Ummendorf (Börde)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ummendorf
Ummendorf (Börde)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ummendorf hervorgehoben
52.15305555555611.183055555556134Koordinaten: 52° 9′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verbandsgemeinde: Obere Aller
Höhe: 134 m ü. NHN
Fläche: 15,68 km²
Einwohner: 1009 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39365
Vorwahl: 039409
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 505
Gemeindegliederung: 1 Ortsteil
Adresse der Verbandsverwaltung: Zimmermannplatz 2
39365 Eilsleben
Webpräsenz: www.ummendorf-boerde.de
Bürgermeister: Reinhard Falke
Lage der Gemeinde Ummendorf im Landkreis Börde
Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Ingersleben Beendorf Bülstringen Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Erxleben Hohe Börde Oschersleben (Bode) Angern Calvörde Hohe Börde Flechtingen Hohe Börde Hohe Börde Ingersleben Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Eilsleben Oschersleben (Bode) Oebisfelde-Weferlingen Oschersleben (Bode) Hohe Börde Hötensleben Eilsleben Hohe Börde Altenhausen Burgstall Angern Oebisfelde-Weferlingen Oebisfelde-Weferlingen Flechtingen Hohe Börde Wanzleben-Börde Hohe Börde Sommersdorf Zielitz Calvörde Wanzleben-Börde Hohe Börde Calvörde Ingersleben Erxleben Loitsche-Heinrichsberg Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Hohe Börde Eilsleben Flechtingen Wefensleben Eilsleben Calvörde Wanzleben-Börde Eilsleben Wanzleben-Börde Hötensleben Oebisfelde-Weferlingen Calvörde Oebisfelde-Weferlingen Westheide Wanzleben-Börde Am Großen Bruch Ummendorf Wanzleben-Börde Erxleben Oebisfelde-Weferlingen Altenhausen Wolmirstedt Oebisfelde-Weferlingen Westheide Altenhausen Erxleben Wanzleben-Börde Oebisfelde-Weferlingen Hohe Börde Haldensleben Harbke Sommersdorf Oschersleben (Bode) Loitsche-Heinrichsberg Bülstringen Wanzleben-Börde Völpke Burgstall Angern Westheide Oschersleben (Bode) Angern Wanzleben-Börde Rogätz Hohe Börde Hohe Börde Barleben Erxleben Am Großen Bruch Hötensleben Ausleben Burgstall Calvörde Wolmirstedt Kroppenstedt Flechtingen Wanzleben-Börde Burgstall Gröningen Colbitz Niedere Börde Oebisfelde-Weferlingen Sülzetal Oschersleben (Bode) HaldenslebenKarte
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Ummendorf ist eine Gemeinde im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Obere Aller an, die ihren Sitz in der Gemeinde Eilsleben hat.

Geografie und Geologie[Bearbeiten]

Im Gemeindegebiet von Ummendorf am Nordwestrand der Magdeburger Börde liegen zwei Quellen der Aller. Nahe dem Ortsteil Gehringsdorf erreicht der bewaldete Höhenzug Hohes Holz im Edelberg 209 m ü. NN. Die Stadt Seehausen ist ca. 10 km, die niedersächsische Stadt Helmstedt etwa 18 km von Ummendorf entfernt.

Der Ummendorfer Sandstein, der auch Magdeburger Sandstein genannt wird und unweit von Ummendorf abgebaut wurde, hat große kunsthistorische Bedeutung, weil auf Weisung Friedrich des Großen ein großer Teil dieser Sandsteine in seinen Prachtbauten in Potsdam verbaut wurden. Die Burg Ummendorf und des Weiteren ist der Magdeburger Dom aus diesem Naturstein gebaut worden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Ummendorf gehört der 3 km nordöstlich liegende Ortsteil Neu Ummendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1145 taucht Ummendorf erstmals in einer Besitzurkunde auf. Hierin wurden die Besitzungen des Klosters Berge (nahe Magdeburg) in Ummendorf von Papst Lucius II. bestätigt.

Ende des 12. Jahrhunderts war das Dorf im Besitz derer von Ummendorf, die in dieser Zeit die ursprüngliche Burg Ummendorf erbauten. Im 15. Jahrhundert gehörte die Burg für einige Jahre der Familie von Veltheim, die sich später als Raubritter hervortaten und 1430 von den Magdeburgern vertrieben wurden.

Ab Mitte des 15. Jahrhunderts herrschte die Familie von Meyendorff, die Mitte des 16. Jahrhunderts um den erhalten gebliebenen Turm die heutige Burganlage errichtete.

1553 berief Andreas I. von Meyendorff Wolfgang Kropf als ersten evangelischen Pfarrer nach Ummendorf. In den Jahren 1556 bis 1566 erfolgte ein aufwendiger Umbau der Kirche im Auftrag des Burgherrn Andreas I. von Meyendorff. Währenddessen wurde im Jahre 1564 eine Küsterschule gegründet und es kam zur Einführung der Schulpflicht für Jungen durch Andreas I. von Meyendorff.

