Marty Turco

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KanadaKanada Marty Turco Eishockeyspieler
Marty Turco
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 13. August 1975
Geburtsort Sault Ste. Marie, Ontario, Kanada
Größe 180 cm
Gewicht 86 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Torwart
Nummer #35
Fanghand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1994, 5. Runde, 124. Position
Dallas Stars
Spielerkarriere
1994–1998 University of Michigan
1998–2000 Michigan K-Wings
2004–2005 Djurgårdens IF
2000–2010 Dallas Stars
2010–2011 Chicago Blackhawks
2012 EC Red Bull Salzburg
2012 Boston Bruins

Marty Turco (* 13. August 1975 in Sault Ste. Marie, Ontario) ist ein ehemaliger kanadischer Eishockeytorwart, der zuletzt bei den Boston Bruins unter Vertrag stand.

Karriere[Bearbeiten]

Marty Turco wurde im NHL Entry Draft 1994 von den Dallas Stars in der fünften Runde an Position 124 ausgewählt. Nach dem Draft spielte er für die University of Michigan in der Central Collegiate Hockey Association, wo er mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machte. Im Sommer 1998 wechselte er in die International Hockey League zu den Michigan K-Wings bei denen er zwei Jahre spielte und sich für die National Hockey League empfehlen konnte.

Zu Beginn der Saison 2000/01 holten die Stars ihn in ihren NHL-Kader. Als Nummer zwei hinter Ed Belfour bestritt er die Saison und wurde am Ende mit dem Roger Crozier Saving Grace Award für den Torhüter mit der besten Fangquote ausgezeichnet. Nach einer weiteren Saison als Ersatztorhüter wurde Turco, nachdem Ed Belfour das Team verlassen hatte, die Nummer Eins der Dallas Stars. Und am Ende der Saison 2002/03 wurde er in das NHL Second Allstar-Team gewählt und zum zweiten Mal mit dem Roger Crozier Saving Grace Award geehrt, wobei seine Goals Against Average mit 1.72 ein Rekord der "modern era" in der NHL war - der Rekord wurde ein Jahr später von Miikka Kiprusoff gebrochen. Auch in der folgenden Saison brachte Marty Turco eine großartige Leistung, doch erneut hatten die Dallas Stars keine Chance im Meisterschaftskampf. Hatte Turco eine hervorragende reguläre Saison gespielt, so brachte er nur noch schwache Leistungen in den Playoffs. Trotzdem erhielt er Anerkennung für seine Leistung und wurde zum ersten Torhüter der Western Conference im NHL All-Star Game 2004 gewählt.

Die Saison 2004/05 fiel in der NHL wegen des Lockout aus, Marty Turco wechselte in die schwedische Elitserien zu Djurgårdens IF, blieb aber nur einen Monat. In der Saison 2005/06 spielte er wieder sehr gut und konnte insgesamt 41 Spiele gewinnen, womit er einen persönlichen Rekord aufstellte und in der Liga auf Platz drei unter den Torhütern lag. Obwohl sein Team als einer der Hauptfavoriten (2. Platz der Western Conference) in die Playoffs gingen, gab es bereits in der ersten Runde ein bitteres Aus gegen die Colorado Avalanche, da die Defensive der Stars und speziell Turco erneut Schwächen zeigten.

In der Saison 2006/07 war Turco erneut Mitglied des Western-All-Star-Teams, wobei er durch zwei Gegentore im Schlussdrittel den Sieg zugesprochen bekam. Die Stars gingen als Sechster des Westens nach einer nur teilweise erfolgreichen regulären Saison in die Playoffs und ihnen wurde eine klare Niederlage gegen die Vancouver Canucks um Roberto Luongo vorhergesagt, gerade wegen Turcos alter Instabilität in den Playoffs. Zwar verloren die Stars die Serie knapp mit 3:4, jedoch schaffte Turco in allen drei Siegen einen Shutout, also jeweils ohne Gegentor. Er zeigte damit, dass die Experten sich eventuell in ihm geirrt hatten. Dies bewies er endgültig im folgenden Jahr, als die Dallas Stars auf dem fünften Platz in die Playoffs gehend, die beiden Stanley-Cup-Mitfavoriten Anaheim Ducks und San Jose Sharks besiegten. Turco gehörte dabei mit seinen hervorragenden Leistungen zu den Stützen des Teams. Erst in den Western Conference Finals scheiterten sie mit 4:2 am späteren Stanley-Cup-Champion Detroit Red Wings.

Im Sommer 2010 wurde Turcos auslaufender Vertrag nicht verlängert. Zunächst fand er keinen neuen Club und wurde erst im August vom Stanley-Cup-Sieger, den Chicago Blackhawks, unter Vertrag genommen, nachdem diese sich nicht mit ihrem bisherigen Stammtorhüter Antti Niemi auf einen Vertrag einigen konnten. Nach dem Saisonende 2010/11 verlängerten diese seinen Vertrag nicht.

Nachdem Turco im Dezember 2011 für die Dauer des Finalturniers der European Trophy 2011 vom EC Red Bull Salzburg verpflichtet wurde, welches er mit den Salzburgern gewann, unterschrieb er Ende Januar 2012 einen Vertrag bis zum Saisonende beim gleichen Verein. Nach dem frühen Ausscheiden der Salzburger im Viertelfinale kehrte Turco zurück in die NHL. Dort wurde er am 5. März 2012 für den Rest der Saison 2011/12 von den Boston Bruins verpflichtet. Anschließend beendete er seine aktive Laufbahn.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1995 CCHA Rookie of the Year
  • 1996 CCHA-Meister mit der University of Michigan
  • 1996 NCAA-Division-I-Championship mit der University of Michigan
  • 1996 NCAA Championship All-Tournament Team
  • 1996 CCHA-Meister mit der University of Michigan
  • 1997 CCHA First All-Star Team
  • 1997 NCAA West First All-American Team
  • 1998 CCHA Second All-Star Team
  • 1998 NCAA-Division-I-Championship mit der University of Michigan
  • 1998 NCAA Championship All-Tournament Team
  • 1998 NCAA Championship Tournament MVP

International[Bearbeiten]

NHL-Statistik[Bearbeiten]

Reguläre Saison Playoffs
Saison Team Liga GP GA SO GA Avg SV % GP GA SO GA Avg SV %
2000–01 Dallas Stars NHL 26 40 3 1.90 .925
2001–02 Dallas Stars NHL 31 53 2 2.09 .921
2002–03 Dallas Stars NHL 55 92 7 1.72 .932 12 25 0 1.88 .919
2003–04 Dallas Stars NHL 73 144 9 1.98 .913 5 18 0 3.32 .849
2005–06 Dallas Stars NHL 68 166 3 2.55 .898 5 18 0 3.39 .868
2006–07 Dallas Stars NHL 67 140 6 2.23 .910 7 11 3 1.30 .952
2007–08 Dallas Stars NHL 62 140 3 2.32 .909 18 40 1 2.08 .922
2008–09 Dallas Stars NHL 74 203 3 2.81 .898
2009–10 Dallas Stars NHL 53 140 4 2.72 .913
2010–11 Chicago Blackhawks NHL 29 82 1 3.02 .897
NHL gesamt 538 1200 41 2.35 .910 47 112 4 2.17 .914

(Legende zur Torhüterstatistik: GP oder Sp = Spiele insgesamt; W oder S = Siege; L oder N = Niederlagen; T oder U oder OT = Unentschieden oder Overtime- bzw. Shootout-Niederlage; Min. = Minuten; SOG oder SaT = Schüsse aufs Tor; GA oder GT = Gegentore; SO = Shutouts; GAA oder GTS = Gegentorschnitt; Sv% oder SVS% = Fangquote; EN = Empty Net Goal; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]