Hugo Egon Balder

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hugo Egon Balder

Hugo Egon Balder (* 22. März 1950 in Berlin-Schöneberg; eigentlich: Egon Hugo Balder[1]) ist ein deutscher Fernsehmoderator, Fernsehproduzent, Musiker, Musikproduzent, Schauspieler und Kabarettist. Bekannt ist er vor allem als Moderator der Sendungen Alles nichts oder?!, Tutti Frutti sowie der Quizsendung Genial daneben. Seit 2010 ist er Teilhaber einer Kneipe in Hamburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben

Balder ist der Sohn von Egon Friedrich Balder und Gerda Balder geb. Schure. Gerda Balder war Jüdin und überlebte mit ihrer Mutter Johanne Schure und dem Sohn aus erster Ehe mit dem im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten Walter Leyserson, das Konzentrationslager Theresienstadt.[2]

Balder wuchs in der Rubensstrasse in Berlin-Friedenau auf. Mit vier Jahren begann er mit dem Klavierunterricht, insgesamt bis zum zwölften Lebensjahr, und hatte dann zwei Jahre Schlagzeugunterricht. Während seiner Jugend spielte er Schlagzeug bei den Earls. 1967 gehörte er, ebenfalls als Schlagzeuger, zu den Gründungsmitgliedern von Birth Control, die sich aus den besagten Earls und The Gents zusammensetzten.

Nach einem Kunst- und Grafikstudium besuchte Balder von 1970 bis 1973 die private Schauspielschule von Else Bongers in Berlin.

[Bearbeiten] Karriere

Anfänge als Musiker und Kabarettist

Balder gehörte zunächst dem Ensemble des Berliner Schillertheaters an. In der ZDF-Sendereihe Vorsicht, Musik, Nachfolger der von Ilja Richter moderierten Musiksendung Disco, war er in den Jahren 1982, mit dem Titel "Schwarzfahren" und 1983 an der Seite von Frank Zander als Stimme der Handpuppe Herr Feldmann zu hören. 1985 trat Balder in das Ensemble des Düsseldorfer Kabaretts Kom(m)ödchen ein, wo er gemeinsam mit Lore Lorentz und Harald Schmidt Programmkabarett gestaltete. Nebenher verdingte er sich als Schlagersänger und hatte 1985 mit der Single Erna kommt, einer Coverversion des Titels von Wolfgang Lippert, einen kommerziellen Erfolg.

Moderator und Produzent bei RTL

Erste Erfahrungen als Moderator sammelte Hugo Egon Balder mit verschiedenen Hörfunksendungen auf den „4 fröhlichen Wellen“ von Radio Luxemburg, ab 1984 trat er auch regelmäßig im RTL-Fernsehen auf. Seine frühe Popularität gründet sich vorrangig auf die beiden Unterhaltungsshows Alles nichts oder?! (gemeinsam mit Hella von Sinnen) und später Tutti Frutti, die er zwischen 1990 und 1993 bei RTL moderierte.

Als Produzent war Balder unter anderem für April, April mit Frank Elstner (RTL, 1995) und – zusammen mit Jacky Dreksler – für die Kult-Sendung RTL Samstag Nacht (RTL, 1993–1998) verantwortlich.

1997 folgte sein Debüt als Regisseur für die Fernsehkomödie Silvias Bauch – 2 Männer und (k)ein Baby (Darsteller u.a. Dolly Dollar, Markus Maria Profitlich, Dorkas Kiefer, Piet Klocke, Helmut Zierl). 1998 präsentierte er die RTL-Samstagabend-Show Fata Morgana – Die wüste Orientshow, im Jahre 2002 moderierte er bei 9Live die Show Tanzmarathon.

Neubeginn bei Sat.1

Seit dem 11. Januar 2003 moderiert und produziert Hugo Egon Balder das von Sat.1 ausgestrahlte Comedy-Quiz Genial daneben. Von 2003 bis 2009 war er außerdem Moderator der Chart- und Musikshow Die Hit-Giganten. Am 29. September 2007 moderierte er die Event-Show Volltreffer! Schiffe versenken XXL. Gemeinsam mit Hella von Sinnen moderiert Balder weitere Event-Shows bei Sat.1, wie etwa die Spielshows Promi ärgere Dich nicht, Jetzt wird eingelocht, Jetzt wird eingeseift, Jetzt geht's auf den Rummel etc.

Als Produzent ist Hugo Egon Balder gemeinsam mit Jacky Dreksler für zwei Ende 2004 auf Sat.1 ausgestrahlte Folgen der Musiksendung Taratata und die mittlerweile wieder eingestellte Comedysendung Talk im Tudio (später Der heiße Brei) verantwortlich.

2008 war Hugo Egon Balder als Moderator der Musical-Casting Show „Ich Tarzan du Jane“ zu sehen. In diesem Format wurden die beiden Hauptrollen für die deutsche Ausgabe des Musicals Tarzan gesucht. Im Dezember 2008 moderierte er die Sendung Wer zuletzt lacht...?, einen Comedy-Rückblick auf das Jahr 2008. Mit Dirk Bach moderierte er am 3. April 2009 bei Sat.1 die Sendung „Happy Birthday Hella“, eine Veranstaltung für Hella von Sinnen anlässlich ihres 50. Geburtstages.

Hörbuch-Sprecher

Balder liest folgende Hörbücher: „Die Bibel nach Biff“ von Christopher Moore, "Treibstoff" von James Robert Baker und "Kein Applaus für Podmanitzki" von Ephraim Kishon.

Schauspieler

Weiterhin ist Balder auch als Schauspieler tätig. 2003/2004 wirkte er als Schauspieler in mehreren Folgen der Fernsehserie Chili TV mit Bernd das Brot im KI.KA mit, des Weiteren war er auch in der Sat.1-Boulevardkomödie Ewig rauschen die Gelder zu sehen. Auch kann man ihn in einigen Folgen der Sat.1-Serie Pastewka sehen, in der er sich selbst spielt. Im Jahre 2009 spielte er in einer Folge der Reihe Tatort, nämlich Borowski und die Sterne, mit.[3] Im Jahr 2011 spielte Balder eine größere Rolle, einen Mörder in der Serie "Wilsberg" des ZDF.[4] Seit 2010 ist er in einer Hauptrolle des Theaterstücks Sei lieb zu meiner Frau von René Heinersdorff zu sehen, das unter anderem in Düsseldorf, Berlin und Köln aufgeführt wurde bzw. wird.[5]

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Singles

  • 1973: Isolde / Fischers Fritz fischt frischen Fisch; Maskenball im Hochgebirge / Schmalzer in f
  • 1976: Elvira, hol' dein Strumpfband ab / Zwei Buletten und eine Gitarre
  • 1979: Wir zieh'n uns aus / Wuschel-Kuschel-Kätzchen; Greenhorn (instrumental) / Romantica als „Wild Egon & his crazy Piano“
  • 1982: Kurfürstendamm / Lehmann; Schwarzfahrn
  • 1983: Raus aus'm Wohnklo – rein in die Disco / So einfach
  • 1984: Erna kommt / Faß mich nicht an
  • 1985: Toot Toot
  • 1986: Ein Eigentor
  • 1988: Nimm's easy – sei happy (Cover von Don’t Worry, Be Happy) / Streetwalk
  • 1990: Itsy Bitsy Teeny Weeny … (Deutscher Original-Remix)
  • 2010: Album "Ist das schön" mit Rudolf Rock

[Bearbeiten] Werke

  • Mit Jacky Dreksler: Wunsch-Bullshit im Universum. Pacific Productions, Köln 2007, ISBN 3981201582.
  • Mit Bernd Philipp: Ich habe mich gewarnt. Rütten und Loening, Berlin 2004, ISBN 3-352-00650-4.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Belege

  1. Hugo, mein Hugo In: Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2004.
  2. Holocaust Survivor names printed in 'Sharit Ha-Platah', 1946, S. 200, 296; Mitgliedverzeichnis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 1947, S. D49.21.a, 6 und D49.21.f, 116
  3. daserste.de: Überblick über die Tatort-Folge „Borowski und die Sterne“. (Zugriff am 13. Dezember 2011)
  4. Vgl.: http://www.news.de/medien/855155963/vom-beamten-zum-aushilfsgigolo/1/
  5. http://www.derwesten.de/staedte/duesseldorf/gelungene-premiere-mit-hugo-egon-balder-id3912039.html
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen