Lajos Portisch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lajos Portisch (Aufnahme von 2005)

Lajos Portisch [ˈlɒjoʃ ˈportiʃ] (* 4. April 1937 in Zalaegerszeg) ist ein ungarischer Schachspieler.

Lajos Portisch erlernte das Schachspiel im Alter von 12 Jahren und verbesserte sich kontinuierlich. 1955 nahm er an der Jugend-Weltmeisterschaft in Antwerpen teil und belegte dort den 4. Platz. 1958 erhielt er den Titel eines Internationalen Meisters.

Portisch während der Schacholympiade 1980 in Valletta auf Malta

Zwischen 1958 und 1981 gewann er neun Mal die ungarische Meisterschaft. Seit 1961 ist er Großmeister.[1] Von 1956 bis 2000 spielte er für Ungarn bei der Schacholympiade und stellte dabei mehrere Rekorde auf: Meiste Teilnahmen (20), gespielte Partien (260) und erzielte Punkte (176,5). Größter Erfolg mit der Nationalmannschaft war der Gewinn der Schacholympiade 1978 in Buenos Aires vor dem favorisierten sowjetischen Team.[2] 1970 in Siegen, 1972 in Skopje und bei der Schacholympiade 1980 in Valletta gewann Ungarn mit ihm die Silbermedaille.

Lajos Portisch (hinten links), László Szabó, Wolfgang Unzicker (stehend rechts) bei der Europa-Mannschaftsmeisterschaft 1961 in Oberhausen

Zwischen 1965 und 1989 qualifizierte sich Portisch sieben Mal für das Kandidatenturnier und gelangte dort 1977 und 1980 bis ins Halbfinale. Im Januar 1980 erreichte er seine beste Elo-Zahl von 2655. Er gilt als hervorragender Positionsspieler und auch als einer der fleißigsten Großmeister. Eigener Aussage nach beschäftigte er sich über viele Jahre täglich acht Stunden mit Schach. Zusammen mit Balázs Sárközy veröffentlichte er 1986 ein Buch mit dem Titel 600 Endspiele (ISBN 3-87144-810-9).

Portisch hat in Ungarn im Jahr 2004 die höchste sportliche Auszeichnung erhalten, er ist Sportler der Nation geworden [3].

Seine aktuelle Elo-Zahl beträgt 2464 (Stand: Mai 2014).

Sein jüngerer Bruder Ferenc (* 9. April 1939) ist ebenfalls Schachspieler und trägt den Titel eines Internationalen Meisters.

Literatur[Bearbeiten]

  • Egon Varnusz: Lajos Portisch. Verlag Harri Deutsch, Frankfurt am Main 1990. ISBN 3-8171-1101-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lajos Portisch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 75
  2. MEN'S CHESS OLYMPIADS - Portisch, Lajos (Hungary) auf Olimpbase (englisch)
  3. Lajos Portich wurde Sportler der Nation