Hötensleben

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hötensleben
Hötensleben
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hötensleben hervorgehoben
52.11666666666711.01666666666799Koordinaten: 52° 7′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Obere Aller
Höhe: 99 m ü. NHN
Fläche: 60,75 km²
Einwohner: 3751 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39393
Vorwahlen: 039401, 039402, 039405
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 320
Adresse der Verbandsverwaltung: Zimmermannplatz 2
39365 Eilsleben
Webpräsenz: www.obere-aller.de
Bürgermeister: Dieter Buchwald (CDU)
Lage der Gemeinde Hötensleben im Landkreis Börde
Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Ingersleben Beendorf Bülstringen Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Erxleben Hohe Börde Oschersleben (Bode) Angern Calvörde Hohe Börde Flechtingen Hohe Börde Hohe Börde Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Eilsleben Oschersleben (Bode) Oebisfelde-Weferlingen Oschersleben (Bode) Hohe Börde Hötensleben Eilsleben Hohe Börde Altenhausen Burgstall Angern Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Flechtingen Hohe Börde Wanzleben-Börde Hohe Börde Sommersdorf Zielitz Calvörde Wanzleben-Börde Hohe Börde Calvörde Ingersleben Erxleben Loitsche-Heinrichsberg Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Hohe Börde Eilsleben Flechtingen Wefensleben Eilsleben Calvörde Wanzleben-Börde Eilsleben Wanzleben-Börde Hötensleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Westheide Wanzleben-Börde Am Großen Bruch Ummendorf Wanzleben-Börde Erxleben Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Wolmirstedt Oebisfelde-Weferlingen Westheide Altenhausen Erxleben Wanzleben-Börde Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Haldensleben Harbke Sommersdorf Oschersleben (Bode) Loitsche-Heinrichsberg Bülstringen Wanzleben-Börde Völpke Burgstall Angern Westheide Oschersleben (Bode) Angern Wanzleben-Börde Rogätz Hohe Börde Hohe Börde Barleben Erxleben Am Großen Bruch Hötensleben Ausleben Burgstall Calvörde Wolmirstedt Kroppenstedt Flechtingen Wanzleben-Börde Burgstall Gröningen Colbitz Niedere Börde Oebisfelde-Weferlingen Sülzetal Oschersleben (Bode) HaldenslebenKarte
Über dieses Bild

Hötensleben ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitglied der Verbandsgemeinde Obere Aller.

Geographie[Bearbeiten]

Hötensleben liegt ca. 12 km südlich von Helmstedt und 5 km östlich des Höhenzugs Elm und damit am Rand des Naturparks Elm-Lappwald.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Als Ortsteile der Gemeinde sind ausgewiesen:

Als Wohnplätze der Gemeinde sind ausgewiesen:

  • Am Rahl
  • Glashütte

Geschichte[Bearbeiten]

Der erste urkundliche Nachweis von Hötensleben geht auf das Jahr 983 zurück. In diesem Jahr findet sich in einem Besitzverzeichnis der Abtei Werden der Ort unter der Bezeichnung Holeinaslofu oder Hokinasluvu. Die Jahreszahl ist jedoch erst im 16. Jahrhundert in dieses handschriftliche Dokument eingefügt wurden, daher kann diese Quelle nicht als verlässlich angesehen werden.

Am 10. Januar 1016 findet sich hingegen ein klarer urkundlicher Nachweis des Ortes. In den Regesta Archiepiscopatus Magdeburgiensis wird von einer Schenkung der Erbgüter der Gräfin Adela (auch Athela), Gemahlin des Grafen Balderich, durch den Sohn Bischof Meinwerk von Paderborn an Kaiser Heinrich II. gesprochen.

Im Laufe der Geschichte wechselten die Besitzer von Ort und Burg unter geistlichen als auch weltlichen Landesherren sehr oft. Am 21. April 1549 wurde Hans der Reiche mit seinem Bruder Jobst Besitzer der Burg. Hans von Bartensleben stiftete im Jahre 1580 das Wolfsburgische Armenhaus und Spital, in dessen Nachfolgebau aus dem 17. Jahrhundert sich heute das Rathaus befindet. Im Zuge der Reformation trat 1559 der erste lutherische Prediger sein Amt an.[2]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat zum 1. Juli 1816 wurde Hötensleben dem Kreis Neuhaldensleben im Regierungsbezirk Magdeburg zugeordnet.[3] 1851 werden die ersten Braunkohlegruben eröffnet, weitere Gruben entstehen in den Folgejahren. Die Kohleförderung wird im Mai 1955 eingestellt.[2]

Die Gemeinde gehörte vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2009 der Verwaltungsgemeinschaft Obere Aller und seitdem der Verbandsgemeinde Obere Aller an.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Ohrsleben wurde am 1. Januar 2005 eingemeindet.[4] Barneberg folgte am 1. Januar 2010, Wackersleben einen Tag später.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner1
1875 2941
1880 3498
1890 4214
1910[6] 5228
1933 4687
1939 4371
2003 2481
2004 2402
2005 2691
2006 2650
2007 2613
2008 2554

11910 Einwohnerzahl vom 1. Dezember, ab 2003 jeweils zum 31. Dezember.
(Quelle vor 1940 mit Ausnahme 1910: [7], Quellen ab 2003: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt)

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Dieter Buchwald wurde zum ersten Mal am 12. Juni 1994 gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 30. Mai 1991 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Roter Schild, belegt mit schräg-linker, silberner Hellebarde.“

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnergemeinde von Hötensleben ist Erbrée in Frankreich.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sankt-Bartholomäus-Kirche
Kirche St. Josef und St. Augustinus

Rathaus[Bearbeiten]

Im heutigen Rathaus, einem barockem Bau, befand sich früher das Wolfsburgische Armenhaus, ein Waisenhaus. Eine Gedenktafel über dem Eingang der Rathaustür erinnert an die Stiftung des Hans von Bartensleben aus Wolfsburg 1580. Beim bestehenden Bau handelt es sich um einen Neuaufbau des im 17. Jahrhundert zerstörten Armenhauses.[2]

Kirche St. Bartholomäus[Bearbeiten]

Der Gründerbau der evangelischen Kirche St. Bartholomäus stammt vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Aus dieser Zeit sind der gemauerte romanische Altartisch und Teile des Turmes erhalten geblieben. Die Kirche wurde erstmals 1399 urkundlich erwähnt.[2] Nach dem Dreißigjährigen Krieg war die Kirche alten Schriften zufolge nur noch eine Ruine. Unter dem Patronat der Landgrafen von Hessen-Homburg wurde die Kirche von 1672 bis 1691 wiederaufgebaut. In dieser Zeit entstand auch die barocke Innenausstattung der Kirche. Die Kirchengemeinde „St. Bartholomäus“ gehört zum Kirchspiel Hötensleben im Kirchenkreis Egeln.

Kirche St. Josef und St. Augustinus[Bearbeiten]

Die katholische Kirche „St. Josef und St. Augustinus“ ist benannt nach Josef von Nazaret und Augustinus von Hippo. Es ist ein roter Backsteinbau im neoromanischen Stil, in den Jahren 1890 und 1891 erbaut. Am 21. Oktober 1891 wurde diese Kirche durch den Weihbischof Augustinus Gockel aus Paderborn geweiht. Die Kirche befindet sich an der Nordstraße und gehört heute zur Pfarrei St. Marien mit Sitz in Oschersleben.

Kirche St. Stephanus[Bearbeiten]

Siehe: Kirche St. Stephanus (Ohrsleben)

Grenzdenkmal Hötensleben[Bearbeiten]

In Hötensleben befindet sich eines der letzten Teilstücke der Innerdeutschen Grenze als der ehemaligen Grenzanlage zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik, die direkt an den Häusern des Ortes errichtet worden ist. Auf einer Länge von 350 m und einer Fläche von 6,5 ha sind unter anderem die Sichtblendmauer, der Signalzaun, das Sicht- und Schussfeld mit Lichttrasse, Kolonnenweg und Kfz-Hindernis, die Grenzmauer und der Führungsturm mit Kraftfahrzeugstellung erhalten geblieben.

Grenzdenkmal Hötensleben

Am 12. Januar 1990 wurden die Grenzanlagen unter Denkmalschutz gestellt, die den Zustand von 1989 dokumentieren. Seit 2004 sind sie als Grenzdenkmal Hötensleben Bestandteil der rund 18 km nördlich liegenden Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Seit 2011 zählt die Anlage mit der Gedenkstätte in Marienborn zum Europäischen Kulturerbe. Das Gelände des Denkmals ist frei zugänglich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zur Bundesstraße 245 in Barneberg, die Halberstadt und Haldensleben verbindet, sind es in östlicher Richtung ca. 4 km. Die Bundesstraße 245a stellt von dort aus die Verbindung nach Helmstedt her. Die Bahnstrecke Oschersleben–Schöningen ist stillgelegt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Annelie Ehrhardt (* 18. Juni 1950 in Ohrsleben), Leichtathletin und Olympiasiegerin
  • Mohammed Aman Hobohm (* 22. Oktober 1926), Diplomat und stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD)
  • Julius Hundeiker (1784−1854), lutherischer Geistlicher und Romanautor
  • Achim Walter (*1936), ehemaliger Mitarbeiter der unteren Denkmalschutzbehörde und Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am Bande für seine Tätigkeit am Denkmal der Mauer in Hötensleben
  • Johannes Wicke (1863−1939), Richter, Präsident des Landgerichts Braunschweig 1914−1928

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hötensleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c d Arbeitskreis Heimatgeschichte unter der Leitung des Ortschronisten Günter Schwulera: Hötensleben im Wandel der Zeit Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2007, ISBN 978-3-86595-224-0.
  3. www.ulischubert.de Landkreis Neuhaldensleben, abgerufen am 13. April 2011
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. www.gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 6. April 2012
  7. www.verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 6. April 2012