Landkreis Hildburghausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Hildburghausen Deutschlandkarte, Position des Landkreises Hildburghausen hervorgehoben50.4310.73Koordinaten: 50° 26′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Hildburghausen
Fläche: 937,38 km²
Einwohner:

66.307 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 71 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: HBN
Kreisschlüssel: 16 0 69
Kreisgliederung: 38 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Wiesenstraße 18
98646 Hildburghausen
Webpräsenz: www.landkreis-hildburghausen.de
Landrat: Thomas Müller (CDU)
Lage des Landkreises Hildburghausen in Thüringen
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Über dieses Bild
Blick vom Ahornsberg (15 km südlich) auf den nach Süden dominanten Adlersberg (849,9 m) mit seinen 808–891 m hohen Nebengipfeln und den Großen Eisenberg (907 m); rechts, halb verdeckt, der Große Finsterberg (944 m); im Vordergrund der Ort Schwarzbach
Der Bleßberg (865 m) vom Hildburghausener Stadtberg aus gesehen
Blick vom Merbelsroder Wachberg (621 m) auf die Talsperre Ratscher bei Schleusingen
Großer (679 m) und Kleiner (642 m) Gleichberg vom Eckartsberg bei Waffenrod-Hinterrod (760 m, Thüringer Wald) aus; ganz links der Klingeberg (677 m), ganz rechts der Priemäusel (625 m), links dahinter der Solaberg (577 m)
Schloß Bertholdsburg in Schleusingen, erbaut ungefähr zwischen 1223 und 1232
Historisches Rathaus von Hildburghausen
Dreifaltigkeitskirche St. Nikolai in Eisfeld

Der Landkreis Hildburghausen ist der südlichste Landkreis Thüringens. Nachbarkreise sind im Norden die kreisfreie Stadt Suhl, im Nordosten der Ilm-Kreis, im Osten (auf einem sehr schmalen Streifen) der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, im Osten und Südosten der Landkreis Sonneberg, im Südosten und Süden der bayerische Landkreis Coburg, im Süden der bayerische Landkreis Haßberge im Südwesten der bayerische Landkreis Rhön-Grabfeld und im Westen und Nordwesten der Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Südwestthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Südwestthüringen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Wichtigster Fluss im Landkreis ist der im Osten entspringende und im weiteren Verlauf das Kreisgebiet in Westrichtung durchfließende Weser-Quellfluss Werra, an der nicht nur drei der vier größten Städte des Landkreises liegen, sondern die auch von fast allen anderen Flüssen des Kreises gespeist wird.

Lediglich im äußersten Osten entwässern einige wenige kurze Fließgewässer über die Schwarza und die Saale in die Elbe, während die im äußersten Süden des Landkreises entspringenden Flüsse über den Main in den Rhein entwässern – wie die im Südosten am Bleßberg entspringende Itz und die im Südzipfel bei den Gleichbergen entspringende Milz (letztere über die Fränkische Saale). Auch der Itz-Nebenfluss Rodach und deren Nebenfluss Kreck quellen im Südzipfel des Landkreises.

Geologisch gliedert sich der Landkreis in vier Zonen sinkender Höhenlagen, deren Grenzlinien je etwa in Südostrichtung verlaufen.

Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge [Bearbeiten]

Der Nordosten des Kreisgebietes geht in Kammlagen des Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges mit Höhen von 600–891 m über, wobei die Täler der in Richtung Südwesten fließenden Flüsse die höchsten Berge des Landkreises in Gebirgszüge und Massive aufteilen. Der annähernd nördlichste Punkt des Kreises ist zugleich der höchste.

Gebirgszüge und Trennflüsse [Bearbeiten]

Wie folgt teilen sich die Höhenlagen im Nordosten des Landkreises auf

(von Nord nach Ost, innerhalb der Gebirgszüge von Nordost nach Südwest, Hauptgipfel verlinkt):

Südthüringer Buntsandsteinland [Bearbeiten]

Von den Kammlagen des Oberen Waldgebietes bis etwa zum Mittellauf der Werra im Südwesten zieht sich ein Streifen gemäßigten Berglandes durch den Landkreis, der lediglich im äußersten Nord(west)en des Landkreises, im sogenannten Kleinen Thüringer Wald, mit 692 m (Schneeberg) bzw. 671 m (Schleusinger Berg) respektablere Höhen erreicht. In allen anderen Regionen übersteigt das Buntsandsteinland selten die Höhe von 550 m (Solaberg bei Poppenwind 577 m, ein 2 m niedrigerer, namenloser Berg liegt direkt an der Straße Schleusingen-Hildburghausen).

Innerhalb dieses Streifens liegen auch die drei wichtigsten und größten Städte:

Am Unterlauf (372 m) von Nahe und Schleuse liegt, nur wenige km hinter dem Ratscher Bergsee, die Stadt Schleusingen. Von dort aus verläuft, quer durch das Buntsandsteinland, die B 4 zur Stadt Eisfeld, die auf 430 m ü. NN von der Werra passiert wird.

Im Südosten dieser Zone liegt die Kreisstadt Hildburghausen hinter einem etwa 550 m hohen Gebirgskamm, auf dem sich der Stadtwald befindet. Die Werra erreicht in Hildburghausen nur noch 372 m ü. NN, um bis zur ebenfalls am Südrand der Zone liegenden Stadt Themar, kurz nach dem Zufluss der Schleuse von rechts, auf unter 360 m abzusinken.

Der äußerste Südosten des sich an das eigentliche Mittelgebirge Thüringer Schiefergebirge anschließenden Hügellandes wird bereits zum Schalkauer Thüringer-Wald-Vorland gezählt und ist – wie auch die nachfolgend beschriebene Zone – durch Muschelkalk geprägt.

Meininger (Muschel-)Kalkplatten [Bearbeiten]

Das Land unmittelbar südwestlich des Mittellaufes der Werra wird landläufig auch das Unterland genannt. Ein paar wenige Berge erreichen 500 m und mehr, jedoch ist ihr Anstieg zumeist sehr gemäßigt. Nur ein sehr geringer Teil dieser Zone ist bewaldet.

Grabfelder Ackerhügelland [Bearbeiten]

Zum Südzipfel hin gehen die Meininger Kalkplatten allmählich in das ebenfalls durch Muschelkalk geprägte, noch flachere Grabfelder Ackerhügelland über, dessen Höhenlagen zumeist unter 400 m bleiben.

Eine Ausnahme bilden allerdings vulkanische Erhebungen. So überragen die 679 m und 641 m hohen, westlich von Hildburghausen gelegenen Gleichberge, die auch Teil der Wasserscheide Rhein-Weser sind, die Landschaft weithin. Auch die weiter südöstliche Burgruine Straufhain (449 m) ragt noch deutlich hervor.

Politik [Bearbeiten]

Landrat [Bearbeiten]

Landrat des Kreises Hildburghausen ist Thomas Müller (CDU).

Wappen [Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen des Landkreises Hildburghausen ist golden, geteilt durch eine eingebogene erniedrigte rote Spitze, die im Schildfuß mit drei silbernen Spitzen belegt ist und zeigt vorn einen schwarzen, rot bewehrten und bezungten linkssehenden Löwen und hinten auf einem grünen Dreiberg eine schwarze, rotbewehrte Henne mit rotem Kamm und rotem Lappen.

Der Landkreis wählte für sein Wappen Symbole ehemaliger Territorialherrschaften auf dem heutigen Kreisgebiet. An erster Stelle steht der Löwe der Markgrafen von Meißen. Dieses Symbol verweist darauf, dass erhebliche Teile des heutigen Kreisgebietes im Besitz der Wettiner, nach 1485 im Besitz wechselnder Linien der Ernestiner, waren. Aus deren zusammengesetzten Wappen wurde der schwarze, rotbewehrte Löwe in Gold entlehnt. Das redende Wappen der Grafen von Henneberg steht für die Zugehörigkeit weiter Teile des Kreisgebietes zur ehemaligen Grafschaft Henneberg. In geistlicher Hinsicht gehörte das heutige Gebiet des Landkreises Hildburghausen zum Bistum Würzburg. Aber auch in weltlicher Hinsicht gehörten einzelne Teile des Kreisgebietes eine Zeit lang zum Würzburger Bistum. Die Zugehörigkeit zu diesem fränkischen Bistum wird durch den sogenannten „Fränkischen Rechen“ – drei silberne Spitzen in Rot – dargestellt.

Kreistag [Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[2]
Wahlbeteiligung: 55,5 % (2004: 54,3 %)
 %
40
30
20
10
0
34,9 %
24,7 %
21,7 %
14,5 %
2,1 %
2,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,4 %p
-1,5 %p
+4,9 %p
+0,6 %p
+2,1 %p
+0,3 %p
Anmerkungen:
b 2004: PDS

Nach der Kreistagswahl am 7. Juni 2009 verteilen sich die 40 Sitze im Kreistag folgendermaßen auf die einzelnen Fraktionen:

Partei
Sitze
CDU
14 (–3)
LINKE
10 (–1)
FDP-FW
8 (+1)
SPD
6 (+1)
BZH*
1 (+1)
GRÜNE
1 (+1)

* Bündnis Zukunft Hildburghausen (aus dem NPD-Kreisverband entstanden)

Wirtschaft [Bearbeiten]

Gewürzwerk Schönbrunn

Der Landkreis Hildburghausen ist wirtschaftlich vor allem durch traditionelle Branchen geprägt. Die Metall- und Holzverarbeitung sowie die Glas- und Porzellanherstellung haben im Kreis immer eine bedeutende Rolle gespielt. Diese Industriezweige wurden später durch Betriebe der Kunststoff-, Lebensmittel- und Automobilzuliefererindustrie ergänzt. Der ausgeprägte Dienstleistungssektor sowie der Tourismus nehmen einen besonderen Stellenwert als Wirtschaftsfaktor ein. Die größten Industriebetriebe im Landkreis Hildburghausen befinden sich in Schönbrunn (Lebensmittelindustrie), Merbelsrod (Automobilzuliefererindustrie) und Schleusingen (Glasindustrie).

Verkehr [Bearbeiten]

Seit 1858 durchzieht die von der Werra-Eisenbahn-Gesellschaft erbaute Werrabahn Meiningen-Coburg den heutigen Landkreis und berührt auch die Kreisstadt Hildburghausen. Von hier aus führte seit 1888 die schmalspurige Bahnstrecke Hildburghausen–Lindenau-Friedrichshall, als Lokalbahn betrieben, in den Südzipfel des Kreises nach Lindenau-Friedrichshall. Sie wurde ebenso wie die 1890 in den Thüringer Wald hinein eröffnete Schmalspurbahn von Eisfeld nach Unterneubrunn vom Herzogtum Sachsen-Meiningen finanziert und anfangs von der Localbahn-Bau und Betriebs-Gesellschaft Wilhelm Hostmann & Co. aus Hannover betrieben.

In Themar zweigte 1888 eine Nebenstrecke der Werra-Eisenbahn-Gesellschaft nach Schleusingen ab, die 1904 von den Preußischen Staatsbahn (KPStE) über den Rennsteig nach Ilmenau–Erfurt verlängert wurde (siehe Rennsteigbahn).

Von der KPStE wurden dann noch 1909 die Linien Eisfeld–Sonneberg und 1911 Schleusingen–Suhl eröffnet.

Die ganz im Westen liegende Kleinstadt Römhild erhielt im Jahre 1893 von Rentwertshausen her durch die von der Bayerischen Staatsbahn im Auftrag des Herzogtums Sachsen-Meiningen betriebene Bahn eine Verbindung zur Hauptstrecke Meiningen–Schweinfurt.

Von den 145 km Strecken im Kreis sind in einem halben Jahrhundert 110 km stillgelegt worden:

Heute wird regelmäßiger Personenverkehr von der Südthüringenbahn (STB) auf der 35 km langen Strecke (Sonneberg)– Eisfeld–Hildburghausen–Themar(–Meiningen) betrieben und bedient sechs Stationen.

Auf der Gebirgsstrecke (Ilmenau)–Bahnhof RennsteigSchleusingenThemar, die die Rennsteigbahn GmbH & Co KG gepachtet hat, führen die Dampfbahnfreunde Mittlerer Rennsteig e. V. Dampf-Sonderfahrten sowie Güterverkehr durch.

Geschichte [Bearbeiten]

In der heutigen Gestalt existiert der Landkreis seit 1994, als der größte Teil des Landkreises Suhl mit dem Landkreis Hildburghausen vereinigt wurde. Der Landkreis Hildburghausen ist Teil des historischen Henneberger Landes.

Im Vorfeld einer geplanten zweiten Kreisgebietsreform in Thüringen hat eine Expertenkommission im Januar 2013 vorgeschlagen, den Landkreis mit dem Nachbarkreis Sonneberg, der Stadt Suhl und Teilen des Landkreises Schmalkalden-Meiningen zu einem Großkreis zu verschmelzen.[3] Aus Protest gegen diese Pläne brachte Landrat Thomas Müller einen Wechsel des Landkreises nach Bayern ins Gespräch.[4]

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 75 478
  • 1995: 75 168
  • 1996: 75 085
  • 1997: 74 990
  • 1998: 74 720
  • 1999: 74 167
  • 2000: 73 839
  • 2001: 73 246
  • 2002: 72 769
  • 2003: 72 000
  • 2004: 71 521
  • 2005: 71 022
  • 2006: 70 210
  • 2007: 69 425
  • 2008: 68 596
  • 2009: 67 816
  • 2010: 67 007
  • 2011: 66 307
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Städte und Gemeinden [Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Orte im Landkreis Hildburghausen

(Einwohner am 31. Dezember 2011[5])

¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft | ² erfüllende Gemeinde

Städte (nach Einwohnerzahl)

Gemeinden

Ahlstädt Auengrund Bad Colberg-Heldburg Beinerstadt Bischofrod Bockstadt Brünn Dingsleben Ehrenberg Eichenberg Eisfeld Römhild Gompertshausen Grimmelshausen Grub Römhild Hellingen Henfstädt Hildburghausen Kloster Veßra Lengfeld Marisfeld Masserberg Römhild Römhild Nahetal-Waldau Oberstadt Reurieth Römhild Sachsenbrunn Schlechtsart Schleusegrund Schleusingen Schmeheim Schweickershausen St. Bernhard St. Kilian Straufhain Themar Ummerstadt Veilsdorf Römhild Westhausen ThüringenMunicipalities in HBN.png
Über dieses Bild

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Ahlstädt (134)
  2. Beinerstadt (356)
  3. Bischofrod (186)
  4. Dingsleben (261)
  5. Ehrenberg (180)
  6. Eichenberg (177)
  7. Grimmelshausen (182)
  8. Grub (161)
  9. Henfstädt (351)
  10. Kloster Veßra (333)
  11. Lengfeld (444)
  12. Marisfeld (435)
  13. Oberstadt (370)
  14. Reurieth (885)
  15. Schmeheim (320)
  16. St. Bernhard (281)

Verwaltungssitz ist Themar, was selbst nicht zur VG Feldstein gehört.

  1. Bad Colberg-Heldburg, Stadt, Verwaltungssitz (2076)
  2. Gompertshausen (499)
  3. Hellingen (1034)
  4. Schlechtsart (168)
  5. Schweickershausen (153)
  6. Ummerstadt, Stadt (499)
  7. Westhausen (601)

Zu den Begriffen Verwaltungsgemeinschaft bzw. erfüllende Gemeinde siehe Verwaltungsgemeinschaft in Thüringen.

Gebietsveränderungen [Bearbeiten]

Gemeinden [Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften [Bearbeiten]

  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Gleichberge – Bildung der Einheitsgemeinde Stadt Römhild aus den Mitgliedsgemeinden sowie der Einheitsgemeinde Gleichamberg (31. Dezember 2012)

Dialekte im Kreisgebiet [Bearbeiten]

Im Landkreis werden drei mainfränkische Dialekte gesprochen:

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Hildburghausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=069
  3. Thüringer Gebietsreform, aufgerufen am 5. Februar 2013
  4. Sonneberg und Hildburghausen drohen mit Flucht nach Franken, aufgerufen am 5. Februar 2013
  5. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften