Flughafen Stavanger

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Stavanger lufthavn, Sola
Sola flystasjon
Sola lufthavn.jpg
Kenndaten
ICAO-Code ENZV
IATA-Code SVG
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 15 km südwestlich von Stavanger
Basisdaten
Eröffnung 29. Mai 1937
Betreiber Avinor
Luftforsvaret
Passagiere 4.119.348 (2011)[1]
Luftfracht 6.563 t [2] (2006)
Flug-
bewegungen
75.131 (2006)
Start- und Lande-Bahnen
11/29 2449 m × 45 m Asphalt
18/36 2556 m × 60 m Asphalt

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Der Flughafen Stavanger (norw. Stavanger lufthavn, Sola) (IATA: SVG, ICAO: ENZV) ist der drittgrößte Flughafen Norwegens mit 2.433.962 Passagieren im Jahr 2003. Der Flughafen hat internationale Anbindung und wird von den Königlich-Norwegischen Luftstreitkräften als Militärflugplatz mitgenutzt. Sie bezeichnen ihn als Sola flystasjon insbesondere als Stützpunkt der norwegischen Seerettung (Sea King redningsskvadron).

Der Flughafen liegt in der Kommune Sola, 15 km südwestlich von Stavanger in der Provinz Rogaland.

Der Flughafen hat zwei Terminals, eines für Flugzeuge und eines für Hubschrauber. Der Flughafen hat zwei sich kreuzende Start- und Landebahnen. Die Hauptbahn für Flugzeuge Nord-Süd (18/36) und die Hauptbahn für Helikopter liegt in nordwestlich-südöstlicher Richtung (11/29). Hier befindet sich auch das Flyhistorisk Museum, ein Luftfahrt-Museum mit dem Schwerpunkt Militärluftfahrt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flughafen Stavanger wurde 1937 erbaut. Er war einer der ersten Flughäfen Europas mit fest gedeckter Landebahn.

Am 9. April 1940, dem Tag der deutschen Invasion Dänemarks und Norwegens ("Unternehmen Weserübung"), sprangen Fallschirmjäger (3. Kompanie, 1. Btl, 1. Fallschirmjäger-Division) über dem Flughafen ab und eroberten ihn schnell.

Während der Besatzungszeit (1940–1945) bauten die Deutschen den Flughafen für die Luftwaffe zu einem Fliegerhorst aus. Die Luftwaffe nutzte ihn sowohl für Land- als auch für Seeflugzeuge, in der ersten Zeit der Besetzung waren hier für kürzere Zeiten verschiedene Jäger- und Bombereinheiten stationiert. Später kam es dann zu längeren Stationierungsphasen.

Im Oktober 1940 verlegten die Bf 110 der III. Gruppe des Zerstörergeschwaders 76 (III./ZG 76) nach Sola, sie blieb hier bis in den Mai des folgenden Jahres, nachdem sie kurz zuvor zur II. Gruppe des Schnellkampfgeschwaders 210 (II./SKG 210) wurde. Die Bf 109E der I. Gruppe des Jagdgeschwader 77 (I./JG 77) lagen hier zwischen Februar 1941 und Januar 1942.

Ein langlähriger Nutzer war die Seenotstaffel 5, die zwischen August 1941 und Oktober 1944 von Sola operierte.

Luftaufnahme des Flughafens von 2011

Stavanger wurde ab Februar 1945 eine der wenigen Einsatzbasen der vierstrahligen Ar 234, Hauptnutzer war ein Kommando der Fernaufklärungsgruppe 5. Nach der deutschen Kapitulation befanden sich die meisten der noch flugfähigen neuartigen Arado-Turbinen-Bomber in Sola. Ein Teil der Exemplar wurde dort noch bis in den September 1945 zu Erprobungsflügen von Amerikanern und Briten genutzt, die übrigen wurden in die Vereinigten Staaten und ins Vereinigte Königreich überführt.

Sola blieb nach Ende des Krieges noch für einige Jahrzehnte ein wichtiger Militärflugplatz Norwegens. Die norwegischen Luftwaffe stationierte hier im Laufe der ersten Nachkriegsjahre und insbesondere nach Beginn des Kalten Krieges einer Reihe verschiedener Staffeln.

Bereits zwei Wochen nach Kriegsende traf die aus Norwegern gebildete 331. Squadron der britischen Royal Air Force mit ihren Spitfire Mk. IXE in Stavanger ein, die allerdings noch im gleichen Jahr weiter verlegt wurde. Bereits im Januar 1945 wurde Sola Heimat einer Flugboot-Staffel, deren Aufgabe auch der SAR-Dienst war. Die 333. Skvadron flog bis 1961 die Catalina und in den folgenden zwei Jahren vor ihrer Verlegung nach Nord-Norwegen die HU-16.

An 1949 wurde Sola erneut eine Basis von Kampfflugzeugen, zunächst noch für zwei Jahre von den Mosquito Mk.VI der 334. Skvadron. Das Jetzeitalter begann 1951 erneut mit der Umrüstung der Staffel auf die F-84G, die, zusammen mit der 1953 eingetroffenen 331. Staffel, inzwischen ebenfalls mit F-84 ausgerüstet, 1955 in den Norden verlegt wurden; im Jahr 1954 lag hier mit der 338. Skavdron mehrere Monate noch ein dritte F-84 Einheit.

Am längsten sollte hier die 718. Skvadron liegen. Ihre Aufgabe was ab 1952 das Fortgeschrittenentraining neuer Luftfahrzeugführer. In den ersten zwei Jahren noch mit Vampire ausgerüstet, lief die Umrüstung auf die T-33A bereits 1953. Nach fünfzehnjähriger Dienstzeit rüstete die Staffel auf die F-5A/B um, die ebenfalls fünfzehn Jahre geflogen wurde. Im Jahr 1983 wurde die 718. Staffel außer Dienst gestellt. Seitdem beschränkt sich die militärische Nutzung auf den Betrieb von Hubschraubern.

Militärische Nutzung[Bearbeiten]

Sea King Mk.43, 2004

Die Sola flystasjon wird zur Zeit (2013) von einer fliegenden Staffel des 134. Geschwaders genutzt:

  • 330. Skvadron, ausgerüstet mit Sea King Mk.43, seit 1973, einige Rettungshubschrauber der Staffel sind permanent auf anderen Flugplätzen stationiert. Ein Ersatz durch AgustaWestland AW101 ist ab 2017 geplant.

Zivile Nutzung[Bearbeiten]

Lufthansa fliegt den Flughafen zweimal täglich von Frankfurt aus an, Norwegian Air Shuttle zweimal wöchentlich von Berlin-Schönefeld. Die große zivile Helikopterbasis wird insbesondere für den Nordsee-Offshore-Verkehr genutzt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stavanger Airport, Sola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. offizielle Statistik (2011)
  2. ACI