Markus Ferber

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Markus Ferber 2014

Markus Ferber (* 15. Januar 1965 in Augsburg) ist ein deutscher Politiker (CSU). Von 1999 bis 2014 war er Vorsitzender der CSU-Europagruppe im Europäischen Parlament, dem er seit 1994 angehört. 2005 wurde er zum Bezirksvorsitzenden der CSU Schwaben gewählt.

Leben, Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Markus Ferber wuchs in Langenneufnach und Bobingen auf. Nach der Grundschule wechselte er an das Humanistische Gymnasium bei Sankt Stephan, an dem er 1984 das Abitur ablegte. Den 15-monatigen Grundwehrdienst leistete er in Pinneberg und Klosterlechfeld und nahm im Anschluss 1985 an der TU München ein Studium der Elektrotechnik auf, das er 1990 als Diplom-Ingenieur abschloss. Danach arbeitete er als Entwicklungsingenieur im Bereich Mikroelektronik bei der Siemens AG in München und wechselte zwei Jahre später als Vertriebsingenieur für Export im Bereich Umwelttechnik zum Dosiersystemhersteller Pfister GmbH nach Augsburg, für den er bis zu seiner Wahl in das Europäische Parlament tätig war.

Politischer Werdegang[Bearbeiten]

Ferber trat 1982 in die Junge Union (JU) und 1983 in die CSU ein. In den Jahren 1990 bis 1994 war er Bezirksvorsitzender der JU-Schwaben, seit 1990 gehört er dem Bezirksvorstand der CSU-Schwaben an. Von 1999 bis 2005 leitete Ferber den CSU-Kreisverband Augsburg-Land. 2005 wurde er zum Bezirksvorsitzenden der schwäbischen CSU gewählt. In Bad Wörishofen setzte er sich in einer Kampfabstimmung gegen Georg Schmid durch, den erklärten Favoriten des damaligen Parteivorsitzenden Edmund Stoiber. Am 7. Juli 2007 wurde Ferber in diesem Amt für zwei weitere Jahre bestätigt.

Im Alter von 29 Jahren wurde Ferber 1994 ins Europäische Parlament gewählt und gehört dort der EVP-Fraktionan. Fünf Jahre lang (von 1994 bis 1999) war er Sprecher der Jungen Gruppe der Fraktion der Europäischen Volkspartei. Nachdem er von 1996 bis 1999 als Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Gruppe tätig war, wurde Markus Ferber 1999 zum Vorsitzenden der CSU-Europagruppe gewählt. Dieses Amt führte er fünfzehn Jahre aus. Seit 2000 ist er außerdem Landesvorsitzender der Europa-Union Bayern. Für die Europawahl am 7. Juni 2009 wurde Markus Ferber von der CSU als Spitzenkandidat nominiert. 2014 trat er zum zweiten Mal als Spitzenkandidat seiner Partei an. Insgesamt ist dies seine fünfte Kandidatur für das Europäische Parlament. Im Juli 2014 wurde er zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Ausschusses für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament ernannt.

Ansichten[Bearbeiten]

Ferber forderte, dass Rating-Agenturen nach einem einheitlichen und festgelegten System Ratings zu vergeben haben. Die Analysten hingegen fürchten um die Meinungsfreiheit - und provozieren Widerspruch. "Mit Meinungsfreiheit hat das wenig zu tun", sagt der CSU-Europaparlamentarier Markus Ferber, Mitglied des Wirtschafts- und Währungsausschusses. Ein falsches Rating koste den Steuerzahler Geld. "Ratingagenturen müssen auch Verantwortung übernehmen dafür, was sie tun."[1]

Das EU-Parlament hat 2011 eine Verordnung zu Leerverkäufen und Kreditausfallversicherungen verabschiedet, um destruktive Spekulationen einzudämmen. Als Schattenberichterstatter der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament hat Ferber in harten Verhandlungen sehr strenge EU-weite Auflagen für Leerverkäufe den Mitgliedsstaaten und der Kommission abgetrotzt und ein Handelsverbot mit ungedeckten Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps - CDS) durchgesetzt. Die Transparenzregeln für zwei hochspekulative Finanzinstrumente sollen zur Stabilität der Finanzmärkte beitragen. "Das ist ein hochspekulatives Produkt", sagt Ferber. "Im Prinzip ist es das Gleiche, wie wenn sie eine Brandschutzversicherung für ihr Nachbarhaus abschließen, in der Hoffnung, dass das möglichst schnell abbrennt."[2]

Im Juni 2010 forderte Ferber gemeinsam mit dem Berliner CDU-Abgeordneten Peter Trapp die Einführung von Intelligenztests für Einwanderer. Ferber betonte, dass „humanitäre Gründe […] nicht das einzige Kriterium für Zuwanderung sein“ können und behauptete wahrheitswidrig: „Kanada ist da viel weiter und verlangt von Zuwandererkindern einen höheren Intelligenzquotienten als bei einheimischen Kindern.“[3] In Kanada gibt es jedoch keinerlei Intelligenztests für Immigranten.[4]

Die diplomatischen Bemühungen des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier im Zusammenhang der Krise in der Ukraine kritisierte Ferber im Mai 2014 scharf mit der Aussage außer Spesen nichts gewesen. Ferber wurde daraufhin vom CSU-Parteivorsitzenden Horst Seehofer zur Mäßigung aufgerufen.

Mitgliedschaften im Europäischen Parlament[Bearbeiten]

Ferber war stellvertretender Vorsitzender der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Mexiko und in der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika sowie in der Delegation für die Beziehungen zu Israel als Mitglied aktiv.[5]

Seit 2009 ist Markus Ferber Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung und seit Juli 2014 erster stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses. Außerdem ist Ferber stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr und Fremdenverkehr.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2006 wurde Markus Ferber von der internationalen Fachzeitschrift The Parliament Magazine als „Europaabgeordneter des Jahres“ ausgezeichnet.
  • 2007 erhielt Markus Ferber für seine Arbeit als Berichterstatter des Europäischen Parlaments für die Postliberalisierung in Europa vom Fachmagazin Deutsche Verkehrszeitung (DVZ) die Auszeichnung als „Verkehrspolitiker des Jahres“.[6]
  • 2010 wurde Ferber mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet.
  • 2012 Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber[7]
  • 2013 Verleihung der Mérite Européen.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Markus Ferber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13719465/Bruessel-knoepft-sich-die-Ratingagenturen-vor.html
  2. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzmarktregulierung100.html
  3. Spiegel Online: Migration - Unionspolitiker fordern Intelligenztests für Einwanderer, 28. Juni 2010.
  4. Süddeutsche Zeitung: Einwanderungspolitk - Unionspolitiker fordern IQ-Test für Zuwanderer, 28. Juni 2010.
  5. Website des Europäischen Parlaments
  6. Markus Ferber ist "Verkehrspolitiker des Jahres" Meldung vom 14. September 2007
  7. Verleihung der Bayerischen Verfassungsmedaille 2012 am Freitag, 30. November 2012, im Bayerischen Landtag
  8. Markus Ferber mit Medaille für „Verdienste für Europa“ ausgezeichnet