Missy Elliott

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Missy Elliott (2010)

Missy Elliott (* 1. Juli 1971 in Portsmouth, Virginia; eigentlich Melissa Arnette Elliott) ist eine US-amerikanische Rapperin, Sängerin und Musikproduzentin.

Missy Elliott wurde eine der ersten weiblichen Superstars des Hip-Hop. Als Rapperin/Sängerin hatte sie mehrere Hits wie One Minute Man, All N My Grill oder Get Ur Freak On. Zusätzlich gilt sie als eine der erfolgreichsten Songwriterinnen und Produzentinnen der Hip Hop- und R'n'B-Szene. So schrieb sie unter anderem Hits für Aaliyah, Christina Aguilera, Destiny’s Child, Monica, Pink, Janet Jackson, Mýa, Mariah Carey, Tweet und Whitney Houston – oft zusammen mit ihrem Produzentenpartner Timbaland, mit dem sie seit ihrer Kindheit befreundet ist.

Im Jahr 2003 verzichtete sie auf ihren bis dahin getragenen Mittelnamen Missy „Misdemeanor“ Elliott.

Biografie[Bearbeiten]

Frühe Karriere[Bearbeiten]

In den späten 1980ern formten Elliott, LaShawn Shellman, Chonita Coleman und Radiah Scott die R&B-Band Sista. Missy Elliott sang und textete für die Gruppe und machte ihre Kollegen mit Jugendfreund Timothy „DJ Tiny Tim“ Mosley bekannt, der bereits früh als ausführender Produzenten mit ihnen Demo-Tracks zu produzieren begann. 1991 wurde Jodeci-Produzent DeVante Swing auf die Gruppe aufmerksam, als sie für ihn nach einem Konzert seiner Gruppe gemeinsam A-cappella-Songs von Jodeci vorsangen. Kurz darauf zogen Sista mit Mosley – den Swing in Timbaland umtaufte – und Freund Melvin „Magoo“ Barcliff nach New York, wo sie bei DeVantes Elektra-Sublabel Swing Mob einen Vertrag unterzeichneten.

Swing formte Swing Mob, 20 Musiker und Künstler – unter anderem die zukünftigen Stars Ginuwine, Playa und Tweet –, die alle in einem zweistöckigen Gebäude in New York wohnten und gemeinsam sowohl an Material für Jodeci als auch für ihre eigenen Veröffentlichungen arbeiteten. Missy steuerte zu dieser Zeit so unter anderem Tracks für die letzten beiden Jodeci-Alben Diary of a Mad Band (1993) und The Show, the After Party, the Hotel (1995) bei. Timbaland und DeVante produzierten indessen (1994) die Sista-LP 4 All the Sistas Around the Hey.

Elliott / Mosley-Produzenten-Team[Bearbeiten]

Nachdem sie Swing Mob verlassen hatten, begannen Missy und Timbaland als unabhängiges Songwriter/Produzenten-Team zusammenzuarbeiten. Dabei entstanden zwischen 1995 und 1997 eine Reihe von Hit-Singles wie Can We? für SWV oder Steelo für 702. Am bedeutendsten wurde aber die Tätigkeit für Aaliyah. Elliott und Timbaland schrieben und produzierten neun Tracks für Aaliyahs zweites Album, One in a Million (1996), unter ihnen die Hits If Your Girl Only Knew, One in a Million, Hot Like Fire, und 4-Page Letter. Missy steuerte ebenso Background-Gesang und/oder Rap-Passagen zu allen Tracks bei, die sie und Timbaland auf dem Album produzierten. Durch den Erfolg der Singles und des Albums, das Doppel-Platin erhielt, wurde das Produzentenduo zu allgemein bekannten Stars. Später produzierten sie weitere Tracks für Total (What About Us), Nicole Wray (Make It Hot) und Destiny's Child (Get on the Bus).

Solokarriere[Bearbeiten]

1996 war Missy erstmals als Gast-Rapper und Background-Sängerin auf MC Lytes 1996er Single Cold Rock a Party zu hören. Das Lied wurde von P. Diddy produziert, der hoffte, sie zur Vertragsunterschrift bei Bad Boy Records zu bewegen. Entgegen allen Erwartungen unterzeichnete Elliott jedoch noch im selben Jahr bei Elektra Records, wo sie ihr eigenes Sublabel Goldmind bekam, auf dem ihre bisherigen Soloveröffentlichungen erschienen sind.

Erste Erfolge[Bearbeiten]

1997 veröffentlichte Missy Elliott in Zusammenarbeit mit Freund und Produzent Timbaland ihr Debütalbum Supa Dupa Fly. Die erste Auskopplung Da Rain (Supa Dupa Fly) wurde zu einem weltweiten Charterfolg und machte sie zu einer anerkannten Größe im Musikbusiness – insbesondere im Hip-Hop. Die Kritik war generell positiv und obwohl die Verkaufszahlen ihre Theorien widerlegten, merkten viele Kritiker an, dass die Album-Tracks den ausgekoppelten Singles musikalisch weit unterlegen seien. Noch im selben Jahr absolvierte Elliott neben Da Brat, Lisa „Left Eye“ Lopes und Angie Martinez einen Gastauftritt im Remix zu Lil’ Kims Girl-Power-Hymne Not Tonite. Die Fünf traten damit zusammen bei den MTV Video Music Awards 1997 auf.

1999 veröffentlichte sie ihr zweites Album. Da Real World war ähnlich erfolgreich wie das Debüt. Auf ihm befanden sich die Single „All N My Grill“ in Zusammenarbeit mit Protegé Nicole Ray und Big Boi von OutKast, und weitere Auskopplungen wie „She's a Bitch“ und „Hot Boyz“ mit Nas, Eve und Lil' Mo.

Weitere Karriere[Bearbeiten]

2001 folgte mit Miss E... So Addictive bis dato Missys größter Erfolg. Die Singles „Get Ur Freak On“ und „One Minute Man“ (featuring Ludacris & Trina oder Jay-Z) wurden zu weltweiten Hits und bescherten dem Album neben zwei Grammys auch mehrfach Platin. Im Zuge des Erfolges wurden anschließend zwei weitere Singles veröffentlicht: Die Ballade „Take Away“ (mit Tweet und Ginuwine), die als Hommage an die kurz vorher gestorbene Freundin Aaliyah galt, und der Up-Tempo-Track „4 My People“, der zu Missys erfolgreichsten Auskopplungen zählt.

2002 meldete sie sich mit Under Construction, ihrem vierten Album zurück. Dieser Langspieler, der sich in erster Linie einer Neuauflage des Old-School-Hip-Hops widmet, gilt bis heute als Elliotts meistverkaufte und bekannteste Produktion und wurde von Kritikern der Musikpresse regelrecht gefeiert. Mit „Work It“, Elliotts erfolgreichster Single überhaupt, und „Gossip Folks“, einem Duett mit Ludacris, das unter anderem ihren erheblichen Gewichtsverlust im selben Jahr thematisierte, fügten sich weitere Hits in ihre Karriere ein.

Nicht einmal elf Monate später, im November 2003, stand mit This Is Not a Test bereits ihr nächster Longplayer in den Läden. Der mittelmäßige Erfolg der ersten Single „Pass That Dutch“ und fehlende Promotion verursachten jedoch überwiegend enttäuschende Verkaufszahlen. Auch die Nachfolgesingle „I'm Really Hot“ verschaffte sich kaum Gehör, konnte in den Charts folglich nicht hoch punkten.

Nach mehr oder weniger unscheinbaren Kollaborationen mit Christina Aguilera, Beyoncé, Timbaland und Tweet kehrte Missy schließlich im Frühjahr 2005 an der Seite von Ciara und „1, 2 Step“ ins Augenmerk der Öffentlichkeit zurück. Zur gleichen Zeit etwa beendete sie die Arbeiten an ihrem sechsten Studioalbum The Cookbook, das Anfang Juli 2005 im Handel erschien und die überaus erfolgreiche Vorabsingle „Lose Control“, eine weitere Kollaboration mit Ciara und auch Fatman Scoop, hervorbrachte. Im Herbst 2005 und Frühjahr 2006 folgten mit der Ballade „Teary Eyed“ und „We Run This“ zwei weitere Singleauskopplungen, die zwar weniger Erfolg in den Charts hatten als „Lose Control“, jedoch zum Erfolg des Albums beitrugen. Insgesamt 2 Millionen CDs gingen über die Ladentische.

Im September 2006 erschien exklusiv in Europa Elliots erstes Best-of-Album Respect M.E.. Es entwickelte sich zum erfolgreichsten Album ihrer gesamten Karriere in UK. Mit Platz 7 in den UK-Album-Charts und 500.000 verkauften CDs, wurde es eines der erfolgreichsten Best-of-Alben des Jahres 2006.

