Leiningen (Adelsgeschlecht)

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Leininger ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Leininger (Begriffsklärung) aufgeführt.
Stammwappen der Leininger in Genealogische Geschichte des […] Hauses Leiningen und Leiningen-Westerburg

Das Haus Leiningen ist ein weitverzweigtes Grafen- bzw. Fürstengeschlecht aus dem pfälzischen Raum (im heutigen Bundesland Rheinland-Pfalz), das wohl fränkischer Herkunft ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Ausgangspunkt in Deutschland: das Leiningerland in der Pfalz (Deutschland)
Ausgangspunkt in Deutschland: das Leiningerland in der Pfalz
Ausgangspunkt in Deutschland: das Leiningerland in der Pfalz
Die Grafschaft Leiningen mit den Grafschaften Falkenstein und Wartenberg, Franz Johann Joseph von Reilly, 1793/1794

Ausgangspunkt[Bearbeiten]

Seinen belegbaren Ausgang nahm das Geschlecht von der im 12. Jahrhundert errichteten Burg Leiningen im nordöstlichen Pfälzerwald; die Burg wurde später „Altleiningen“ genannt, als im 13. Jahrhundert, am 5 km entfernten Ostrand des Pfälzerwaldes zur Rheinebene hin, die Schwesterburg Neuleiningen hinzukam.

Unterhalb der Burg Altleiningen im Tal des Eckbachs liegt die Gemeinde Altleiningen, während die Gemeinde Neuleiningen sich auf der Anhöhe um die gleichnamige Burg herum entwickelt hat. Das Stammland der Leininger um die beiden Burgen trägt heute den Namen Leiningerland und deckt sich weitgehend mit den Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim sowie der Stadt Grünstadt.

Die Anfänge (Alt-Leiningen)[Bearbeiten]

Über die Frühzeit des Geschlechts bis ins 12. Jahrhundert lassen sich keine gesicherten Angaben machen. Die erste sichere Erwähnung der Familie stammt aus dem Jahr 1128, als Graf Emich von Leiningen eine Urkunde des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbrücken bezeugte.

Dieser Emich II. von Leiningen († vor 1138) wird in der neueren Literatur (Lit.: Toussaint) als Stammvater des Adelsgeschlechts betrachtet. Toussaint hält eine Verwandtschaft mit den Emichonen, den Grafen im Nahegau, für wahrscheinlich, kann dies aber bisher nicht anhand von Urkunden belegen. Auch die Beziehungen zum Kreuzfahrer Emicho sind bislang nicht geklärt; möglicherweise war er der Großvater Emichs II.

Emich II. baute das Kerngebiet seiner Herrschaft um die Burg Leiningen (heute Altleiningen) aus. Unbekannt ist sein Anteil am Bau oder Ausbau der Burg, dokumentiert ist aber die Gründung des Chorherrenstifts Höningen (siehe auch Höninger Lateinschule) zwischen 1119 und 1124.

Nachfolger Emichs II. als regierende Grafen waren Emich III. († 1180 oder 1187) und Friedrich I. († vor 1214). Die Grafen von Leiningen erhielten 1204/05 die Landvogtei über den Speyergau sowie Vogtrechte über das Kloster Limburg.

Im Jahr 1212 starben die Leininger in männlicher Linie aus.

Stammliste Alt-Leiningen[Bearbeiten]

  1. Emich I. (genannt 1117, 1128)
    1. Emich II. († vor 1138)
      1. Emich III. († 1180 oder 1187)
        1. Friedrich I. († ca. 1212) ∞ Gertrud von Habsburg
        2. Elisa ∞ Ruprecht von Nassau
        3. Liutgard ∞ Graf Simon II. von Saarbrücken
      2. Heinrich, 1159–1165 Bischof von Würzburg[1]
    2. Arnold, 1124–1126 Bischof von Speyer

Die Teilungen[Bearbeiten]

Hardenburg um 1580

Nach dem Aussterben der Leininger im Jahr 1212 nahm der Neffe des letzten Grafen, Sohn seiner Schwester Liutgard und des Grafen Simon II. von Saarbrücken, als Friedrich II. den Namen Leiningen und das Wappen an.[2] Damit begründete er die jüngere Linie Leiningen. Zum vorhandenen Leininger Besitz kamen vom Vater ererbte Güter (Hardenburg) sowie die Vogtei über das Kloster Limburg hinzu. Sein Sohn Friedrich III. erwarb 1241 die Grafschaft Dagsburg in den Vogesen. Der zweite Sohn, Emich IV., Gründer der Stadt Landau in der Pfalz, erhielt bei der Erbteilung von 1237 die Burg Landeck mitsamt allen dazugehörigen Ortschaften und Rechten und begründete die kurzlebige Linie Leiningen-Landeck, die aber schon 1289/1290 mit dem Tod seines Sohnes Emicho und Enkels Rudolf wieder erlosch. 1317 kam es unter den Enkeln Friedrichs III. zur Teilung in die beiden Linien Leiningen-Dagsburg und Leiningen-Hardenburg.

Die (ältere) Linie Dagsburg starb schon 1467 wieder aus. Letzter dieser Linie war der noch 1444 zum Fürsten ernannte Landgraf Hesso von Leiningen-Dagsburg. Dessen Schwester Margarethe, verheiratet mit Reinhard III. von Westerburg, erhielt den größeren Teil des Erbes, weshalb sich die im Westerwald beheimateten Grafen von da an Leiningen-Westerburg nannten. Der Stammsitz der älteren Dagsburger Linie, die Dagsburg, fiel an die Linie Leiningen-Hardenburg, die daraufhin den Namen Leiningen-Dagsburg(-Hardenburg) annahm.

Ab dem 15. Jahrhundert gab es also zwei gräfliche Häuser Leiningen, eine aus der älteren Dagsburger Linie hervorgegangene Familie Leiningen-Westerburg und eine aus der Linie Leiningen-Hardenburg hervorgegangene jüngere Familie Leiningen-Dagsburg, die nicht mit der älteren Dagsburger Linie verwechselt werden darf.

Stammliste von Saarbrücken-Leiningen bis zur Teilung[Bearbeiten]

Simon II. ∞ Liutgard von Leiningen (∞(II) Lothar von Wied)

  1. Friedrich II., Graf von Leiningen 1220–1237 ∞ Agnes von Eberstein ∞(II) Diether V. von Katzenelnbogen
    1. Simon ∞(III) Gertrud von Metz und Dagsburg ∞(II) 1217 Theobald IV. von Champagne, König von Navarra, geschieden vor 1223; ∞(I) 1215 Theobald I., 1213 Herzog von Lothringen, 1216 Graf von Dagsburg und Metz, † 1217
    2. Friedrich III., Graf von Leiningen bis 1277
      1. Friedrich IV. († 1310), ∞ Gräfin Johanna von Dagsburg
        1. Friedrich V. († 1328), Landgraf von Leiningen-Leiningen
        2. Emich von Leiningen, Bischof von Speyer 1314–1328
        3. Gottfried († um 1343), Graf von Leiningen-Dagsburg
          1. Friedmann († 1345), Graf von Leiningen-Dagsburg
          2. Emich V. († 1375), Graf von Leiningen-Hardenburg
    3. Emich IV. († 1281), Graf von Leiningen-Landeck
      1. Emich († 1289), Graf von Leiningen-Landeck
        1. Rudolf († 1290)
    4. Heinrich von Leiningen, Bischof von Speyer 1245–1272
    5. Berthold von Leiningen, Bischof von Bamberg 1258–1285
    6. Kunigunde

Leiningen-Westerburg[Bearbeiten]

siehe auch: Stammliste des Hauses Leiningen-Westerburg

Als Gräfin Margarethe von Leiningen-Westerburg (∞ Reinhard III. Herr von Westerburg († 1449) aus dem Haus Runkel-Westerburg) 1470 starb, fiel der gesamte Westerburger und Leininger Besitz an ihren Enkel Reinhard, der sich von da an „Graf zu Leiningen-Westerburg“ nannte. Er vermachte seine pfälzischen Besitzungen seinem Sohn aus erster Ehe, Philipp, und teilte seine westerwäldischen Besitzungen unter den Söhnen Kuno und Georg aus zweiter Ehe. Somit entstanden zunächst auch hier drei Linien:

  • Leiningen-Leiningen (bis 1622)
  • Leiningen-Westerburg († 1597)
  • Leiningen(-Westerburg)-Schaumburg (bis 1705)

Das Haus Leiningen-Leiningen erwarb im 16. Jahrhundert die Grafschaft Rixingen in Lothringen und erhielt 1570, beim Aussterben der Grafen von Zweibrücken-Bitsch, auch einen Teil von deren Herrschaft, u. a. Oberbronn im Elsass. 1569 führten die Leininger die Reformation ein, hoben das Kloster Höningen auf und gründeten an dessen Stelle eine Lateinschule, auf die das heutige Leininger-Gymnasium in Grünstadt zurückgeht.

