In the Line of Fire – Die zweite Chance

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Filmdaten
Deutscher Titel In the Line of Fire – Die zweite Chance
Originaltitel In the Line of Fire
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 123 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Wolfgang Petersen
Drehbuch Jeff Maguire
Produktion Jeff Apple
Gail Katz
Wolfgang Petersen
David Valdes
Robert J. Rosenthal
Musik Ennio Morricone
Kamera John Bailey
Schnitt Anne V. Coates
Besetzung

In the Line of Fire – Die zweite Chance (Originaltitel: In the Line of Fire) ist ein US-amerikanischer Spielfilm aus dem Jahr 1993. Der Regisseur war Wolfgang Petersen, das Drehbuch schrieb Jeff Maguire. Die Hauptrollen spielten Clint Eastwood, John Malkovich, Rene Russo und Dylan McDermott.

Handlung[Bearbeiten]

Secret-Service-Agent Frank Horrigan gehörte beim Attentat auf John F. Kennedy am 22. November 1963 zum Personenschutz des Präsidenten. Dass er Kennedys Leben nicht retten konnte, empfindet er als persönliches Versagen. Nach einigen Jahren Bekämpfung der Finanzkriminalität meldet er sich wieder zum Dienst beim Secret Service. Es stellt sich heraus, dass ihn diese Tätigkeit, besonders das Laufen neben der Präsidenten-Limousine, körperlich überfordert. Er wird belächelt; zu den Spöttern zählt anfangs auch seine Kollegin Lilly Raines. Allerdings kommen sich Frank und Lilly im Verlauf des Filmes näher.

Bald meldet sich ein anonymer Anrufer, der ankündigt, den Präsidenten ermorden zu wollen. Er fragt, ob Frank bereit wäre, sein Leben zu opfern, um das des Präsidenten zu schützen. Einmal gelingt es beinahe, den Anrufer zu stellen. Frank stürzt während der Verfolgung auf den Hausdächern und wird vom Attentäter Mitch Leary festgehalten und am Sturz aus dem vierten Stock gehindert. Frank könnte ihn zwar erschießen, dann würde er aber selbst herunterfallen. Der Attentäter könnte allerdings auch Frank erschießen oder einfach fallenlassen. Schließlich rettet Leary Frank das Leben, kann aber entkommen. Bei dieser Gelegenheit erschießt Leary Al D’Andrea, Franks Partner und Topagent in spe („Vertrauen Sie mir, Sie werden ein guter Agent. Ich bin ein guter Menschenkenner.“).

Der Attentäter Mitch Leary kommt als Sponsor getarnt zu einer Wahlveranstaltung und schießt mit einer Kunststoffpistole auf den Präsidenten. Frank fängt die Kugel ab und wird verletzt. Leary entführt Frank und verschanzt sich in einem verglasten Aufzug. Während ihres letzten Dialoges gelingt es Frank, seine Kollegen vom Secret Service über Funk über die Position der beiden Personen im Aufzug aufzuklären. Die Scharfschützen unter Führung von Lilly schießen auf Leary, treffen aber nur die Verglasung des Aufzuges. Durch die herumfliegenden Glassplitter gelingt es Frank, Leary zu überwältigen. Im Laufe des Zweikampfes fällt Leary aus dem nunmehr offenen Aufzug und kann sich im letzten Moment an der Bodenleiste festhalten. Dieses Mal reicht Frank Leary die Hand, damit dieser sich hochziehen kann. Leary entscheidet sich dagegen, stürzt ab und entzieht sich somit seiner Verhaftung.

Kritiken[Bearbeiten]

„Den Attentäter spielt ein grandios agierender John Malkovich (und er ist) ein gleichwertiger Partner für Clint Eastwood. Brillante Dialoge – auch in der deutschen Synchronfassung – und eine effektvolle Musik vereinen sich mit einer guten Portion Humor unter Petersens solider Regie zu einem fesselnden Psychodrama. Einer der besten Filme des Jahres.“

Fischer Film Almanach (1994)

„Nachdem Wolfgang Petersen (‚Das Boot‘) mit ‚Tod im Spiegel‘ ein eher schwaches Hollywood-Debüt ablieferte, war der Anruf des Agenten von Clint Eastwood, der ihn zu seinem Wunschregisseur erwählt hatte, die Rettung und seine ‚zweite Chance‘. Petersen konnte sich mit diesem rasanten Hochspannungsthriller voll rehabilitieren und bewies auch mit seinem [...] Film ‚Outbreak‘ eine sichere Hand für Kassenknüller.“

TV Spielfilm [1]

„Die Spannung des Films resultiert mehr aus den Charakteren und deren Verankerung in der Psychologie der amerikanischen Nation als aus vordergründiger Aktion. Gute Darstellung und eine konzentrierte, an Höhepunkten auch effektsichere Regie verleihen den Klischees des Genres doppelbödige Bedeutung.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film bekam drei Oscar-Nominierungen, darunter für John Malkovich (beste Nebenrolle) und Jeff Maguire (bestes Drehbuch). Der Komponist Ennio Morricone gewann den Filmpreis ASCAP Film and Television Music Award.

Produktionsnotizen[Bearbeiten]

  • Weil Clint Eastwood Das Boot kannte und als „wundervollen Film“ schätzte, darüber hinaus Tod im Spiegel gesehen hatte und auch direkt nach Erbarmungslos nicht gleich noch einmal Regie führen wollte, fragte er bei Wolfgang Petersen an, ob er für den Filmstoff die Regie übernehmen wollte.[3] Dies bedeutete für Petersen den endgültigen Durchbruch in Hollywood.
  • Man bekam über private Verbindungen zum amerikanischen Secret Service die Erlaubnis, Aufnahmen der echten Wahlkampfveranstaltungen von George Bush sen. und Bill Clinton zu machen. Der Filmpräsident, Eastwood und andere Darsteller wurden digital in diese Aufnahmen hineinkopiert. Dadurch konnten die Produktionskosten erheblich gesenkt werden.
  • Erstmals wurden in einem Hollywoodfilm digitale Effekte benutzt, nicht um den Film aufwendig aussehen zu lassen, sondern um Geld zu sparen, z. B. für Statisten. Die fotorealistischen Effekte schrieben Filmgeschichte, blieben aber wegen ihrer Perfektion von den meisten Zuschauern und auch von Filmschaffenden unbemerkt. In der Kategorie Visual Effects wurde der Film nicht einmal für den Oscar nominiert. Nachdem ein anderer Produzent die Aufnahmen der fliegenden Air Force One gesehen hatte, rief er den Produzenten Jeff Apple an, wo man das Flugzeug mieten könne. Es war jedoch eine reine Computeranimation.
  • Um Eastwood in die Aufnahmen mit Kennedy zu kopieren, wurden Ausschnitte aus Dirty-Harry-Filmen benutzt. Filme aus den 60er Jahren mit Eastwood waren meist Western und damit wegen der Kleidung völlig ungeeignet. Wegen der typischen 70er-Jahre Frisur retuschierte man Clint Eastwood digital die Koteletten ab.
  • Fred Dalton Thompson, der den unsympathischen Stabschef des Weißen Hauses spielt, ist auch im echten Leben Politiker und kandidierte 2008 erfolglos für die Nachfolge von Präsident Bush.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.tvspielfilm.de/filmlexikon/?type=filmdetail&film_id=22227
  2. In the Line of Fire – Die zweite Chance im Lexikon des Internationalen Films
  3. Eastwood interviewed: Clint on Clint, Empire Magazine November 2008