Lynyrd Skynyrd

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Lynyrd Skynyrd
Lynyrd-Skynyrd-Konzert 2008 in Alabama
Lynyrd-Skynyrd-Konzert 2008 in Alabama
Allgemeine Informationen
Genre(s) Southern Rock, Hard Rock, Blues Rock
Gründung 1964 in Jacksonville, Florida als Blues-Rock-Septett
Auflösung 1977
Neugründung 1987
Website http://www.lynyrdskynyrd.com/
Gründungsmitglieder
Ronnie Van Zant (bis †1977)
Larry Junstrom (bis 1972)
Allen Collins (bis 1977; † 1990)
Gitarre
Gary Rossington
Robert „Bob“ Burns (bis 1971, 1972–1974)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Johnny Van Zant (seit 1987)
Bass
Johnny Colt (seit 2012)
Gitarre
Gary Rossington
Gitarre
Mark Matejka (seit 2006)
Schlagzeug
Michael Cartellone (seit 2001)
Gitarre
Rickey Medlocke (seit 1996)
(1971–1972 und 1973 als Schlagzeuger)
Hintergrundgesang
Dale Krantz Rossington (seit 1987)
Hintergrundgesang
Carol Chase (seit 1987)
Peter Keys (seit 2009)
Ehemalige Mitglieder
Bass
Greg T. Walker (1970–1971)
Bass
Leon Wilkeson (1972–†2001)
Bass
Ean Evans (2001–†2009)
Gitarre
Ed King (1973–1975 und 1987–1996)
Gitarre
Mike Estes (1993–1996)
Gitarre
Steve Gaines (1976–†1977)
Gitarre
Randall Hall (1987–1993)
Gitarre
Hughie Thomasson (1996–2005;†2007)
Schlagzeug
Artimus Pyle (1975–1992)
Schlagzeug
Kurt Custer (1990–1994)
Schlagzeug
Owen Hale (1994–1998)
Schlagzeug
Jeff McAllister (1998–1999)
Schlagzeug
Kenny Aronoff (1999)
Hintergrundgesang
Cassie Gaines (1975–†1977)
Hintergrundgesang
JoJo Billingsley (1975–1977)
Hintergrundgesang
Leslie Hawkins (1975–1977)
Keyboard
Billy Powell (1978-†2009)

Lynyrd Skynyrd [ˈlɛnɝd ˈskɪnɝd], anfangs Lynard Skynard benannt (alter und neuer Name werden gleich ausgesprochen), ist eine US-amerikanische Rockband. Sie gehört zu den wichtigsten Vertretern des in den 1970er-Jahren populären Southern Rock. Bekannte Lieder sind Simple Man (1974), What's Your Name (1977), That Smell (1977), Free Bird (1973) und vor allem Sweet Home Alabama von 1974.

Ihre Musik ist eine hart gespielte Mischung aus Rock, Blues-Rock und Country, die Texte behandeln typische Südstaatenthemen. Auch Auftreten und Flair der Band verkörpern die typischen Südstaatenwerte und das Gefühl der Region. Lynyrd Skynyrd unterscheiden sich dabei von den anderen, typischen Southern-Rock-Bands, wie zum Beispiel den Allman Brothers, in deren Musik auch Jazzelemente einflossen.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Während ihrer Zeit auf der High School in Jacksonville (Florida) spielten Ronnie Van Zant, Allen Collins, Gary Rossington, Bob Burns und Larry Junstrom in einer Band mit dem Namen The Noble Five. Der Schullehrer Leonard Skinner ertappte mehrere Mitglieder der Band bei Verstößen gegen die Kleiderordnung der Schule, die auch den Haarschnitt vorschrieb. Als diese die Schule aufgaben, wurde der Bandname zunächst in Leonard Skinnerd geändert. Um deswegen keine weiteren Schwierigkeiten zu bekommen, erfuhr der Name nach und nach Verfremdungen, alle Vokale wurden gegen 'y' getauscht. Leonard Skinner starb im September 2010, die New York Times nannte ihn den „wohl einflussreichsten Sportlehrer der amerikanischen Popkultur“.[1] Die Band probte in Ronnies Garage, doch nachdem Streitigkeiten mit den Nachbarn immer mehr zugenommen hatten, verlegten sie ihre Sessions fortan in ein Farmhaus bei Green Cove Springs. Dieser Ort wurde „Hell House“ genannt und war der Ursprung der Musik von Lynyrd Skynyrd.

