Diana Damrau

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Diana Damrau, 2012

Diana Damrau (* 31. Mai 1971 in Günzburg) ist eine deutsche Sopranistin mit Schwerpunkten als Mozart-, Mahler- und Straussinterpretin.

Biografie und künstlerisches Wirken[Bearbeiten]

Diana Damrau wuchs in Günzburg auf. Schon sehr früh begeisterte sie sich für klassische Musik. Der Zeffirelli-Film La Traviata mit Teresa Stratas weckte in ihr den Wunsch, Opernsängerin zu werden. Einen ersten Auftritt hatte sie 1986 im Kinosaal Donaulichtspiele Offingen mit Ausschnitten aus My Fair Lady. Entdeckt und unterrichtet wurde Diana Damrau von der rumänischen Opernsängerin Carmen Hanganu. Nach dem Abitur am Dossenberger-Gymnasium Günzburg studierte Diana Damrau Gesang bei Carmen Hanganu an der Hochschule für Musik Würzburg. Sie besuchte darüber hinaus in Salzburg Meisterklassen bei Hanna Ludwig und Edith Mathis. 1995 schloss sie ihr Studium mit Auszeichnung ab.

Ihr Bühnendebüt gab Diana Damrau als Eliza (My fair Lady) am Mainfranken Theater Würzburg. Weitere Rollen: Ännchen (Der Freischütz), Gretel (Hänsel und Gretel), Marie (Zar und Zimmermann), Adele (Die Fledermaus), Valencienne (Die lustige Witwe), Brezelverkäuferin (Die Nase) und Alzima (Cublai, gran Kan de' Tartari).

Am Nationaltheater Mannheim und der Oper Frankfurt sang Diana Damrau Gilda (Rigoletto), Oscar (Ein Maskenball), Zerbinetta (Ariadne auf Naxos), Olympia (Hoffmanns Erzählungen) und die Königin der Nacht (Die Zauberflöte). Mit der Königin der Nacht gastierte sie auch an der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper Unter den Linden, am Staatstheater Hannover, am Landestheater Darmstadt und am Staatstheater Saarbrücken.

Diana Damrau hat außerdem unter anderem Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Susanna (Le nozze di Figaro), Norina (Don Pasquale), Adina (L'elisir d'amore), Rosina (Il barbiere di Siviglia), Sophie (Der Rosenkavalier), Zdenka (Arabella) und Aithra (Die ägyptische Helena) im Repertoire. Es reicht vom italienischen und französischen Fach über hohe lyrische Partien bis hin zu zeitgenössischen Komponisten wie Friedrich Cerha. Neben der Königin der Nacht zählt Zerbinetta zu ihren bevorzugten Partien.

Seit 2002 ist Diana Damrau freischaffend tätig. In München, London und bei den Salzburger Festspielen sang sie die Königin der Nacht. Sie trat an Opernhäusern in Wien, Berlin, Dresden, Hamburg, Mailand und New York auf. Ihr USA-Debüt gab sie 2002 mit Leonard Slatkin im Washingtoner Kennedy-Center. Beachtung fand ihr Auftritt als Europa (L'Europa riconosciuta) zur Wiedereröffnung der Mailänder Scala 2004. An der Metropolitan Opera sang Diana Damrau 2007 in einer Aufführungsserie der Zauberflöte sowohl Königin der Nacht als auch Pamina, im Oktober 2008 die Titelrolle in Lucia di Lammermoor, im Februar 2010 die Marie in La fille du régiment. In der Spielzeit 2011/2012 sang sie an der Bayerischen Staatsoper München in Jacques Offenbachs Oper Hoffmanns Erzählungen die Olympia, Antonia und Giulietta sowie die Stella. Ihr Partner war Rolando Villazón.

Damrau ist auch als Lied- und Oratoriensängerin tätig. Ihr Konzertrepertoire beinhaltet Werke von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Henri Duparc, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Meyerbeer, Samuel Barber, Gabriel Fauré und Alexander von Zemlinsky. Sie wird unter anderem von Helmut Deutsch, Stephan Matthias Lademann, Gerold Huber und Julius Drake begleitet.

Damrau trat an internationalen und nationalen Konzerthäusern auf, unter anderem in Stuttgart, München, Berlin, Ingolstadt, Düsseldorf, Frankfurt, Hannover, Hamburg, Luxemburg, Hongkong, Calgary und New York. Sie ist regelmäßiger Gast bei der Schubertiade Schwarzenberg, beim Kissinger Sommer, den Salzburger Festspielen und zahlreichen anderen renommierten Festivals. Immer wieder kehrt sie auch in ihre Geburtsstadt zurück, so im Juli 2007 mit der „Italienischen Nacht“ auf dem Günzburger Schlossplatz mit dem Tenor César Gutiérrez, der Sinfonia Augustana unter der Leitung des Dirigenten Wolfgang Reß.

Ein Höhepunkt ihrer Karriere war das Openair-Konzert anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2006 im Olympiastadion von München mit Plácido Domingo. Zusammen mit dem argentinischen Bariton Ivàn Paley hat Diana Damrau ein umfangreiches Duo-Repertoire von Liedern, beispielsweise von Clara Schumann und Robert Schumann sowie Gustav Mahler, aufgebaut, mit welchem die beiden Sänger seit 2002 konzertieren.

Mehrere CDs, Videos, Rundfunk- und Fernsehauftritte beim BR, WDR, HR, ORF und der BBC runden die künstlerische Tätigkeit der Sängerin ab. Für ihre CD Zaide erhielt sie die Auszeichnung Le Timbre de Platine.

Im Mai 2010 heiratete Diana Damrau den Bassbariton Nicolas Testé; im Oktober 2010 wurde sie Mutter eines Sohnes. Am 7. Oktober 2012 wurde ihr zweiter Sohn Colyn geboren.[1]

Für Diana Damrau in der Titelpartie schrieb der Komponist Iain Bell die Oper A Harlot’s Progress (Libretto: Peter Ackroyd nach dem Zyklus A Harlot’s Progress von William Hogarth), die am 13. Oktober 2013 im Theater an der Wien unter der musikalischen Leitung von Mikko Franck und in der Inszenierung von Jens-Daniel Herzog uraufgeführt wurde.

Doku[Bearbeiten]

  • Diana Damrau - Diva divina, ARTE (Montag 7. Februar 2011)

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • COLORaturaS (Opernarien) mit dem Münchener Rundfunkorchester unter der Leitung von Dan Ettinger, 2009
  • Opera & Concert Arias (Arien von W. A. Mozart) mit Jérémie Rohrer (Dirigent) und Le Cercle de l'Harmonie (Orchester)
  • Arie di bravura (Arien von Salieri, Mozart und Righini)
  • Des Knaben Wunderhorn (Mahler), mit Iván Paley
  • Songs and Letters (Clara und Robert Schumann), mit Iván Paley, Martina Gedeck, Sebastian Koch
  • Das himmlische Leben (Lieder von Berg, Mahler, Zemlinsky, Wolf, Strauss)
  • Zaide/Mozart (Zaide) Wien 2006

DVDs (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mozart, Die Zauberflöte (Königin der Nacht) Covent Garden London 2005 und Salzburger Festspiele 2006
  • Mozart, Die Entführung aus dem Serail (Konstanze) Oper Frankfurt
  • Mozart, Ascanio in Alba (Fauno) Salzburger Festspiele 2006
  • Cerha, Der Riese vom Steinfeld (Die kleine Frau) Wiener Staatsoper 2002
  • Strauss, Der Rosenkavalier (Sophie) Baden Baden 2009
  • Verdi, Rigoletto (Gilda) Sächsische Staatsoper Dresden Semperoper 2008

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Engelhardt Manfred: Eine Günzburgerin erobert die Welt. In: Augsburger Allgemeine, 21. Juni 2007, S. 3.
  • Jakob Rebekka: Die Diana, die ist sie nur für Günzburg. Italienische Nacht. Die Heimatstadt liegt ihrem Opern-Weltstar Damrau beim Heimspiel zu Füßen. In: Augsburger Allgemeine, 30. Juli 2007, S. 3.
  • Das Interview. Theaterfahrten zu Diana. In: Das Opernglas 11/2007, S. 20–24.
  • Heinze Rüdiger: Blindverkostung. Diana Damrau in München. Ein Plädoyer fürs Radiohören. In: Augsburger Allgemeine, 8. Februar 2008, S. 10.
  • Heinze Rüdiger: Liebestolle Diana. Opernfestspiele München Sternstunden mit der Damrau in „Ariadne auf Naxos“. In: Augsburger Allgemeine, 26. Juli 2008, S. 13

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. in: Augsburger Allgemeine Zeitung vom 15. Oktober 2012
  2. Träger des Bayerischer Maximiliansordens 2010. Bayerische Staatsregierung, 20. Oktober 2010, abgerufen am 24. Oktober 2010.
  3. http://www.operaawards.org