Hersbruck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hersbruck
Hersbruck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hersbruck hervorgehoben
49.50805555555611.432777777778336Koordinaten: 49° 30′ N, 11° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Nürnberger Land
Höhe: 336 m ü. NHN
Fläche: 22,91 km²
Einwohner: 12.150 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 530 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91217
Vorwahl: 09151
Kfz-Kennzeichen: LAU, ESB, HEB, N, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 5 74 132
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Unterer Markt 1
91217 Hersbruck
Webpräsenz: www.hersbruck.de
Erster Bürgermeister: Robert Ilg (FRB)
Lage der Stadt Hersbruck im Landkreis Nürnberger Land
Nürnberg Nürnberg Landkreis Roth Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Bayreuth Landkreis Forchheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Amberg-Sulzbach Engelthaler Forst Zerzabelshofer Forst Schönberg (gemeindefreies Gebiet) Rückersdorfer Forst Laufamholzer Forst Günthersbühler Forst Forsthof (gemeindefreies Gebiet) Fischbach (gemeindefreies Gebiet) Feuchter Forst Brunn (gemeindefreies Gebiet) Behringersdorfer Forst Feucht Offenhausen (Mittelfranken) Alfeld (Mittelfranken) Altdorf bei Nürnberg Burgthann Engelthal Happurg Henfenfeld Hersbruck Kirchensittenbach Lauf an der Pegnitz Leinburg Ottensoos Pommelsbrunn Reichenschwand Röthenbach an der Pegnitz Rückersdorf (Mittelfranken) Schwaig bei Nürnberg Schwarzenbruck Velden (Pegnitz) Vorra Winkelhaid Schnaittach Neunkirchen am Sand Simmelsdorf Winkelhaid (gemeindefreies Gebiet) Haimendorfer Forst Neuhaus an der PegnitzKarte
Über dieses Bild

Die mittelfränkische Kleinstadt Hersbruck (fränk.: Herrschbrugg) ist Teil der Metropolregion Nürnberg und nach Lauf an der Pegnitz und Altdorf die drittgrößte Stadt des Landkreises Nürnberger Land.

Geographie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Kirchensittenbach, Vorra, Pommelsbrunn, Happurg, Engelthal, Henfenfeld, Reichenschwand

Stadtteile[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in acht Stadtteile[2]:

  • Altensittenbach war bis Juni 1976 eine selbständige Gemeinde. Der Ort liegt an der Mündung des Sittenbachs in die Pegnitz (2264 Einwohner).[3]
  • Ellenbach war bis Ende 1971 eine selbständige Gemeinde, zu der auch die heutigen Stadtteile Weiher und Leutenbach gehörten.
  • Großviehberg wurde 1972 aus Hohenstadt ausgegliedert und kam zu Hersbruck.
  • Hersbruck (Stadtgebiet)
  • Kühnhofen (126 Einwohner)[3]
  • Leutenbach
  • Weiher (302 Einwohner)
  • Hagenmühle (Einöde)

Geschichte[Bearbeiten]

Hersbruck wurde 976 erstmals urkundlich erwähnt, als an der Stelle einer Brücke eine Burg errichtet wurde. Der Name der Stadt leitet sich vermutlich von Haderihesprucga, die Brücke des Haderich, ab.

Hersbruck, Wassertor, 1920

Die Burg Hersbruck befand sich seit 994 im Besitz des Heinrich von Schweinfurt, des Markgrafen auf dem bayerischen Nordgau.

Im Mittelalter lag die Stadt an der Goldenen Straße von Nürnberg nach Prag, was ihr wirtschaftlichen Aufschwung bescherte. 1297 wurden Hersbruck die Stadtrechte verliehen. Im Spätmittelalter gehörte Hersbruck zum Herrschaftsgebiet der Herzöge von Bayern-Landshut, fiel 1504 im Landshuter Erbfolgekrieg an das Gebiet der Reichsstadt Nürnberg und kam 1806 wiederum an Bayern, als der größte Teil Frankens an das Königreich Bayern fiel.

Mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Nürnberg – Hersbruck – Schwandorf durch die Königlich privilegirte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen im Jahr 1859 wurde Hersbruck an das weltweite Eisenbahnnetz angeschlossen und erlebte dadurch einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Rund um den Bahnhof, der damals etwa einen Kilometer südlich, zwischen Feldern und Wiesen außerhalb der Stadt lag, entstand ein neues Wohnviertel mit zahlreichen Industriebetrieben. Heute ist dieser südliche Stadtteil, die Ostbahn oder Alte Bahn, längst mit der Altstadt zusammengewachsen, verbunden durch die längste Straße im Hersbrucker Stadtgebiet, die Ostbahnstraße.

Während des Nationalsozialismus befand sich von 1944 bis 1945 das KZ-Außenlager Hersbruck des Konzentrationslagers Flossenbürg in der Stadt. Es lag zwischen der heutigen Amberger Straße und der Pegnitz, direkt neben dem Freibad; heute befindet sich dort ein Tennisplatz. Die etwa 10.000 KZ-Häftlinge, meist politisch Verfolgte oder Juden, arbeiteten an den Doggerstollen im nahe gelegenen Ort Happurg für einen Rüstungsbetrieb in der Houbirg, der nicht mehr fertiggestellt wurde. Als im April 1945 die US-Armee näher rückte, wurden die Häftlinge in mehreren Todesmärschen nach Dachau getrieben. Im Hersbrucker KZ starben etwa 4000 Personen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Hersbruck zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers ein DP-Lager für lettische Displaced Persons angelegt. Das Lager wurde von der UNRRA (ab 1947 IRO) betreut.

Hersbruck war bis zum 30. Juni 1972 Landkreissitz des Landkreises Hersbruck und beherbergt daher heute noch Amtsgericht, Finanzamt, Forstamt sowie Vermessungsamt. Außerdem ist Hersbruck Standort einer Polizeiinspektion.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die ehemalige Gemeinde Ellenbach und der Ortsteil Hohenviehberg der Gemeinde Hohenstadt in Hersbruck eingegliedert.[4] Am 1. Januar 1974 kam ein Teil der Gemeinde Altensittenbach hinzu, am 1. Juli 1976 deren Restgebiet.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Schloss Hersbruck (2008)
Ehemaliges Schlossbräuhaus und spätere Schlosslichtspiele (2005)
Das Hirtenmuseum (2007)
Empfangsgebäude Bahnhof Hersbruck(links Pegnitz) (2008)
Blick auf die Altstadt von Hersbruck (2001)
  • Stadtkirche St. Maria
Gotischer Chor aus dem späten 14. Jahrhundert, barockes Langhaus aus dem 18. Jahrhundert. Bedeutender spätgotischer Schreinaltar St. Maria und die vier Kirchenväter (um 1480).
(15. Jahrhundert), neben dem Spitaltor und dem Bürgerspital St. Elisabeth (um 1400 von Johann Polster gestiftet).
  • Pfarrkirche Sankt Thomas
Saalkirche im Stadtteil Altensittenbach, deren Kern aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammt. Turmobergeschoss nach 1553. Ausbau 1776/77
  • Auferstehungskirche
In den Jahren 1848 bis 1850 erbaute Friedhofskirche, gotisiert.
  • Pfarrkirche Unsere Liebe Frau
Nachdem in den Jahren 1879 bis 1880 auf dem Platz des heutigen Pfarrhauses bereits ein Kultusgebäude mit Betsaal errichtet worden war, konnte schließlich am 9. Oktober 1932 von Erzbischof Johann Jakob von Hauck die katholische Pfarrkirche eingeweiht werden. Es war der Hartnäckigkeit von Pfarrer Lorenz Winter und Kirchenpfleger Georg Winter zu verdanken,[6] dass das Gotteshaus noch rechtzeitig vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten fertiggestellt werden konnte.[7] Die Ausmalung der Kirche erfolgte 1934 durch Josef Hengge, die Vorlagen für die Bilder der Kreuzwegstationen stammen von Gebhard Fugel. Hinter dem Altar befindet sich an der Nordwand ein Fresko mit überlebensgroßen Figuren. Es zeigt die Kreuzigung Christi nach einem Motiv von Diego Velazquez.[8]
Bereits vor dem Jahr 1000 errichtet, 1517 Neubau durch die Reichsstadt Nürnberg, zwischen 1616 und 1622 durch Türme und Seitenflügel erweitert.
Einziges Spezialmuseum zum Hirtenwesen in Deutschland.
  • Rathaus
Erstmals 1419 urkundlich erwähnt, liegt es als Mittelpunkt des historischen Stadtkerns zwischen dem Oberen und dem Unteren Markt. 1504 teilweise abgebrannt, musste es 1819 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Zwölf Jahre später stand der Neubau. Ein neuer Rathaussaal wurde 1937 geschaffen, die nördliche Außenseite des Turmes wurde mit umstrittenen Fresken verziert, die der aus Hörlbach bei Ellingen stammende Maler Eitel Klein angefertigt hatte. Am 19. April 1945, drei Tage nach dem Einmarsch der Amerikaner, brannte das Rathaus aus ungeklärten Gründen bis auf die Außenmauern nieder. 1948 fand das Richtfest für den Neubau und 1951 für den wieder errichteten Turm statt. Zum Jahreswechsel 1951/1952 klangen erstmals wieder die Rathausglocken. Das Wappenrelief über dem Eingang schuf der Hersbrucker Steinmetz Ernst Kraut. 2002 fand eine umfassende Renovierung statt.
  • Drei historische Stadttore (Tortürme)
Nürnberger Tor (erbaut 1444), Spitaltor (erbaut 1425, im 17. Jahrhundert neu aufgebaut), Wassertor (erbaut 1601/1602)
  • Empfangsgebäude Bahnhof Hersbruck (links Pegnitz)
Erbaut 1858/1859 durch die Königlich privilegirte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen. Dreiteiliges Gebäude: Zweigeschossiger Mittelpavillon mit niedrigen Seitenflügeln. Sandsteinquaderbau mit Steinmetzarbeiten: Fenstergewände, Kragsteine für das Vordach, auf der Straßenseite Rahmenfelder unterhalb der Fenster. Drei Baukörper, jedes Teil hat drei Fensterpaare und drei Türöffnungen. Flachgeneigtes Dach mit großem Dachvorsprung – Baustil Ludwig I. Ursprungszustand durch kleinere Umbauten/Erweiterungen leicht verändert. Im gleichen Baustil (Sandsteinquaderbau mit flachgeneigtem Dach, jedoch ohne die Dreiteilung), die östlich vom Empfangsgebäude liegende Güterhalle.
  • Finanzamt
Erbaut 2008/09 nach einem Entwurf der Münchener Architekten Peter Breining und Heide-Marie Eitner (Innenhof) auf dem Gelände des früheren KZ-Außenlagers.
  • Wasserturm
Wahrzeichen des Stadtteiles Großviehberg ist ein 100 Jahre alter Wasserturm, der mit der Wasserleitung des Ortes 1910 in Betrieb genommen wurde. Er ersetzte einen bis dahin vorhandenen hölzernen Uhr- und Glockenturm. Er war der einzige Wasserturm im ehemaligen Landkreis Hersbruck und fasste 19 Kubikmeter Wasser. Darüber wurde in einem Fachwerkaufsatz ein mechanisches Uhrwerk installiert, das 1976 auf elektrischen Betrieb umgebaut wurde. Die Baukosten in Höhe von 1027,67 Mark wurden durch den Verkauf von Kalksteinen aus dem ortseigenen Steinbruch beglichen. Die im Untergeschoss eingebaute Viehwaage fand bis 1976 Verwendung. 1981 wurde Großviehberg an die Wasserversorgung der Stadt Hersbruck angeschlossen.[9]
  • Arzbergturm
Erbaut 1885/86 auf dem 611 m hohen Arzberg südlich der Stadt. Die Turmhöhe beträgt 24,6 Meter. Der Bauplan wurde vom Hersbrucker Ingenieur und Fabrikanten Oskar Wetzer erstellt. Realisiert wurde der Turmbau durch den Hersbrucker Verschönerungsverein, der die Baukosten bestritt, sowie durch örtliche Fuhrwerksbesitzer, die Materialtransporte in 65 Tagesschichten unentgeltlich durchführten. Anfang der 1970er Jahre wurde der Turm generalüberholt. Auf seiner Aussichtsplattform bietet er Ausblicke nach allen Seiten. Richtung Westen sind markante Gebäude Nürnbergs gut erkennbar, im Norden ist der Hohenstein zu sehen. In Richtung Osten sieht man bei gutem Wetter bis zum Böhmerwald, im Süden ist der Stöckelsberg und Altdorf erkennbar.