Bereits Anfang 2008 kündigte Missy Elliott mit "Block Party" ihr neues Album an, veröffentlichte zunächst die Songs "Ching a Ling" und "Shake your pom-pom" für den Film "Step Up 2". Durch das gesamte Jahr 2008 hindurch wurde die Veröffentlichung des Albums immer wieder verschoben. Erst Ende 2008 gab sie bekannt, dass sie mit dem Material für "Block Party" nicht zufrieden sei und das Album neu bearbeiten müsse. Im Jahr 2009 wurde es dann allerdings ruhig um sie. Der Song "Best Best", der ebenfalls auf "Block Party" enthalten sein soll, wurde 2009 im Internet veröffentlicht und bekam nur mäßige Resonanz. Es gab weder ein Video dazu, noch wurde der Song im Radio gespielt. Später bezeichnete man "Best Best" als Buzz Single, die eventuell gar nicht mehr auf "Block Party" enthalten sein wird. Mehrmals kündigte sie ihr Comeback an, doch drangen immer Gerüchte hindurch, dass Missy schwer erkrankt sein soll und dies ihr Comeback unmöglich mache. Auch 2010 blieb es ruhig um Missy Elliott, wenngleich sie auch zwischendurch immer wieder ankündigte, im Studio gewesen zu sein. Erst 2011 sprach sie über ihre Krankheit und die schwere Zeit, die sie 2 Jahre lang verfolgt hat. Im Sommer 2011 kündigte sie an, dass "Block Party" hauptsächlich von Timbaland produziert sein wird. Mit "Put it on ya" tauchte ein weiterer Song im Internet auf, der angeblich auf "Block Party" enthalten sein soll. Im Februar 2012 gab sie dann zunächst bekannt, dass das Album mit neuem Titel nun endlich im Juni 2012 erscheine werde. Als der Juni 2012 endlich gekommen war, verschob sie das Album erneut auf Ende 2012. Am 17.September 2012 veröffentlichte sie dann zwei weitere Buzz Singles. "9th Inning" und "Triple Threat" handeln von ihrem bevorstehenden Comeback. Ein Video zu "9th Inning" wurde im November 2012 gedreht. Das Album wurde erneut auf Anfang 2013 verschoben. Es soll nun seit bereits über 5 Jahren erscheinen.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Missy Elliott/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1997 Supa Dupa Fly 3
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Juli 1997
Verkäufe weltweit: 1.300.000
1999 Da Real World 20
(16 Wo.)
42
(8 Wo.)
40
(1 Wo.)
10
(39 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Juni 1999
Verkäufe weltweit: 1.400.000
2001 Miss E... So Addictive 12
(19 Wo.)
23
(17 Wo.)
16
(23 Wo.)
10
(26 Wo.)
2
(42 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Mai 2001
Verkäufe weltweit: 1.800.000
2002 Under Construction 19
(18 Wo.)
26
(12 Wo.)
23
(22 Wo.)
3
(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. November 2002
Verkäufe weltweit: 2.600.000
2003 This Is Not a Test 37
(7 Wo.)
67
(2 Wo.)
25
(7 Wo.)
49
(4 Wo.)
13
(18 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. November 2003
Verkäufe weltweit: 1.000.000
2005 The Cookbook 19
(10 Wo.)
34
(9 Wo.)
8
(11 Wo.)
33
(3 Wo.)
2
(17 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Juli 2005
Verkäufe weltweit: 900.000

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Grammy Award

  • 2002: Beste Solodarbietung – Rap : „Get Ur Freak On“
  • 2003: Beste weibliche Solodarbietung – Rap: „Scream a.k.a. Itchin“
  • 2004: Beste weibliche Solodarbietung – Rap: „Work It“
  • 2006: Bestes Musik-Kurzvideo: „Lose Control“

American Music Awards

  • 2003: Beliebteste Rap/Hip-Hop-Künstlerin
  • 2005: Beliebteste Rap/Hip-Hop-Künstlerin

BET Awards

  • 2002: Beste weibliche Hip-Hop-Künstlerin
  • 2003: Beste weibliche Hip-Hop-Künstlerin
  • 2004: Beste weibliche Hip-Hop-Künstlerin
  • 2005: Beste Zusammenarbeit: „1, 2 Step“ (mit Ciara)
  • 2006: Beste weibliche Hip-Hop-Künstlerin

MTV Video Music Awards

  • 2001: Video des Jahres: „Lady Marmalade“ gesungen von Christina Aguilera, Lil’ Kim, Mýa und Pink
  • 2001: Bestes Video aus einem Film: „Lady Marmalade“ gesungen von Christina Aguilera, Lil’ Kim, Mýa und Pink
  • 2003: Bestes Hip-Hop-Video: „Work It“
  • 2003: Video des Jahres: „Work It“
  • 2005: Bestes Dance-Video: „Lose Control“
  • 2005: Bestes Hip-Hop-Video: „Lose Control“
  • 2006: Beste Spezialeffekte in einem Video: „We Run This“

Literatur[Bearbeiten]

  • Henry Keazor, Thorsten Wübbena: Video Thrills the Radio Star. Musikvideos: Geschichte, Themen, Analysen. Transcript-Verlag, Bielefeld 2005, ISBN 3-89942-383-6, S. 82–86 und 96–104.
  • Michael Rappe: Under Construction. Kontextbezogene Analyse afroamerikanischer Popmusik (= Musicolonia. Bd. 6). 2 Teilbände. Dohr, Köln 2010, ISBN 978-3-936655-67-4 (Zugleich: Kassel, Universität, Dissertation, 2009).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Missy Elliott – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chartquellen: DE AT CH UK US