Josefstadt (Wien)

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Josefstadt
VIII. Wiener Gemeindebezirk
Wappen Karte
Wien Wappen Josefstadt.png
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Geographische Lage: 48° 13′ N, 16° 21′ O48.21083333333316.348055555556Koordinaten: 48° 13′ N, 16° 21′ O
Fläche: 1,08 km²
Einwohner: 23.930 (1. Jänner 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 22.157 Einw./km²
Postleitzahl: 1080
Adresse des
Bezirksamtes:
Wipplingerstraße 8
1010 Wien
Website: www.wien.gv.at
Politik
Bezirksvorsteher: Veronika Mickel (ÖVP)
Bezirksvertretung
(2010[2]):
10
3
10
12
5
10 10 12 
Von 40 Sitzen entfallen auf:
Karte: Josefstadt mit Bezirksteilen
Bezirksteile von Josefstadt

Die Josefstadt ist der 8. Wiener Gemeindebezirk. Als flächenmäßig kleinster Bezirk Wiens liegt sie innerhalb des ehemaligen Linienwalls, der dem heutigen Gürtel entspricht.

Geographie[Bearbeiten]

Die Josefstadt liegt im Zentrum der Stadt Wien und ist mit einer Fläche von 1,08 km² der kleinste Wiener Gemeindebezirk, wobei die Josefstadt nur 0,26 % der Fläche Wiens einnimmt. Der Bezirk liegt zwischen dem Wiener Gürtel und der Zweierlinie und gehört zu den am dichtest verbauten Bezirken Wiens. Nur 2 % der Bezirksfläche entfallen auf Grünland.

Topographie[Bearbeiten]

Der Bezirk Josefstadt liegt auf einem Plateau zwischen zwei heute kanalisierten Wienerwaldbächen, wobei die Josefstadt nicht ganz an die Bäche heranreicht. Der Alserbach (heute unter der Lazarettgasse geführt) und der Ottakringer Bach (heute zwischen Lerchenfelder Straße und Neustiftgasse) gruben vor der Verbauung tiefe Täler mit teilweise starkem Gefälle in das Gebiet, wodurch sich beträchtliche Höhenunterschiede innerhalb des Bezirksgebietes ergeben. Die westliche Bezirksgrenze am Lerchenfelder Gürtel liegt in einer Höhe von 204,5 Metern, am östlichen Bezirksrand erreicht der Friedrich-Schmidt-Platz eine Höhe von 180 Metern. Auch zwischen dem Norden und dem Süden des Bezirksgebietes existieren Höhenunterschiede. So liegt die Kreuzung Kochgasse/Alser Straße im Norden auf 185 Meter Höhe, das Plateau Florianigasse-Skodagasse auf 198 Meter Höhe, und die Kreuzung Lerchenfelder Straße/Kaiserstraße im Süden auf 196 Meter Höhe.[3]

Bezirksteile[Bearbeiten]

Die Josefstadt wurde aus den ehemaligen Vorstädten Altlerchenfeld, Breitenfeld, Josefstadt und Strozzigrund gebildet. Hinzu kam der südliche Anteil der Alservorstadt sowie ein kleiner Teil von Sankt Ulrich. Im Nordosten des Bezirksgebietes liegt zwischen Landesgerichtsstraße, Florianigasse und Feldgasse die Alservorstadt, deren nördlicher Teil zum Bezirk Alsergrund gehört. Zum Bezirksteil Alservorstadt gehört das Magistratische Bezirksamt, das Landesgericht, das Museum für Volkskunde sowie die größte Parkanlage des Bezirks, der Schönbornpark. Im Nordwesten des Bezirks liegt zwischen Gürtel, Florianigasse und der Feldgasse Breitenfeld die Breitenfelder Kirche. Der Norden der Josefstädter Straße sowie der Südosten des Bezirksgebietes gehört zum Bezirksteil Josefstadt. Die bedeutendsten Gebäude sind das Theater in der Josefstadt und die Piaristenkirche „Maria Treu“. Um die Strozzigasse liegt der kleine Bezirksteil Strozzigrund mit dem Finanzamt. Eingeschlossen wird der Strozzigrund im Westen und Osten von Altlerchenfeld, wo sich in der Pfeilgasse mehrere Studentenheime befinden. Im Südosten des Bezirksgebietes befindet sich im südlichen Bereich der Piaristengasse auch ein kleiner Teil von Sankt Ulrich, dessen größter Teil im angrenzenden Bezirk Neubau liegt.

Eine Gliederung des Bezirksgebiets besteht ferner in den Zählbezirken der amtlichen Statistik, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die drei Zählbezirke in der Josefstadt sind Laudongasse, Josefstädter Straße und Bennoplatz.

Nachbarbezirke[Bearbeiten]

Die Josefstadt gehörte zu den „inneren Bezirken“ zwischen Gürtel und Ringstraße. Im Westen bildet der Wiener Gürtel mit den Abschnitten Hernalser bzw. Lerchenfelder Gürtel die Grenze zu den Außenbezirken Hernals und Ottakring, im Osten trennt die Zweierlinie entlang des Straßenzuges LandesgerichtsstraßeAuerspergstraße die Josefstadt von der Inneren Stadt. Die nördliche Bezirksgrenze zum Bezirk Alsergrund verläuft entlang der Alser Straße, im Süden bildet die Lerchenfelder Straße die Grenze zum Bezirk Neubau.

Flächennutzung[Bearbeiten]

Die Flächen der Josefstadt werden fast ausschließlich als Baugebiet oder für Verkehrsflächen genutzt. 70,34 % des Bezirksgebietes werden von Bauflächen eingenommen, ein Wert, der nur vom benachbarten Neubau übertroffen wird. Der Großteil der Baufläche (85 %) entfällt dabei auf Wohngebiete, der Rest fast ausschließlich auf kulturelle, öffentliche und religiöse Einrichtungen (14,4 %). Als Betriebsgebiet gewidmete Flächen machen in der Josefstadt hingegen einen verschwindend geringen Anteil aus. Die Josefstadt liegt bei dieser Widmungsart sowohl in absoluten, als auch relativen Zahlen auf dem letzten Platz der Wiener Gemeindebezirke. Neben den Bauflächen nehmen die Verkehrsflächen mit 27,6 % die größte Flächen ein. Die Josefstadt ist dadurch der Bezirk mit den wenigsten Grünflächen. Nur 2 % der Bezirksfläche entfallen auf diese Nutzungsart, wobei 95 % der Grünfläche Parkanlagen sind.[4]

Flächennutzung in ha 2001[4]
Baufläche Grünfläche Gewässer Verkehrsflächen
76,23 2,2 - 29,94
Wohnbau Betriebsgebiet öffentliche Einrichtungen Landwirtschaft Parks Wälder Wiesen Kleingärten Freizeit- Flächen
64,81 0,44 10,98 - 2,09 - - - 0,12

Geschichte[Bearbeiten]

