Rühstädt

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Rühstädt führt kein Wappen
Rühstädt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rühstädt hervorgehoben
52.91666666666711.86666666666722Koordinaten: 52° 55′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Bad Wilsnack/Weisen
Höhe: 22 m ü. NN
Fläche: 28,8 km²
Einwohner:

565 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19322
Vorwahl: 038791
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 348
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19336 Bad Wilsnack
Bürgermeister: Jürgen Herper
Lage der Gemeinde Rühstädt im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Rühstädt ist eine Gemeinde im Landkreis Prignitz im nordwestlichen Brandenburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Geografische Lage

Die Gemeinde Rühstädt liegt im nordwestlichen Brandenburg in der Prignitz, ca. 12 km südöstlich der Stadt Wittenberge, nahe der Havelmündung in die Elbe. Das Dorf Rühstädt selbst hat ca. 240 Einwohner. Die Gemeinde ist Teil des Amtes Bad Wilsnack/Weisen.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Die Gemeinde Rühstädt besteht aus den Gemeindeteilen

  • Rühstädt
  • Abbendorf
  • Bälow und
  • Gnevsdorf.

[Bearbeiten] Geschichte

Der Name des Dorfes Rühstadt geht vermutlich auf das Wort "Ruhestätte" zurück und hängt damit zusammen, dass sich in der Krypta der Dorfkirche die letzte Ruhestätte der alten märkischen Ritterfamilie derer von Quitzow befindet, die im Spätmittelalter eine wichtige Rolle in der Geschichte der Mark Brandenburg spielte.

Das Dorf lag früher im Burgbezirk von Nitzow des Bistums Havelberg. 1384 wurden die Herren von Quitzow damit vom Bischof von Havelberg Dietrich II. von Man belehnt. Die Quitzows besaßen bis 1719 die Burg und das Dorf mit der dazugehörigen Elbfähre.

Die alte Kirche, deren Kern noch aus dem 13. Jahrhundert stammt, wurde im 18. Jahrhundert von Friedrich Wilhelm von Grumbkow im Barockstil umgestaltet.

Das Schloss von Rühstädt wurde im Jahr 1780 von der Familie von Jagow erworben, die es bis 1945 besitzen sollten. Allerdings brannte es noch im gleichen Jahr ab und wurde zwei Jahre später auf den Grundmauern in Form des heutigen Rokokoschlosses neu errichtet. Seit 2002 befindet sich im Schloss ein Wellnesshotel.

[Bearbeiten] „Storchendorf Rühstädt“

Rühstädter Wasserturm mit Storchennest

Rühstädt ist das storchenreichste Dorf Deutschlands, es gibt dort in manchen Jahren bis zu 40 brütende Storchenpaare, hinzu kommen noch zahlreiche einzelne Störche.

Bereits in den siebziger Jahren wurde begonnen mit Hilfe von Nisthilfen den durch reich ausgestatteten Futterplätze an den Elb- und Havelauen begünstigten natürlichen Storchenreichtum zu unterstützen. Teilweise sind bis zu 5 Storchennester auf einem Dach zu sehen.

1996 bekam Rühstädt von der Stiftung Europäisches Naturerbe den Titel „Europäisches Storchendorf“ verliehen. Im selben Jahr nisteten hier sogar 44 Storchenpaare. Für jedes Nest wurden Informationstafeln angebracht, die darüber informieren, wann die einzelnen Störche jeweils aus ihrem Winterquartier eingetroffen oder dann auch wieder abgeflogen sind, sowie wie viel Nachwuchs jeweils großgezogen wurde.

Spätestens seit dem offiziellen Titel ist man an den Wochenenden zwischen April, wenn die Störche einfliegen, und Ende August, wenn sie wieder abfliegen, selten allein im Ort. Pro Saison kommen 55.000 bis 65.000 Besucher wegen der Störche nach Rühstädt. Der Störchereichtum ist damit auch ein Wirtschaftsfaktor, derzeit hängen ca. 130 Arbeitsplätze in Gastronomie und Hotellerie am Interesse der Besucher.

Dokumentationstafeln zu den Storchen (1989)
Jahr Storchenpaare Storchenpaare
mit Nachwuchs
Jungvögel[2]
1970 7 9
1980 16 24
1990 26 56
2000 39 71
2004 34 27 68
2008 29 58

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeindevertretung

Kommunalwahl 2008
Wahlbeteiligung: 66,6 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,2 %
23,7 %
19,1 %
n. k.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
+7,2 %p
-14,1 %p
+9,5 %p
-2,6 %p
Anmerkungen:
c 2003: PDS

Die Gemeindevertretung besteht aus 8 Gemeindevertretern.

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)

Bürgermeister der Gemeinde Rühstädt ist gegenwärtig Jürgen Herper (parteilos).

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Scheunendach mit Storchennestern

In der Liste der Baudenkmale in Rühstädt stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.

[Bearbeiten] Geschichtsdenkmale

  • Am Ortsausgang von Abbendorf Richtung Rühstädt besteht seit 1977 ein Denkmal für 200 Häftlinge, die im Außenlager Abbendorf des Zuchthauses Brandenburg-Görden zwischen 1937 und 1940 Zwangsarbeit verrichten mussten.

[Bearbeiten] Bauwerke

Schloss Rühstädt um 1860, Sammlung Alexander Duncker
  • Der alte Wasserturm, Wahrzeichen Rühstädts, wurde 1991 restauriert.
  • Das barocke Schloss, 2002 zum Hotel umgebaut.
  • Die evangelische Dorfkirche aus dem späten 15. Jahrhundert, 1662 wurde die Kirche erneuert.
  • Besucherzentrum des NABU

[Bearbeiten] Grabdenkmal

Die Berliner Bildhauerin Anna von Kahle schuf das Grabdenkmal des Erboberjägermeisters von Jagow-Rühstädt.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Rühstädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. Siehe detaillierte Geburtenstatistik des Storchenclub Rühstädt e.V.; 2008 gemäß aktueller Angabe am Storchenhaus in Rühstädt. Abgerufen am 6. Februar 2011.
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