1667 stirbt in Ummendorf die Linie des Geschlechts von Meyendorff aus.

Die Burg wurde im Dreißigjährigen Krieg von Wallenstein erobert. Im 17. Jahrhundert war Ummendorf erneut im Besitz der Familie von Veltheim.

Durch Bestimmungen des Westfälischen Friedens fiel das ehemalige Erzbistum an das Kurfürstentum Brandenburg. Damit wurde Ummendorf zur kurfürstlichen Domäne.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
31.12.2003 1.063
31.12.2004 1.061
31.12.2005 1.053
31.12.2006 1.036
31.12.2007 1.039
31.12.2008 1.012
31.12.2009 1.006

(Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt)

Politik[Bearbeiten]

Ummendorf ist die kleinste selbstständige Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde Obere Aller (mit knapp 1000 Einwohnern). Seit 1990 existiert eine Bürgerinitiative, dass Ummendorfer Bürgerforum e.V., die seitdem durchgängig im Gemeinderat vertreten ist. Ebenfalls gibt es seit 1990 eine CDU-Fraktion. Bis zur Wahl 2009 war eine Fraktion aus Ummendorfer Sportfreunden vertreten. Das Interesse zur politischen Partizipation war durch ausreichende Kandidatenaufstellung zu Gemeinderatswahlen immer abgesichert. Der erste Bürgermeister der Gemeinde Ummendorf nach der Wende war Erhard Pötzsch (Mitglied des Ummendorfer Bürgerforum e.V.). Im Anschluss wurde Reinhard Falke Bürgermeister der Gemeinde Ummendorf. Die verschiedenen Fraktionen arbeiteten immer sehr partnerschaftlich und im Interesse des Dorfes zusammen. Dadurch konnten zahlreiche Erfolge verbucht werden (z. B. bei Dorferneuerungswettbewerben).

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 10. August 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten, vorn in blau ein silberner Schwan am Spalt mit rotem Schnabel und rotem Schwimmfuß, hinten siebenmal geteilt von silber über blau, in den blauen Balken je eine Reihe gestürzter silberner Eisenhutpfahlfehs.“

Es wurde auf der Grundlage eines Anfang des 13. Jahrhunderts verwendeten Wappens derer von Ummendorf gestaltet.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

  • Es gibt eine Grabstätte mit Gedenkstein am Ende der Straße "Thiemühle" für einen namentlich bekannten Polen, der während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und ein Opfer von Zwangsarbeit wurde. Er wurde am 21. Januar 1943 unweit der heutigen Gedenkstätte am "Thie" öffentlich erhängt, weil er Frau und Kind vor den Schlägen des Gutsbesitzers Bethge schützen wollte.
  • Es befinden sich zwei Kriegerdenkmäler in der Sommerschenburger Straße auf dem Gelände des alten Friedhofes.
  • Anlässlich des Friedens nach dem Deutsch-französischen Krieg nach 1871 wurde in Ummendorf eine Friedenseiche gepflanzt. Sie steht auf dem ehemaligen Bäckerplatz. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt der Platz den Namen Friedensplatz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das in Ummendorf befindliche Börde-Museum Burg Ummendorf zeigt neben wechselnden Sonderausstellungen unter anderem alte Landmaschinen.
  • Jährlich findet im Innenhof der Burganlage der Burgsommer statt. Es werden Konzerte, ein historischer Handwerkermarkt, Bühnenspiele des Ummendorfer Burgtheaters e.V. sowie das Treffen historischer Fahrzeuge angeboten.
  • Nach mehrmaligen Teilnahmen am Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft konnte Ummendorf im Jahr 2002 die Goldplakette des Bundeswettbewerbes erringen. Ummendorf richtete am 23. September 2006 die Siegerehrung für das Siegerdorf des Europäischen Dorferneuerungswettbewerb 2006 aus.
  • Im Jahre 2004 beteiligte sich Ummendorf am Wettbewerb zum Europäischen Dorferneuerungspreis. Der 8. Wettbewerb der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung stand unter dem Motto „Aufbruch zur Einzigartigkeit“. Ummendorf gewann diesen Titel für die Jahre 2004 und 2005.
  • Von über den Ort selbst hinausgehender Bedeutung ist auch der an zwei Tagen im Jahr im Umfeld der Burg durchgeführte Weihnachtsmarkt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Ummendorf liegt an der Bundesstraße 245a (HaldenslebenHalberstadt), der Autobahn-Anschluss Alleringsleben (A 2) ist ca. 7 km von der Gemeinde entfernt. Es bestehen weitere Straßenverbindungen in die umliegenden Städte Helmstedt, Wanzleben und Seehausen. Der Bahnhof in der Nachbargemeinde Eilsleben liegt an der Bahnlinie MagdeburgBraunschweig.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ummendorf (Börde) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien