Lanz (Prignitz)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Lanz führt kein Wappen
Lanz (Prignitz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Lanz hervorgehoben
53.07511.59829422Koordinaten: 53° 5′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Lenzen-Elbtalaue
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 59,99 km²
Einwohner: 780 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 13 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19309
Vorwahl: 038780
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 236
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
19309 Lanz
Bürgermeister: Hans Borchert (CDU)
Lage der Gemeinde Lanz im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Lanz ist eine Gemeinde im Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Lanz ist eine brandenburgische Gemeinde im Südwesten der Prignitz. Die Gemeinde gehört dem Amt Lenzen-Elbtalaue an. Der Verwaltungssitz des Amtes ist in der Stadt Lenzen. Nächste Städte sind Lenzen im Westen und Wittenberge im Südosten. Gemeinsam mit seinen Ortsteilen reicht das Ortsgebiet von Lanz im Süden bis an die Elbe und wird von der Löcknitz durchströmt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Als Gemeindeteile werden Babekuhl, Bernheide, Gadow, Ferbitz, Jagel, Lütkenwisch und Wustrow geführt. Die Wohnplätze Bärwinkel und Mittelhorst gehören ebenfalls zu Lanz.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

In der Gemeinde kann aus vielen archäologischen Funden auf eine Besiedlung schon in der Steinzeit geschlossen werden.[3]

Lanz, in seiner Ortsanlage ein typisches Runddorf, wurde 1325 als Lantzig erstmals erwähnt.

Der Ortsteil Wustrow wird 1399 als Wusterowe zum ersten Mal urkundlich erwähnt, Ferbitz, ebenfalls ein Runddorf, 1423 als Verbettze, Jagel 1423 als Jauel und Bernheide 1521 als Berneheide. Der Ortsteil Gadow lag im Mittelalter vermutlich wüst und wird später ausschließlich als Rittergut überliefert. Für den direkt am Elbdeich gelegenen Ortsteil Lütkenwisch ist eine mittelalterliche Siedlung nachweisbar.

Im Mai 1945 erreichte die Rote Armee die Elbe und die Dörfer lagen an der Demarkationslinie zur britischen Besatzungszone, nach Gründung der DDR im Grenz- und Sperrgebiet zur BRD. Zur Einschüchterung der vorwiegend bäuerlichen Bevölkerung erfolgten Zwangsaussiedlungen, 1952 "Aktion Ungeziefer" und 1961 "Aktion Kornblume". Die kommunistische Diktatur der DDR ließ „politisch unzuverlässig“ eingeschätzte Familien zwangsweise von der innerdeutschen Grenze in das Landesinnere aussiedeln. Die Einschätzung der „politischen Unzuverlässigkeit“ erfolgte willkürlich, so dass von der Zwangsaussiedelung Menschen, die sich in irgendeiner Form negativ über den Staat geäußert hatten, erfasst wurden. Bevorzugt wurden Bauernfamilien verschleppt und deren Betriebe mit dem Ziel enteignet, den Aufbau der sozialistischen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften voranzutreiben.

Der im 500-Meter-Schutzstreifen liegende Ort Lütkenwisch verlor durch Repressalien des Grenzregimes der DDR bis zur Wende 1989 85 % seiner Bevölkerung, mehr als 40 Gebäude wurden abgerissen. Für 1992 war geplant, den Ort systematisch bis auf die Grundmauern zu schleifen.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4][5]
Wahlbeteiligung: 49,58 % (2003: 53,63 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
56,01 %
34,62 %
9,37 %
keine
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 10
   5
   0
  -5
-10
-15
-20
-25
+9,13 %p
+1,51 %p
+9,37 %p
-20,02 %p
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 2003: PDS

Die Gemeindevertretung besteht aus 10 Gemeindevertretern.

  • CDU: 6 Sitze (+1)
  • LINKE: 3 Sitze (±0)
  • FDP: 1 Sitz (+1)

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Lanz (Prignitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.

Museen[Bearbeiten]

  • Friedrich Ludwig Jahn Gedenkstätte

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Feldsteinkirche Lanz mit verbrettertem Turm
  • Jahn Geburtshaus
  • Schloss Gadow
  • Eiskeller Gadow

Parks[Bearbeiten]

Sehenswert ist der Schlosspark Gadow mit dendrologisch wertvollem Bestand. Neben anderen Naturdenkmalen befindet sich dort die älteste Eiche des Landkreises Prignitz.[6]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Rhododendronfest Gadow

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lanz liegt an der B 195. Von Lütkenwisch gibt es eine Fährverbindung über die Elbe nach Schnackenburg.

Jahn-Denkmal

Bildung[Bearbeiten]

In Lanz befindet sich eine Kindertagesstätte sowie die Friedrich-Ludwig-Jahn-Grundschule.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Lanz. Ministerium des Innern des Landes Brandenburg, abgerufen am 8. Januar 2013.
  3. www.bldam.brandenburg.de
  4. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=125
  5. http://www.wahlen.brandenburg.de/kw2003/kg/ergebnisse/gemeinde/1312.html
  6. Verordnung des Landkreises Prignitz über Naturdenkmale im Amtsbereich Lenzen-Elbtalaue (PDF; 18 kB), landkreis-prignitz.de, 21. September 2010, abgerufen am 11. März 2013, S. 3
  7. Bildungsministerium Brandenburg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lanz (Prignitz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien