Waidhaus
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberpfalz | |
| Landkreis: | Neustadt a.d.Waldnaab | |
| Höhe: | 524 m ü. NN | |
| Fläche: | 37 km² | |
| Einwohner: |
2352 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 64 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 92726 | |
| Vorwahl: | 09652 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEW | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 3 74 164 | |
| Marktgliederung: | 19 Ortsteile | |
| Adresse der Marktverwaltung: |
Schulstr. 4 92726 Waidhaus |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Anton Schwarzmeier | |
| Lage des Marktes Waidhaus im Neustadt a.d.Waldnaab | ||
Waidhaus (oberpfälzisch "Woihaus") ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab an der Grenze zu Tschechien.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Geografische Lage [Bearbeiten]
Waidhaus liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord an der Grenze zu Tschechien. Waidhaus liegt am Fuße des Sulzbergs, über dessen Gipfel, dem Alten Schloß sich bis auf 755 Meter Höhe ein Naturwaldreservat mit urwaldähnlichem Laub- und Mischwald ausdehnt. Seit Jahrhunderten führte die Handelsstraße von Nürnberg nach Prag über Waidhaus.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Die politische Gemeinde hat 19 amtlich benannte Ortsteile[2]:
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Geschichte [Bearbeiten]
Als Grenzort an der wichtigen Handels- und Heerstraße zwischen Franken (Reichsstadt Nürnberg), der Oberpfalz und dem Königreich Böhmen (Pilsen, Prag) war Waidhaus im Dreißigjährigen Krieg Schauplatz schwerer Kämpfe: Im Sommer 1621 verschanzten sich dort unter dem Oberbefehl des Söldnerführers Ernst von Mansfeld die Truppen des aus Böhmen vertriebenen Pfalzgrafen Friedrich V., des sogenannten Winterkönigs. Es gelang ihnen, sich von Juli bis September gegen die Truppen der Katholischen Liga zu behaupten, als der in Böhmen siegreiche bayerisch-ligistische General-Leutnant Tilly die Oberpfalz angreifen wollte.[3] Mansfelds kunstgerecht angelegte Feldbefestigungen[4] sind neuerdings Gegenstand archäologischer Untersuchungen und stellen ein einzigartiges historisches Ensemble dar, das weitreichende Erkenntnisse zur frühneuzeitlichen Militärarchitektur verspricht.
In rechts- und verwaltungsgeschichtlicher Hinsicht ist Waidhaus als Sitz eines Urbars-, dann eines Richteramtes im Pflegamt Treswitz, belegt und wurde im 17. Jahrhundert als der Flecken Waidhaus, im 18. Jahrhundert auch als Marktflecken bezeichnet. Waidhaus im heutigen Regierungsbezirk Oberpfalz gehörte zum Rentamt Amberg und zum Landgericht Treswitz des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Die erneute Verleihung des Marktstatus’ erfolgte durch König Ludwig II. im Jahr 1877.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Juli 1976 wurden Gebietsteile der aufgelösten Gemeinden Pfrentsch und Reinhardsrieth eingegliedert.[5]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
| Bevölkerungsentwicklung seit 1840 | |
| 01.12.1840 | 1886 Einwohner |
| 01.12.1900 | 2331 Einwohner |
| 13.09.1950 | 3286 Einwohner |
| 06.06.1961 | 2751 Einwohner |
| 27.05.1970 | 2592 Einwohner |
| 25.05.1987 | 2413 Einwohner |
| 31.12.2000 | 2586 Einwohner |
| 31.12.2001 | 2548 Einwohner |
| 31.12.2002 | 2534 Einwohner |
| 31.12.2003 | 2500 Einwohner |
| 31.12.2004 | 2499 Einwohner |
| 31.12.2005 | 2462 Einwohner |
| 31.12.2006 | 2461 Einwohner |
| 31.12.2007 | 2421 Einwohner |
| 31.12.2008 | 2420 Einwohner |
| 31.12.2011 | 2352 Einwohner |
Politik [Bearbeiten]
Bürgermeister ist Anton Schwarzmeier (CSU). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von August Reichenberger (CSU) und wurde bei den Kommunalwahlen am 2. März 2008 erfolgreich wiedergewählt.
Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1.782.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 851.000 Euro.
Marktgemeinderäte [Bearbeiten]
Politische Parteien und Sitzverteilung:
Marktgemeinderäte[6]:
Blöderl Gerhard UWG (2. Bürgermeister); Duschner Werner CSU (Fraktionssprecher); Grötsch Uli SPD; Hartung Hermann CSU; Hoch Martina CSU; Hösl Rigobert CSU; Kirzinger Margit SPD; Kleber Georg Wählerliste Pfrentsch (PL); Sattler Karl CSU; Schmucker Josef UWG; Stahl Vera SPD; Wolf Gabi CSU; Zeitler-Kals Monika SPD; Zeug Johannes SPD (Fraktionssprecher); Glaser Thomas Ortssprecher Hagendorf/Reinhardsrieth;
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: In Silber auf grünem Boden stehend ein von grünen Bäumen umgebenes silbernes Forsthaus mit rotem Dach, dessen Giebel von einem roten Hirschgeweih bekrönt ist.
Die Gemeinde führt das Wappen seit 1877.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Die Pfarrkirche St. Emmeram wurde 1868 erbaut und 1953 erweitert. Bei der Kirche sind Grabsteine aus dem 16. bis 18. Jahrhundert erhalten.
Die neugotische Dreifaltigkeitskirche am Ortsrand wurde mit Teilen eines Vorgängerbaus 1851 bis 1858 erbaut. Sie dient seit 2004 als ökumenische Autobahnkirche.
Baudenkmäler [Bearbeiten]
→ Liste der Baudenkmäler in Waidhaus
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft [Bearbeiten]
Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 308 und im Bereich Handel und Verkehr 159 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 801. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe 1 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 72 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1297 ha, davon waren 707 ha Dauergrünfläche. Für das europäische Ferngasleitungsnetz ist Waidhaus von Bedeutung als wichtiger Importpunkt von russischem Erdgas und durch die Verdichterstation der hier beginnenden Mitteleuropäischen Gasleitung (MEGAL) im Ortsteil Frankenreuth. Auch die 380 kV-Leitung Etzenricht-Hradec überquert hier die Staatsgrenze zwischen Bayern und Tschechien.
Seit 2000 gibt es auf dem Gemeindegebiet von Waidhaus 2 Windkraftanlagen des Typs B62/1300 mit je 1300 kW-Leistung und einer Nabenhöhe von 60 Metern [1]. Die Anlagen stehen bei 49°38'59.13"N 12°31'1.12"O und 49°39'6.49"N 12°31'1.41" O.
Verkehr [Bearbeiten]
Der Grenzübergang Waidhaus ist der größte deutsche Grenzübergang nach Tschechien, die A 6 ist die direkte Autobahnverbindung Paris–Prag. Neben dem Autobahngrenzübergang zur tschechischen D 5 besteht für den Kraftfahrzeugverkehr auch ein kleinerer Grenzübergang, der direkt in die tschechische Nachbargemeinde Rozvadov (Roßhaupt) führt. Durch Waidhaus führt die schon seit Jahrhunderten wichtige Handelsstraße, die „alte Heerstraße“, von Nürnberg nach Prag, die heutige Europastraße E50. Der Bahnhof Waidhaus an der Bahnstrecke Neustadt (Waldnaab)–Eslarn ist stillgelegt.
Bildung [Bearbeiten]
Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):
- Kindergärten: 50 Kindergartenplätze mit 62 Kindern
- Grundschule: 1 mit 3 Grundschullehrern, 1 Förderlehrerin, 2 Fachlehrerinnen und 67 Kindern
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111107/184118&attr=OBJ&val=997
- ↑ Dazu ausführlich Krüssmann, Ernst von Mansfeld, S. 277-291, 295-303 und 308-311.
- ↑ Zeitgenössische Bilddarstellung dieser Feldschanzen: Kupferstich von Raphael Sadeler (1621) (coloriert), bereitgestellt vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Waidhaus e.V.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 652.
- ↑ Gemeinderäte auf der Homepage der Gemeinde (Stand: 1. April 2012)
Weblinks [Bearbeiten]
- Markt Waidhaus
- Pfarrei Waidhaus
- Luftbilder vom Markt
- Ortsteil Frankenreuth
- Ortsteil Pfrentsch
- Waidhaus: Wappengeschichte vom HdBG
- Waidhaus: Amtliche Statistik des LStDV
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