Bobingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bobingen
Bobingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bobingen hervorgehoben
48.26666666666710.816666666667521Koordinaten: 48° 16′ N, 10° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Höhe: 521 m ü. NHN
Fläche: 50,45 km²
Einwohner: 16.471 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86399
Vorwahl: 08234
Kfz-Kennzeichen: A
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 125
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
86399 Bobingen
Webpräsenz: www.stadt-bobingen.de
Bürgermeister: Bernd Müller (SPD)
Lage der Stadt Bobingen im Landkreis Augsburg
Ammersee Baden-Württemberg Augsburg Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Dachau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Donau-Ries Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Günzburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Ostallgäu Landkreis Starnberg Landkreis Unterallgäu Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Schmellerforst Adelsried Allmannshofen Altenmünster Aystetten Biberbach (Schwaben) Bobingen Bonstetten (Schwaben) Diedorf (Schwaben) Dinkelscherben Ehingen (Landkreis Augsburg) Ellgau Emersacker Fischach Gablingen Gersthofen Gessertshausen Graben (Lechfeld) Großaitingen Heretsried Hiltenfingen Horgau Kleinaitingen Klosterlechfeld Königsbrunn Kühlenthal Kutzenhausen Langenneufnach Langerringen Langweid am Lech Meitingen Mickhausen Mittelneufnach Neusäß Nordendorf Oberottmarshausen Scherstetten Schwabmünchen Stadtbergen Thierhaupten Untermeitingen Ustersbach Walkertshofen Wehringen Welden Westendorf (Landkreis Augsburg) ZusmarshausenKarte
Über dieses Bild

Bobingen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Sie liegt rund zwölf Kilometer südlich von Augsburg an den Flüssen Wertach und Singold und grenzt an den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname „Bobingen“ geht auf den alemannischen Siedler „Pobo“ (um 506) zurück. Um 993 hieß Bobingen „Pobinga“ („bei den Leuten des Pobo“). Etwa 933 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Bobingens in der Vita S. Udalrici. Bobingen im heutigen Bezirk Schwaben war später Pflegamt des Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1847 erfolgte der Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn (LindauHof). 1899 kam es zur Gründung der Kunstseidefabrik (Produktionsbeginn 1902). 1938/39 wurde südwestlich des Stadtgebietes von Bobingen die Sprengstofffabrik Fasan errichtet. Die Fabrik produzierte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einen Großteil des Sprengstoffs Hexogen für die Wehrmacht.

Die Reste des Burgstalls Bobingen, einer ehemaligen Wasserburg und ihre Nachfolgebauten, wurden um 1967 im Zuge des Neubaus des, inzwischen alten, Feuerwehrhauses und einer Rotkreuzstation entfernt. 1953 erfolgte die Markterhebung Bobingens, 1969 die Verleihung der Stadtrechte. 1972 wurden im Zuge die Gemeindegebietsreform die Orte Straßberg und Reinhartshausen mit Burgwalden eingemeindet.

Bobingen gehört jetzt dem Landkreis Augsburg an. 1975 wurden Waldberg und Kreuzanger eingemeindet. 1993 erfolgte die Fertigstellung der Singoldhalle, der Bobinger Stadthalle. 1994 beging Bobingen seine 1000-Jahr-Feier in Verbindung mit dem 25-jährigem Stadtjubiläum.

Bobinger Büble-Sage[Bearbeiten]

Skulptur des „Bobinger Bübles“

Es gibt mehrere Fassungen dieser Geschichte vom „Bobinger Büble“. In einer zweiten, späteren Fassung endet sie sogar mit der Verhaftung und Hinrichtung der Sagenfiguren.

Dies kann jedoch historisch nicht richtig sein, da es in Bobingen keinen Galgen gab und demnach keine Hinrichtungen vorgenommen wurden. Die Hinrichtungsstätte der hochstiftischen Hochgerichtsbarkeit hatte ihren Standort in Schwabmünchen.

Die folgende Sage ist die früheste Fassung nach Alexander Schöppners „Bayerische Sagen“:

Drei Stunden südlich von Augsburg, an der sogenannten Hochstraße, liegt das große und schöne Dorf Bobingen. Da ist es aber nicht gut zu fragen: „Wo geht's Bobingen zu?“, und gar manche haben darob blutige Köpfe davongetragen: zum mindesten wird einer mit Schimpf und Spott und den lästerlichsten Reden traktiert, er mag nur fragen, wen immer er will. Dies kommt nun daher: Es war einmal vor langer Zeit ein Bursche von Bobingen zu Gericht belangt. Der Beklagte wandte sich an einen Advokaten in Augsburg, der im Ruf stand, dass er alles „durchfechten“ könne. Dieser gab ihm den Rat, sich vor Gericht blödsinnig zu stellen, und auf jede an ihn gerichtete Frage die Antwort „Bobingen zu“ zu geben, und dabei mit der rechten Hand unter der Nase von der rechten nach der linken Seite zu zeigen. Er tat genau, wie ihm geraten war und wurde, da weder ein Geständnis noch etwas anderes aus ihm herauszubringen war, vom Gericht entlassen. Nach einiger Zeit kam er Geschäfte halber in die Stadt und begegnete dem Advokaten, der ihn neugierig um den Ausgang des Verfahrens fragte. Nachdem er vom glücklichen Erfolg gehört hatte, sagte er: „Nun ist's aber an dir, mich für diesen Rat zu belohnen; ich verlange für meine Bemühung zwei Karolin.“

Der Bursche aber warf dem Verblüfften ein „Bobingen zu“ hin, bog um das Straßeneck und lässt seit der Zeit den Advokaten auf seinen Lohn warten.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Wappen Stadtteil Einwohner
Stadt Bobingen
Kernstadt mit Siedlung 14.352
Straßberg
Straßberg 1.202
Reinhartshausen
Reinhartshausen mit Burgwalden 569
Waldberg
Waldberg 431
Kreuzanger
Kreuzanger 167

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Reinhartshausen und Straßberg eingegliedert.[2] Am 1. Juli 1975 kamen Waldberg und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Kreuzanger hinzu. Schließlich wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der Nachbargemeinde Wehringen mit damals etwa 25 Einwohnern übernommen.[3]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Rathaus Bobingen

Sitzverteilung im 24-köpfigen Stadtrat (Stand Kommunalwahl 2008):

Bürgermeister ist seit 1996 Bernd Müller (SPD).

Wappen[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung: In Blau eine silberne Spitze, darin ein schwarzes Hufeisen.

Wappengeschichte: Die Bedeutung des Hufeisens im Gemeindewappen ist nicht eindeutig geklärt. Das Hufeisen könnte zum einen an eine früher im Gemeindegebiet intensiv betriebene Pferdezucht erinnern. Andere sehen in seiner Darstellung einen Hinweis auf die häufigen Hufeisenfunde, die als so genannte Ungarneisen von der Schlacht gegen die Ungarn auf dem Lechfeld 955 gedeutet werden. Ein Siegel aus der Zeit um 1815 mit einem Hufeisen im Schild stammt von einem Ortszeichen, das Ortschaften entlang der sogenannten Hochstraße auf Wunsch des damaligen Fürstbischofs Clemens Wenzeslaus von Augsburg (1739 bis 1812) annahmen, um Grenzsteine, Grenzpfähle oder Weidesäulen zu kennzeichnen. Seit der Verleihung des Hoheitszeichen durch König Ludwig I. 1837 trägt das Gemeindewappen die bayerischen Landesfarben belegt mit dem schwarzen Hufeisen. Bobingen ist seit 1953 Markt und seit 1969 Stadt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Flagge von Frankreich Seit 1969 besteht eine Städtepartnerschaft mit der nordfranzösischen Stadt Aniche.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Werk der Hoechst AG in Bobingen

In Bobingen entstand im 19. Jahrhundert ein Kunstseidewerk, später eine Polyesterfaser-Produktion (PET-Basis). Nach dem Krieg wurde der Standort ein Teil der Hoechst AG. Im Zuge der Aufspaltung der Hoechst AG wurde der Standort 1998 in den „Industriepark Werk Bobingen (IWB)“ umgewandelt. Die Chemieaktivitäten im Bereich der Polyesterfaser-Produktion verteilen sich heute (2012) auf drei Unternehmen (Trevira, Johns Manville, Nextrusion). Die Infrastruktur- und Serviceleistungen werden von verschiedenen Dienstleistern erbracht. Insgesamt beherbergt 16 Firmen (Stand 2010) auf rund 80 Hektar mit ca. 1450 Arbeitsplätzen.

Bildung[Bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten]

Krankenhaus[Bearbeiten]

  • Wertachklinik Bobingen

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)[Bearbeiten]

Polizei[Bearbeiten]

Die Polizeiinspektion (PI) Bobingen befindet sich in der Hochstraße 22 in Bobingen. Der Zuständigkeitsbereich der PI Bobingen umfasst die Stadt Bobingen, die Stadt Königsbrunn, Oberottmarshausen und Wehringen.

Rettungsdienst[Bearbeiten]

Die Rettungswache des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) befindet sich in der Krumbacher Straße 4 in Bobingen. Hier sind ein Rettungswagen (RTW) und ein Krankentransportwagen (KTW) stationiert. Der RTW ist 24h täglich besetzt, der KTW 12h täglich. Einen fest definierten Zuständigkeitsbereich gibt es hier nicht. Die Integrierte Leitstelle (ILS) Augsburg, alarmiert immer, das nächste zur Verfügung stehende Rettungsmittel, Verwaltungsgrenzen (z.B. Landkreise) spielen hier keine Rolle. Das Einsatzgebiet ist ungefähr der südliche Landkreis Augsburg, sowie die Stadt Augsburg.

Feuerwehr[Bearbeiten]

Das Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Bobingen (FFB) befindet sich an der Ecke Michael-Schäffer-Straße und Hoechster Straße in Bobingen. Hier sind ein Lösch- und ein Rüstzug stationiert. Einen fest definierten Zuständigkeitsbereich gibt es hier ebenfalls nicht, die FFB wird, wie der Rettungsdienst, über die ILS Augsburg alarmiert. Das Einsatzgebiet umfasst ungefähr die Kernstadt Bobingen mit Bobingen Siedlung, sowie zur Unterstützung, alle Stadtteile von Bobingen und die Orte Königsbrunn, Oberottmarshausen, Wehringen und Großaitingen.

In den Stadtteilen Straßberg, Reinhartshausen und Waldberg/Kreuzanger gibt es eigenständige Feuerwehren mit jeweils einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Sonstige Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Spätmittelalterliches Sühnekreuz
  • Unteres Schlösschen
  • Mittlere Mühle
  • Mittleres Schlösschen
  • Heilig-Kreuz-Schlösschen
  • Obere Mühle
  • Brauerei und ehemaliger Gasthof
  • Cosimosinisches Schlösschen
  • Oberes Schlösschen
  • Meilenstein der historischen Römerstraße
  • Singoldhalle (Stadthalle)
  • Bobinger Büble
  • Naturpark Westliche Wälder

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bobingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 569.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 767 und 768.