Michael Clayton

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Michael Clayton
Originaltitel Michael Clayton
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge ca. 119 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 10[2]
Stab
Regie Tony Gilroy
Drehbuch Tony Gilroy
Produktion George Clooney, Jennifer Fox, Kerry Orent, Sydney Pollack, Steve Samuels, Steven Soderbergh
Musik James Newton Howard
Kamera Robert Elswit
Schnitt John Gilroy
Besetzung

Michael Clayton ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2007. Regie führte Tony Gilroy, der auch das Drehbuch schrieb. Die Hauptrolle spielt George Clooney. Tilda Swinton erhielt einen Oscar als beste Nebendarstellerin.

Handlung[Bearbeiten]

Michael Clayton betreut die besonders sensiblen Aktivitäten der in New York City angesiedelten internationalen Anwaltskanzlei Kenner, Bach & Ledeen. Der knallharte Clayton ist geschieden und hoch verschuldet: Früher war er dem Glücksspiel ergeben, und er hatte außerdem in das pleitegegangene Restaurant seines Bruders investiert. Clayton hat so 75.000 Dollar Schulden.

Karen Crowder ist eine erfolgreiche, aber nervöse Juristin des Chemiegiganten U/North, der Agrarunternehmen versorgt. Sie bearbeitet eine Sammelklage auf drei Milliarden US-Dollar Schadenersatz und Schmerzensgeld. Es geht um die karzinogene Wirkung eines Herbizids, das U/North weltweit an Farmbetriebe verkauft hatte.

Das Unternehmen wird von Kenner, Bach & Ledeen vertreten. Arthur Edens, einer von 600 Anwälten der Kanzlei, versucht nach einem Nervenzusammenbruch die Erfolgsaussichten des Falls zu mindern, indem er sich während einer Anhörung lauthals singend nackt auszieht. Der Inhaber der Kanzlei, Marty Bach, beauftragt Clayton mit der Schadensbegrenzung, da dieser mit Arthur Edens auch freundschaftlich verbunden ist. Der ältere Arthur gilt als Staranwalt und arbeitet seit sechs Jahren allein an dem Fall. Arthur ist aber nun übergeschnappt und unberechenbar. Es stellt sich heraus, dass Arthur äußerst brisante Dokumente der Firmenleitung in die Hände gefallen sind. Arthur kontaktiert die geschädigte Anna und ist wochenlang nicht mehr auffindbar. U/North ließ ihn schon lange abhören und lässt ihn nun ermorden, was als Selbstmord getarnt wird. Clayton zweifelt am Selbstmord, besorgt sich von einem anderen Bruder, einem Detective des New Yorker Police Departments, ein Dienstsiegel und bricht in die versiegelte Wohnung Arthurs ein, um Hinweise zu suchen. Clayton wird jedoch von den zwei Auftragsmördern beobachtet, die Arthur Eden ermordet hatten. Die Killer informieren Crowder über jeden von Claytons Schritten. Auch informieren diese die Polizei, damit verhindert werden kann, dass Clayton in Arthurs Wohnung schnüffelt. Bevor er verhaftet wird, findet er den Bestellschein zu einem Auftrag einer Druckerei. Nach seiner Haftentlassung wird ihm dort ein Dossier mit dem Memorandum ausgehändigt, das eindeutig beweist, dass die Firmenleitung von U/North die Gefährlichkeit der Substanz vertuschen wollte. Arthurs Druckauftrag geht über viele tausend Exemplare, die Kisten stehen dort bereits zur Abholung bereit.

Während Clayton an einem Pokerspiel teilnimmt, bauen seine Beschatter eine Bombe in sein Auto ein. Clayton entgeht dem Mordanschlag knapp. Mit Hilfe seines Bruders konfrontiert der totgeglaubte Clayton die U/North-Juristin Crowder bei einer Sitzung des Board of Directors, gibt Käuflichkeit vor und verlangt 10 Millionen für sein Schweigen. Sie sagt ihm diese zu, und Clayton offenbart zu ihrer Überraschung, dass er das Gespräch aufgezeichnet hat und macht Crowder mit dem Ausspruch „Ich bin Shiva, der Gott des Todes“ (ein Zitat Arthurs während seines Nervenzusammenbruchs) klar, dass er nicht zu kaufen ist. Karen Crowder bricht zusammen. Ein Großaufgebot der Polizei marschiert in dem Bürogebäude auf. Crowder und ihr Chef werden verhaftet. Clayton übergibt das aufgezeichnete Gespräch und Arthurs Memo seinem Bruder und fährt in einem Taxi davon.

Filmmusik[Bearbeiten]

Der Soundtrack stammt von James Newton Howard.

  1. Main Titles
  2. Chinatown
  3. Drive to the field
  4. Just Another Day
  5. Meeting Karen
  6. Looking for Arthur
  7. U North
  8. Arthur & Henry
  9. Times Square
  10. Mr. Verne
  11. I m Not The Guy You Kill
  12. Horses
  13. 25 Dollars Worth

Kritiken[Bearbeiten]

Emanuel Levy schrieb auf emanuellevy.com, der Film sei ein „Starvehikel“ für George Clooney, dessen Beteiligung das Drehen des Films ermöglichte. Die Besetzung des Thrillers sei „herausragend“.[3]

Stilistisch sei der Film „zwischen Oliver Stones Wall Street und Michael Manns Insider angesiedelt“, und „fern vom Kreuzzugs-Moralismus à la Erin Brockovich“ fand Rüdiger Suchsland bei Artechock, und er führte aus: „alle sind in irgendeiner Weise süchtig oder wahnsinnig oder beides. […] Selten hatte Clooney bessere Sätze. Und selten gab es einen Film, der besser zeigt, wie gut dieser Darsteller ist.[4]

Susan Vahabzadeh schrieb in der Süddeutschen Zeitung vom 1. September 2007, der Film sei „ein Erbe des legendären Drei Tage des Condor“. Clayton irre „durch New York wie einst Robert Redford“ und zeige „mitreißend“ „die Qual und den Schmerz, die Verzweiflung“. Der Thriller komme „nie richtig in Fahrt“, doch George Clooney erfülle den gespielten Charakter „mit soviel Leben“, dass dies die Mängel ausgleiche.[5]

Katja Nicodemus schrieb in der Zeit am 28. Februar 2008, der Film würde „keine Moral oder Erweckung“ suchen, als vielmehr „Textur und Stimmung“: „Wohl deshalb bewegen sich Gilroys Figuren durch ein graues New York, durch Hotelzimmer mit fahlem Licht, durch blätterlose herbstliche Landschaften.“ Am „sachlichsten, man könnte auch sagen: skrupellosesten“ agiere Tilda Swinton: „Ein Bauchring vor dem Spiegel, Schweißflecken auf der Seidenbluse zeigen den Menschen, der sich hier jeden Tag für eine Art Krieg aufrüstet.“ Sie stellte fest: „Es gibt den Typus des eleganten Thrillers, der um seine Handlung keinen großen Bohei machen muss.“[6]

Felicitas Kleiner besprach in der Ausgabe 5/2008 des Film-Dienst einen „nahezu perfekte[n] Thriller“, der „intelligent geschrieben, unaufdringlich raffiniert inszeniert, brillant besetzt“ sei.

Jens Szameit schrieb für teleschau 2011, dass der Film „zweifellos“ zu den „Glanzlichtern“ des Kinojahres 2008 gehöre. „Regisseur Gilroy rückt die moralischen Verwerfungen der Filmhandlung nicht in den Vordergrund. Vielmehr beleuchtet er mit kühler Ästhetik und kluger Montage die menschlichen Folgekosten, die das von gnadenlosem Machtkalkül getriebene Wahrheitsroulette zeitigt. Ablesbar werden sie in den vor Erschöpfung entleerten Gesichtern des großartigen Duos Clooney / Swinton. ‚Michael Clayton‘ ist ein strenger, präziser Film in der Tradition des amerikanischen Verschwörungsthrillers der 70-er. Hier sagt ein Schweißfleck auf der Bluse von Tilda Swinton mehr als mancher Dialog.“[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar[Bearbeiten]

Tilda Swinton bekam für ihre Darstellung der Karen Crowder den Oscar als beste Nebendarstellerin 2008. Michael Clayton war außerdem für sechs weitere Oscars nominiert: für den besten Hauptdarsteller (George Clooney), den besten Nebendarsteller (Tom Wilkinson), für die beste Regie, für das beste Originaldrehbuch, für die beste Filmmusik sowie als bester Film.

Golden Globe[Bearbeiten]

Für den Golden Globe Award waren 2008 der Film als Bester Film – Drama und die Schauspieler George Clooney, Tilda Swinton und Tom Wilkinson nominiert.

Sonstige[Bearbeiten]

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in New York City und in Middletown (New York) gedreht.[8] Seine Produktionskosten betrugen schätzungsweise 25 Millionen US-Dollar. Seine Weltpremiere fand auf den am 29. August eröffneten Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2007 statt. Seine breite Veröffentlichung startete in Großbritannien am 28. September 2007 und in den USA am 5. Oktober 2007; in Deutschland startete er am 28. Februar 2008.[9] Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 49 Millionen US-Dollar ein, weltweit etwa 85 Millionen (Stand: 9. März 2008).[10] In Deutschland sahen den Film am Startwochenende über 110.000 Zuschauer.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabekarte (PDF; 80 kB) der FSK
  2. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  3. emanuellevy.com, abgerufen am 31. August 2007
  4. Rüdiger Suchsland: Michael Clayton – Anzüge, Arroganz und Rituale. In: Artechock. Abgerufen am 19. August 2008.
  5. Besprechung von Susan Vahabzadeh, abgerufen am 1. September 2007
  6. Katja Nicodemus: Jeder Tag ein Krieg. In: Die Zeit. 28. Februar 2008, abgerufen am 19. August 2008 (ZEIT ONLINE 10/2008 S. 51).
  7. http://www.monstersandcritics.de/artikel/201129/article_192524.php/Michael-Clayton-Spielfilm-des-Tages-Do-25-08-ARD-22-45-Uhr
  8. Filming locations für Michael Clayton, abgerufen am 31. August 2007
  9. Premierendaten für Michael Clayton, abgerufen am 11. Dezember 2007
  10. Box office / business für Michael Clayton, abgerufen am 9. März 2008