Die Band begann überall im Süden der USA aufzutreten. Der erste größere Erfolg stellte sich 1968 ein, als Lynyrd Skynyrd bei einem Wettbewerb die Produktion einer Single im Studio gewann. Die Debütplatte wurde jedoch ein Flop. Die Band tourte als Vorgruppe durch die USA, und unter den ersten Demos der Rocker befindet sich auch der Song Free Bird (jedoch noch ohne Gitarrensolo), der später einer der ersten Hits der Band wurde. 1971 holte Johnny Johnson Lynyrd Skynyrd in seine Muscle Shoals Sound Studios, wo das Ensemble seine ersten echten Studioerfahrungen sammeln konnte. Während dieser Sessions übernahm jedoch Leon Wilkeson den Bass und Rickey Medlocke das Schlagzeug. Erst 1973 kam die Band (mit dem Neuzugang Ed King als drittem Gitarristen und dem Bassisten Wilkeson) bei Al Koopers Plattenfirma Sound of the South (1974 an MCA verkauft) unter Vertrag. Al Kooper wird die eigentliche Entdeckung von Lynyrd Skynyrd zugeschrieben. Er produzierte ihre ersten drei Alben. Das erste trug den Namen pronounced 'lĕh-'nérd 'skin-'nérd und erschien 1973. Der frühe Hit der Band, Free Bird, und die Auftritte als Vorgruppe für The Who trugen sehr zur Popularität der Band bei.

1974 veröffentlichte sie ihr Album Second Helping, aus dem ihre Hit-Single Sweet Home Alabama (Platz 8 in den US-Charts) stammt, eine musikalische Antwort auf die Songs Alabama und Southern Man von Neil Young. Die LP erreichte den 12. Platz in den US-Charts und bekam mehrfach Platin. Nuthin’ Fancy, 1975 erschienen, errang als erster Tonträger der Band einen Platz in den USA-Top-10. Die 1976 nachfolgende Langspielplatte Gimme Back My Bullets konnte nicht an die Erfolge der Vorgänger anschließen. Das gelang erst Ende 1976 mit dem Live-Doppel-Album One More From the Road. Hier spielte erstmals der neue Gitarrist der Band, Steve Gaines, mit. Die Band wurde durch drei Background-Sängerinnen vervollständigt. Das Live-Album wurde der zweite Top-10-Hit von Lynyrd Skynyrd.

Am 17. Oktober 1977 veröffentlichte Lynyrd Skynyrd ihr sechstes Album Street Survivors. Drei Tage später stürzte das Charterflugzeug ab, mit dem die Band auf dem Weg von Greenville nach Baton Rouge (Louisiana) war. Die Maschine stürzte in ein Waldgebiet in Amite County in der Nähe von Gillsburg (Mississippi), nur wenige hundert Meter von einem Flugplatz entfernt. Der Pilot hatte gehofft, dort noch landen zu können. Beim Absturz kamen Ronnie Van Zant, Steve Gaines, seine Schwester Cassie Gaines und der Bandmanager Dean Kilpatrick ums Leben. Die anderen Bandmitglieder überlebten schwer verletzt. Das Unglück wurde zunächst auf einen zu geringen Treibstoffvorrat zurückgeführt. Ein Jahr später gab ein Gericht menschlichem Versagen der Crew die Schuld.[2] Nach dem Absturz stellte sich heraus, dass einige Passagiere vor dem Flug umdisponieren wollten. So wollte Cassie Gaines in einem der Equipment-Trucks mitfahren, andere hatten bereits alternative Flüge gebucht. Erst als sich Ronnie Van Zant kurz vor der Abreise dafür entschieden hatte, die museumsreife Convair CV 300 noch ein letztes Mal in Anspruch zu nehmen, war ihm auch der Rest der Crew gefolgt.[3]

Die LP Street-Survivors, die nur wenige Tage nach dem Absturz ausgeliefert wurde, zeigte auf dem Cover die Band inmitten von Flammen. Mit Respekt vor den Opfern des tragischen Ereignisses wurde dieses Cover dann durch ein anderes (nur die Band, vor schwarzem Hintergrund) ersetzt. Dieses Album wurde für die Band zu einem ihrer größten Erfolge: Platz 13 in den englischen, Platz 5 in den amerikanischen LP-Charts. Aus dem Rest der Gruppe ging die Rossington-Collins Band hervor, die zwischen 1980 und 1982 zwei Alben veröffentlichte.

Neuformierung[Bearbeiten]

1987, zum zehnten Jahrestag des Absturzes, formierte sich Lynyrd Skynyrd neu. Johnny Van Zant, der Bruder des verstorbenen Ronnie Van Zant, berief Rossington, Powell, King, Wilkeson und den Gitarristen Randall Hall (der den durch einen Autounfall gelähmten Allen Collins ersetzte, der am 23. Januar 1990 an den Folgen des Unfalls verstarb) hinzu. Erst nur als Revival-Band für eine Tournee (Reunion-Tour) mit 32 Konzerten geplant, erwies sie sich dann aber als beständig und veröffentlichte 1988 das Live-Doppel-Album Southern by the Grace of God – Lynyrd Skynyrd Tribute Tour.

Seit Beginn der 1990er erschienen regelmäßig neue Alben von Lynyrd Skynyrd. Mit Lynyrd Skynyrd 1991, The Last Rebel und dem Werk Twenty von 1997 halten sie den Geist und die Idee des Southern Rock und die Erinnerung an die verstorbenen Bandmitglieder aufrecht.

1998 erschien die Live-Doppel-CD Lyve from Steel Town, die neben neuen Titeln und alten Klassikern auch zwei Radiointerviews und einige Videos für den PC enthält.

1999 erschien Edge of Forever. Hier haben sich die neuen Bandmitglieder Hughie Thomasson (vorher bei den Outlaws) und Ricky Medlocke (vorher Blackfoot) stark in die neuen Songs einbringen können. Ihr neuer Einfluss sorgte neben der harten Stimme von Johnny van Zant für einen frischen, rockigen Sound. Gleichzeitig gelang es aber, auch an die Tradition der alten Lynyrd-Skynyrd-Band anzuknüpfen.

2001 verstarb der Bassist Leon Wilkeson an einem Lungenemphysem sowie Leberschaden; er wurde durch Ean Evans ersetzt.

2006 verließ Hugh „Hughie“ Edward Thomasson Jr. die Band, um The Outlaws neu zu formieren. Seinen Platz als 3. Gitarrist nahm Mark „Sparky“ Matejka ein.

Am 13. März 2006 wurde Lynyrd Skynyrd in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, gemeinsam mit Black Sabbath, Blondie, Miles Davis und den Sex Pistols, wobei die letztgenannten jedoch die Aufnahme verweigerten. Am 9. September 2007 starb Thomasson an einem Herzinfarkt in seinem Haus in Brooksville, Florida, im Alter von 55 Jahren.

2009 verstarb Billy Powell am 28. Januar im Alter von 56 Jahren an einem Herzinfarkt in Orange Park (Florida). Die Sanitäter, die er selbst noch per Telefon gerufen hatte, konnten nur noch seinen Tod feststellen.[4] Im selben Jahr, am 6. Mai, verstarb Bassist Donald „Ean“ Evans. Er erlag einem Krebsleiden.[5] Im September 2012 gab die Band bekannt, dass sie die Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika nicht mehr zeigen werde. Sie wollten nicht mit Rassisten assoziiert werden, die diese Flagge vereinnahmt hätten. Nach Fanprotesten ruderte die Band wieder zurück. Gary Rossington teilte in einer Stellungnahme auf der Webseite der Band mit, das Zeigen der Flagge würde den Einsatz für Bundesstaatsrechte symbolisieren und auch den Stolz der Bandmitglieder zeigen, aus dem Süden der USA zu stammen. Er betonte, die Flagge würde für die Gruppe „Heritage not Hate“ (Erbe nicht Hass) bedeuten.[6][7]

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[8] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1973 Pronounced leh-nerd skin-nerd



27
(79 Wo.)
1975 in den US-Charts
2001 erneut veröffentlicht
1974 Second Helping



12
(45 Wo.)
1975 Nuthin' Fancy


43
(1 Wo.)
9
(20 Wo.)
1976 Gimme Back My Bullets


34
(6 Wo.)
20
(16 Wo.)
1977 Street Survivors


13
(4 Wo.)
5
(34 Wo.)
2001 erneut veröffentlicht
1978 Skynyrd's First and Last


50
(1 Wo.)
15
(18 Wo.)
Unveröffentlichte Songs aus der Zeit vor dem ersten offiziellen Album
1987 Legend



41
(17 Wo.)
Unveröffentlichte Songs und B-Seiten
1991 Lynyrd Skynyrd 1991



64
(16 Wo.)
1993 The Last Rebel 80
(7 Wo.)

18
(7 Wo.)

64
(7 Wo.)
1994 Endangered Species



115
(4 Wo.)
1997 Twenty 70
(3 Wo.)



97
(6 Wo.)
1999 Edge of Forever 47
(4 Wo.)



96
(2 Wo.)
2000 Christmas Time Again




Weihnachtsalbum
2003 Vicious Cycle 44
(2 Wo.)



30
(11 Wo.)
2009 God & Guns 37
(3 Wo.)

38
(3 Wo.)
36
(1 Wo.)
18
(8 Wo.)
2011 Icon: Lynyrd Skynyrd



145
(10 Wo.)
2012 Last of a Dyin' Breed 14
(4 Wo.)
33
(1 Wo.)
13
(5 Wo.)

14
(… Wo.)

Livealben und Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[8] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1976 One More from the Road


17
(4 Wo.)
9
(43 Wo.)
Livealbum, 2001 erneut veröffentlicht
1979 Gold & Platinum


49
(4 Wo.)
12
(65 Wo.)
1982 Best of the Rest



171
(7 Wo.)
1988 Southern by the Grace of God: Lynyrd Skynyrd Tribute Tour



68
(11 Wo.)
Livealbum
1989 Skynyrd's Innyrd's/Their Greatest Hits




Kompilation
1993 A Retrospective




Kompilation
1996 Freebird: The Movie




Kompilation
1996 Southern Knights




Livealbum
1997 Old Time Greats




Kompilation
1997 Sweet Home Alabama – Best




Kompilation, 1974-77, Zounds, alle Titel digital remastert
1998 Lyve from Steel Town




Livealbum
1999 The Best of Lynyrd Skynyrd - 20th Century Masters - The Millenium Collection



146
(27 Wo.)
2000 Then and Now




Kompilation der ersten beiden SPV-Alben
2000 Collectybles




2002 Turn It Up




2003 Thyrty: 30th Anniversary Collection



16
(16 Wo.)
Limited Edition
2004 Lyve: The Vicious Cycle Tour




Livealbum
2007 Sweet Home Alabama – Best




Kompilation, Wiederveröffentlichung, 1973-88, Zounds, alle Titel digital remastert, CD-Text
2007 Collector's Edition




2010 Live from Freedom Hall (CD+DVD) 74
(1 Wo.)




aufgenommen 2007 in Louisville, Kentucky, Roadrunner Records (Warner)
2011 The Best of Lynyrd Skynyrd - 20th Century Masters - The Millenium Collection (Re-entry)



60
(76 Wo.)
Weitere Veröffentlichungen
  • Skynyrd Summer Sampler
  • Species Acoustic Sampler
  • From Twenty (4-Song Sampler)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[9] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1968 Need All My Friends




1971 I've Been Your Fool




1973 Gimme Three Steps




1974 Don't Ask Me No Questions




1974 Sweet Home Alabama 87
(1 Wo.)
56
(7 Wo.)
51
(10 Wo.)
31
(17 Wo.)
8
(17 Wo.)
Mehrfach in den Charts, u. a. 1974, 1976, 1989, 2007
1975 Free Bird


21
(17 Wo.)
19
(20 Wo.)
Mehrfach in den Charts, u. a. 1975, 1979, 1982
1975 Saturday Night Special



27
(9 Wo.)
1976 Double Trouble



80
(3 Wo.)
1978 What's Your Name



13
(18 Wo.)
1978 You Got That Right



69
(4 Wo.)
1987 Truck Drivin' Man




1988 Swamp Music




1991 Keeping the Faith




1991 Smokestack Lightning




1993 Born to Run




1993 Good Lovin's Hard to Find




1997 Bring It On




1997 Travelin' Man




1999 Preacher Man




1999 Workin'




2003 Red, White and Blue




Weitere Singles
  • Georgia Peaches
  • Gimme Back My Bullets
  • Pure and Simple
  • All I Can Do I Is Write About It
  • Ten from the Swamp
  • Devil in the Bottle
  • White Knuckle Ride

Quellen[Bearbeiten]

  1. Leonard Skinner, Namesake of Rock Band, Dies. New York Times, 20. September 2010
  2. Aviation Safety Network: Unfallprotokoll
  3. Ernst Hofacker: Giganten - die legendären Baumeister der Rockmusik. Hannibal-Verlag, Innsbruck 2011, ISBN 978-3-85445-364-2 S.392, 393
  4. The-Pit.de: Lynyrd Skynyrd: Weiteres Mitglied der Originalbesetzung verstorben, abgerufen am 18. Februar 2009
  5. die-news.de: "Lynyrd Skynyrd": DONALD "EAN" EVANS ist tot, abgerufen am 8. Mai 2009
  6. Fans' outrage prompts Lynyrd Skynyrd to keep Confederate flag. Houston Chronicle, September 25, 2012.
  7. Stellungnahme von Gary Rossington zum Thema Konföderiertenflagge
  8. a b Chartquellen Studioalben, Livealben und Kompilationen: DE1 DE2 AT CH UK US
  9. Chartquellen für Singles: DE1 DE2 AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lynyrd Skynyrd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien