Eurovision Song Contest 1956

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1. Eurovision Song Contest
Евровизия 1956.svg
Datum 24. Mai 1956
Austragungsland SchweizSchweiz Schweiz
Austragungsort Teatro Kursaal, Lugano
Austragender Fernsehsender SRG SSR 2011 logo.svg
Moderation Lohengrin Filipello
Pausenfüller Les Joyeux Rossignols
Teilnehmende Länder 7
Gewinner SchweizSchweiz Schweiz
Erstmalige Teilnahme BelgienBelgien Belgien,
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland,
FrankreichFrankreich Frankreich,
ItalienItalien Italien,
LuxemburgLuxemburg Luxemburg,
NiederlandeNiederlande Niederlande,
SchweizSchweiz Schweiz
Abstimmungsregel Wettbewerbsjury mit 2 Mitgliedern aus jedem Land. Wertungen blieben geheim.

SchweizSchweiz ESC 1956 | DeutschlandDeutschland ESC 1957

Der 1. Eurovision Song Contest fand am 24. Mai 1956 in Lugano in der Schweiz statt, damals unter dem Titel Gran Premio Eurovisione della Canzone Europea[1]. Durch den Abend führte der Schweizer Fernsehmoderator Lohengrin Filipello; er war der bisher einzige männliche Solomoderator des Wettbewerbs.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Interpretin des Siegertitels, Lys Assia, im Jahre 2009

Jedes der sieben angemeldeten Länder durfte zwei Titel einreichen, wobei diese von einem oder unterschiedlichen Interpreten stammen konnten. Sprachregelungen gab es nicht; es galt das ungeschriebene Gesetz, in der Landessprache zu singen. Auftreten durften nur Solisten.

Die Schweiz und Luxemburg präsentierten jeweils nur eine Sängerin für beide Titel, während für die anderen Länder je zwei Interpreten bzw. Interpretinnen auftraten. Die Hälfte der Lieder wurde in französischer Sprache gesungen; überwiegend handelte es sich um sogenannte Chansons. Damals bei der Jugend beliebte Musikstile wie Rock’n Roll oder Calypso kamen nicht vor. Allein der für Deutschland startende Freddy Quinn fiel mit seinem Boogie-Woogie-Lied So geht das jede Nacht aus dem Rahmen. Der zweite deutsche Titel Im Wartesaal zum großen Glück wurde mehr sprechend als singend von Walter Andreas Schwarz vorgetragen, einem Künstler, der seinerzeit überwiegend als Texter, Schauspieler sowie Sprecher von Hörspielen tätig war. Die Schweiz schickte ihren damals größten Star Lys Assia, die zuvor mit Oh mein Papa auch außerhalb der Schweizer Grenzen sehr erfolgreich war.

Das luxemburgische Fernsehen verzichtete (mutmaßlich aus Kostengründen) auf eigene Jurymitglieder und bat die Schweizer Jury, in ihrem Namen mit abzustimmen. Spekulativ führte auch dies zum Sieg der Schweiz. Die Bewertungsunterlagen der Jury wurden vernichtet. Bekannt gegeben wurde nur das Gewinnerlied; alle anderen Platzierungen blieben geheim. Gerüchten zufolge erhielt Freddy, später Freddy Quinn, den 13. Platz, Walter Andreas Schwarz könnte Zweiter geworden sein.[2]

Teilnehmer[Bearbeiten]

  • Teilnehmende Länder

Bei dem ersten Eurovision Song Contest nahmen die folgenden sieben Länder teil: Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz. Das Vereinigte Königreich, Dänemark und Österreich verpassten den Anmeldeschluss der Europäischen Rundfunkunion und konnten somit nicht teilnehmen.

Abstimmungsverfahren[Bearbeiten]

Jedes Land entsandte zwei Jurymitglieder. Sie bewerteten jedes Lied – auch die Lieder des eigenen Landes – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Über den Vergabemodus der Punkte ist nichts bekannt.

Platzierungen[Bearbeiten]

Die folgende Tabelle ist nach der Startreihenfolge sortiert:[3]

Platz Startnr. Land Sprache Interpret Titel
(M = Musik; T = Text)
Übersetzung
- 01 NiederlandeNiederlande Niederlande Niederländisch Jetty Paerl De vogels van Holland
M: Cor Lemaire; T: Annie M. G. Schmidt
Die Vögel aus Holland
- 02 SchweizSchweiz Schweiz Deutsch Lys Assia Das alte Karussell
M/T: Georg Benz Stahl
- 03 BelgienBelgien Belgien Französisch Fud Leclerc Messieurs les noyés de la Seine
M: Jean Miret, Jacques Say; T: Robert Montal
Ihr ertrunkenen Herren der Seine
- 04 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland Deutsch Walter Andreas Schwarz Im Wartesaal zum großen Glück
M/T: Walter Andreas Schwarz
- 05 FrankreichFrankreich Frankreich Französisch Mathé Altéry Le temps perdu
M: André Lodge; T: Rachèle Thoreau
Die verlorene Zeit
- 06 LuxemburgLuxemburg Luxemburg Französisch Michèle Arnaud Ne crois pas
M/T: Christian Guitreau
Glaube nicht
- 07 ItalienItalien Italien Italienisch Franca Raimondi Aprite le finestre
M: Virgilio Panzuti; T: Pinchi
Öffnet die Fenster
- 08 NiederlandeNiederlande Niederlande Niederländisch Corry Brokken Voorgoed voorbij
M/T: Jelle de Vries
Für immer vorbei
1 09 SchweizSchweiz Schweiz Französisch Lys Assia Refrain
M: Géo Voumard; T: Émile Gardaz
- 10 BelgienBelgien Belgien Französisch Mony Marc Le plus beau jour de ma vie
M: Claude Alix; T: David Bee
Der schönste Tag meines Lebens
- 11 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland Deutsch Freddy Quinn So geht das jede Nacht
M: Lotar Olias; T: Peter Moesser
- 12 FrankreichFrankreich Frankreich Französisch Dany Dauberson Il est là
M/T: Simone Vallauris
Er ist da
- 13 LuxemburgLuxemburg Luxemburg Französisch Michèle Arnaud Les amants de minuit
M: Simone Laurencin; T: Jacques Lassry
Die Nachtschwärmer
- 14 ItalienItalien Italien Italienisch Tonina Torrielli Amami se vuoi
M: Vittorio Mascheroni; T: Mario Panzeri
Liebe mich, wenn du willst

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite der Eurovision zu Lugano 1956: eurovision.de/lugano
  2. Jan Feddersen: Ein Lied kann eine Brücke sein. 1. Auflage. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-455-09350-7. S. 374.
  3. ECGermany.de