Julius Schiller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Julius Schiller († 1627 in Augsburg), war ein deutscher Astronom und Augustinermönch, sowie ein Zeitgenosse des ebenfalls in Augsburg lebenden Johann Bayer.

Unter Mithilfe von Bayer veröffentlichte Schiller in seinem Todesjahr 1627 den Sternatlas Coelum Stellatum Christianum. Das Werk war der Versuch, einen „christlichen“ Sternkatalog zu erstellen, in dem gängige Sternbilder umbenannt und mit Figuren aus der christlichen Überlieferung dargestellt sind. In der Regel stehen darin Figuren und Symbole des neuen Testaments nördlich der Ekliptik und alttestamentliche südlich davon, während die Ekliptiksternbilder der zwölf Tierkreiszeichen durch die zwölf Apostel ersetzt wurden.

Der Sternkatalog gilt als Kuriosum und hatte, im Gegensatz zu Bayers Uranometria, nie große Bedeutung erlangt. Anders als Bayer stellt Schiller den Sternhimmel seitenverkehrt dar, also aus der Sicht Gottes auf das Firmament in Richtung der Erde. Diese Darstellung entspricht der Tradition der Himmelsgloben, während für einzelne Himmelsausschnitte historischer Karten und Atlanten die seitenrichtige Darstellung verbreiteter ist. Die Schiller'schen Sternbilder wurden nur in einem Werk, dem künstlerischen Atlas Harmonia Macrocosmica von Andreas Cellarius im Jahr 1661 aufgegriffen.

Der Mondkrater Schiller ist nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Julius Schiller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien