Mercedes AMG High Performance Powertrains

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Mercedes AMG High Performance Powertrains Ltd. (kurz: Mercedes AMG HPP, bis 2011 Mercedes-Benz HighPerformanceEngines) ist ein britisch-deutscher Hersteller von Rennmotoren für die Formel 1 und ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Daimler AG.[1] Mercedes AMG HPP entstand 2005 aus dem Unternehmen Mercedes-Ilmor Ltd., das wiederum 2002 durch eine Teilübernahme der britischen Motorenschmiede Ilmor durch Mercedes-Benz gegründet worden war. Seit 2005 besteht Ilmor Engineering Ltd. wieder als eigenständiges Unternehmen.

Mercedes AMG HPP ist fester Partner des Mercedes AMG Petronas F1 Teams der Daimler AG das seit 2010 an der Weltmeisterschaft teilnimmt. Darüber hinaus beliefert das Unternehmen die Rennställe McLaren Racing, dessen Werkspartner es zwischen 1995 und 2009 war, Force India (seit 2009) und Williams F1 (seit 2014) mit Triebwerken.

Mit 94 Grand-Prix-Siegen ist Mercedes hinter der Scuderia Ferrari, Cosworth und Renault der erfolgreichste Motorenlieferant der Formel-1-Geschichte und vor Porsche und BMW erfolgreichster deutscher Triebwerkshersteller.

Geschichte[Bearbeiten]

Erster WM-Titel 1998 durch Mika Häkkinen
Weltmeister 2008 mit Lewis Hamilton
Siege und Titel erstmals mit einem Kundenteam: Brawn-Mercedes 2009

1984 gründeten Mario Illien und Paul Morgan den Motorenhersteller Ilmor Engineering. Sie stellten anfangs Motoren für die amerikanische Champ-Car-Rennserie her,[2] ab 1990 begannen die ersten Versuche in der Formel-1-Rennserie. In der Saison 1991 rüstete man mit Leyton House erstmals einen Formel-1-Rennstall mit Motoren aus. Aufgrund zahlreicher Ausfälle (u. a. auch einige Motorschäden) konnte nur ein einziger Punkt gewonnen werden (durch Ivan Capelli beim Großen Preis von Ungarn). Folglich belegte man den 12. und letzten Platz in der Konstrukteursweltmeisterschaft.

In der folgenden Saison wechselte Ilmor zu den Teams Tyrrell und March. Diese Saison verlief erfolgreicher und beide Kundenteams konnten einige Punkte sammeln. So belegte man am Ende der Saison mit Tyrell Platz 6 und mit March Platz 9 der Konstrukteursweltmeisterschaft.

Ab 1993 begann man ein Kooperationsprogramm mit Mercedes-Benz. Illmor rüstete von nun an ausschließlich das neue Sauber-Team mit Motoren aus. Dank zahlreicher Punkteplatzierungen belegte das Team am Ende Platz 7 der Herstellermeisterschaft.

1994 erwarb Daimler-Benz erstmals Aktienanteile von 25 % an Ilmor. Deshalb wurden die Motoren des Sauber-Teams ab dieser Saison unter dem Namen Mercedes eingesetzt. Ilmor belieferte in diesem Jahr darüber hinaus noch Pacific Racing unter eigenem Namen. Sauber konnte einige Male punkten und wurde so Achter mit 12 Punkten. Pacific Racing konnte keinen einzigen Punkt holen.

1995 wurden Mercedes-Benz und McLaren Partner in der Formel 1, die Motoren wurden von Ilmor für Mercedes-Benz hergestellt. Ab dieser Saison wurden die Motoren ausschließlich von McLaren unter dem Namen Mercedes verwendet. Das Team konnte regelmäßig in die Punkte fahren und wurde so mit 30 Punkten WM-Vierter. Im Jahr darauf konnte mit 49 Punkten dieser vierte Platz verteidigt werden.

