Wiener Philharmoniker
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Die Wiener Philharmoniker aus Wien gelten als eines der führenden Orchester der Welt. 2006 wurden die Wiener Philharmoniker von führenden europäischen Kulturjournalisten zum besten klassischen Orchester Europas gewählt. [1]
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[Bearbeiten] Geschichte
Das Orchester wurde am 28. März 1842 von Otto Nicolai (1810–1849) gegründet. 1860 wurden die Philharmonischen Konzerte ins Leben gerufen.
Bis 1933 wählten die Philharmoniker jedes Jahr einen Dirigenten, der in dieser Saison alle Abonnementkonzerte dirigieren sollte, jedoch nicht den Titel „Chefdirigent“ trug. Von diesem System ging man ab, von nun an wurden verschiedene Gastdirigenten für die Konzerte und Tourneen verpflichtet. Eine besondere Beziehung verband das Orchester zwischen 1933 und 1937 mit Arturo Toscanini sowie zwischen 1933 und 1945 und zwischen 1947 und 1954 mit Wilhelm Furtwängler, der bis 1954 als eine Art Hauptdirigent des Orchesters fungierte. Eine wesentliche Rolle spielte auch Bruno Walter, der die Philharmoniker in den 1930er Jahren dirigierte und in den 1940ern nach Wien zurückkehrte, um Konzerte mit Werken von Gustav Mahler zu dirigieren, darunter auch Aufnahmen mit der Altistin Kathleen Ferrier sowie ein Mahler-Konzert in der Wiener Staatsoper.
Außerdem arbeiteten die Philharmoniker mit vielen großen Dirigenten zusammen. Eine besonders langanhaltende Zusammenarbeit bestand mit den späteren Ehrendirigenten Karl Böhm und Herbert von Karajan sowie mit dem Ehrenmitglied Leonard Bernstein, der ab 1966 mit dem Orchester konzertierte und mit ihm u. a. erneut das Werk von Mahler erarbeitete. Eine feste Beziehung hatte das Orchester auch mit Carlos Kleiber. Er musizierte mit ihnen Beethovens Symphonie Nr. 7 und andere bekannte Werke. Außerdem gestalteten die Philharmoniker mit ihm zwei Mal die Neujahrskonzerte 1989 und 1992.
Dieses Neujahrskonzert findet am 1. Januar, also an Neujahr statt. Es ist überwiegend den Werken der Strauß-Dynastie gewidmet. Die Neujahrskonzerte gibt es als solche seit 1941; ein Vorläuferkonzert fand am Silvesterabend 1939 statt, in dem nach dem in 1938 vollzogenem "Anschluss" Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich mit den Kompositionen der Strauß-Dynastie bewusst ein österreichisches Programm gespielt wurde.
[Bearbeiten] Organisation
Die Wiener Philharmoniker sind als privater Verein organisiert. Sie setzen sich aus Mitgliedern des Orchesters der Wiener Staatsoper zusammen. Die Statuten des Vereins besagen, dass ein Musiker mindestens drei Jahre im Staatsopernorchester gespielt haben muss, bevor er die Aufnahme in den Verein beantragen kann. Seit 1997 können auch Frauen Mitglieder der Philharmoniker werden.
[Bearbeiten] Klang
Das Instrumentarium von Bläsern und Schlagwerk der Wiener Philharmoniker unterscheidet sich von dem anderer großer Orchester, was zu einem deutlich anderen Klang führt. Die Streichergruppen verwenden gängige Instrumente, pflegen aber traditionell ein besonderes Klangideal, das den neuen Mitgliedern jeweils von den erfahreneren Spielern vertraut gemacht wird und auch als "Wiener Streicherklang" bezeichnet wird. Die internationale Entwicklung während des 19. Jahrhunderts hin zu immer größerem Klangvolumen fand hier nicht in diesem Ausmaß statt.
So blasen die Hornisten auf einem einfachen F-Horn mit Pumpventilen und aufgesetztem kreisrund gebogenen Mundrohr, dem "Wiener Horn", das nur noch bei den Wiener Philharmonikern gespielt wird, während sich in praktisch allen übrigen Orchestern das F/B-Doppelhorn durchsetzte. Auch in anderen Stimmgruppen werden spezielle, sonst nicht verwendete Instrumente eingesetzt, so bei der Klarinette (Sonderheiten gegenüber der deutschen Klarinette hinsichtlich Bohrungsdurchmesser, Mundstück und Rohrblättern), dem Fagott, der Posaune und der Trompete. Bemerkenswert ist der Einsatz der Wiener F-Tuba und der Wiener Oboe. Alle Fellinstrumente sind mit Ziegenpergament bespannt, Kunststofffelle werden nicht verwendet. Bei der Wiener Pauke wird der bewegliche Kessel gegen das Fell gedrückt.
Der Klang des Orchesters wird dadurch im historischen Sinn authentischer und entspricht der Wiener Klassik und der Wiener Schule.[2]
[Bearbeiten] Dirigenten
[Bearbeiten] Abonnementdirigenten 1842–1933 (jährlich gewählt für alle Konzertdirigate einer Saison)
- Otto Nicolai (1842–1848)
- Karl Anton Eckert (1854–1857)
- Felix Otto Dessoff (1860–1875)
- Wilhelm Jahn (1882–1883)
- Hans Richter (1875–1883)
- Gustav Mahler (1898–1901)
- Josef Hellmesberger junior (1901–1903)
- Felix Weingartner, Edler von Münzberg (1908–1927)
- Wilhelm Furtwängler (1927–1930)
- Clemens Krauss (1929–1933)
[Bearbeiten] Gastdirigenten 1933–1945
- Arturo Toscanini
- Clemens Krauss
- Bruno Walter
- Hans Knappertsbusch
- Willem Mengelberg
- Karl Böhm
- John Barbirolli
[Bearbeiten] Gastdirigenten seit 1945
[Bearbeiten] Trivia
Die Münze Österreich prägt seit 1988 eine Anlagemünze aus reinem Gold mit dem Namen Wiener Philharmoniker.
Die österreichische Fluglinie Austrian betrieb von 2006 bis 2007 einen Airbus A340-300 unter dem Namen Philharmoniker mit einer Sonderlackierung, die typische Instrumente des Orchesters und die gleichnamige Goldmünze zeigt.
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Weblinks
Otto Nicolai (1842) • Karl Anton Eckert (1854) • Felix Otto Dessoff (1860) • Hans Richter (1875) • Wilhelm Jahn (1882) • Hans Richter (1883) • Gustav Mahler (1898) • Josef Hellmesberger junior (1901) • Felix Weingartner (1908) • Wilhelm Furtwängler (1927) • Clemens Krauss (1929)