Denkmale[Bearbeiten]

  • Statue Ohne Namen von Vittore Bocchetta, errichtet 2007 am Rosengarten. Die Statue erinnert an die Leidenszeit des Künstlers im Konzentrationslager Hersbruck und die erfolgreiche Flucht im Jahr 1945.
  • In einem Wald links der Straße von Kainsbach nach Schupf (Ortsteile von Happurg) erinnert ein Mahnmal in Gestalt einer Urne an Hunderte von KZ-Opfern des KZ-Außenlagers Hersbruck, die bei Überlastung des Nürnberger Krematoriums offen verbrannt und deren Gebeine dort verscharrt wurden.
  • In Hubmersberg rechts der Straße nach Pommelsbrunn mahnt ein Obelisk seit 1950 die Lebenden, diese Toten nicht zu vergessen. An der Straße von Happurg nach Förrenbach wird mit einem Kreuz der ermordeten Häftlinge gedacht.
  • Im Jahre 1983 errichtete die Gewerkschaftsjugend neben dem Finanzamt, das früher SS-Kaserne war, einen Gedenkstein zur Mahnung der Lebenden.
  • Die Angehörigen der Familie Strauß brachten an ihrem ehemaligen Wohnhaus Eisenhüttlein 4/6 eine Gedenktafel für ihre Familienmitglieder an, die 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurden.[10]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Hersbruck

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Der Hirtentag wird am 6. Januar im Hirtenmuseum gefeiert. Dieser Tag war für die Hirten der höchste Feiertag, der sogenannte Oberste. Die Rinderhirten des Nürnberger Landes trafen sich erstmals 1931 in Hersbruck an diesem Tag zum Erfahrungsaustausch und Musizieren. Später fand das Hirtentreffen im neu geschaffenen Deutschen Hirtenmuseum statt. Den Beruf des Gemeindehirten gibt es nicht mehr, aber die Tradition des Hirtentreffens wird als Museumsfest weitergeführt.[11]
  • Hersbrucker Nacht Gieger - Musikbands aller Stilrichtungen spielen in den Biergärten, Kneipen und Speiselokalen der Stadt. 1999 wurde die Live-Musik-Nacht zum ersten Mal von der Arbeitsgruppe Kunst&Kult veranstaltet und findet seither regelmäßig am 30. April statt.
  • Das Bürgerfest wird meist an einem Samstag im Juni rund um das Rathaus veranstaltet. Organisiert wird es durch die Freiwillige Feuerwehr Hersbruck e. V.
  • Das Kinderfest findet meist um Johanni statt. Es wurde erstmals am 24. Juni 1891 gefeiert. Alle Schüler der Hersbrucker Volksschulen zogen seitdem mit Blumen, Bändern und Fahnen auf den Michelsberg. Gegenwärtig findet es als Fest der Grundschüler im jährlichen Wechsel am Berg oder im Schulhof statt.[12]
  • Das Hersbrucker Sommerfest findet im Juli auf dem Plärrer statt, der sonst als Großparkplatz genutzt wird.
  • Das Altstadtfest am ersten Wochenende im August wurde 1976 anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt Hersbruck ins Leben gerufen. Mehrere Musikgruppen unterschiedlicher Richtungen treten gleichzeitig an mehreren Stellen in der Altstadt auf. Zu der Veranstaltung kommen jährlich mehr als 10.000 Gäste.
  • Weit bekannt ist das Hersbrucker Eselrennen. Der Wettkampf findet gleichzeitig mit dem Altstadtfest am ersten Sonntag im August auf der Anlage des 1. FC Hersbruck statt. Die Eselführer versuchen vor 4000 Zuschauern ihren Esel als ersten über die Ziellinie zu bringen.
  • Das Internationale Gitarrenfestival Hersbruck findet seit dem Jahre 2000 jährlich im August statt. Bekannte Virtuosen bieten Workshops und Kurse an und treten bei öffentlichen Konzerten auf.
  • Es gibt mehrere Kirchweihfeste, unter anderem die Stadtkirchweih um das Rathaus, die Michelmühl-Kirchweih und die Ostbahn-Kirchweih.

Cittàslow[Bearbeiten]

Hersbruck ist die erste von inzwischen zehn deutschen Cittàslow-Städten. Die Cittàslow-Bewegung ist eine aus der Slowfood-Bewegung hervorgegangene Vereinigung lebenswerter Städte. Diese Vereinigung von in der Mehrzahl italienischen Kleinstädten bemüht sich um die Umsetzung der Prinzipien von Slowfood über den kulinarischen Aspekt hinaus in der Stadtplanung, der Umweltpolitik und der Förderung regionaler Traditionen und Spezialitäten. Das SlowCittà steht nicht für langsame Stadt, sondern soll den Kontrast zum FastFood herausheben, und somit das Ziel der Slowfood-Bewegung – die Menschen wieder zu einem bewussteren und geschmackvolleren Essen zu führen – verdeutlichen.

Freizeit, Sport und Feuerwehr[Bearbeiten]

Therme und Jugendzentrum[Bearbeiten]

Fackelmann Therme Hersbruck mit altem Schriftzug (2005)

2004 wurde die Frankenalbtherme eröffnet. Sie bietet neben einem Thermal- und einem Spaßbadebereich mit einer 82 Meter langen Rutsche und einem Beachvolleyball-Feld einen großen Saunabereich mit mehreren Außensaunen. seit 2010 heißt sie „Fackelmann Therme Hersbruck“.

Für die Jugendlichen gibt es neben der Realschule ein Jugendzentrum, in dem Veranstaltungen wie HipHop-Partys stattfinden. Dort werden Billard, Kicker, Tischtennis, Darts, Airhockey, Wii und PlayStation 3 gespielt. Neben dem Jugendzentrum befinden sich zwei weitere Tischtennisplatten, eine Wand, an der man legal sprayen darf und ein Fußballkäfig. Hinter der Haupt- und Realschule gibt es einen Skaterpark mit Basketballplätzen.

Fasching[Bearbeiten]

Die Faschingsgesellschaft Närrschbruckia e. V. gründete sich am 5. Februar 2004. Der damalige Erste Bürgermeister der Stadt Hersbruck, Wolfgang Plattmeier, stand Pate und leitete die Gründungsversammlung. Vierzehn begeisterte Jecken unterzeichneten die Vereinssatzung und organisierten im Jahr 2005 das erste Mal in eigener Regie den Närrschbrucker Rummzug, der im Jahr 2000 von einer Arbeitsgruppe unter der Leitung des damaligen Citymanagers der Stadt Hersbruck, Johannes Michl, ins Leben gerufen worden war. Mitglieder dieser Arbeitsgruppe schlossen sich zu der Vereinsgründung mit zwei privaten Investorinnen zusammen, die im Herbst 2003 eine Funkengarde gegründet hatten. Die beiden Leiterinnen dieser Garde, die sich seitdem Tanzgarde Annemon nennt, waren die Präsidentin und die Kassiererin der Faschingsgesellschaft.

Der Verein machte es sich in erster Linie zur Aufgabe, den Närrschbrucker Rummzug zu erhalten und weiter zu pflegen. Die Förderung des fastnachtlichen Brauchtums an sich und der weitere Aufbau der Garde sind das Ziel der F.G.N. Die Wiederbelebung eines Rosenmontagsballs ist als erster Erfolg zu verzeichnen.

Bereits in den 50er-Jahren bestand in Hersbruck eine Vereinigung von Karnevalisten, die den Hersbrucker Skifasching organisierte.

Sport in Hersbruck[Bearbeiten]

Baggersee (2006)

Hersbruck hat mehrere Sportvereine. Der höchstklassige ist der 1. FC Hersbruck. Dieser spielt seit der Saison 07/08 in der Bezirksoberliga Mittelfranken Nord. Neben der Fußballabteilung hat der Verein je eine Tennis- und Kegelabteilung. Der SV 1928 Altensittenbach bietet Fußball, Tennis, Tischtennis, Gymnastik und Schach. Mit dem HC Hersbruck existiert ein Handballverein mit Mannschaften in mehreren Altersklassen. Die SV Eintracht Hersbruck 1949 ist ein weiterer Fußballverein. Die LG Hersbrucker Alb ist der Verein der Leichtathleten. Einer der größten Vereine ist der TV 1861 Hersbruck mit vielen Abteilungen von Aerobic bis Volleyball. Außerdem gibt es Kegelklubs, Schützenvereine in Ellenbach und Altensittenbach, Marathonteams und Karatevereine.

An einem Baggersee in der Gemarkung der Gemeinde Happurg verbringen Angler und Taucher des Tauchclub Koralle Hersbruck ihre Freizeit. Auf einer nahe gelegenen Wiese ist der Landeort der Luftsportgemeinschaft Hersbruck. Diese flog seit 2006 in der 1. Segelflugbundesliga unter den 30 besten Segelflugvereinen in Deutschland. 2010 stieg er in die 2. Bundesliga ab.

Die Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Stadt hat vier eigenständige Feuerwehren in Hersbruck, Ellenbach, Großviehberg und Altensittenbach. Die Freiwillige Feuerwehr Hersbruck als Stützpunktfeuerwehr rückt bei Bränden und zur Technischen Hilfeleistung in den benachbarten Gemeinden aus. Sie zählt knapp 100 Mitglieder und besitzt insgesamt neun Fahrzeuge und drei Anhänger.

Religiöse Einrichtungen[Bearbeiten]

Für die Hersbrucker Christen gibt es mehrere evangelisch-lutherische Kirchen, eine evangelisch-methodistische Kirche, eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Brüdergemeinde) und eine römisch-katholische Kirche; die Zeugen Jehovas haben eine Versammlungsstätte. Den Moslems stehen zwei Moscheen zur Verfügung.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hersbruck ist eines von sechs Gebieten in Deutschland, in denen Hopfen angebaut wird. Es war unter der Marke Hersbrucker Gebirge eines der größten Hopfengebiete Deutschlands, bevor der Marktpreis des Hopfens sank. In Hersbruck wird das Hersbrucker Bier der Marke Bürgerbräu Hersbruck hergestellt. Die Brauerei stellt in Zusammenarbeit mit fränkischen Bauern Säfte her. Die Brauerei Porterhouse aus Dublin verwendet den Hopfen aus der Region Hersbruck für ein Pils mit der Bezeichnung Hersbrucker. Weitere industrielle Produktionsstätten fertigen Haushaltsgeräte, Herrenanzüge, Messwerkzeuge und Folienverpackungen. Der Textilhersteller Carl Gross hat seinen Sitz in Hersbruck. Der Gitarrenbauer Martin Wieland stellt in seiner Firma Deerbridge Guitars Westerngitarren her. Die hauptsächlich verbreitete Tageszeitung ist die Hersbrucker Zeitung mit dem überregionalen Mantel der Nürnberger Nachrichten.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Hersbruck liegt an der Bundesstraße 14. Die Anschlussstelle Lauf/Hersbruck der Autobahn 9 München–Berlin liegt etwa 10 km westlich der Stadt. Über Alfeld ist die gleichnamige Anschlussstelle der Autobahn 6 nach etwa 18 km erreichbar.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Hersbruck (links Pegnitz)
Bahnhof Hersbruck (rechts Pegnitz)
Hauptartikel: Bahnhöfe in Hersbruck

Den ersten Bahnhof, Hersbruck (links Pegnitz), damals noch ohne die Bezeichnung (links Pegnitz), erhielt Hersbruck 1859 bei der Eröffnung der Bahnstrecke von Nürnberg über Schwandorf nach Regensburg durch die bayerische Ostbahn AG. 1877 entstand auf der rechten Seite des Pegnitztales die Bahnstrecke von Nürnberg über Schnabelwaid nach Bayreuth und 1878 der Abzweig von Schnabelwaid über Marktredwitz nach Oberkotzau. Entsprechend seiner Lage wurde der zweite Bahnhof Hersbruck (rechts Pegnitz) genannt. Zwischen diesem Bahnhof und Pommelsbrunn verläuft die Verbindungsstrecke Hersbruck (rechts Pegnitz)–Pommelsbrunn. Die Züge zwischen Nürnberg Haupt- oder Rangierbahnhof und Schwandorf können die linke und die rechte Pegnitzstrecke benutzen.

Mit der Eingliederung in den VGN 1987 und der Inbetriebnahme der S-Bahn bis Lauf (links Pegnitz) verlor Hersbruck (links Pegnitz) die meisten direkten Verbindungen von Nürnberg nach Amberg und Schwandorf. Stattdessen verkehrten Regionalbahnen als Anschlussverbindungen von Lauf (links Pegnitz) in Richtung Hartmannshof und Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg Seit Dezember 2010 ist Hersbruck (links Pegnitz) Halt der S1 Bamberg–Nürnberg–Hartmannshof. Beim Bahnhof befindet sich ein P+R-Parkplatz, deswegen bezeichnet der VGN die Station als „P+R Hersbruck Bahnhof (li Pegn)“.[13]

Die Regionalexpress R4 nach Amberg in Richtung Schwandorf/Regensburg und R41 über Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg in Richtung Neustadt an der Waldnaab halten ebenso wie die R3 nach Bayreuth und die RE in Richtung Marktredwitz in Hersbruck (rechts Pegnitz). Dort befindet sich ein P+R-Parkplatz; der VGN bezeichnet den Bahnhof als P+R Hersbruck Bahnhof (re Pegn).[13]

Busverkehr[Bearbeiten]

In Hersbruck gibt es vier Stadtbuslinien. Diese verbinden die Bahnhöfe rechts und links der Pegnitz mit der Innenstadt und allen Ortsteilen. Seit 2006 werden vier Erdgasbusse eingesetzt, die von der Firma Meidenbauer betrieben werden. Vom Bahnhof Hersbruck (rechts Pegnitz) aus wird das Umland mit mehreren Regionalbuslinien erschlossen.

Schulen und Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Das AOK-Bildungszentrum, kurz BIZ genannt

In Hersbruck gibt es ein Gymnasium, eine Realschule und eine Volksschule (Grund- und Hauptschule). Das Hersbrucker Gymnasium ist nach dem Kartografen Paul Pfinzing benannt. Die Realschule der Stadt wurde nach dem gebürtigen Hersbrucker und späteren Nürnberger Bürgermeister und Direktor der Ludwigseisenbahn Johannes Scharrer benannt. Die ehemalige Hersbrucker Volksschule (Grund- und Hauptschule) trägt seit 2005 den Namen der Unternehmerin Grete Schickedanz. Außerdem hat die Stadt eine Förderschule und eine weitere Grundschule im Stadtteil Altensittenbach und das Bildungszentrum der AOK Bayern, in dem Veranstaltungen der AOK Bayern und der AOK Plus und regelmäßig die Hersbrucker Gespräche mit verschiedenen deutschen Spitzenpolitikern stattfinden.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister und Stadtrat[Bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister: Robert Ilg (FRB, seit 2010)
  • Zweiter Bürgermeister: Peter Uschalt (CSU, seit 2014)
  • Stadtrat (2014-2020): Insgesamt 24 Sitze
    • CSU 8 Sitze (Sprecher: Götz Reichel)
    • SPD 6 Sitze (Sprecher: Guido Schmidt)
    • Freier Rathausblock (FRB) 6 Sitze (Sprecher: Jürgen Amann)
    • Bündnis 90/Die Grünen 4 Sitze (Sprecher: Dr. Ulrike Eyrich)
  • Ausschüsse: Hauptverwaltungsausschuss, Bau-, Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss, Ausschuss für Familie, Jugend und Soziales, Ausschuss für Kultur und Tourismus, Rechnungsprüfungsausschuss (nicht ständig)

Partnerstädte und Städtefreundschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte:

Nach Lossiemouth ist eine Brücke in Hersbruck benannt.

Städtefreundschaften:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Personen, die in der Stadt gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Grete (1911–1994) und Gustav Schickedanz (1895–1977) starteten nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau des Versandhauses Quelle mit einem Verkaufsladen im Eisenhüttlein in ihrem Wohnort Hersbruck. Nach der Quelle-Insolvenz konnte das Kaufhaus Schickedanz gerettet werden und wurde im Juli 2009 von Madeleine Schickedanz wiedereröffnet.[16] Nach einer neuerlichen Insolvenz des Besitzers wurde das Kaufhaus wieder, aber diesmal ohne Hinweis auf den ehemaligen Firmennamen neu eröffnet. 2005 wurde die Volksschule Hersbruck, die von der Tochter Madeleine Schickedanz besucht wurde, nach Grete Schickedanz benannt.
  • Ernst Pflaumer (1905–1985), Maler und Museumsleiter

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Träger des goldenen Ehrenrings der Stadt[Bearbeiten]

  • Altbürgermeister Hans Endres (1919–1994) (Erster Bürgermeister der Stadt Hersbruck von 1968 bis 1986)
  • Albert Höpfl (Mitglied des Stadtrates von 1972 bis 1996, 2. Bürgermeister von 1978 bis 1996)
  • Brigitta Stöber (Mitglied des Stadtrates von 1984 bis 2014, 2. Bürgermeisterin von 2004 bis 2014)

Brauchtum[Bearbeiten]

Seit 1840 findet jährlich am Ostersonntag am Michelsberg das Ostersingen statt. Morgens um sechs Uhr treffen sich die Sänger, die ohne Vereinsbindung sind, vor der dortigen Gaststätte. Dort werden die Notenblätter der drei Lieder verteilt, nach dem Singen werden die Anwesenden in eine Chronik eingetragen.[17]

Sonstiges[Bearbeiten]

In Hersbruck wurde 1974 der Spielfilm Das Brot des Bäckers gedreht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Faul: Sklavenarbeiter für den Endsieg. KZ Hersbruck und das Rüstungsprojekt Dogger. Mit einem Beitrag von Eckart Dietzfelbinger. Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V., Hersbruck 2003, ISBN 3-00-011024-0.
  • Georg Schmidt: Stadt und Landkreis Hersbruck. Ein Heimatbuch. Pfeiffer, Hersbruck 1951, DNB 454392052.
  • Georg Ernst Waldau: Geschichte und Beschreibung der Nürnberg. Landstadt Hersbruck. In: Beyträge zur Geschichte der Stadt Nürnberg. 3. Band, 17. Heft, 1788, ZDB-ID 575505-0, S. 1–64, 81–200, (Digitalisat).
  • Ernst Wiedemann: Hersbrucker Häuserbuch. Nürnberg 1963 (Freie Schriftenfolge der Gesellschaft für Familienforschung in Franken, 15).
  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer's Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hersbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hersbruck – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111027/202042&attr=OBJ&val=1425
  3. a b Hersbrucker Zeitung vom 28. März 2011
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 481.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 719.
  6. http://www.treffpunkt-katholisch.de/unsere_pfarrei/Jubilaeum/index.html
  7. http://www.treffpunkt-katholisch.de/unsere_pfarrei/Geschichte/index.html
  8. http://www.treffpunkt-katholisch.de/unsere_pfarrei/index.html
  9. Hersbrucker Zeitung vom 20. März 2010
  10. Bundeszentrale für politische Bildung: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1: Ulrike Puvogel, Martin Stankowski: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 146f., Online-Version (PDF; 23,4 MB).
  11. Artikel im Lokalteil der Hersbrucker Zeitung vom 4. Januar 2012, S. 1: "Freitag knallt wieder die Peitsche"
  12. Artikel im Lokalteil der Hersbrucker Zeitung vom 09./10. Juli 2011, S. 2: "120 Jahre Kinderfest"
  13. a b vgl. VGN-Komfortauskunft
  14. Artikel im Lokalteil der Hersbrucker Zeitung vom 9./10. Juni 2012, S. 4: Carl Friedrich Schlesing: Ein Zeichner aus Hersbruck.
  15. Artikel im Lokalteil der Hersbrucker Zeitung vom 15. Mai 2010, Frieder Sand ist gestorben – Der Hersbrucker Künstler und Grafiker schuf mehr als tausend Werke
  16. Kaufhaus Schickedanz ist wieder offen, 23. Juli 2009, unter handelsblatt.com
  17. Ostersingen auf dem Michelsberg