Angern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Angern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Angern
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Angern hervorgehoben
Koordinaten: 52° 21′ N, 11° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Verwaltungsge-
meinschaft:
Elbe-Heide
Höhe: 43 m ü. NN
Fläche: 25,81 km²
Einwohner: 1337 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39326
Vorwahl: 039363
Kfz-Kennzeichen: BK
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 030
Adresse der Verbandsverwaltung: Magdeburger Straße 40
39326 Rogätz
Webpräsenz:
Bürgermeister: Alfred Bühnemann (CDU)
Lage der Gemeinde Angern im Landkreis Börde
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Karte

Angern ist eine Gemeinde im Nordosten des Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Elbe-Heide an, die ihren Sitz in der Gemeinde Rogätz hat (Außenstelle in Colbitz).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ortsname

Die toponymische Bedeutung des Ortsnamens ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich bezieht sich der Ortsname auf das Wort Anger, das soviel wie Wiesengrund bedeutet.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Wappen

Blasonierung: „Geteilt über rot und weiß, darauf eine stilisierte Wasseroberfläche in blau, im oberen Teil ein weißer Schwan, im unteren Teil eine rote Lilie.“

[Bearbeiten] Geschichte

Die Gründung des Ortes ist nicht durch schriftliche Zeugnisse belegt. Die ersten schriftlichen Erwähnungen des Ortes stammen aus dem 14. Jahrhundert. Gleichwohl war die Gegend bereits in der Jungsteinzeit besiedelt, wovon zahlreiche Bodenfunde Zeugnis geben. Erste Siedlungen in der Gegend wurden von den Angeln errichtet.

Für die Jahre ab 1160 ist die Herkunft der Familie von Angern beglaubigt, die ihren Namen von diesem Ort ableitet. So wird ein Theoderich von Angern erwähnt, der mit dem Markgrafen Albrecht dem Bär in die Altmark gekommen sein soll. Der Name eines Heinrich von Angern taucht um 1217 in den schriftlichen Zeugnissen des Klosters Hillersleben auf.

Der Ort Angern gehörte lange zu Streitmasse zwischen den Markgrafen von Brandenburg und dem Erzbistum Magdeburg. Im Jahr 1336 verzichtete Markgraf Ludwig I. von Brandenburg auf mehrere Ortschaften, darunter Angern, das nun nicht mehr zur brandenburgischen Altmark sondern zum Erzbistum Magdeburg gehörte. Der Streit wurde am 12. November 1449 im Zinnaischen Vergleich zwischen Kurfürst Friedrich II. von Brandenburg, genannt der Eiserne und Friedrich III. Graf von Bleichlingen und Erzbischof von Magdeburg beigelegt und die Grenzfestlegung von 1336 bestätigt. Das erzbischöfliche Stift in Magdeburg verzichtete auf die Altmark, sicherte sich jedoch die Ansprüche an einigen Orten, darunter an dem Dorf Angern.

Das Dorf Angern findet bis zur ersten lutherischen Kirchenvisitation 1562 bis 1564 kaum Erwähnung, wenn dann nur im Zusammenhang mit der Burg, bzw. dem Schloss Angern. Die ersten Aufzeichnungen beginnen im Jahr 1558, zu dieser Zeit lebten im Dorf 56 Familien.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Dorf von durchziehenden Truppen mehrmals stark verwüstet. Von den Kriegsschäden erholte sich der Ort kaum. Im Krieg gegen Frankreich 1806 wurde Angern erst von preußischen schließlich von französischen Truppen heimgesucht. Nach dem Frieden von Tilsit 1807 gehörten fortan alle Gebiete westlich der Elbe zum Königreich Westfalen. Eine Verwaltung nach französischem Vorbild wurde eingerichtet und Angern dem Kanton Rogätz im Elbdepartement zugerechnet. Mit den Reformen der neuen Regierung wurde die Gewerbefreiheit ermöglicht und die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben, die Gewaltenteilung und der Code Civil eingeführt.

1887 erhielt Angern einen Bahnanschluss. 1907 wurden Straßennamen festgelegt.

[Bearbeiten] Burg und Schloss

Bereits 1341 hatte Erzbischof Otto, Landgraf von Hessen, von Magdeburg in Angern eine Burg mit einem künstlichen Wassergraben errichten lassen, von der man annimmt, dass sie auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus errichtet wurde.

Die Wasserburg wechselte jedoch mehrmals den Eigentümer. 1343 gehörte sie einem Gerlof von Brunhorcz. Ab 1363 ist der Burgherr Lüdecke von Grieben im Lehnsbesitz von Angern. Er war kein Angehöriger des bedeutenden gleichnamigen Adelsgeschlechts derer von Grieben, sondern ein Vasall derselbigen und hatte, wie damals üblich, deren Namen angenommen. Im Jahr 1370 sind Lüdecke von Grieben und zwei Söhne des Ritters Jakob von Eichendorf mit dem Ort Angern belehnt. Ab 1373 war Ritter Gebhard von Alvensleben, auch von Klötzen genannt, Lehnsherr in Angern. Er machte vor allem durch Raubüberfälle auf Magdeburger Kaufleute von sich reden. Im Jahr 1382 belagerten Magdeburger Bürger die Burg in Angern bis Gebhard von Alvensleben ihnen die Burg für 400 Mark Silber abtrat. Friedrich Graf von Hoym und Erzbischof von Magdeburg verlangte das Schloss Angern als Lehngut des Erzstiftes. Aber erst 1384 wurde das Schloss Angern von der Stadt Magdeburg an den neuen Erzbischof Albrecht IV. gegen eine Zahlung von 900 Mark Silber übergeben.

Das Schloss war stark beschädigt, sodass der Erzbischof das Haus renovieren lassen musste. In der folgenden Zeit wird das Schloss immer wieder als Pfand veräußert und wechselt somit seine Besitzer. Nach der Renovierung verpfändete der Erzbischof das Haus Angern an Hermann von Standorf, von dem es 1391 wieder eingelöst wurde. 1392 wurde Angern an Henning von Rengerslage verpfändet für einen Betrag von 800 Böhmischen Gulden. Erzbischof Günter II. Graf von Schwarzburg löste das Haus 1403 von den Gebrüdern Albrecht und Cuno von Rengerslage wieder ein. 1411 ging das Haus als Pfand an Sander von Hemmersdorf (oder Alexander von Hermstorf). Dieser gab das Haus 1424 gegen eine Zahlung von 400 Rheinischen Gulden weiter an Margarethe und Dietrich von Czerwst (auch Diether von Zerbst) und die Gebrüder Ritter Bernhard (auch Barndt) und Werner von der Schulenburg.

1448 wurde das Schloss Angern schließlich an die Gebrüder Busso, Bernd und Matthias (auch Matthies) von der Schulenburg durch einen Lehnbrief des Erzbischofs Friedrich II. Graf von Bleichingen „zu rechtem männlichen Lehen“ beliehen. Die Familie von Zerbst wurde mit Geld abgefunden und Erzbischof Friedrich von Magdeburg bekam größere Summen für seine Bauten in Giebichenstein und Wolmirstedt vorgeschossen. Trotz mannigfacher Erbteilungen der Familie von der Schulenburg blieben Schloss und Grund Angern fast fünfhundert Jahre bis 1947 im Besitz der Familie.

Von 1949 bis 1990 war in dem Schloss eine landwirtschaftliche Berufsschule untergebracht. 1997 erwarb die Familie von der Schulenburg das Schloss wieder.

[Bearbeiten] Weblinks

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