Göschenen

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Göschenen
Wappen von Göschenen
Staat: Schweiz
Kanton: Uri (UR)
Bezirk: (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1208i1f3f4
Postleitzahl: 6487
Koordinaten: 687832 / 16914646.6677698.5863941111Koordinaten: 46° 40′ 4″ N, 8° 35′ 11″ O; CH1903: 687832 / 169146
Höhe: 1'111 m ü. M.
Fläche: 104.31 km²
Einwohner: 440 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 4 Einw. pro km²
Website: www.goeschenen.ch
Göschenen

Göschenen

Karte
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Göschenen ist eine politische Gemeinde im Reusstal des Kantons Uri in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf Göschenen liegt im oberen Reusstal. Zur Gemeinde gehören nebst dem Dorf die Weiler Abfrutt (1'168 m), Wiggen (1'318 m) und Gwüest (1'582 m) im Göschenertal. Die frühere Siedlung Göscheneralp, neun Kilometer westlich des Dorfs, ist im Stausee Göscheneralpsee verschwunden. Ihre Bewohner siedelten nach Gwüest um. Bei der Alpsiedlung Wiggen fliessen die Alper Reuss und die Voralpreuss zusammen, welche durch das Voralptal fliesst. Das Gewässer trägt von da an den Namen Göschenerreuss. Nur 1 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche, davon ist die Hälfte Verkehrsfläche. Die Landwirtschaftsfläche erreicht mit 759 ha auch nur einen einem Anteil von 7 %, darunter befinden sich in erster Linie die Alpgebiete im Göschenertal mit 689 ha. Nur 70 ha sind Wies- und Ackerland. Neben 11 % umfasst das unproduktive Gebiet den Grossteil des Gemeindegebiets, insgesamt 8372 ha oder 80,4 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose Flächen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation). Das Göscheneralptal ist dementsprechend erschlossen für alpine Wanderungen und beliebt bei Bergsteigern. Es liegen insgesamt 4 Schutzhütten und ein Biwak des SAC auf dem Gemeindegebiet von Göschenen, es sind die Salbit-, die Voralp-, die Bergsee- und die Dammahütte, wobei die beiden Ersteren seit 2010 auch für alpine Wanderer durch die Salbitbrücke verbunden sind.

Göschenen grenzt im Westen an die Walliser Gemeinde Obergoms und an die Berner Oberländer Gemeinde Gadmen, im Norden an Wassen, im Osten an Gurtnellen und im Süden an Andermatt, Hospental und Realp.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1837 344
1850 348
1880 2992
1888 703
1920 974
1930 860
1941 850
1950 698
1960 1284
1970 888
1980 708
1990 585
2000 511
2005 473
2010 428

Zwischen 1837 und 1850 stagnierte die Einwohnerzahl. Wegen seiner Zugehörigkeit zur Gemeinde Wassen (bis 1875) gibt es danach bis 1880 keine Bevölkerungsangaben mehr. Die Rekordzahl von 1880 ist bedingt durch die Anwesenheit zahlreicher Bauarbeiter der Gotthardbahn. Darauf ist auch der erhebliche Bevölkerungsschwund bis 1888 zurückzuführen. Als Folge des Anschlusses ans Schienennetz kam es zwischen 1888 und 1920 zu einem Wachstum von fast 40 %.

In den 1920er Jahren kam es zu einem starken Bevölkerungsschwund (1920–1930: −11,3 %), gefolgt von einem Jahrzehnt der Stagnation. In den 1940er-Jahren folgte ein weiterer Auswanderungsschub (1941–1950: −17,9 %), vorab ins Urner Unterland. Die hohe Einwohnerzahl von 1960 lässt mit der Präsenz zahlreicher Bauarbeiter für den Göscheneralpstausee erklären. Immerhin führte dieser Bau zu einem erheblichen Bevölkerungswachstum (1950–1970: +27,2 %), so dass Göschenen 1970 mehr Einwohner zählte als 1941. Seither sinkt die Zahl der Bewohner; zwischen 1970 und 2005 halbierte sich die Einwohnerzahl.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 95 % Deutsch, 2 % Portugiesisch und 1 % Spanisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 452 Personen waren katholisch (88,45 %). Daneben gab es 4 % evangelisch-reformierte Christen und 4 % Konfessionslose. 14 Personen machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 473 Bewohnern waren 440 (93 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Deutschland, Liechtenstein und Österreich), aus Südeuropa (Italien, Portugal und Spanien) und aus Island sowie Brasilien. Bei der Volkszählung 2000 waren 483 Personen (94 %) Schweizer Bürger; davon besassen fünfzehn Personen die doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an älteren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 21 % der Bevölkerung liegt deutlich unter dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und älter: 26,42 %).

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und älter
Anzahl 28 57 22 56 111 102 115 20
Anteil 5,48 % 11,15 % 4,31 % 10,96 % 21,72 % 19,96 % 22,50 % 3,91 %

Politik[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zweimal jährlich zusammen.

Exekutive[Bearbeiten]

Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tätig. Gemeindepräsident ist Felix Cavaletti (Stand 2013).

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 gab es 10 Landwirtschaftsbetriebe, die 34 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschäftigten in 4 Arbeitsstätten 75, der Dienstleistungsbereich in 17 Betrieben 96 Personen (Beschäftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die Volkszählung 2000 ergab 12 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 35 Beschäftigten. Die Betriebszählung 2001 kam auf 6 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 109 und 23 Dienstleistungsunternehmen mit 121 Beschäftigten. Von den im Jahr 2000 268 erwerbstätigen Personen Göschenens arbeiteten 143 (53 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 243 Menschen Arbeit an, von denen 143 (59 %) Einheimische waren.

Die 125 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri. Darunter 34 Personen in Altdorf, 30 in Andermatt, je 12 in Erstfeld und Wassen, 7 in Schattdorf und 5 in Silenen. Es gab aber auch 100 Zupendler. Diese kamen hauptsächlich aus Silenen (20 Personen), Wassen (14), Andermatt (12), Altdorf und Schattdorf (je 10), Erstfeld und Gurtnellen (je 9).

Energiegewinnung[Bearbeiten]

Etwa acht Kilometer oberhalb im Tal der Göschenerreuss liegt der Göscheneralp-Stausee, der zur Energiegewinnung im Kraftwerk Göschenen dient. Daneben gibt es noch ein kleines Gemeindewerk.

Verkehr[Bearbeiten]

Auf Göschener Gemeindegebiet befindet sich das Nordportal des zwischen 1872 und 1882 erbauten Gotthardtunnels der Gotthardbahn sowie das Nordportal des Gotthard-Strassentunnels, der 1980 eröffnet wurde.

Der Bahnhof Göschenen ist auch Ausgangspunkt der Schöllenenbahn (heute Matterhorn-Gotthard-Bahn), einer meterspurigen Zahnradbahn hinauf nach Andermatt. Diese führt durch das enge Tal der Reuss, die Schöllenenschlucht, mit der bekannten Teufelsbrücke.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Ernst Zahn (1867–1952), Schriftsteller, 1900 bis 1916 Hotelier in Göschenen
  • Louis Favre (1826–1879), Ingenieur, starb 1879 in Göschenen während der Arbeiten am Gotthardtunnel

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Brunner: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 4: Oberes Reusstal und Urseren. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2008 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 114). ISBN 978-3-906131-89-4. S. 237–285.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Göschenen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)