Großer Beerberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Großer Beerberg
Blick über Suhl-Goldlauter hinweg zum Großen Beerberg

Blick über Suhl-Goldlauter hinweg zum Großen Beerberg

Höhe 982,9 m ü. NHN [1]
Lage bei Heidersbach und Goldlauter; Ilmkreis, Thüringen (Deutschland)
Gebirge Thüringer Wald
Dominanz 103 km → Ochsenkopf (Fichtelgebirge)
Schartenhöhe 389 m ↓ O von Querenbach[2]
Koordinaten 50° 39′ 34″ N, 10° 44′ 42″ O50.65944444444410.745982.9Koordinaten: 50° 39′ 34″ N, 10° 44′ 42″ O
Großer Beerberg (Thüringen)
Großer Beerberg
Typ Vulkanrest
Gestein Quarzporphyr
Alter des Gesteins Perm
Besonderheiten – höchster Berg Thüringens und des Thüringer Waldes
Beerbergmoor
pd3
Die drei höchsten Berge des Thüringer Waldes: Blick vom Großen Finsterberg (dritthöchster Berg, 944,1 m) zum Großen Beerberg (höchster, links, 982,9 m) und Schneekopf (zweithöchster, rechts, mit Turm, 978 m); links des Schneekopfes sein Nebengipfel Teufelskreise (967 m), darunter die Ansiedlung Schmücke

Der Große Beerberg ist ein Überbleibsel eines vor über 250 Millionen Jahren aktiven Vulkans und mit 982,9 m ü. NHN[1] die höchste Erhebung des Thüringer Waldes und Thüringens. Er befindet sich bei Suhl-Heidersbach und -Goldlauter im Ilm-Kreis und besteht aus Rhyolith („Quarzporphyr“).

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Große Beerberg erhebt sich im Rahmen seiner Gipfelregion und seiner Südostflanke direkt außerhalb des Naturparks Thüringer Wald. Sein Gipfel liegt 2,6 km nordnordöstlich von Heidersbach und 3 km nördlich von Goldlauter, die zur Stadt Suhl gehören, sowie 5,5 km östlich der Stadt Zella-Mehlis.

Nebengipfel[Bearbeiten]

Zwischen dem Gipfel des Großen Beerbergs und dem des östlich benachbarten, 978 m hohen Schneekopfes (zweithöchster Berg Thüringens) liegt ein Sattel, den die beiden Gipfel um gerade einmal 60 m überragen. In westlichen Richtungen schließen sich verschiedene Erhebungen an, die vom eigenen Namen her zwar als Berge gelten, nach ihrer geringen Dominanz und Prominenz aber größtenteils als Nebengipfel des Großen Beerbergs einzustufen sind – mit Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):[1]

  • Wildekopf943,2 m; 1,3 km westnordwestlich
    • Sommerbachskopf – ca. 942 m; 1,3 km nordwestlich
  • Unterer Beerberg890,5 m; 700 m südwestlich
  • Farmenfleck890 m; 2,8 km nordwestlich
  • Spitzer Berg (auch: Spitziger Berg) – 881,5 m; 3,4 km nordwestlich; bereits relativ eigenständiger Berg in nahe der Bundesstraße 247 zwischen Oberhof und Zella-Mehlis

Fließgewässer[Bearbeiten]

Auf dem Übergangsbereich des Großen Beerberges zum östlichen Nebengipfel Teufelskreise liegt die Quelle des vom auf seiner Nordflanke entspringenden Steinbach gespeisten Schmücker Grabens (Langer Bach), dem längsten Quellbach der Wilden Gera. Südöstlich des Berges entspringt auf der Südwestflanke dieses Nebengipfels die Goldlauter (Goldene Lauter), dem Oberlauf der Lauter, und auf der Bergsüdflanke deren Zufluss Dürre Lauter. Auf der Süd- und Westflanke des Berges entspringen zwei Quellbäche des Steinfelder Wassers, das den auf der Nordwestflanke seines Nebengipfels Wildekopf quellenden Lauter-Zufluss Mühlwasser speist. Auf der Nordnordwestflanke des Berges liegt die Quelle der Lichtenau (Floßgraben, Lübenbach).

Natur[Bearbeiten]

Beerbergmoor[Bearbeiten]

Auf der Gipfelregion des Großen Beerberges befindet sich eines der wenigen erhaltenen Regenmoore (Hochmoor) des Thüringer Waldes. Es ist als Teil des Biosphärenreservats Vessertal-Thüringer Wald geschützt und als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Den höchsten Punkt des Berges zu betreten ist daher nicht erlaubt.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Auf der Gipfelregion des Großen Beerbergs liegt das Naturschutzgebiet Beerbergmoor (Zone I BR Vessertal-Thüringer Wald) (CDDA-Nr. 9357; 1939 ausgewiesen; 34,2 ha groß). Auf dem gesamten Berg befinden sich Teile des Landschaftsschutzgebiets Thüringer Wald (CDDA-Nr. 20896; 1963; 1443,43 km²). Bis auf die Gipfelregion reichen Teile des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Schneekopf–Schmücker Graben–Großer Beerberg (FFH-Nr. 5330-301; 11,06 km²) und bis auf die unteren Teile der Bergsüdflanke solche des FFH-Gebiets Thüringer Wald östlich Suhl mit Vessertal (FFH-Nr. 5330-306; 37,29 km²). Auf dem Berg befinden sich auch Teile des Vogelschutzgebiets Mittlerer Thüringer Wald (VSG-Nr. 5430-401; 183,72 km²).[1]

Aussichtsturm und -plattform[Bearbeiten]

Bis Ende der 1980er Jahre befand sich auf dem Berg ein inzwischen abgerissener Aussichtsturm. Später wurde knapp unterhalb des Gipfels an Plänckners Aussicht eine kleine Plattform neu errichtet, von der aus sich ein hervorragender Ausblick nach Süden und Südwesten bietet. Dort vorbei verläuft im Abschnitt zwischen Oberhof und Schmücke der Rennsteig.

Blick vom Simmersberg (780,8 m) auf die höchsten Berge des Thüringer Waldes: Adlersberg (849,9 m) mit Neuhäuser Hügel (890,6 m), Großer Beerberg (teils verdeckt, 982,9 m), Wildekopf (943,2 m), Großer Eisenberg (907,4 m), Schneekopf (978 m), Großer (944,1 m) und Kleiner Finsterberg (Finsterberger Köpfchen; 874,6 m); im Vordergrund Kalter Staudenkopf (768,1 m) und Schmiedswiesenkopf (783,8 m) – das Große Riesenhaupt (763,8 m) bei Frauenwald und der Große Hundskopf (824,2 m) bei Allzunah schlössen sich rechts an – sowie der Nebengipfel Hohe Warth (718,1 m); links im Hintergrund der 52 km entfernte Pleß (645,4 m) in der Vorderen Rhön

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Dominanzen und Prominenzen nach highrisepages.de; die mithilfe von Elevation Contours in Google Maps ermittelte Scharte liegt mit 585 m sogar etwas niedriger, was eine Schartenhöhe von 398 m ergäbe.