Schnackenburg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Lüchow-Dannenberg | |
| Samtgemeinde: | Gartow | |
| Höhe: | 17 m ü. NN | |
| Fläche: | 23,67 km² | |
| Einwohner: |
586 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 25 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 29493 | |
| Vorwahl: | 05840 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DAN | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 3 54 021 | |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Elbstr. 9 29493 Schnackenburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Lage der Stadt Schnackenburg im Landkreis Lüchow-Dannenberg | ||
Schnackenburg [ˈʃnaːkən-] in der Samtgemeinde Gartow im Landkreis Lüchow-Dannenberg ist die östlichste Gemeinde in Niedersachsen. Sie hat rund 600 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 23,67 km². Schnackenburg ist damit die kleinste Gemeinde mit Stadtrecht in Niedersachsen und eine der kleinsten Städte Deutschlands.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie[Bearbeiten]
Geografische Lage[Bearbeiten]
Schnackenburg liegt im Urstromtal der Elbe. In Schnackenburg mündet der Aland in die Elbe. Bis zur deutschen Wiedervereinigung war Schnackenburg Grenzstadt und Zollstation mit einem Schutzhafen für die Binnenschifffahrt. Die Fährverbindung nach Lütkenwisch in Brandenburg wurde im Jahr 1990 wieder aufgenommen. Sie verbindet zwischen den beiden festen Elbequerungen durch Brücken bei Wittenberge und zwischen Dömitz und Dannenberg zusammen mit der etwas weiter stromabwärts gelegenen Fährverbindung Pevestorf–Lenzen (Elbe) die Bundesländer Niedersachsen und Brandenburg.
Ökologisch ist die Region durch den früheren Grenzverlauf noch relativ unberührt. Die Elbtalaue rund um Schnackenburg ist ein Naturschutz- und Erholungsgebiet mit seltenen Pflanzen und Vögeln, wie zum Beispiel Seeadler und Schwarzstorch.
Gemeindegliederung[Bearbeiten]
Die Stadt Schnackenburg besteht seit der Gemeindegebietsreform von 1972 aus vier Ortsteilen.
Geschichte[Bearbeiten]
Schnackenburg war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands Standort der Kontrollstelle für den Transit- und Wechselverkehr der Binnenschifffahrt auf der Elbe. Eine Be- und Entladestelle für die Binnenschifffahrt besteht nicht mehr. Der kleine Schutzhafen wird heute vorwiegend von Sportbooten genutzt. In den Jahrzehnten der deutschen Teilung war der Name Schnackenburg den Rundfunkhörern durch die Wasserstandsmeldungen der Elbe geläufig, da sich dort der erste Pegel auf westdeutscher Seite befand (heute sind Wittenberge und Dömitz die für diesen Stromabschnitt maßgeblichen Pegel).
Der polabische Name für Schnackenburg ist Godegord (geschrieben als Godegür in älteren deutschen Quellen), wahrscheinlich von god (< slawisch *gadă) „Schlange“ und gord (< slawisch *gordă) „Burg“. Der deutsche Name Schnackenburg scheint sich aus dem niederdeutschen Snaak oder Snack „Schlange“ (Mehrzahl Snaken oder Snacken) und Borg „Burg“ gebildet zu haben.
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Gummern, Holtorf und Kapern eingegliedert.[2]
Politik[Bearbeiten]
Die Stadt Schnackenburg gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg–Lüneburg.[3][4]
Gemeinderat[Bearbeiten]
Der Rat der Stadt Schnackenburg setzt sich aus acht Ratsfrauen und -herren zusammen und hat nach einem Mandatsverzicht ohne Ersatzperson seit der Kommunalwahl 2011 folgende Sitzverteilung:
- Wählergruppe Schnackenburg (8 Sitze)
Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011
Bürgermeister[Bearbeiten]
Bürgermeisterin der Stadt Schnackenburg ist Irene Brade.
Wappen[Bearbeiten]
Das Wappen der Gemeinde zeigt eine Burg mit zwei Türmen, zwischen denen ein Adler prangt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Kirche[Bearbeiten]
In Schnackenburg gibt es eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde, zu der die St.-Nicolai-Kirche im Stadtzentrum gehört. Ein eigenes Pfarramt besteht seit 2009 nicht mehr[5], die Gemeinde ist seither mit der Pfarrstelle in Gartow verbunden.
Die Kirche ist täglich geöffnet. Sie ist dem Heiligen Nikolaus als Patron der Seefahrer und Kaufleute gewidmet und seit 1284 dokumentiert. Zur Ausstattung gehören Kanzel und Altar aus dem Jahre 1727. Die Taufschale befindet sich in einem schwebenden Taufengel, der herabgelassen werden kann. Die älteste Glocke im Turm stammt aus dem 14. Jahrhundert.[6]
Museen[Bearbeiten]
- Im Alten Fischerhaus befindet sich das Grenzlandmuseum.[7]
Etwas außerhalb der kleinen Stadt findet man, angrenzend an den christlichen Friedhof, auch einen kleinen jüdischen Friedhof mit acht Gräbern aus dem 19. Jahrhundert.[8]
Kultur[Bearbeiten]
In Schnackenburg finden außer dem Stadtfest im September und dem Schützenfest im Juli die beliebten Schubertiaden im August statt.[9] Schnackenburg verfügt über ein reges Vereinsleben.
Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]
Verkehr[Bearbeiten]
Schnackenburg ist Endpunkt der Bundesstraße 493 Uelzen–Lüchow–Schnackenburg, die zuvor von Gartow kommend den Ortsteil Kapern durchquert und direkt am Ortsteil Gummern vorbei führt. Die motorbetriebene Autofähre vermittelt die Verbindung vom Ende der Bundesstraße zur brandenburgischen L 121 von Lütkenwisch nach Lanz. Der linkselbische Ast des Elberadwegs führt durch Schnackenburg.
Handel und Gewerbe[Bearbeiten]
Die kommerzielle Infrastruktur entspricht nicht mehr dem, was die Bezeichnung „Stadt“ nahelegt. So gibt es zwar Gastronomie und Hotellerie, aber kein einziges Lebensmittelgeschäft, nicht einmal einen Bäcker.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Walter Schultz (1900-1957) Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs in Schwerin und Pastor in Schnackenburg.
Literatur[Bearbeiten]
- Johann Parum Schultze, Reinhold Olesch (Hrsg.): Fontes linguae Dravaenopolabicae minores et Chronica Venedica J. P. Schultzii (= Slavistische Forschungen, Band 7). Böhlau, Köln und Graz 1967.
- Christian Hennig von Jessen: Vocabularium Venedicum (oder Wendisches Wörter-Buch) (1705). Nachdruck besorgt von Reinhold Olesch. Böhlau, Köln [u. a.] 1959 [Gewährsmann des Wustrower Pfarrers Christian Hennig von Jessen (1649–1719) war der Polabisch sprechende Bauer Johann Janieschge aus Klennow]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 232.
- ↑ http://www.ejz.de/cgi-bin/pipeline.fcg?userid=&publikation=28&template=arttextlokales&ausgabe=47015&redaktion=28&artikel=108940340
- ↑ http://www.elbe-kirchen.de/pages/kirchen-am-weg/schnackenburg---dannenberg/schnackenburg.php
- ↑ http://www.museum-schnackenburg.de
- ↑ http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/FRIEDHOF/NIEDERSA/PROJEKTE/liste-f.htm
- ↑ http://www.schubertiadenschnackenburg.de/
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