Lang Lang

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Lang Lang bei einem Konzert 2010
Lang Lang bei einem Konzert 2010
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[4]
Lang Lang Live at Carnegie Hall
  DE 69 26.07.2004 (3 Wo.)
Memory
  DE 56 27.01.2006 (7 Wo.)
Dragon Songs
  DE 38 13.10.2006 (10 Wo.) [1]
  AT 68 13.10.2006 (2 Wo.)
Klavierkonzerte Nr. 1 & 4 (mit Christoph Eschenbach)
  DE 48 01.06.2007 (6 Wo.) [2]
Dreams of China
  DE 41 04.07.2008 (9 Wo.)
Klavierkonzerte (mit Zubin Mehta)
  DE 86 28.11.2008 (4 Wo.) [3]
The Best of Lang Lang
  DE 78 03.09.2010 (1 Wo.)
Lang Lang Live in Vienna
  DE 30 03.09.2010 (4 Wo.)
  AT 37 03.09.2010 (4 Wo.)
  CH 49 05.09.2010 (5 Wo.)
Liszt - My Piano Hero (mit Valery Gergiev & Wiener Philharmoniker)
  DE 48 02.09.2011 (… Wo.)
  AT 23 02.09.2011 (… Wo.)
  CH 44 04.09.2011 (… Wo.)
  UK 82 17.09.2011 (… Wo.)
The Chopin Album
  DE 41 02.11.2012 (… Wo.)
  AT 41 02.11.2012 (… Wo.)
  CH 62 04.11.2012 (… Wo.)
Singles
Time for Dreams (mit Schiller)
  DE 19 22.08.2008 (8 Wo.) [5]
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Lang Lang (chinesisch 郎朗Pinyin Láng Lǎng, IPA: [lǎŋ làŋ]; * 14. Juni 1982 in Shenyang, China) ist ein chinesischer Pianist.

Leben[Bearbeiten]

Eine Anekdote besagt, dass Lang Lang im Alter von zwei Jahren im Fernsehen Tom und Jerry sah, als Tom die Ungarische Rhapsodie Nr. 2 cis-Moll von Franz Liszt auf dem Klavier spielte. Diese erste Begegnung mit westlicher Musik soll in ihm den Wunsch geweckt haben, Klavier spielen zu lernen. Also sparten seine Eltern für einen Klavierunterricht bei Professor Zhu Ya-Fen am Konservatorium seiner Heimatstadt, den er dann bereits mit drei Jahren erhielt.[6]

Mit fünf Jahren gewann er den Shenyang-Klavierwettbewerb und spielte erstmals vor öffentlichem Publikum. In den folgenden Jahren erhielt er weitere Preise bei Jugendwettbewerben in Peking, später auch in Deutschland und Japan.

Im Alter von neun Jahren nahm er ein Musikstudium bei Zhao Ping-Guo an der Zentralen Musikhochschule in Peking auf. Mit elf Jahren gewann er seinen ersten internationalen Preis beim vierten Internationalen Jugend-Wettbewerb in Ettlingen in Deutschland.

Von 1997 bis 2002 studierte er am Curtis Institut in Philadelphia bei Gary Graffman.

Der Durchbruch gelang Lang 1999 im Alter von 17 Jahren, als er in letzter Minute bei der Galaxy of Stars des Ravinia Festivals für den indisponierten André Watts einspringen durfte und unter der Leitung von Christoph Eschenbach mit dem Chicago Symphony Orchestra Tschaikowskis 1. Klavierkonzert spielte. In den folgenden Jahren wurde Lang von Christoph Eschenbach gefördert.

2001 debütierte er mit dem Klavierkonzert von Edward Grieg an der Seite des Baltimore Symphony Orchestras unter der Leitung von Yuri Temirkanov in der Carnegie Hall.

Seitdem absolvierte Lang Lang zahlreiche Konzertreisen und spielte unter Dirigenten wie Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, Sir Simon Rattle, Lorin Maazel und James Levine.

Beim Eröffnungskonzert der Londoner Proms im Juli 2003 spielte er unter Leonard Slatkin das erste Klavierkonzert von Tschaikowski. 2011 trat Lang Lang zum sechsten Mal seit 2001 bei der Last Night of the Proms auf und spielt dort das Klavierkonzert Nr. 1 in Es-Dur von Franz Liszt.[7]

Für großes Aufsehen sorgte sein Solodebüt am 7. November 2003 in der ausverkauften Carnegie Hall. Die DVD-Dokumentation dieses Konzerts, Lang Lang – Live at Carnegie Hall unter der Regie Benedict Mirows, wurde 2005 mit dem Echo Klassik für die beste Musik-DVD ausgezeichnet.

Lang Lang hatte auch einen Auftritt in dem preisgekrönten deutsch-österreichischen Dokumentarfilm Pianomania unter der Regie von Lilian Franck und Robert Cibis. Der Film feierte bereits in über 20 Ländern weltweit Premiere und ist Teil des Goethe-Institut-Katalogs.

Im Rahmen des Beijing Music Festival 2010 spielte er das für ihn komponierte Klavierkonzert "Ruin and Memory" des kanadischen Komponisten Howard Shore. Für Shores Soundtrack zu David Cronenbergs Drama Eine dunkle Begierde spielte er dessen Klavier-Arrangement von Wagners Siegfried-Idyll ein.