Josephstadt um 1830

Das Gebiet der heutigen Josefstadt wurde erst relativ spät besiedelt. Nur in der Nähe der Inneren Stadt lag seit dem Mittelalter eine namenlose Siedlung. Das einzige bedeutendere Bauwerk war ein Gutshof, der so genannte Rote Hof. Eine intensive Besiedlung begann erst am Ende des 17. Jahrhunderts. Diese Siedlung wurde 1700 von der Stadt Wien erworben und erhielt nach Kaiser Joseph I. den Namen Josefstadt. Weiter stadtauswärts gab das Schottenstift 1801 Grundstücke zur Verbauung frei, auf denen dann die Vorstadt Breitenfeld entstand. Die Straßen dort zeigen noch die typische Struktur aus der Biedermeierzeit. Alt-Lerchenfeld wurde zwar schon 1295 erstmals erwähnt, eine größere Bautätigkeit setzte aber auch erst um 1700 ein. 1850 wurden diese Vorstädte gemeinsam mit kleinen Teilen von St. Ulrich (siehe Neubau) und Alservorstadt (siehe Alsergrund) als 7. Bezirk Josefstadt nach Wien eingemeindet; nach der Teilung Wiedens war es der 8. Bezirk. Die bislang letzte Änderung der Bezirksgrenze erfolgte 1995 im Bereich der Auerspergstraße und betraf lediglich Verkehrsflächen.[5]
Die Josefstadt entwickelte sich zu einem Sitz des Bürgertums, hier leben auch viele Beamte. Die meisten Bürgermeister Wiens wohnten ebenfalls hier. Bundespräsident Heinz Fischer wohnt ebenfalls in der Josefstadt, in der Josefstädter Straße 21. Außerdem gilt die Josefstadt neben den Bezirken Neubau und Mariahilf auch als Bezirk der Intellektuellen und der Künstler, viele Schauspieler und Schriftsteller sind in der Josefstadt wohnhaft.

Der 8. Bezirk ist der zweite Bezirk Wiens, in dem die Grünen bei Wahlen zur Bezirksvertretung (23. Oktober 2005) die relative Mehrheit erzielten. Damit stellten sie von November 2005 bis November 2010 den Bezirksvorsteher. Im Oktober 2010 trat der damalige Bezirksvorsteher Heribert Rahdjian mit der eigenen Liste ECHT an und erzielte fünf Mandate. Stärkste Fraktion wurde ein Wahlbündnis aus der Österreichischen Volkspartei und dem Bürgerforum Josefstadt, das seit November 2010 mit Veronika Mickel-Göttfert die Bezirksvorsteherin stellt. Erster Stellvertreter von Mickel-Göttfert ist Michael Hemza vom Bürgerforum Josefstadt, der diese Funktion bereits seit 2005 ausübt.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Daten lt. Statistik Austria [4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Nach der Gründung des Bezirks erreichte die Josefstadt 1869 eine Bevölkerungszahl von 53.012 Menschen. Auf Grund der bereits damals dichten Verbauung des Bezirksgebietes änderte sich dieser Wert bis 1910 kaum. Danach begann ein beinahe kontinuierlicher Rückgang der Einwohnerzahlen, wobei der Wert in der 1960er und 1970er Jahren am stärksten sank. Hauptgrund für den Rückgang war der gestiegene Bedarf an Wohnraum. Derzeit hat sich die Einwohnerzahl bei knapp unter 24.000 Menschen wieder stabilisiert.

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Die Altersstruktur der Josefstädter Bevölkerung wich 2001 vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vom Wiener Durchschnitt ab. Waren in der Josefstadt 2001 11,4 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt, so lag der Wert in Wien mit 14,7 % deutlich höher. Dem gegenüber lag der Anteil der Bevölkerung im Alter von 20 bis 29 Jahren vor allem auf Grund einer hohen studentischen Einwohnerzahl in der Josefstadt mit 16,1 % stark über dem Wien-Durchschnitt von 12,8 %. Der Anteil der Bevölkerung im Alter von 60 oder mehr Jahren lag mit 20,1 % unter dem Wiener Wert von 21,7 %. Die Geschlechterverteilung im Bezirksgebiet war mit einem Anteil von 47,4 % Männern und 52,6 % Frauen im Bereich des Wiener Durchschnitts, während die Josefstädter mit 35,2 % gegenüber 41,2 % weniger oft verheiratet waren als die Durchschnittswiener.[6]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

Der Anteil der ausländischen Bezirkseinwohner lag 2005 bei 20,9 % und weist eine stark steigende Tendenz auf (2001: 16,1 %). Den höchsten Anteil der Ausländer stellten 2005 mit rund 3,5 % Anteil an der Bezirksbevölkerung Staatsbürger aus Serbien und Montenegro. Weitere 2,7 % waren deutsche, 1,1 % polnische, 1,0 % türkische und je 0,7 % kroatische oder bosnische Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 24,4 % der Josefstädter Bevölkerung nicht in Österreich geboren worden. 4,8 % sprachen daher als Umgangssprache Serbisch, 2,0 % Türkisch und 1,9 % Kroatisch.[6][7]

Religion[Bearbeiten]

Die Anteile der Religionsbekenntnisse in der Bevölkerung der Josefstadt liegen im Wesentlichen im Durchschnitt Wiens, wobei der Anteil der katholischen und evangelischen leicht über, die der islamischen Bevölkerung stärker unter dem Durchschnitt lag. Bei der Volkszählung 2001 gaben 52,0 % der Bewohner an, der römisch-katholischen Kirche anzugehören. Es gibt im Gemeindebezirk drei römisch-katholische Pfarren, die zum Stadtdekanat 8/9 gehören. 6,0 % der Bevölkerung waren evangelisch, 4,6 % islamischen Glaubens, 5,2 % gehörten der Orthodoxen Kirche an. 23,8 % der Bezirksbevölkerung war ohne Bekenntnis. 7,8 % hatten kein oder ein anderes Religionsbekenntnis angegeben.[6]

Politik[Bearbeiten]

Bezirksvorsteher seit 1945
Egon Schiska (KPÖ) 4/1945–7/1945
Gustav Lorant (ÖVP) 7/1945–11/1945
Richard Honetz (ÖVP) 1945–1946
Hans Preyer (ÖVP) 1946–1950
Alexander Riedl (ÖVP) 1950–1954
Franz Bartl (ÖVP) 1954–1959
Marie Franc (ÖVP) 1959–1964
Walter Kasparek (ÖVP) 1964–1990
Ludwig Zerzan (ÖVP) 1990–1994
Franz Neubauer (ÖVP) 1994–1998
Margit Kostal (ÖVP) 1998–2005
Heribert Rahdjian (ECHT, zuvor Grüne) 2005–2010
Veronika Mickel (ÖVP) 2010–laufend

Der Bezirk Josefstadt war traditionell ein bürgerlich geprägter Bezirk. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die ÖVP zwischen 1945 und 2005 die stimmenstärkste Partei und stellte durchgehend den Bezirksvorsteher. Immer wieder erreichte die ÖVP auch die absolute Mehrheit in der Josefstadt.[8] Durch die Wahlerfolge der Grünen in den späten 80er Jahren und das Antreten des Liberalen Forums 1996 verlor jedoch die ÖVP, aber auch die SPÖ zusehends an Stimmen. Die FPÖ spielte in der Josefstadt nie eine bedeutendere Rolle. Dafür konnte sich in der Josefstadt eine Bürgerliste (Bürgerforum Josefstadt) etablieren, die zwischen 1991 und 2001 jeweils zwischen 7,0 % und 8,3 % erreichte. Bei den Wahlen 2001 konnten die Grünen starke Gewinne einfahren. Die ÖVP konnte SPÖ und Grüne nur noch knapp hinter sich halten. Um die gefährdete Position als Spitzenreiter abzusichern, schlossen sich das bürgerliche Bürgerforum Josefstadt und die ÖVP zur Liste PRO Josefstadt zusammen. Dennoch gingen die Grünen 2005 mit einem Zugewinn von 7,7 % als Sieger aus den Wahlen hervor. Die Liste PRO Josefstadt blieb rund 3,7 % hinter dem Ergebnis, das das Bürgerforum und die ÖVP noch 2001 zusammen erreicht hatten. Gewinne fuhr auch die SPÖ ein, während die FPÖ stark verlor und das Liberale Forum endgültig aus der Bezirksvertretung flog. Die Grünen stellten nach 2005 bis zur nächsten Bezirksvertretungswahl 2010 mit Heribert Rahdjian den Bezirksvorsteher, wodurch die Grünen mit der Josefstadt und dem benachbarten Neubau zwei Bezirksvorsteher in Wien vorweisen konnten. Im Sommer 2010 entschloss sich Heribert Rahdjian mit einer neuen Liste „ECHT Grün – Liste Heribert Rahdjian“ zur Bezirksvertretungswahl am 10. Oktober 2010 anzutreten. In der Bezirksvertretung konstituierte sich ein eigener Klub Echt Grün mit drei Mandataren, bestehend aus der ehemaligen Grünen Klubobfrau, einer weiteren Bezirksrätin und dem Vorsitzenden der Bezirksvertretung. Seine Fraktion wuchs durch die Wahl auf fünf Mandatare, womit ECHT die stärkste Bezirkspartei Wiens ist.
Seit November 2010 ist Veronika Mickel-Göttfert die amtierende Bezirksvorsteherin. Ihr erster Stellvertreter ist Michael Hemza vom Bürgerforum Josefstadt.

Bezirksvertretungswahlen 1991–2005[9]
Jahr SPÖ ÖVP FPÖ Grüne LIF PRO/BFJ ECHT Sonstige
1991 28,1 31,6 16,0 14,7 n.k 7,5 n.k 2,1
1996 21,6 27,2 16,9 15,5 9,8 8,3 n.k 0,7
2001 24,7 25,2 13,3 24,5 4,4 7,0 n.k 0,8
2005 28,6 n.k 6,8 32,3 1,0 29,0 n.k 2,3
2010 23,5 27,5 9,0 24,2 1,3 n.k 11,6 2,9

Wappen[Bearbeiten]

Bezirkswappen der Josefstadt

Das Wappen des Bezirks Josefstadt repräsentiert die fünf ehemaligen, selbständigen Gemeinden, aus denen der 8. Bezirk 1850 gebildet wurde. Das Herzschild zeigt den Heiligen Josef auf blauem Grund auf einer Wiese stehend. Er symbolisiert den Bezirksteil Josefstadt, die ihren Namen zu Ehren Kaiser Josephs erhalten hatte. In einer Hand hält er einen Lilienstamm, in der anderen das Jesuskind. Im rechten, oberen Wappenteil symbolisiert eine Elster als sprechendes Wappen den Bezirksteil Alservorstadt. Sie sitzt vor goldenem Grund auf einem belaubten Strauch. Im linken, oberen Wappenteil wird das Wappen von Altlerchenfeld dargestellt. Der rote Grund wird von einem silbernen Kreuz geteilt, in den vier Feldern stehen vier goldene Lerchen. Im linken, unteren Wappenteil steht die Heilige Maria für den Bezirksteil Breitenfeld. Sie schwebt auf einer Wolke über einer grünen Wiese und trägt ein goldenes Gewand mit einem roten Mantel. In den Händen hält sie Zepter und Reichsapfel. Die Darstellung entstammt dem Wappen des Schottenstifts, das hier zahlreiche Besitzungen hatte. Der rechte, untere Wappenteil steht schließlich für den Strozzigrund. Es zeigt das Wappen der Grafen Strozzi mit einem silbernen Querbalken auf rotem Grund. Gräfin Maria Katharina Strozzi, stieß durch ihre Bautätigkeit die Verbauung des Gebietes an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Piaristenkirche Maria Treu
Theater in der Josefstadt
Café Hummel
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in der Josefstadt

Der östliche Teil des Gemeindebezirks gehört zur Außenzone der Welterbestätte Historisches Zentrum von Wien. Diese wird im Westen von der Lange Gasse, der Laudongasse, der Lederergasse, der Josefstädter Straße und der Piaristengasse begrenzt. Die bekanntesten Josefstädter Kaffeehäuser sind das Café Hummel, das Cafe Florianihof und das Café Eiles.

Die Josefstadt in der Literatur und im Fernsehen[Bearbeiten]

  • Ödön von Horvaths Stück Geschichten aus dem Wiener Wald spielt teilweise in der Lange Gasse, einer Seitengasse der Josefstädter Straße. Die Lange Gasse 29, in der sich heute ein Beisl befindet, diente als Kulisse für den Film.
  • 2007 lief auf ORF 1 die tägliche Seifenoper Mitten im 8en, die allerdings nicht im 8. Bezirk gedreht wurde, sondern großteils im zweiten.
  • Die 2001/2002 produzierte österreichische Fernsehserie Dolce Vita & Co spielt teilweise in der Josefstadt.
  • Arthur Schnitzlers Traumnovelle spielt ebenfalls teilweise in der Josefstadt, unter anderem werden die Wickenburggase sowie die Buchfeldgasse erwähnt.

Museen[Bearbeiten]

Das Österreichische Museum für Volkskunde im Palais Schönborn ist das größte volkskundliche Museum Österreichs. Das Museum wurde bereits 1895 gegründet und berücksichtigt alle Gebiete der ehemaligen Monarchie. Im Piaristenkeller befinden sich das Kaiser Franz Joseph Hutmuseum und die K.u.K. Weinschatzkammer. Besagtes Hutmuseum legt seinen Sammlungsschwerpunkt auf Hüte aus der Zeit von Kaiser Franz Joseph I., während die Weinschatzkammer über Weinraritäten der Kronländer aus drei Jahrhunderten verfügt, mit einem Schwerpunkt auf Dessertweinen, insbesondere Madeiraweinen ab 1795 bis 1916 sowie seltenen Tokajerweinen. Das Bezirksmuseum Josefstadt widmet sich der Bezirksgeschichte der Josefstadt.

Parkanlagen[Bearbeiten]

Die Josefstadt verfügt mit 2,09 Hektar Parkfläche über die kleinsten Parkflächen eines Wiener Gemeindebezirks. Der größte Park (rund 10.000 m²) der Josefstadt ist der Schönbornpark im Bereich von Florianigasse und Lange Gasse. Der Park geht auf ein Gartenpalais mit Gartenanlage aus dem 18. Jahrhundert zurück, das Reichsvizekanzler Friedrich Carl von Schönborn errichten ließ. 1862 wurde das Grundstück stark verkleinert und als Schönbornpark eröffnet. Mit rund 6.000 m² etwa halb so groß ist der Hamerlingpark am Hamerlingplatz, der auf dem Gelände der 1910 demolierten Josefstädter Kaserne errichtet wurde. Der Tigerpark an der Kreuzung Tigergasse und Pfeilgasse ist der kleinste Park der Josefstadt (1.600 m²). Beim Tigerpark handelt es sich eigentlich um einen 1995 eröffneten Dachgarten auf einer Tiefgarage, die an Stelle einer ehemaligen Fabrik erbaut wurde.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

U-Bahn-Station Josefstädter Straße am Gürtel

Verkehr[Bearbeiten]

An der Grenze zu Ottakring befindet sich die U-Bahn-Station Josefstädter Straße der Linie U6 und an der Grenze zur Inneren Stadt die U-Bahn-Station Rathaus der Linie U2. Im Bezirksgebiet verkehren mehrere Straßenbahn- und Autobuslinien.

Studentenheime[Bearbeiten]

In der Josefstadt gibt es eine erhebliche Anzahl an Studierendenheimen, zum Beispiel das Haus VINDOBONA des Kuratoriums Adolf Schärf an der Ecke Skoda- und Laudongasse, das von der Akademikerhilfe betriebene Pfeilheim (Pfeilgasse 3a, Pfeilgasse 4-6), das Studentenheim Hotel Korotan (Albertgasse 48), das Studentenheim Neudeggergasse von der Studentenförderungshilfe (Neudeggergasse 21) und das Friedrich-Funder Studentenheim in der Strozzigasse. In den letzten Jahren wurden einige Heime geschlossen. Während der Sommerferien gibt es im Pfeilheim Hotelbetrieb.

