Grabfeld

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Dieser Artikel beschreibt die Landschaft Grabfeld in Bayern und Thüringen. Für die gleichnamige Gemeinde siehe Grabfeld (Gemeinde).
Lage des Grabfeldes im Dreieck Hessen-Thüringen-Bayern
Früher etwa das Gebiet der Karte, heute der hell markierte Bereich

Das Grabfeld oder der Grabfeldgau ist eine Landschaft aus Muschelkalk im Grenzgebiet von Bayern und Thüringen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Das Grabfeld liegt im Grenzgebiet von Bayern und Thüringen zwischen Rhön und Haßbergen an der Fränkischen Saale.

[Bearbeiten] Erhebungen

Die größten Erhebungen des Grabfelds sind die beiden Gleichberge in der Nähe von Römhild.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Grabfeld ist ein ehemaliger ostfränkischer Gau.

Erstmalige Erwähnung als „Theil Ostfrankens“ erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahre 813. In dieser Urkunde wird zwischen einem östlichen und einem westlichen Grabfeld unterschieden. Dem Gau sind auch zahlreiche Untergaue zugeteilt, die Bezeichnung „provincia“ wird ausdrücklich geführt. Fulda wird noch schlicht dem Grabfeld zugeteilt.

Grafen im Grabfeld waren die fränkischen Babenberger:

  • Poppo (I.), 819/839 Graf im Saalgau
  • Adalbert, Sohn Poppos (II.), 898/915 Graf im Grabfeld
  • Poppo (III.), † 945, Sohn Adalberts, Graf im Grabfeld und Tullfeld

Der Grabfeldgau wird 1057 von Bischof Adalbero von Würzburg der polnischen Königin Richiza überlassen (Quelle).

In seinem Lied der Franken erwähnt Joseph Victor von Scheffel den Grabfeldgau in der vierten Strophe:

„...und seh’ die Lande um den Main
zu meinen Füßen liegen.
Von Bamberg bis zum Grabfeldgau
umrahmen Berg und Hügel
die breite stromdurchglänzte Au...“

Die Herkunft für den Namen der Landschaft Grabfeld wurde bisher nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch einige Erklärungsversuche:

  1. Das althochdeutsche Wort für Graf ist gravio, grafio oder graphio. Papst Gregor III. nennt die Bewohner der Landschaft in einem Schreiben im Jahr 793 die „Graffelti“. Karl der Große schrieb in verschiedenen Urkunden u.a. im Jahre 776 „Graffelt“ als Bezeichnung für diese Gegend. Auch Ludwig der Fromme bezeichnete die Landschaft 893 mit „Graphelt“. Die Gegend war also das Feld der Grafen, das Grafenfeld.
  2. Der Name könnte auch aus dem Slawischen herrühren, da es in dieser Gegend im frühen Mittelalter viele slawische Siedler gegeben hat. Der in Schriften aus dieser Zeit oft vorkommende Begriff „Grapfeld“ bedeutet in der urslawischen Sprache „Hainbuche“. Da es im Grabfeld einst weite Buchenwälder gab und das nördliche Grabfeld auch heute noch „Buchonia“ (= „Buchenland“) bezeichnet wird, ist auch diese Version denkbar.
  3. Der Sprachforscher Peter von Polenz vermutet, dass der Name vom althochdeutschen Adjektiv „grao“, das „grau“ bedeutet, herrührt, da weite Teile der Landschaft durch die graue Farbe des Muschelkalks geprägt sind. Landschaftsnamen auf -feld entstammen weitgehend der vorfränkischen Zeit.
  4. Eine weitere Deutung geht bis in die La-Tène-Zeit (etwa 5.–1. Jahrhundert v. Chr.) bzw. bis in die Hallstattzeit (etwa 800 - 475 v. Chr.) zurück. Der Begriff „Grabfeld“ bedeutete damals soviel wie „Landschaft mit sumpfigen Gewässern“.
  5. Nach der „Ringleinsage“ stammt der Name daher, dass einst eine Königin, die mit ihrem Gatten und dessen Gefolge zur Jagd ritt, ihren Ehering verlor und daraufhin das ganze Gebiet von ihren Bediensteten umgraben ließ, bis der Ring wieder gefunden wurde. Damit wollte sie ihren strengen Gemahl wieder gütig stimmen, der sie verdächtigte, den Ring wegen eines anderen Liebhabers weggeworfen zu haben. An der Fundstelle wurde das Rathaus einer neuen Stadt errichtet - Königshofen. Das Glockenspiel am Erker des Rathauses erinnert an diese Sage.

[Bearbeiten] Geologie

In der Geologie ist das Grabfeld die Typusregion der Grabfeld-Formation, einer lithostratigrafischen Einheit des Mittleren Keupers der Germanischen Trias.

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