Waleri Abissalowitsch Gergijew

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Waleri Gergijew (2010)
Waleri Gergijew (2007)

Waleri Abissalowitsch Gergijew (russisch Валерий Абисалович Гергиев, wiss. Transliteration Valerij Abisalovič Gergiev, ossetisch Гергиты Абисалы фырт Валери Gergity Abisaly fyrt Waleri); (* 2. Mai 1953 in Moskau) ist ein russischer Dirigent und Intendant in Sankt Petersburg. Er stammt aus einer Familie aus der damaligen Nordossetischen Sozialistischen Sowjetrepublik, der heutigen Kaukasus-Republik Nordossetien.

Werdegang[Bearbeiten]

Gergijew wuchs im Kaukasus auf und erhielt erste Klavierstunden in Wladikawkas, damals Ordschonikidse. Als begabter Jugendlicher absolvierte er bei Ilja Alexandrowitsch Mussin ein Dirigenten-Studium am Rimski-Korsakow-Konservatorium in Leningrad. Er gewann als Student des Konservatoriums 1976 den Herbert-von-Karajan-Dirigentenwettbewerb in Berlin. Seit 1977 arbeitet er als Dirigent am Kirow-Theater in Leningrad. Von 1981 bis 1985 war er Leiter des Armenischen Staatsorchesters und wurde 1988 Künstlerischer Leiter der Kirow-Oper. Seit 1996 ist er Intendant des seit der politischen Wende wieder in Mariinski-Theater rückbenannten Theaters.

Unter seiner Intendanz entstanden Kontakte zu den führenden Opernhäusern der Welt, und das Mariinski-Theater wurde zu einem der renommiertesten Vertreter der russischen Kultur. Gergijews Arbeit konzentriert sich vor allem auf die Werbung für russische Opern im Ausland. Seine internationalen Erfolge begannen 1989 beim Schleswig-Holstein Musik Festival und mit dem Rotterdamer Philharmonischen Orchester, dessen Chefdirigent er 1995 wurde. Seit 1997 dirigiert er regelmäßig an der Metropolitan Opera in New York. Zu seinen vielen Aktivitäten gehören die Gründung verschiedener Festivals in Finnland, Rotterdam und St. Petersburg.

Mit dem Ensemble des Mariinski-Theaters gastierte er bei großen Festivals, wie 2004 bei den Salzburger Festspielen oder ab 2003 im Festspielhaus Baden-Baden, wo er Richard Wagners Der Ring des Nibelungen aufführte. Im Oktober 2008 gastierte er mit dem Mariinski-Ensemble im Konzerthaus Dortmund, unter anderen mit einer konzertanten Aufführung der Oper Turandot von Puccini. Seit Januar 2007 ist Gergijew auch Chefdirigent des London Symphony Orchestra. 2015 wird er Chefdirigent der Münchner Philharmoniker.

Waleri Gergijew. Zchinwali (2008)

Aber es wurden durch seine Arbeit nicht nur russische Opern für ein internationales Publikum bekannt, sondern auch die Protagonisten seines Theaters. Allen voran die Sopranistin Anna Netrebko, mit der er 2006 ihre CD The Russian Album einspielte. Die Aufnahmen fanden auf der Bühne des Mariinski-Theaters statt.

Waleri Gergijew erhielt 2006 den Polar Music Prize und den Herbert-von-Karajan-Musikpreis sowie 2010 den Glashütte Original-Musikfestspiel-Preis der Dresdner Musikfestspiele für sein Engagement für den künstlerischen Nachwuchs.

2013 wurde Gergijew als einer der Ersten mit dem Titel Held der Arbeit der Russischen Föderation ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er den ECHO Klassik für die Operneinspielung des Jahres (Oper des 19. Jahrhunderts) für Wagners Die Walküre.[1]

Bei der Olympia-Eröffnungsfeier in Sotschi trug er als einer von acht Trägern am 7. Februar 2014 die Olympische Fahne.

Politische Tätigkeit[Bearbeiten]

Im militärischen Konflikt zwischen Russland und Georgien ergriff Gergijew Partei für Russland. Als die russische Armee die international nicht anerkannte Republik Südossetien besetzte, spielte[2] Gergijew, der selbst Ossete ist, am 21. August 2008 in den Ruinen der süd-ossetischen Hauptstadt Zchinwali Schostakowitschs Leningrader Symphonie, ursprünglich komponiert für den Sieg der Sowjetunion über Deutschland. „Wir sind hier, damit die Welt die Wahrheit erfährt. Wir sind verpflichtet, jener zu gedenken, die durch die georgische Aggression eines tragischen Todes gestorben sind“, sagte Gergijew anlässlich dieses Gedenkkonzertes.[3]

2012 erschien im russischen Fernsehen Gergijews Werbeclip für die Wiederwahl Wladimir Putins am 4. März 2012. Über seinen „Freund" Putin sagte Gergijew in einem 3sat-Interview:[4] „Das Wort 'Demokrat' ist heute weit gefasst. Wenn Sie Putin mit Jelzin vergleichen, ist er ein wirklicher Demokrat ... Ein anderer Freund von mir, Michail Gorbatschow ... wollte zu schnell zu viele Veränderungen wie die komplette Freiheit."

Im März 2014 unterzeichnete Gergijew den offenen Brief von russischen Kulturschaffenden, in dem die Position des Präsidenten W. Putin in der die Ukraine und Krim unterstützt wird.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. echoklassik.de - Preisträger 2013 abgerufen am 8. Oktober 2013
  2. "Kriegsmusik" FAZ 22. August 2008
  3. Junge Welt online vom 23. August 2008
  4. „Künstler für Putin. Stardirigent Gergiev unterstützt Putins Wiederwahl" 3sat Kulturzeit 2. März 2012
  5. Offizielle Webseite des Kulturministeriums der Russischen Föderation

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Waleri Abissalowitsch Gergijew – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien