Inside Man

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Filmdaten
Deutscher Titel Inside Man
Originaltitel Inside Man
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 129 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 12[1]
Stab
Regie Spike Lee
Drehbuch Adam Erbacher,
Russell Gewirtz
Produktion Brian Grazer,
Daniel M. Rosenberg
Musik Terence Blanchard
Kamera Matthew Libatique
Schnitt Barry Alexander Brown
Adam Erbacher
Besetzung

Inside Man ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2006. Die Hauptrollen in dem Heist-Movie spielen Denzel Washington, Clive Owen, Willem Dafoe und Jodie Foster, Regie führte Spike Lee.

Handlung[Bearbeiten]

Der Bankräuber Dalton Russell will den „perfekten Bankraub“ begehen. Er und seine drei Komplizen nehmen Geiseln in einer Bankfiliale in New York City. Die Geiseln werden wie die Räuber verkleidet, damit die Polizei diese von den Tätern nicht unterscheiden kann. Der Polizist Keith Frazier, der wegen eines ungerechtfertigten Korruptionsverdachtes unter Druck steht, führt die Verhandlungen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bank, Arthur Case, lässt die lokalpolitisch einflussreiche Anwältin Madeline White ein Mandantengespräch mit einem arabischen Kunden unterbrechen und bittet sie, an den Verhandlungen teilzunehmen. Er befürchtet, die Räuber könnten ein Dokument aus einem Schließfach stehlen, das - wie später bekannt wird - belegt, dass er in den 1940er Jahren viel Geld bei Geschäften mit den Nazis gemacht hat und deswegen nach dem Krieg die Bank aufbauen konnte. Des Weiteren befinden sich wertvolle, „arisierte“ Diamanten und ein seit langem verschwundener Ring, der einem bekannten Pariser Juden im Zweiten Weltkrieg von der Gestapo abgenommen worden war, in diesem Schließfach. Case wollte der befreundeten Familie nicht helfen und sah tatenlos mit an, wie sie ins KZ kam. Den Ring erhielt er als Dank für seine Kooperation. Und tatsächlich gelingt es Madeline, zu den Bankräubern vorgelassen zu werden, und sie schlägt ihnen einen Deal vor.

Während der Geiselnahme wird von der Polizei bezüglich der Forderungen auf Zeit gespielt, was Dalton Russell eingeplant hat, um mit seinen Komplizen einen Lagerraum der Bank mithilfe einer zweiten Wand zu verkleinern, damit er sich hinter dieser später mehrere Tage verstecken kann. Er selbst hat der Polizei ein verstecktes Mikrofon zugespielt, sodass er jederzeit weiß, was diese als Nächstes unternehmen wird. Russells Komplizen mischen sich derweil geschickt unter die Geiseln und befinden sich somit unerkannt unter ihnen, als die Polizei das Gebäude stürmen will und auf ein Kommando Russells sämtliche Geiseln aus der Vordertür der Bank hinausstürmen.

Alle Geiseln werden von der Polizei festgenommen. Darunter befinden sich auch Russells vier Komplizen: ein Rabbi, ein jüdisches Mädchen, ihr Bruder und ein weiterer Mann, der am Anfang nicht im Wagen von Russell gesehen wurde und offenbar bereits mit dem Rabbi in der Bank war. Da nichts aus der Bank gestohlen wurde, niemand bleibende Schäden davontragen würde und keinem der Festgenommenen eine Teilnahme an dem Überfall bewiesen werden kann, sollen die Ermittlungen eingestellt werden. Zudem stellt sich heraus, dass während der gesamten Geiselnahme Spielzeugwaffen benutzt wurden und die Ermordung einer Geisel nur vorgetäuscht worden war, sodass – wie von Russell vorausgeplant – in Wirklichkeit niemand physisch zu Schaden kam.

Polizist Frazier findet heraus, dass ein Bankschließfach in keiner Liste der Bank auftaucht. Er stellt fest, dass es dem Bankdirektor gehört und beantragt eine richterliche Genehmigung zur Öffnung des Schließfachs. Russell verbringt währenddessen eine Woche in seinem Versteck, bevor er mit den Diamanten des Bankdirektors und dem historischen Dokument die Bank tagsüber durch den Haupteingang verlässt und sein Vorhaben somit erfolgreich beendet. Zur gleichen Zeit betritt Frazier die Bank, wobei Russell den Polizisten anrempelt, ohne dass dieser ihn erkennt.

Frazier lässt das Schließfach öffnen und findet den Ring sowie daneben einen Zettel Russells mit dem Hinweis „Folge dem Ring“. Derweil kann Madeline dem Bankdirektor berichten, dass sie erfolgreich gewesen sei: Der Bankräuber habe zugesagt, die Akte zu vernichten. Und falls nicht, dann solle Case eben für die Akte bezahlen, was durchaus gerechtfertigt sei. Außerdem müsse der Bankdirektor jetzt auch noch etwas für sie tun.

Durch Russells Hinweis kommt Frazier hinter das Geheimnis des Bankdirektors, Geschäfte mit den Nazis gemacht zu haben. Frazier trifft Madeline beim Bürgermeister von New York. Frazier bringt White dazu, den Bankdirektor vor einem zuständigen Gerichtshof für Kriegsverbrechen anzuzeigen.

Wieder zu Hause, findet Frazier in seiner Jackentasche einen Diamanten, den ihm Russell während des Anrempelns unbemerkt zugesteckt hatte, da Frazier während der Verhandlungen mit Russell offenbart hatte, dass er seiner Freundin einen Heiratsantrag machen wolle, aber noch keinen Diamantring habe. Russell ist derweil mit dem Rabbi, seiner jüdischen Freundin, deren Bruder und einem weiteren Mann, der das Fluchtfahrzeug lenkt, unerkannt entkommen.

Produktion[Bearbeiten]

Der Film wurde im Financial District in der Umgebung der Wall Street gedreht. Die überfallene Bank befindet sich im 20 Exchange Place-Hochhaus.

Interpretation[Bearbeiten]

Der Journalist Uh-Young Kim meint in Spiegel online, dass sich unter der Thriller-Handlung „ätzende Kritik an der Rassen- und Kriegspolitik Amerikas“ verberge. Beispielsweise zeige die Geschichte des Bankchefs deutliche Parallelen zu den Geschäftsbeziehungen von George W. Bushs Großvater Prescott Bush zum Nazi-Regime auf.[2]

Kritiken[Bearbeiten]

Fremdsprachige Kritiken[Bearbeiten]

James Berardinelli schrieb auf ReelViews, der Film sei solide gemacht, würde jedoch beweisen, dass eine große Anzahl von A-Stars keinen großen Film garantiere. Er schrieb, dass Jodie Foster zwar nicht schlecht spiele, der von ihr gespielte Charakter allerdings keine große Bedeutung für die Handlung habe. Insgesamt bezeichnete er den Film als unterhaltsam, aber nicht fähig, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Roger Ebert bemängelte in der Chicago Sun-Times vom 24. März 2006, dass der von Jodie Foster gespielte Charakter zwar viel Einfluss habe, aber nicht erklärt wird, woher der Einfluss rühre. Er bezeichnete Whites Charakter als unfertig. Insgesamt lobte er die Darstellung von Denzel Washington und Jodie Foster, bemängelte jedoch, dass Christopher Plummer gar nicht wie ein 90-jähriger Mann wirke, der während des Zweiten Weltkriegs bedeutend genug gewesen sei, große Verbrechen zu begehen. Ebert bescheinigte außerdem dem Drehbuch Schwächen und meinte, dass an der gesamten Geschichte so manches faul sei (The whole plot smells fishy).

Claudia Puig bezeichnete den Film in der Online-Ausgabe von USA Today (am 23. März 2006, ergänzt am 26. März) als unorthodox, das Drehbuch als außerordentlich gut geschrieben. Die Darstellung von Clive Owen bezeichnete sie als brillant, die Klugheit des von Jodie Foster gespielten Charakters verglich sie mit jener von Clarice Starling im Film Das Schweigen der Lämmer, gepaart mit einer Dosis machiavellistischen Charmes. Sie bemängelte einige Schwächen der Handlung (plot holes), die jedoch nicht besonders gravierend seien.

Deutschsprachige Kritiken[Bearbeiten]

Filmstarts.de schrieb, der Film sei konventionell, aber mit Superstars in der Besetzung. Der Film wolle politische Aussagen beinhalten, die jedoch die Wirkung des packenden Films abschwächten.

Cinema lobte zwar die cleveren Wortduelle, die sich Clive Owen und Denzel Washington liefern, bemängelte aber, dass sich der Film in Nebenkriegsschauplätze verzettelt, was ihn streckenweise ein wenig langatmig wirken lasse.

Lexikon des Internationalen Films: „Der klug konstruierte, virtuos mit den Erzählzeiten spielende Thriller unterhält vorzüglich im Gewand eines klassischen Genrefilms mit souveräner Regie und einem superb aufspielenden Star-Ensemble.“[3]

Critic.de: „So entpuppt sich Inside Man als mit großartig elaborierter Filmsprache hergestelltes Popcorn- und Gute-Laune-Kino, im Puzzle-Stil eines Die üblichen Verdächtigen, in dem Cop und Robber endlich mal beide am Ende strahlen dürfen.[...] Man beschenkt sich. Ein fröhlicher Film.“[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmdatenbank der österreichischen Jugendmedienkommission, abgerufen am 10. September 2013.
  2. Uh-Young Kim: Der Finger auf der 9/11-Wunde, in: Spiegel online vom 22. März 2006, abgerufen 18. November 2012
  3. http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?sucheNach=titel&wert=526226
  4. http://www.critic.de/film/inside-man-458/