneut deutsche Sportlerin des Jahres sowie Welt-Leichtathletin des Jahres und Weltsportlerin des Jahres.[1] 1990 wählte sie die Vereinigung der europäischen Sportjournalisten (UEPS) zu Europas Sportlerin des Jahres, den gleichen Titel gewann sie 1991 bei der Wahl der Presseagentur Polska Agencja Prasowa (PAP).

Katrin Krabbe ist 1,82 m groß und wog in ihrer aktiven Zeit 61 kg.

Doping-Affären[Bearbeiten]

Am 23. Juli 1992 endete Katrin Krabbes Karriere. Nach einer Urinprobe bei ihr und Trainingspartnerin Grit Breuer wurde das Dopingmittel Clenbuterol nachgewiesen. Obwohl das Asthmamedikament, das den Wirkstoff enthielt, damals noch nicht auf den offiziellen Dopinglisten stand, wurden beide Sportlerinnen vom Deutschen Leichtathletik-Verband für ein Jahr gesperrt. Der Internationale Leichtathletikverband IAAF verlängerte diese Sperre wegen unsportlichen Verhaltens um weitere zwei Jahre bis August 1995. Ein Comeback-Versuch scheiterte.

Im Gegensatz zu Grit Breuer, die die Sanktionen akzeptierte und 1995 ihre Leichtathletikkarriere mit einem Comeback fortsetzte, prozessierte Katrin Krabbe gegen die Sperre und bekam 1995 und 1996 vom Landgericht bzw. Oberlandesgericht München bestätigt, dass eine mehr als zweijährige Sperre das Grundrecht auf Berufsfreiheit beeinträchtigt. Beide Instanzen erkannten einen Anspruch auf Schadensersatz an, sodass das Landgericht München 2001 den Internationalen Leichtathletikverband zu einer Zahlung von 1,2 Millionen DM Schadenersatz wegen entgangener Start- und Siegprämien sowie Sponsorengelder ab 1994 verurteilte. In diesem Zusammenhang wurde gegen sie Ende 2008 vom Amtsgericht Neubrandenburg eine Geldstrafe wegen Steuerhinterziehung verhängt.[2]

Katrin Krabbe-Zimmermann (nach ihrer Hochzeit mit dem Rechtsanwalt und ehemaligen Rudervizeweltmeister Michael Zimmermann) verfolgte ihre sportliche Karriere nach dem misslungenen Comeback-Versuch nicht weiter. Mittlerweile hat sie zwei Söhne und betrieb ein Sportgeschäft in Neubrandenburg, das sie gemeinsam mit ihrem ehemaligen Verlobten, dem Kanuten Torsten Krenz, eröffnet hatte. Nach ihrer Insolvenz arbeitete sie im Kundenservice eines Autohauses.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Katrin Krabbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kathrin Zeilmann: "Die Sprinterin im Autohaus - Katrin Krabbe zum 40.", Focus online vom 22. November 2009, abgerufen am 25. Juni 2012
  2. "Steuerschulden - Katrin Krabbe ist pleite", B.Z. online vom 20. Februar 2009, abgerufen am 25. Juni 2012
  3. "Prominente Dopingfälle: Star, Skandal - und dann?", Spiegel online ohne Datum, abgerufen am 25. Juni 2012