Beim Großen Preis von Australien in Melbourne 1997 konnte Mercedes seinen ersten Formel-1-Sieg seit dem Ausstieg Ende 1955 feiern, David Coulthard gewann das Rennen. Beim Großen Preis von Italien ebenfalls durch David Coulthard und beim Großen Preis von Europa durch einen Doppelsieg von Mika Häkkinen und David Coulthard folgten zwei weitere Siege. Man hatte am Saisonende nun 63 WM-Punkte und verteidigte den vierten Platz in der Konstrukteursmeisterschaft erneut.

In den Jahren 1998 und 1999 konnte jeweils der Fahrerweltmeistertitel durch Mika Häkkinen gewonnen werden. 1998 wurde McLaren zudem Konstrukteursweltmeister.

In den folgenden Jahren konnte Mercedes aufgrund der Überlegenheit der Ferraris nicht mehr um die WM-Titel kämpfen und wurde 2000 und 2001 jeweils Vizeweltmeister. 2002 konnte McLaren sogar nur Platz drei erreichen.

In dieser Saison erhöhte DaimlerChrysler seinen Aktienanteil auf 55 % und änderte den Namen des Unternehmens in Mercedes-Ilmor Ltd. Des Weiteren wurde die phasenweise, vollständige Übernahme des Unternehmens vereinbart.[2][3]

Die Saison 2003 verlief wieder erfolgreicher. McLaren kämpfte bis zum letzten Rennen mit Kimi Räikkönen um den Fahrer-Titel, scheiterte aber knapp mit 2 Punkten Rückstand auf Michael Schumacher. Bei den Konstrukteuren wurde man aber knapp wieder nur dritter. 2004 war ein schwaches Jahr, mit nur einem Sieg lag McLaren am Ende auf Platz 5 der Konstrukteurswertung.

2005 erwarb DaimlerChrysler die restlichen Unternehmensanteile und änderte den Unternehmensnamen in Mercedes-Benz HighPerformanceEngines Ltd. Alle Unternehmensteile, die nicht mit der Entwicklung und Produktion von Formel-1-Motoren beschäftigt sind, wurden im Zuge der Unternehmensumgestaltung zusammen mit den Namensrechten an „Ilmor“ an Mario Illien und Roger Penske verkauft, die daraufhin die Ilmor Engineering Ltd. neugründeten.[2] Räikkönen wurde Vizeweltmeister, McLaren konnte Platz zwei bei den Konstrukteuren erringen. Im nächsten Jahr war der McLaren nur das drittstärkste Fahrzeug im Feld, Platz 5 bei den Fahrern und Platz 3 bei den Konstrukteuren war das Ergebnis.

2007 eröffnete Mercedes-Benz HPE den ersten Teil des neuen Formula One Mercedes-Benz Technology Centre im englischen Brixworth (ebenfalls Heimat von Ilmor Engineering), McLaren wurde aufgrund der „Spionage-Affäre“ von der Konstrukteurs-WM ausgeschlossen. 2008 konnte mit Lewis Hamilton der Fahrer-WM-Titel erreicht werden.

2009 belieferte Mercedes-Benz HPE neben dem Team McLaren-Mercedes auch erstmals Kundenteams von Force India[4] und Brawn GP.[5] Im Juni 2009 gab Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug die Reduzierung der Belegschaft in Brixworth um ca. 12 % (etwa 50 Mitarbeiter) bekannt, Grund seien die aktuellen Regeländerungen in der Formel 1.[6][7] Brawn GP konnte mit Jenson Button als Weltmeister beide Meisterschaften gewinnen. Dies war für ein Team mit Mercedes-Motoren der sechste Fahrer-WM-Titel nach 1954, 1955, 1998, 1999 und 2008 und der zweite Konstrukteurs-WM-Titel nach 1998. Zudem konnte Jenson Button drei Rennen mit demselben Motor gewinnen, was einen neuen Rekord in der Formel 1 darstellte.

Nach dem Erwerb von Brawn GP durch Mercedes-Benz und der anschließenden Umbenennung in Mercedes GP hat McLaren nur noch den Status eines Kundenteams. Trotzdem konnte McLaren 2010 und 2011 den zweiten Platz bei den Konstrukteuren erreichen, das Werksteam Mercedes GP belegte jeweils Rang 4, und das zweite Kundenteam Force India die Plätze 7 bzw. 6.

Statistik[Bearbeiten]

Alle Grand-Prix-Sieger mit Mercedes-Motoren[Bearbeiten]

Mit 33 Siegen erfolgreichster Mercedes-Pilot: Lewis Hamilton

Stand: Großer Preis von Abu Dhabi 2014, mit Mercedes-Motoren aktive Fahrer sind gelb markiert

Fahrer Nat. für Mercedes
aktiv
Grand
Prix
GP-
Siege
Quote WM-
Punkte[A 1]
WM-
Titel
beste WM-
Position (Jahr)
Siege je Team
Lewis Hamilton Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 2007 148 33 22,30 % 1.486,00 2 1. (2008, 2014) McLaren (21), Mercedes (12)
Mika Häkkinen FinnlandFinnland 19952001 113 20 17,70 % 0377,00 2 1. (1998, 1999) McLaren (alle)
Jenson Button Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 2009 0113 14 12,39 % 0966,00 1 1. (2009) McLaren (8), Brawn (6)
David Coulthard Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 19962004 150 12 08,00 % 0412,00 2. (2001) McLaren (alle)
Kimi Räikkönen FinnlandFinnland 20022006 087 09 10,35 % 0337,00 2. (2003, 2005) McLaren (alle)
Juan Manuel Fangio ArgentinienArgentinien 19541955 012 08 66,67 % 0081,14 2 1. (1954, 1955) Mercedes (alle)
Nico Rosberg DeutschlandDeutschland 2010 096 08 08,33 % 0812,00 2. (2014) Mercedes (alle)
Fernando Alonso SpanienSpanien 2007 017 04 23,53 % 0109,00 3. (2007) McLaren (alle)
Juan Pablo Montoya KolumbienKolumbien 20052006 026 03 11,54 % 0086,00 4. (2005) McLaren (alle)
Rubens Barrichello BrasilienBrasilien 2009 017 02 11,76 % 0077,00 3. (2009) Brawn (alle)
Heikki Kovalainen FinnlandFinnland 20082009 035 01 02,86 % 0075,00 7. (2008) McLaren (alle)
Stirling Moss Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich 1955 006 01 16,67 % 0023,00 2. (1955) Mercedes (alle)
  1. Vergleichbarkeit aufgrund unterschiedlicher Punktesysteme eingeschränkt

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Konzernabschluss der Daimler AG zum 31. Dezember 2007 (PDF; 75 kB) Daimler AG. S. 4. Abgerufen am 13. September 2008.
  2. a b c Ilmor Engineering: Profile. Abgerufen am 13. September 2008 (englisch).
  3. DaimlerChrysler Geschäftsbericht 2002. DaimlerChrysler AG, abgerufen am 14. September 2008 (PDF; 3,9 MB).
  4. Force India Formula One Team Announces Technical Partnerships With Mclaren Applied Technologies, Mercedes-Benz Highperformanceengines And Eads. F1minute.com, 10. November 2008, archiviert vom Original am 4. Februar 2009, abgerufen am 21. Januar 2009 (englisch).
  5. 18 Autos sind zu wenig. 6. März 2009, abgerufen am 27. September 2012.
  6. Haug: Zwölf Prozent Personalabbau bei Mercedes. handelsblatt.com, 7. Juni 2009, abgerufen am 18. Juni 2009.
  7. Haug bestätigt Mercedes-Stellenabbau. nzz online, 7. Juni 2009, abgerufen am 18. Juni 2009.

52.335291-0.895772128Koordinaten: 52° 20′ 7″ N, 0° 53′ 44,8″ W