Juris Hartmanis

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Juris Hartmanis (2002)

Juris Hartmanis (* 5. Juli 1928 in Riga, Lettland) ist ein lettisch-amerikanischer Informatiker, der gemeinsam mit Richard Edwin Stearns 1993 den Turing Award für seine Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Komplexitätstheorie erhielt.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg flüchtete Hartmanis zunächst nach Deutschland. Er erwarb ein Diplom in Physik an der Universität Marburg und emigrierte in die Vereinigten Staaten von Amerika, wo er einen Master-Abschluss in Angewandter Mathematik an der University of Missouri–Kansas City absolvierte. Schließlich erlangte er 1955 am Caltech einen Ph.D. in Mathematik bei Robert Dilworth.

In der Folge arbeitete er für das General Electric Research Laboratory, wo er Prinzipien der Informatik erforschte und lehrte. 1964 veröffentlichten er und Richard Edwin Stearns das für die Komplexitätstheorie wegweisende und namensgebende Paper Computational complexity of recursive sequences (1965 als On the computational complexity of algorithms wiederveröffentlicht), in dem sie unter anderem DTIME und damit generell Komplexitätsklassen sowie ein frühes Speedup-Theorem einführten. Zusammen mit Phil Lewis führten Stearns und Hartmanis 1965 neben der Zeit- auch die Platzkomplexität ein.

1965 wurde er Professor der Cornell University. Zu Hartmanis' Doktoranden gehört Neil Immerman (Gödel-Preis 1995).

Hartmanis gehört dem Science Board und dem Science Steering Committee des Santa Fe Institute an.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Mit Richard Edwin Stearns: On the computational complexity of algorithms. Transactions of the American Mathematical Society 117 (1965), S. 285–306. Zunächst als Computational complexity of recursive sequences. In: Proceedings of the Fifth Annual IEEE Symposium on Switching Circuit Theory and Logical Design, Princeton, N.J., 1964, S. 82–90.
  • Mit Richard Edwin Stearns und Phil M. Lewis: Hierarchies of Memory Limited Computations (PDF-Datei; 388 kB). In: Proceedings of the Sixth Annual IEEE Symposium on Switching Circuit Theory and Logical Design, Ann Arbor, Mich., 1965, S. 179–190.

Weblinks[Bearbeiten]