Als 1622 Graf Ludwig von Leiningen-Leiningen starb, teilte sich dieses Haus wiederum in drei Linien:

  • Leiningen-Leiningen († 1635)
  • Leiningen-Rixingen († 1705)
  • Leiningen-Oberbronn († 1665)

Als 1705 mit Graf Philipp Ludwig von Leiningen-Rixingen die letzte dieser Linien ausstarb, fielen diese Teile an die überlebenden Verwandten aus der Schaumburger Linie.

Kloster Ilbenstadt, von 1803 bis 1921 Sitz der Grafen zu Leiningen-Westerburg

Die Hauptlinie Leiningen-Westerburg starb schon 1597 aus, ihre Besitzungen fielen ebenfalls an die Nebenlinie Leiningen-Schaumburg. 1695/1705 teilte sich auch diese Linie mehrfach. Von diesen Nebenlinien des gräflichen Hauses Leiningen existierten zwei bis in das 20. Jahrhundert:

  • Leiningen-Westerburg-Altleiningen (besteht in einer Linie in Österreich nominell bis heute)[3]
  • Leiningen-Westerburg-Neuleiningen († 1956)

Die linksrheinischen Besitzungen der Grafen wurden im Gefolge der Französischen Revolution 1793 dem französischen Staat einverleibt, die beiden Grafen von Alt- und Neuleiningen in Paris vorübergehend inhaftiert. Sie wurden im Reichsdeputationshauptschluss 1803 mit den ehemaligen Abteien Ilbenstadt und Engelthal in der Wetterau entschädigt. 1806 wurden ihre Güter den Großherzogtümern Berg und Hessen-Darmstadt bzw. den Fürstentümern Nassau-Weilburg und Nassau-Usingen einverleibt.

Leiningen-Dagsburg[Bearbeiten]

Die Grabkapelle der Linie Leiningen-Dagsburg-Hardenburg, seitlich angebaut an der Schlosskirche Bad Dürkheim (1508)

Die andere Linie, Leiningen-Dagsburg-Hardenburg, konnte sich im Besitz der Landvogtei Unterelsass dort weiteren Besitz verschaffen. 1466 erwarb diese Linie die Herrschaft Apremont in Lothringen. Eine bereits 1343 abgespaltene Linie zu Rixingen fiel 1506 an Pfalz-Zweibrücken.

Leiningen-Hardenburg konnte im 15. und 16. Jahrhundert Weißenburger Lehen erlangen, doch 1560 erfolgte eine weitere Teilung, aus der die Linien

  • Leiningen-Dagsburg-Hardenburg und
  • Leiningen-Dagsburg-Falkenburg (bis 1658)

hervorgingen.

Leiningen-Dagsburg-Hardenburg[Bearbeiten]
Kloster Amorbach, seit 1803 Sitz der Fürsten zu Leiningen
Das Schloss Waldleiningen von 1828 wurde im britischen Stil durch Karl zu Leiningen in Auftrag gegeben

Von 1560 bis 1725 war die Hardenburg Hauptsitz des Familienzweiges und wurde in dieser Epoche zum Residenzschloss ausgebaut. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) zerstörten die Franzosen 1692 die Festungswerke der Anlage uns sie blieb ruinös. Deshalb verlegten die Grafen von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg ihre Residenz 1725 in das nahe gelegene Schloss Dürkheim, das am Platz des heutigen Kurhauses stand. Schon 1504 bis 1508 errichtete Graf Emich IX. von Leiningen-Hardenburg († 1535)[4] hier eine Grabkapelle seiner Familienlinie, mit (nicht zugänglicher) Gruft, angebaut am südöstlichen Seitenschiff der Dürkheimer Schlosskirche.[5] Es handelt sich um einen spätgotischen Bau mit zwei Giebeln, einem Satteldach und Rippengewölbe, der räumlich mit der Kirche verbunden ist. Im Inneren haben sich mehrere gotische Grabplatten und Renaissance-Epitaphien der Familie erhalten.

Der Kaiser erhob den Grafen Carl Friedrich Wilhelm 1779 in den Reichsfürstenstand mit Kuriatstimme im Wetterauischen Grafenkollegium. Als die Französische Revolution in den 1790er Jahren auch auf Südwest- und Westdeutschland übergriff, wurde die Familie 1796 aus der Residenz Dürkheim und aus allen linksrheinischen Besitztümern vertrieben. Das Schloss in Dürkheim wurde angezündet und brannte aus. 1801 gingen die linksrheinischen Güter der Linie an Frankreich, weshalb sie 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss mit verschiedenen ehemaligen Kurmainzer und Würzburger Besitzungen im Odenwald entschädigt wurde und das neue Fürstentum Leiningen mit Sitz in der ehemaligen Abtei Amorbach bildete. Fürst Carl wurde eine Virilstimme im Reichsfürstenrat zugesprochen, statt des Grafentitels von Leiningen-Dagsburg-Hardenburg nahm er den Titel Reichsfürst zu Leiningen, Pfalzgraf zu Mosbach, Graf zu Düren, Herr zu Miltenberg, Amorbach, Bischofsheim, Boxberg, Schüpf und Lauda an. Durch Mediatisierung und den Einfluss Napoleons verlor er aber 1806 seine staatliche Souveränität an das Großherzogtum Baden. Dieses trat 1810 Gebietsteile an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt ab, das sie als Ergebnis des Wiener Kongresses 1816 an das Königreich Bayern weiterreichte. Diese fürstliche Linie zu Leiningen ist die letzte bis heute existierende Linie des Gesamthauses Leiningen.

Leiningen-Dagsburg-Falkenburg[Bearbeiten]

Die gräfliche Linie Leiningen-Dagsburg-Falkenburg spaltete sich 1658 in die Linien

  • Leiningen-Dagsburg († 1706)
  • Leiningen-Heidesheim († 1766)
  • Leiningen-Guntersblum (bis 1774)

Die Grafschaft Dagsburg fiel 1774 an Leiningen-Dagsburg-Hardenburg.

Die beiden Nebenlinien

erhielten die übrigen Besitzungen der Linie Guntersblum.

Listen von Namensträgern[Bearbeiten]

(nach Lebensdaten, nicht genealogisch sortiert)

Leininger Grafen[Bearbeiten]

Graf Friedrich I. von Leiningen († 1220) als Minnesänger im Codex Manesse
Name Linie geboren gestorben Bemerkungen
Emich II. Leiningen vor 1138 Erbauung der Burg Leiningen (heute Altleiningen)? 1119/1124 Chorherrenstift Höningen
Emich III. Leiningen 1180 oder 1187
Friedrich I. Leiningen vor 1214 1204/05 Landvogtei über den Speyergau, 1206 (1237?) Vogtrechte über Kloster Limburg, Minnesänger Codex Manesse
Friedrich II. Leiningen 1237 von Geburt an ein Graf von Saarbrücken, der Leiningen erbte; Bau der Hardenburg, Gründung des zweiten (jüngeren) Hauses Leiningen
Heinrich Leiningen 18. Januar 1272 Kanzler, Bischof von Speyer, kurzfristig Bischof von Würzburg
Emich IV. Leiningen-Landeck 1281 1237 Landecker Linie (1289 erloschen), Gründer von Landau in der Pfalz
Friedrich III. Leiningen-Dagsburg 1287 1241 Hinzuerwerb der Grafschaft Dagsburg mit der gleichnamigen Burg im heute lothringischen Teil der Vogesen
Friedrich IV. Leiningen-Dagsburg 1316
Friedrich V. Leiningen-Dagsburg 1327
Friedrich VI. Leiningen-Dagsburg vor 1342
Friedrich VII. Leiningen-Dagsburg 1377
Friedrich VIII. Leiningen-Dagsburg 1397
Friedrich IX. Leiningen-Dagsburg um 1434
Friedrich X. Leiningen-Dagsburg vor 1429
Emich VII. Leiningen-Dagsburg 1452
Hesso Leiningen-Dagsburg 1467
Emich VIII. Leiningen-Dagsburg 1495 1460 und 1471 Zerstörung der Emichsburg durch Kurfürst Friedrich I.
Emich IX. Leiningen-Dagsburg 18. Februar 1535 1502 Wiederaufbau der Bockenheimer Emichsburg, 1504-08 Bau der Familien-Grabkapelle an der Dürkheimer Schlosskirche, wo sich auch seine Grabplatte befindet, zerstörte 1504 das Kloster Limburg
Emich X. Leiningen-Dagsburg 1498 10. Januar 1541
Emich XI. Leiningen-Dagsburg 15. Dezember 1540 13. März 1593 Umgestaltung der Emichsburg in Renaissance-Schlossgut
Emich XII. Leiningen-Dagsburg 4. November 1562 24. November 1607 Unterzeichnete die Konkordienformel von 1577 und das Konkordienbuch von 1580[6].
Johann Ludwig Leiningen-Dagsburg 8. Mai 1579 19. Juni 1625
Emich XIII. Leiningen-Dagsburg 12. Juni 1612 1658
Georg Wilhelm Leiningen-Dagsburg 8. März 1636 19. Juli 1672
Philipp Ludwig Leiningen-Westerburg-Rixingen 1652 16. August 1705 Verlegung der Residenz von Burg Altleiningen nach Grünstadt, baute dort 1698 Schloss Unterhof; verkaufte 1695 einen Anteil der Grafschaft, woraus die selbstständige Herrschaft Wattenheim wurde.
Johann Karl August Leiningen-Dagsburg 17. März 1662 3. November 1698
Christian Karl Reinhard Leiningen-Dagsburg 7. Juli 1695 17. November 1766
Karl Ludwig Leiningen-Dagsburg 16. Februar 1704 20. März 1747 Gründete 1728 den neuen Familienzweig Leiningen-Emichsburg, erbaute 1730 die Emichsburg neu und ist in der Martinskirche (Battenberg) bestattet
Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Gemahlin des 2. Fürsten Emich Carl zu Leiningen und Mutter des 3. Fürsten Karl zu Leiningen, 1814–1823 Regentin der Standesherrschaft Leiningen, seit 1818 in zweiter Ehe Gemahlin des Herzogs Edward von Kent und Mutter der Queen Victoria

Fürsten zu Leiningen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Fürstentum Leiningen

Chefs des Hauses Leiningen nach dem Ende der Monarchie[Bearbeiten]

Weitere bekannte Angehörige des Hauses Leiningen[Bearbeiten]

Name Linie geboren gestorben Bemerkungen
Gottfried von Leiningen 1396–97 Erzbischof von Mainz
Carl Friedrich Wilhelm zu Leiningen Leiningen-Dagsburg-Hardenburg 1724 1807 erster Fürst zu Leiningen, kaiserlicher Kämmerer, Wirklicher Kurpfälzischer Geheimer Rat und Generalleutnant
Maria Luise Albertine zu Leiningen-Dagsburg-Falkenburg Leiningen-Dagsburg-Falkenburg 1729 1818 genannt Prinzessin George
Emich Carl zu Leiningen Leiningen-Dagsburg-Hardenburg 1763 1814 zweiter Fürst zu Leiningen
August Georg zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen Leiningen-Westerburg-Neuleiningen 1770 1849 Feldmarschalleutnant und österreichischer Kommandant der Festung Mainz, Maria-Theresien-Ritter
Christian Ludwig zu Leiningen-Westerburg-Neuleiningen Leiningen-Westerburg-Neuleiningen 1771 1819 österreichisch-ungarischer Oberst, Maria-Theresien-Ritter
Karl Friedrich Wilhelm Emich zu Leiningen Leiningen-Dagsburg-Hardenburg 1804 1856 dritter Fürst zu Leiningen, königlich bayerischer Generalleutnant, erster Ministerpräsident der zur Frankfurter Nationalversammlung gehörenden Reichsregierung der Provisorischen Zentralgewalt und erster Vorsitzender des Mainzer Adelsvereins
Feodora zu Leiningen Leiningen-Dagsburg-Hardenburg 1807 1873 Halbschwester der britischen Königin Victoria sowie Nichte des belgischen Königs Leopold I.
Viktor zu Leiningen-Westerburg-Altleiningen Leiningen-Westerburg-Altleiningen 1821 1880 k.u.k. österreichischer Feldmarschallleutnant
Karl Emich Philipp Wilhelm Franz zu Leiningen-Westerburg Leiningen-Westerburg-Neuleiningen 1856 1906 Autor des Standardwerkes Deutsche und oesterreichische bibliothekzeichen (1901)

Wappen[Bearbeiten]

Das Stammwappen zeigt in Blau drei (2:1) rot-bewehrte silberne Adler. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken steht eine grüne Linde mit silbernen Blüten. In dieser Form ist es im Codex Manesse[7], im Ortenburger Wappenbuch von 1466[8], im Wernigeroder Wappenbuch[9] und im Wappenbuch des Heiligen Römischen Reiches[10] dargestellt. Die heute benutzte Form[11] mit einem zusätzlichen roten Turnierkragen erscheint 1515 bei Nicolaus Bertschi[12] und ebenfalls 1554–1568 im Wappenbuch des Heiligen Römischen Reiches[13]. Laut Blasonierung im Genealogischen Handbuch des Adels ist die Version mit dem Turnierkragen als das Stammwappen definiert[14].

Der sogenannte Leininger Adler fand Eingang in zahlreiche Ortswappen im ehemaligen Herrschaftsgebiet der Familienzweige.

Orts- und Gemeindewappen mit dem Leininger Adler[Bearbeiten]

Landkreis Bad Dürkheim[Bearbeiten]

Landkreis Kaiserslautern[Bearbeiten]

Landkreis Mainz-Bingen[Bearbeiten]

Neckar-Odenwald-Kreis[Bearbeiten]

Rhein-Pfalz-Kreis[Bearbeiten]

Landkreis Südwestpfalz[Bearbeiten]

Westerwaldkreis[Bearbeiten]

Département Moselle (Frankreich)[Bearbeiten]

Weitere[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Gehrlein: Das Haus Leiningen. 900 Jahre Gesamtgeschichte mit Stammfolgen. Börde-Verlag, Werl 2011, ISBN 978-3-9811993-9-0.
  • Hans Heiberger: 1200 Jahre Altleiningen. 780–1980, Heidelberger Verlagsanstalt, Heidelberg 1980.
  • Hans Heiberger: Die Grafen zu Leiningen-Westerburg. Ursprung, Glanz, Niedergang. Verlag Kiliansdruck Erwin Dinges, Grünstadt 1983, ISBN 3-924386-00-5.
  • Hans Heiberger: Das Ende der Grafen zu Leiningen-Westerburg. Verlag Klaus Dinges, Grünstadt 2000, ISBN 3-9806596-1-5.
  • Eva Keil: Das Fürstentum Leiningen. Umbruchserfahrungen einer Adelsherrschaft zur Zeit der Französischen Revolution, Kaiserslautern 1993.
  • Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder: die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. München 1992.
  • Friedrich Oswald: Leiningen, zu. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 142–144 (Digitalisat).
  • Ingo Toussaint: Die Grafen von Leiningen. Studien zur leiningischen Genealogie und Territorialgeschichte bis zur Teilung von 1317/18. Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 1982, ISBN 3-7995-7017-9.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VII, Band 97 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1989, ISSN 0435-2408.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Leiningen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Quelle: H. Grote: Stammtafeln, Leipzig 1877, S. 154; nach anderen Quellen war zu der Zeit Heinrich II. von Stühlingen Bischof von Würzburg
  2. Franz Neumer: Ist Hochspeyer eine leiningische Gründung?, in Jahrbuch zur Geschichte von Stadt und Landkreis Kaiserslautern, Band 32/33, 1994/95, S.17 (zitiert seinerseits Ruppersberg 1979 und Toussaint 1982).
  3. Auf Grund des österreichischen Adelsaufhebungsgesetztes trägt der österreichische Zweig des gräflichen Hauses Leiningen-Westerburg den Adelstitel Graf nicht mehr im bürgerlichen Namen. Der letzte agnatische Namensträger Wilhelm Graf zu Leiningen-Westerburg aus der Linie Altleiningen verstarb 1929 ohne männliche Nachkommen. Dessen Schwester Eleonore adoptierte 1930 Konrad Schmitt, welcher somit den Namen Graf zu Leiningen-Westerburg-Altleiningen noch bis zu seinem Tode 1993 führte. Siehe dazu: Hans Heiberger: Das Ende der Grafen zu Leiningen-Westerburg. Grünstadt 2000, S. 12 ff., 26, 77 und 83
  4. Genealogische Seite zu Emich IX. von Leiningen
  5. Johann Georg Lehmann: Urkundliche Geschichte der Burgen und Bergschlösser in den ehemaligen Gauen, Grafschaften und Herrschaften der bayerischen Pfalz, Band 3, Seite 203, Kaiserslautern, 1863
  6. Vgl. BSLK, S. 16 und S. 764.
  7. Leininger Wappen im Codex Manesse
  8. Wappen im Ortenburger Wappenbuch 1466
  9. Wappen im Wernigeroder Wappenbuch Ende 15. Jahrhundert
  10. Wappenbuch des Heiligen Römischen Reiches, Nürnberg um 1554–1568
  11. Wappen auf der Homepage des Fürstenhauses
  12. Bertschi, Nikolaus: Wappenbuch besonders deutscher Geschlechter, Augsburg 1515
  13. Wappenbuch des Heiligen Römischen Reiches
  14. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VII, Band 97 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1989