Hugo Egon Balder

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Hugo Egon Balder, 2004

Hugo Egon Balder (eigentlich: Egon Hugo Balder; * 22. März 1950 in Berlin)[1] ist ein deutscher Fernsehmoderator, Fernsehproduzent, Musiker, Schauspieler und Kabarettist. Bekannt ist er vor allem als Moderator der Sendungen Alles nichts oder?!, Tutti Frutti, Die Hit-Giganten sowie der Quizsendung Genial daneben.

Familie und Ausbildung[Bearbeiten]

Balder ist der Sohn von Egon Friedrich und Gerda Balder geb. Schure. Die Mutter war Jüdin und überlebte mit ihrer Mutter Johanne Schure und dem Sohn aus erster Ehe das KZ Theresienstadt. Ihr erster Ehemann Walter Leyserson wurde im KZ Auschwitz ermordet.[2]

Balder wuchs in der Semperstraße in Berlin-Schöneberg auf. Mit vier Jahren begann er mit Klavierunterricht, insgesamt bis zum zwölften Lebensjahr, und hatte dann zwei Jahre Schlagzeugunterricht. In seiner Jugend spielte er Schlagzeug bei The Earls. 1967 gehörte er als Schlagzeuger zu den Gründungsmitgliedern der Band Birth Control, die sich aus den Earls und The Gents zusammensetzten.

Nach einem Kunst- und Grafikstudium besuchte Balder von 1973 bis 1976 die private Schauspielschule von Else Bongers in Berlin.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge als Musiker und Kabarettist[Bearbeiten]

Balder gehörte zunächst dem Ensemble des Berliner Schillertheaters an. In der ZDF-Sendereihe Vorsicht, Musik, Nachfolger der von Ilja Richter moderierten Musiksendung Disco, war er in den Jahren 1982, mit dem Titel Schwarzfahren und 1983 an der Seite von Frank Zander als Stimme der Handpuppe Herr Feldmann zu hören. 1985 trat Balder in das Ensemble des Düsseldorfer Kabaretts „Kom(m)ödchen“ ein, wo er gemeinsam mit Lore Lorentz und Harald Schmidt Programmkabarett gestaltete. Nebenher verdingte er sich als Schlagersänger und hatte 1985 mit der Single Erna kommt, einer Coverversion des Titels von Wolfgang Lippert, einen kommerziellen Erfolg.

Moderator und Produzent bei RTL[Bearbeiten]

Erste Erfahrungen als Moderator sammelte Hugo Egon Balder mit verschiedenen Hörfunksendungen auf den „4 fröhlichen Wellen“ von Radio Luxemburg. Hier wurde Mahlzeit, in der Balder durch die Mitwirkung in zahlreichen Sketchen gleichsam seine Herkunft vom Kabarett ausspielte, die erfolgreichste Sendung. Seine Co-Moderatorin und Sketchpartnerin war Inga Abel. Ab 1984 trat Balder auch regelmäßig im RTL-Fernsehen auf. Zu dieser Zeit moderierte er aber auch schon im ZDF die Rückshow. Seine frühe Popularität gründet sich jedoch vorrangig auf die beiden Unterhaltungsshows Alles Nichts Oder?! (gemeinsam mit Hella von Sinnen) und später Tutti Frutti, die er zwischen 1990 und 1993 bei RTL moderierte.

Als Produzent war Balder unter anderem für April, April mit Frank Elstner (RTL, 1995) und – zusammen mit Jacky Dreksler – für die Kult-Sendung RTL Samstag Nacht (1993–1998) verantwortlich.

Im Jahr 1997 folgte sein Debüt als Regisseur für die Fernsehkomödie Silvias Bauch – 2 Männer und (k)ein Baby (Darsteller u. a. Dolly Dollar, Markus Maria Profitlich, Dorkas Kiefer, Piet Klocke, Helmut Zierl). 1998 präsentierte er die RTL-Samstagabend-Show Fata Morgana – Die wüste Orientshow, im Jahr 2002 moderierte er bei 9Live die Show Tanzmarathon.

Neubeginn bei Sat.1[Bearbeiten]

Seit 11. Januar 2003 moderierte und produzierte Hugo Egon Balder das von Sat.1 ausgestrahlte Comedy-Quiz Genial daneben. Von 2003 bis 2009 war er außerdem Moderator der Chart- und Musikshow Die Hit-Giganten. Am 29. September 2007 moderierte er die Event-Show Volltreffer! Schiffe versenken XXL. Gemeinsam mit Hella von Sinnen moderierte Balder weitere Event-Shows bei Sat.1, wie etwa die Spielshows Promi ärgere Dich nicht, Jetzt wird eingelocht, Jetzt wird eingeseift und Jetzt geht's auf den Rummel.

Als Produzent war Balder zusammen mit Jacky Dreksler für zwei Ende 2004 auf Sat.1 ausgestrahlte Folgen der Musiksendung Taratata und die mittlerweile wieder eingestellte Comedysendung Talk im Tudio (später: Der heiße Brei) verantwortlich.

Balder war 2008 als Moderator der Musical-Casting Show Ich Tarzan du Jane zu sehen. In diesem Format wurden die beiden Hauptrollen für die deutsche Ausgabe des Musicals Tarzan gesucht. Im Dezember 2008 moderierte er die Sendung Wer zuletzt lacht…? einen Comedy-Rückblick auf das Jahr 2008. Mit Dirk Bach moderierte er am 3. April 2009 bei Sat.1 die Sendung Happy Birthday Hella, eine Veranstaltung für Hella von Sinnen anlässlich ihres 50. Geburtstags.

Zurück im Radio[Bearbeiten]

Am 28. Januar 2013 moderierte Hugo Egon Balder im Rahmen der Radioreihe Die Rückkehr der Radiolegenden[3] bei Radioeins die Auftaktsendung.

Hörbuch-Sprecher[Bearbeiten]

Balder hat die Hörbücher Die Bibel nach Biff von Christopher Moore, Treibstoff von James Robert Baker und Kein Applaus für Podmanitzki von Ephraim Kishon eingesprochen.

Schauspieler[Bearbeiten]

Darüber hinaus ist Balder als Schauspieler tätig. 2003/2004 wirkte er in mehreren Folgen der Fernsehserie Chili TV mit Bernd das Brot im KI.KA mit, des Weiteren war er in der Sat.1-Boulevardkomödie Ewig rauschen die Gelder zu sehen. Auch war er in einigen Folgen der Sat.1-Serie Pastewka zu sehen, in der er sich selbst spielte. 2009 spielte er in der Folge Borowski und die Sterne des Tatort mit.[4] 2011 spielte Balder eine größere Rolle, einen Mörder in der Folge Frischfleisch der Wilsberg-Serie im ZDF.[5] Seit 2010 ist er in einer Hauptrolle des Theaterstücks Sei lieb zu meiner Frau von René Heinersdorff zu sehen, das unter anderem in Düsseldorf, Berlin und Köln aufgeführt wurde bzw. wird.[6]

Leben[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren war Balder das erste Mal verheiratet, dann Anfang der 1990er zwei Jahre lang mit einer Französin sowie von 1993 bis 1998 mit einer Kölnerin. Balder war von 2000 bis 2011 in vierter Ehe mit Meral Canan verheiratet, mit der er eine Tochter und einen Sohn hat. Er hatte die Kellnerin bei der Produktion der RTL-Comedy-Sendung Samstag Nacht kennengelernt.

Seit 2010 ist er Teilhaber der Kneipe Zwick am Hamburger Millerntor.[7]

Balder engagiert sich ehrenamtlich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei; gemeinsam mit Hella von Sinnen und Bernhard Hoëcker warb er im Jahr 2009 bundesweit auf Plakaten für die Stammzellspende.[8][9]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Diskographie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1976: Elvira, hol' dein Strumpfband ab
  • 2010: Ist das schön

Singles[Bearbeiten]

  • 1973: Isolde; Fischers Fritz fischt frischen Fisch; Maskenball im Hochgebirge; Schmalzer in f
  • 1976: Doch wenn du lachst, dann wirst du verlegen; Stanislaus, der Krieg ist aus (als Egon Balder)
  • 1979: Wir zieh'n uns aus und spiel'n mit uns'ren Sachen; Da hab' ich ihr 'nen Straps geklaut
  • 1976: Elvira, hol' dein Strumpfband ab; Zwei Buletten und eine Gitarre
  • 1978: Greenhorn; Romantica (als Wild Egon & his crazy Piano)
  • 1979: Wir zieh'n uns aus; Wuschel-Kuschel-Kätzchen
  • 1982: Kurfürstendamm; Lehmann (als Balder)
  • 1982: Ach, du weißt ja nicht wie gut dir's geht; Jeder kocht sein eig'nes Süppchen (als „Herr“ Feldmann mit Frank Zander)
  • 1982: Schwarzfahrn; Top-Job (als Balder)
  • 1983: Tanze mit mir in den Morgen; Hammer Jammer (als Balder)
  • 1983: Raus aus'm Wohnklo – rein in die Disco; So einfach
  • 1984: Erna kommt; Faß mich nicht an (als Balder)
  • 1985: Toot Toot; Es geht nicht
  • 1986: Ein Eigentor; Ein Eigentor (Instrumental)
  • 1988: Nimm's easy – sei happy (Cover von Don’t Worry, Be Happy); Streetwalk (als Balder)
  • 1990: Itsy Bitsy Teeny Weeny... (Deutscher Original-Remix); Slipnotic (Instrumental) (Midnight-Mix), Itsy Bitsy Teeny Weeny... (Radio-Mix)
  • 1991: Single-Ling (Single-Song) (Deutsche Version); Single-Ling (Single-Song) (Englische Version); Single-Ling (Single-Song) (Instrumental Version)

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hugo, mein Hugo. In: Süddeutsche Zeitung, 22. Oktober 2004.
  2. Holocaust Survivor names printed in 'Sharit Ha-Platah', 1946, S. 200, 296; Mitgliedverzeichnis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, 1947, S. D49.21.a, 6 und D49.21.f, 116
  3. Die Rückkehr der Radiolegenden: Hugo Egon Balder. Zugriff am 28. Januar 2013
  4. Borowski und die Sterne. In: DasErste.de. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  5. Cord Krüger: Vom Beamten zum Aushilfsgigolo. In: news.de. 9. April 2011.
  6. Claudia Hötzendorfer: Gelungene Premiere mit Hugo Egon Balder. In: derWesten.de. 8. November 2010.
  7. Hugo Egon Balder und Uli Salm eröffnen neue Zwick-Kneipe, Hamburger Abendblatt, 23. September 2010
  8. Autogrammstunde im Friseursalon in Pulheim-Dansweiler mit Comedians und Moderatoren Hella von Sinnen, Bernhard Hoëcker und Hugo Egon Balder
  9. Charity mit Hugo Egon Balder und Hella von Sinnen