Bildung und Gesundheit[Bearbeiten]

In der Josefstadt gibt es vier öffentliche Volksschulen, eine Kooperative Mittelschule, drei Gymnasien (in der Feldgasse, Albertgasse und am Jodok-Fink-Platz) und die Bundes-Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik in der Albertgasse. Am Hamerlingplatz befindet sich die Vienna Business School, die Handelsakademie und die Handelsschule der Wiener Kaufmannschaft. Eine weitere Vienna Business School liegt an der Schönborngasse.

In der Laudongasse, in der ehemaligen Hauptbücherei ist jetzt die Zentrale der Musikschulen. Seit der Eröffnung der neuen Hauptbibliothek am Urban-Loritz-Platz (in der Nähe des achten Bezirks) sind der achte und der erste Bezirk die einzigen Wiener Bezirke ohne eigene Büchereifiliale. In der Schmidgasse befindet sich die Volkshochschule Josefstadt. Eine wichtige freizeitpädagogische Einrichtung ist die größte Spielothek Österreichs, die WienXtra-Spielebox in der Albertgasse 35. Im selben Haus hat auch das Institut für Freizeitpädagogik seinen Sitz.

In der Skodagasse 32 befindet sich seit 1835 die Confraternität Privatklinik Josefstadt.

Sicherheit[Bearbeiten]

In der Josefstadt sind zwei Polizeiinspektionen der Bundespolizei etabliert, diese befinden sich in der Fuhrmannsgasse 5 und am Hernalser Gürtel 6-12 (eigentlich Laudongasse 64, es handelt sich um eine Identadresse). In der Dienststelle Fuhrmannsgasse befindet sich das, außer für die Josefstadt auch für die Bezirke Neubau und Alsergrund zuständige, Stadtpolizeikommando Josefstadt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria – Bevölkerung zu Jahresbeginn seit 2002 nach Politischen Bezirken
  2. Bezirksvertretungswahlen 2010
  3. Stimmer; Klusacek: Josefstadt S. 3
  4. a b Magistratsabteilung 5 (MA5): Nutzungsarten nach Bezirken PDF
  5. Gesetz über eine Änderung der Grenze zwischen dem 1. und 8. Bezirk (LGBl. für Wien 13/1995), ausgegeben am 20. März 1995
  6. a b c Statistik Austria (Volkszählung 2001)[1] (PDF; 10 kB) [2] (PDF; 11 kB)
  7. MA 5 Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit und Bezirken 2001–2005 [3]
  8. Klusacek; Stimmer: Josefstadt S. 105 ff.
  9. Stadt Wien – Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen
  10. Wiener Stadtgartenamt (MA 42)
  11. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 4, Kremayr & Scheriau, Wien 1995, ISBN 3-218-00546-9, S. 464: Oskar-Werner-Hof
  12. Plakat an Werners Wohnungstür; Attila E. Láng: Oskar Werner. Eine Spurensicherung, Jugend und Volk, Wien 1984, ISBN 3-224-16037-3, S. 116

Literatur[Bearbeiten]

  • Felix Czeike: Wiener Bezirkskulturführer: VIII. Josefstadt. Jugend und Volk, Wien 1980, ISBN 3-7141-6226-7
  • Elfriede Faber: Zeitsprünge Wien-Josefstadt. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-89702-875-3
  • Christine Klusacek: Josefstadt. Beiseln, Bühnen, Beamte. Mohl, Wien 1991, ISBN 3-900272-40-9
  • Carola Leitner: Josefstadt: Wiens 8. Bezirk in alten Fotografien. Ueberreuter, Wien 2006, ISBN 3-8000-7204-1

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Josefstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien