Altenstadt an der Waldnaab

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altenstadt an der Waldnaab
Altenstadt an der Waldnaab
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altenstadt an der Waldnaab hervorgehoben
49.72222222222212.160833333333419Koordinaten: 49° 43′ N, 12° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 419 m ü. NHN
Fläche: 22,04 km²
Einwohner: 4742 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92665
Vorwahl: 09602
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 111
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 6
92665 Altenstadt a.d.Waldnaab
Webpräsenz: www.altenstadt-waldnaab.de
Bürgermeister: Ernst Schicketanz (SPD)
Lage der Gemeinde Altenstadt an der Waldnaab im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis Bayreuth Landkreis Schwandorf Weiden in der Oberpfalz Landkreis Tirschenreuth Landkreis Amberg-Sulzbach Georgenberg Neustadt am Kulm Pressath Trabitz Eschenbach in der Oberpfalz Bechtsrieth Windischeschenbach Weiherhammer Waldthurn Waidhaus Vohenstrauß Theisseil Tännesberg Störnstein Schwarzenbach (Oberpfalz) Schlammersdorf Schirmitz Püchersreuth Pirk Parkstein Neustadt an der Waldnaab Mantel (Markt) Luhe-Wildenau Leuchtenberg Kohlberg (Oberpfalz) Kirchenthumbach Kirchendemenreuth Irchenrieth Grafenwöhr Flossenbürg Floß (Oberpfalz) Etzenricht Eslarn Altenstadt an der Waldnaab Speinsharter Forst Manteler Forst Vohenstrauß Heinersreuther Forst Tschechien Vorbach Speinshart Moosbach (Oberpfalz)Karte
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Altenstadt an der Waldnaab (amtlich: Altenstadt a.d.Waldnaab) ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Altenstadt an der Waldnaab liegt in der nördlichen Oberpfalz. Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Altenstadt an der Waldnaab, Buch, Haidmühle, Kotzau, Meerbodenreuth, Sauernlohe und Süßenlohe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Altenstadt an der Waldnaab hat sieben amtlich benannte Ortsteile[2]:

Gemarkungen sind Altenstadt an der Waldnaab und Meerbodenreuth.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Altenstadt grenzt an Neustadt an der Waldnaab, Störnstein, Weiden in der Oberpfalz, Parkstein und Kirchendemenreuth.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Entstehung des Ortes Altenstadt an der Waldnaab, der im Nordgau (Bayern) lag, ist nichts Sicheres bekannt. Vermutlich erfolgte eine erste Ansiedlung um das Jahr 900 n. Chr. Bemerkenswert ist, dass am zur Gemeinde gehörenden Kalvarienberg und entlang der Windischeschenbacher Straße vorgeschichtliche Scherben (Datierung LaTéne B/C1 und Urnenfelderzeit) sowie eine Vielzahl getemperter und nicht getemperter Silexkernsteine sowie Silexabschläge und Werkzeuge endpaläolithischen und mesolithischen Ursprungs gefunden wurden. Es ist zu vermuten, dass sich dort eine steinzeitliche Freilandstation, in der Silexwerkzeuge hergestellt wurden, befand. Nach der Tabula Peutingeriana lag das Gebiet um Christi Geburt im Siedlungsbereich der Narisker.

Im Jahr 1000 hatte der Ort nachweislich bereits eine christliche Kirche und hieß zunächst Traindorf. Dieser Ortsname geht möglicherweise auf Fahren oder Treiben, also einen Platz zum Pferdewechsel zurück. Traindorf lag an drei bedeutenden alten Handels- und Heeresstraßen, der sogenannten Goldenen Straße von Prag über das Gebiet der Choden nach Nürnberg, der Magdeburger Straße von Regensburg nach Magdeburg und der Eisenstraße, die von Auerbach kommend in Traindorf auf die Goldene Straße stieß. Im 13. Jahrhundert entstand die heutige Bezeichnung Altenstadt. Bis 1261 war Altenstadt bzw. Traindorf im Besitz der Grafen von Alt(en)dorf, später der von Ortenburg. Anschließend wurde Altenstadt an der Waldnaab Eigentum des Herzogs Ludwig der Strenge, dessen Sohn, Kaiser Ludwig der Bayer, die Herrschaft an die Landgrafen von Leuchtenberg verpfändete. Später lag es im Lehensbereich der böhmischen Krone und war reichsunmittelbar. Die Lehensträger in dieser Zeit waren die Pflug, die von Guttenstein-Vrtba) und die Ritter von Heideck. Anschließend bis zum Jahr 1806 gehörte Altenstadt zur gefürsteten Reichsgrafschaft Störnstein unter dem Fürstenhaus Lobkowitz und wurde 1807 an Bayern verkauft.

Nach der Rheinbundakte vom Jahre 1806 lag Altenstadt an der Waldnaab bis 1918 im Königreich Bayern unter den Wittelsbachern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Der Bau des Bahnhofs und der Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahre 1862 förderte die Ansiedlung von zahlreichen Glashütten in der Region, was auch für Altenstadt einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich brachte. Die Firmen Beyer & Co. und Hofbauer produzierten weltweit geschätztes Bleikristall mit entsprechenden Umsätzen und Einnahmen. Ein Wechsel in der Geschmacksrichtung der Verbraucher brachte den Verlust von Absatzmöglichkeiten für Gegenstände aus Bleikristall und führte in den 1980er und 1990er Jahren zum Verlust von Hunderten von Arbeitsplätzen.

Religionen[Bearbeiten]

Altenstadt hat zwei katholische Kirchen und eine evangelisch-lutherische. Durch Zuzug nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstand eine muslimische Glaubensgemeinschaft. Die Mehrheit der Bewohner ist römisch-katholisch.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1975 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Meerbodenreuth eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 3480
  • 1970: 4090
  • 1987: 4217
  • 2000: 5105
  • 2011: 4814

Wegen der unmittelbaren Nähe zu Weiden in der Oberpfalz ist Altenstadt ein gefragter Wohnort.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus von Altenstadt

Der Gemeinderat besteht aus 20 Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen 2014 erreichte die CSU 7 , die SPD 8 und die Freien Wähler 5 Sitze. Als Bürgermeister wurde mit über 60 % Ernst Schicketanz im Amt bis 2020 bestätigt. Der Gemeinderat wählte danach den Vorsitzenden der FWG Kondrad Adam wieder zum zweiten Bürgermeister.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.788.000 Euro, davon waren umgerechnet 238.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber oben ein schräggestellter roter Adler, unten eine schräglinke schwarze Pflugschar“.

Das Wappen wird seit 1959 verwendet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die romanische Wehrkirche „Mariä Himmelfahrt

Altenstadt liegt an der Glasstraße. Bekannteste Sehenswürdigkeit ist die romanische Wehrkirche Mariä Himmelfahrt, die um 1150 erbaut wurde. In der Kirche befinden sich die Grabstätten der Familie von Heideck sowie ein Taufstein aus dem 12. Jahrhundert. Im sogenannten Alten Forsthaus befindet sich die Heimatstube des Heimatvereins, das sogenannte Anton-Wurzer-Zimmer. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Pestsäule von 1697 und der Kreuzweg am Kalvarienberg. In der im März 2008 offiziell eingeweihten Goldenen Gasse (Zlata stezka) zwischen der Grundschule und dem Kindergarten wird auf 14 Tafeln der Verlauf der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag großflächig veranschaulicht.[4]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

1998 waren am Arbeitsort 339 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1601. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 23 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 602 Hektar. Davon waren 362 Hektar Ackerfläche und 239 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

A 93 bei Altenstadt (Anschlussstelle 21b)

Altenstadt liegt an der Bundesautobahn 93 (HofKiefersfelden). Im Rahmen des Neubaus der Nordumgehung von Altenstadt und Neustadt und der Anschlussstelle 21a (Neustadt) konnte der bislang stark belastete Ortskern im Jahr 2005 für den Schwerlastverkehr gesperrt und vom überregionalen Durchgangsverkehr befreit werden. Ein Antrag beim Bund, den innerstädtischen Streckenabschnitt der Bundesstraße 15 (Hof–Rosenheim) zur Staatsstraße herabzustufen und die Nordumgehung zur A 93 als B 15 auszuweisen, wurde bislang nicht genehmigt. Die Bundesstraße 22 führt von Würzburg nach Cham.

Altenstadt verfügt seit dem 9. Dezember 2007 über einen Haltepunkt an den Bahnstrecken Regensburg–Oberkotzau(–Hof) und Nürnberg–Neustadt (Waldnaab). Außerdem gibt es einmal pro Tag eine Direktverbindung von Hof nach München mit dem Alex.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Zwei Kindergärten (katholischer Kindergarten Arche NoaH und Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt Regenbogenland)
  • Grundschule
  • Hauptschule mit M-Zweig

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Anton Wurzer (1893–1955), Oberpfälzer Mundart- und Heimatdichter
  • Michael Hardt (1878–1962), Heimatforscher und Chronist

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Altenstadt an der Waldnaab – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111106/165613&attr=OBJ&val=964
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652.
  4. Die Goldene Gasse bereichert Goldene Straße in Altenstadt a.d. Waldnaab. Tourismusarbeitsgemeinschaft Oberpfälzer Wald, abgerufen am 9. Juli 2012.