Janské Lázně

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Janské Lázně
Wappen von Janské Lázně
Janské Lázně (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Trutnov
Fläche: 1373 ha
Geographische Lage: 50° 38′ N, 15° 47′ O50.62916666666715.778611111111519Koordinaten: 50° 37′ 45″ N, 15° 46′ 43″ O
Höhe: 519 m n.m.
Einwohner: 770 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 542 25
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Václav Němec (Stand: 2014)
Adresse: náměstí Svobody 273
542 25 Janské Lázně
Gemeindenummer: 579351
Website: www.janske-lazne.cz

Janské Lázně (deutsch Johannisbad) ist ein Kurort im tschechischen Riesengebirge mit ungefähr 800 Einwohnern. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 519 m über NN in einem Nebental des Flusses Aupa.

Geschichte[Bearbeiten]

Johannisbad um 1900

Der Legende nach soll die Thermalquelle mit 29,6 °C im Jahr 1006 von Johann (Jan) Chockova, Knappe des Ritters Albrecht Schwarzenberg, entdeckt und nach ihm benannt worden sein.[2] Historiker halten es jedoch eher für wahrscheinlich, dass Prospektoren auf der Suche nach Lagerstätten von Erzen und Edelmetallen die Quelle im 11. Jahrhundert entdeckt haben. Das sprudelnde Wasser wurde danach für den Antrieb eines Wasserrades mit angeschlossenem Eisenhammer verwendet, mit dem Erze zerkleinert wurden.[3]

Erste Aufzeichnungen über die Nutzung der heißen Quelle des Johannisbads zu gesundheitlichen Zwecken sind aus dem Jahr 1300 überliefert, als es im Besitz der Familie Silberstein war.[2] In Reiseberichten des päpstlichen Legaten Aeneas Silvio aus dem Jahr 1451 ist das Johannisbad ebenfalls genannt. Neben dem Bad entwickelte sich ein Dorf, das erstmals 1552 urkundlich erwähnt wurde.[3]

Nach der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1621 gelangte das Thermalbad per Herrscherdekret in das Eigentum des Albrecht von Wallenstein, der es jedoch im Jahre 1628 aus Geldmangel an ausländische Adelige verpfändete. Als eigentlicher Gründer des Kurortes gilt Johann Adolf Schwarzenberg, der im Jahr 1673 in der Nähe der Quelle die Johannis-Kapelle errichten und 1677 die ersten sechs Bade-Gebäude erbauen ließ. Gleichzeitig hatte er einen Arzt (Dr. Hettmayr) beauftragt, die Heilwirkung der Thermalquelle wissenschaftlich zu untersuchen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.[2]

Nachdem das Hammerwerk im Jahr 1495 abgebrannt war, wurde es durch eine Wassermühle ersetzt. Das Dorf vergrößerte sich durch die genannten Aktivitäten, so dass im Jahr 1685 bereits 22 Häuser, die Mühle, ein Gasthaus und ein Kurhaus dokumentiert sind. Die Auswirkungen des Siebenjährigen Kriegs führten schließlich dazu, dass Johannisbad aus der weltlichen Herrschaft der Schwarzenberger gelöst und in den vom böhmischen Kaiser verwalteten Kirchenfonds überführt wurde. Aus diesem Fonds gelangte die Ortschaft an den Kaufmann Johann Franz Theer von Arnau (als Baron Johann von Silberstein in den Adelsstand erhoben). Danach wechselten die Besitzer von Johannisbad noch mehrfach.[2]

Kurkolonnade bei Nacht

Im Jahr 1881 wurde es zum Marktflecken erhoben, Anfang des 20. Jahrhunderts kaufte die inzwischen entstandene Gemeinde die Bäder, später auch alle Badeeinrichtungen, Grundstücke und Quellen. Eine speziell gegründete Aktiengesellschaft übernahm fortan die Entwicklung des Kurbetriebs, umfangreiche Investitionen folgten und Johannisbad wurde zu einem bekannten Kurort.[2] Im Jahr 1905 entstand eine Kolonnade im Neo-Renaissance-Stil.[3]

Im Jahr 1925 wurden einige Wintersportler in Johannisbad untergebracht, als die Weltmeisterschaften in den nordischen Disziplinen in der Umgebung stattfanden. Eine medizinische Heilanstalt zur Behandlung und Nachsorge von Kinderlähmung (lat. poliomyelitis anterior acuta) wurde 1935 in Johannisbad eröffnet.[2] Bei den Olympischen Winterspielen des Jahres 1936 wohnten dort beschäftigte Arbeiter im Ort.[3] Einige der Kureinrichtungen dienten im Zweiten Weltkrieg als Lazarett und zur Unterbringung von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten. Nach dem Krieg sollte das Bad im Rahmen des Marshallplans vollständig umgebaut und modernisiert werden, doch mit der Errichtung der Volksrepublik Tschechoslowakei im Jahr 1948 entfielen diese Pläne. Dagegen wurden nun einige Hotels und Pensionen zu Gewerkschaftserholungsheimen umgebaut. Die beiden Gemeinden Černá Hora und Janské Lázně fusionierten in dieser Zeit, im Jahr 1965 wurden dem Ort die Stadtrechte verliehen.[2]

Im Jahr 1982 entstand unter Einbeziehung der historischen Kolonnade ein neuer Wellnessbereich.[4]

Nach dem politischen Umbruch um 1989 erfolgten auch in Johannisbad einige Reprivatisierungen, die größeren Kureinrichtungen blieben dagegen im Eigentum der Stadt und damit des neu gebildeten tschechischen Staates. In den späten 1990er Jahren wurde die Handelsakademie für körperlich Behinderte ausgebaut, neue hochwertige Hotels entstanden. Im 21. Jahrhundert ließ die Stadtverwaltung neue Seilbahnen, Liftanlagen und Loipen anlegen, auch Wander- und Radwege sind entstanden. So wurde die Stadt neben der Funktion als Kurort zu einem überregionalen Sport- und Erholungszentrum.[2]

Erwähnenswert ist der Aussichtsturm auf dem Černá Hora (Schwarzenberg, 1299 m).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht aus dem ursprünglichen Johannisbad und dem Ortsteil Černá Hora (Schwarzenberg).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. a b c d e f g h Historische Entwicklung von Janské Lázně auf der Website der Stadt; abgerufen am 7. Nov. 2014.
  3. a b c d Info aus der tschechischen Wikipedia-Seite.
  4. Janské Lázně. Miasto uzdrowiskowe i centrum sportowe w Karkonoszach, folder turystyczny, wydawnictwo uzdrowiska, 2013, S. 2/3 (polnisch: „Johannisbad. Kur- und Sportzentrum im Riesengebirge“; Informations-Flyer 2013)