Repertoire und Rezeption[Bearbeiten]

Lang Lang spielte in den ersten Jahren seiner Karriere wiederholt Klavierkonzerte, so beispielsweise das erste von Tschaikowsky sowie das zweite und dritte von Rachmaninow, die als Einspielungen mittlerweile zu kaufen sind. Die Aufnahmen zeigen Kritikern zufolge sowohl seine Fähigkeiten als auch noch vorhandene Schwächen.[8]

Während es seinen früheren Aufnahmen bei Telarc noch ein wenig an künstlerischer Individualität gemangelt haben soll, kämen in seiner Recital-Aufnahme mit Mozarts C-Dur-Sonate KV 330 und Chopins düsterer b-Moll-Sonate gewisse Manierismen zum Vorschein. Manch einer stört sich an seiner Detailverliebtheit, die bisweilen den Fluss der Musik und den Aufbau großer Bögen behindere.[8]

Das enorme Potential des Chinesen werde hingegen in den furiosen Réminiscences de Don Juan seines Carnegie-Recitals deutlich. Mit seinem Klangsinn spiele er die impressionistisch angehauchten Acht Erinnerungen in Aquarellfarben des mit ihm befreundeten Komponisten Tan Dun in den unterschiedlichsten Farbnuancen.[8]

Besondere Auftritte[Bearbeiten]

Lang Lang bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 2008

Am 15. Juni 2005 trat Lang Lang unter Zubin Mehta mit Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 in b-Moll beim Konzert für Europa im Schlosspark des Wiener Schloss Schönbrunn auf.

Am 27. Januar 2006 spielte er anlässlich des 250. Geburtstags von Wolfgang Amadeus Mozart dessen c-Moll-Konzert in der Großen Halle des Volkes in Peking.

Am 6. Juni 2006 spielte er bei dem Konzert zur Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft „3 Orchester und Stars“ zusammen mit dem Bayerischen Staatsorchester, den Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Plácido Domingo und Diana Damrau.

Einem breiteren deutschsprachigen Publikum bekannt wurde er, als er am 30. September 2006 in der Fernsehsendung Wetten, dass..? zu Gast war. Er verlor seine Wette und spielte als Wetteinlösung im Foyer eines Hotels Konstantin Weckers „Kleines Herbstlied“.

2007 hatte Lang Lang einen Gastauftritt auf Mike Oldfields Album Music of the Spheres. Im Rahmen der Fußball-Europameisterschaft 2008 spielte er für das ZDF auf der Bregenzer Seebühne zusammen mit Christopher von Deylen alias Schiller.

Am 8. August 2008 spielte er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in Peking.[9]

Am 10. Dezember 2009 spielte er bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama in Oslo.

Er begleitete Jackie Chan auf dem Klavier zu dem Lied für die Expo 2010 in Shanghai.

Lang Lang spielte beim Staatsdinner in Washington im Januar 2011 „Mein Vaterland“, ein Lied aus dem Film „Battle on Shanggangling Mountain“. Dies wertete die britische Tageszeitung Daily Mail als Skandal, da es als Ausdruck anti-amerikanischer Gesinnung angesehen werden müsse.[10]

Am 4. Juni 2012 spielte er beim Diamond Jubilee Concert der BBC anlässlich des diamantenen Thronjubiläums von Königin Elizabeth II.

Am 26. Januar 2014 trat er zusammen mit der amerikanischen Heavy-Metal-Band Metallica bei den Grammy Awards 2014 auf, wo sie gemeinsam das Lied One spielten.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Aufnahmen[Bearbeiten]

  • 2001: "Recorded Live At Seiji Ozawa Hall, Tanglewood"
    • CD – VÖ: 12. März 2001
    • SACD – VÖ: 29. Oktober 2001
  • 2002: "Klavierkonzert 3 & Etüden"
    • CD – VÖ: 2. April 2002
    • SACD – VÖ: 29. April 2002
  • 2004: "Lang Lang Live At Carnegie Hall" (Re-Release: 2008)
    • CD – VÖ: 24. Mai 2004
    • SACD – VÖ: 24. Mai 2004
    • DVD – VÖ: 20. September 2004
    • CD – Deluxe-Version – VÖ: 22. April 2008
  • 2006: "Memory"
  • 2006: "Dragon Songs"
  • 2008: "Dreams of China"
    • CD – VÖ: 20. Juni 2008
  • 2008: "Time For Dreams"
  • 2010: "Lang Lang - Live in Vienna"
    • CD - VÖ: August 2010

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Dragon Songs (Lang Lang und China Philharmonic Orchestra mit Yu Long) in den deutschen Charts
  2. a b Klavierkonzerte Nr. 1 & 4 (Lang Lang & Christoph Eschenbach) in den deutschen Charts
  3. a b Klavierkonzerte (Lang Lang & Zubin Mehta) in den deutschen Charts
  4. Chartquellen: DE AT CH
  5. a b Time for Dreams (Schiller mit Lang Lang) in den deutschen Charts
  6. Biographische Angaben aus: Ingo Harden, Gregor Willmes PianistenProfile 600 Interpreten: Ihre Biografie, ihr Stil, ihre Aufnahmen, Lang Lang, S. 416, Bärenreiter, Kassel 2008
  7. Programm der Last Night of the Proms 2011
  8. a b c Ingo Harden, Gregor Willmes PianistenProfile 600 Interpreten: Ihre Biografie, ihr Stil, ihre Aufnahmen, Lang Lang, S. 417, Bärenreiter, Kassel 2008.
  9. Lang Lang Biografie auf www.musikmarkt.de
  10. Daily Mail vom 23. Januar 2011.
  11. Rolling Stone vom 26. Januar 2014.
  12. echoklassik.de - Preisträger 2013 abgerufen am 6. Oktober 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lang Lang – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien