Bahnhof Konstanz
| Bahnhof Konstanz | |
|---|---|
| Empfangsgebäude, Straßenseite | |
| Daten | |
| Kategorie | 3 |
| Betriebsart | Durchgangsbahnhof |
| Abkürzung | RKO |
| Eröffnung | 1863 |
| Architektonische Daten | |
| Baustil | Neugotik und Renaissance |
| Architekt | H. Leonhardt |
| Lage | |
| Stadt | Konstanz |
| Land | Baden-Württemberg |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 47° 39′ 31,6″ N, 9° 10′ 37,8″ O47.6587659.177167Koordinaten: 47° 39′ 31,6″ N, 9° 10′ 37,8″ O |
| Eisenbahnstrecken | |
| Bahnhöfe in Baden-Württemberg | |
Der Bahnhof Konstanz ist der größte Personenbahnhof in der deutschen Stadt Konstanz. Er wird von der Deutschen Bahn und den Schweizerischen Bundesbahnen mit Regional- und Fernverkehr bedient. Er ist einerseits Endpunkt der Hochrheinbahn, andererseits Ausgangspunkt der Bahnstrecke Etzwilen–Konstanz.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Der Bahnhof wurde am 15. Juni 1863 dem Verkehr übergeben, als die Badischen Staatseisenbahnen den letzten Abschnitt der Hochrheinbahn zwischen Waldshut und Konstanz eröffnete. Von Schweizer Seite kam der Anschluss 1871, als die Schweizerische Nordostbahn (NOB) die Strecke zwischen Romanshorn und Konstanz, heute Teil der Seelinie eröffnete. Am 17. Juli 1875 folgte die von der Schweizerischen Nationalbahn (SNB) erstellte Bahnstrecke Etzwilen–Konstanz samt der Verbindungsstrecke Kreuzlingen–Kreuzlingen Hafen.[1]. Nachdem die SNB 1878 in Konkurs ging, wurden auch diese Bahnstrecken von der NOB übernommen. 1902 ging die NOB in die neu entstandene SBB über. Von 1873 bis 1899 bestand ein Trajekt-Anschluss für Güterwagen nach Lindau und von 1884 bis 1917 nach Bregenz. 1911 nahm die Mittelthurgaubahn ihre über Berg TG verlaufende Strecke von Wil SG über Weinfelden nach Kreuzlingen in Betrieb. Bereits von Beginn an wurden die Züge von Kreuzlingen über die ehemalige SNB-Strecke nach Konstanz durchgebunden, um den Anschluss ans deutsche Bahnnetz sicherzustellen. Im Zuge des Seehas-Konzeptes weitete die MThB ihr Streckennetz über die Hochrheinbahn nach Engen aus. 2002 musste die MThB sich für Zahlungsunfähig erklären, da das Eigenkapital aufgebraucht war, und wurde danach freihändig liquidiert. Seither wird deren Betrieb durch Tochtergesellschaften der SBB übernommen, zwischen Konstanz und Engen von der SBB GmbH und zwischen Konstanz und Weinfelden/Wil von der Thurbo.
Architektur [Bearbeiten]
Grundaufbau [Bearbeiten]
Der Bahnhof liegt parallel zum Seeufer. Das Empfangsgebäude wurde 1863 im Stil der Neugotik und der Renaissance nach Vorbild des Palazzo Vecchio in Florenz gebaut. Nördlich des Empfangsgebäudes ist der Fürstenbahnhof erhalten, ein Pavillon, der heute dem Backwarenverkauf dient.
Der Bahnhof umfasst drei Gleise, also einen Haus- und einen Mittelbahnsteig. Um zum Mittelbahnsteig zu gelangen, müssen die Gleise 1 und 2 überquert werden. Eine Schranke gewährleistet die Sicherheit. Am Nordkopf besteht zudem eine Unterführung, die die Bahnsteige einerseits mit dem Stadtzentrum und andererseits mit dem Hafen verbindet. Zudem gibt es noch zwei Passerellen, wobei eine zum Einkaufszentrum Lago führt.
Baulicher Zustand [Bearbeiten]
In der Vergangenheit erhielt Konstanz den Ruf eines Schmuddelbahnhofes[2], da er als baulich verwahrlost und unwirtschaftlich galt. Letztmals wurde der Glockenturm in den Jahren 1975–1983 einer umfassenden Sanierung unterzogen. Der Turm aus Sandstein musste 17 Monate lang mit einem grünen Netz eingepackt werden, um zu verhindern, dass Sandsteinbrocken herunterfallen und Passanten gefährden können. Danach wurde er im Kostenrahmen von rund einer Million Euro saniert. Im Zuge der Konjunkturprogramme soll das Empfangsgebäude mit energetischen Maßnahmen saniert werden. Auch der Wartebereich soll attraktiver gestaltet werden.
Trennung DB/SBB [Bearbeiten]
Konstanz hat die Funktion eines Grenzbahnhofes. Vor November 2008, bevor die Schweiz dem Schengener Abkommen beigetreten ist, war der Mittelbahnsteig per Maschendrahtzaun getrennt. Auf dem Gleis 3 hielten die Fernzüge in die Schweiz. Das Bahnhofsgebäude umfasst auch zwei Teile – der Deutsche und der Schweizer Bahnhof – der deutsche Teil wird auch heute noch von der DB betrieben, der Schweizer von der Thurbo (ehemals Mittelthurgaubahn). Reisende zum Schweizer Bahnhof mussten bis 2008 die Zollkontrolle passieren, bevor sie auf die Bahnsteige treten konnten. Im Rahmen der seit 2009 laufenden Generalsanierung des Bahnhofs wurden der Schweizer Bahnhof sowie der deutsche Bahnhof integriert. Was mit dem Gebäude des Schweizer Bahnhofs geschehen soll, ist noch nicht klar.
Verkehr [Bearbeiten]
Fernverkehr [Bearbeiten]
Deutsche Bahn [Bearbeiten]
Ab Konstanz verkehren nur wenige Fernzüge der Deutschen Bahn. Ein tägliches Intercity-Zugpaar bindet Hamburg und in den Sommermonaten auch Stralsund an. Am Wochenende bedient ein Zugpaar die Strecke Richtung Köln/Emden.
| Linie | Linienverlauf | Taktfrequenz |
|---|---|---|
| IC 26 | Konstanz–Singen (Hohentwiel) – Offenburg – Karlsruhe – Heidelberg – Darmstadt – Frankfurt am Main – Gießen – Kassel – Göttingen – Hannover – Hamburg – Schwerin – Rostock – Stralsund – Greifswald | täglicher Zug, zeitweise nur bis Hannover oder Stralsund |
| IC 35 | Emden Hbf – Münster Hbf – Duisburg – Köln –Bonn – Koblenz – Mannheim– Karlsruhe – Offenburg – Konstanz | einzelner Zug am Wochenende |
SBB [Bearbeiten]
Konstanz ist 13-mal täglich Endpunkt der InterRegio-Züge aus Biel, welche auch Zürich Hauptbahnhof und den Flughafen Zürich bedienen. Bis Fahrplanwechsel 2008 wurden diese Züge mit ICN-Kompositionen gefahren. Jedoch werden diese heute auf der Gotthardbahn benötigt und die Züge der Relation Biel–Konstanz waren chronisch überfüllt, daher werden bis auf ein Zugpaar alle Fahrten mit Schweizer Interregio-Garnituren bedient. Konstanz ist der einzige Bahnhof außerhalb der Schweiz, welcher von ICN angefahren wird.
- IR Biel–Solothurn–Olten–Zürich HB–Zürich Flughafen–Winterthur–Frauenfeld–Weinfelden–Kreuzlingen–Konstanz
Regionalverkehr [Bearbeiten]
Deutsche Bahn [Bearbeiten]
Konstanz wird jeweils zweistündlich durch InterRegioExpress- und RegionalExpress-Züge der Schwarzwaldbahn bedient, welche sich zu einem Stundentakt überlagern. Sie werden nur durch den Intercity nach Stralsund unterbrochen, welcher auf seinem Verkehrsweg die Regionalzüge ersetzt.
- IRE Karlsruhe Hbf–Offenburg–Sankt Georgen–Villingen–Donaueschingen–Singen–Konstanz–Kreuzlingen
- RE Karlsruhe Hbf–Offenburg–Sankt Georgen–Villingen–Donaueschingen–Singen–Konstanz–Kreuzlingen
SBB GmbH / Thurbo [Bearbeiten]
Die SBB GmbH, welche ihren Sitz in Konstanz hat, und Thurbo bedienen Konstanz mit jeweils einer Linie, sowie Zusatzzügen Konstanz – Kreuzlingen diese sind aber nicht klar zuordnungsbar:
- R: Konstanz – Kreuzlingen – Berg TG – Weinfelden (Thurbo)
- R: Konstanz – Radolfzell – Singen – Engen (Seehas) (SBB GmbH)
- R: Konstanz – Kreuzlingen
Sonstiger ÖPNV [Bearbeiten]
An der Haltestelle Bahnhof fahren die Stadtbusse der Linien 1, 2, 3, 4, 908, 9A/B, 12, 13 und 14. Zusätzlich besteht an der Haltestelle Marktstätte Anschluss an die Busse der Linien 5, 6 und 908 (Richtung Landschlacht). Im Regionalbusverkehr fahren Schnellbuslinien der RAB nach Ravensburg und Friedrichshafen. Einzelne Busse der SBG bedienen die Linien nach Allensbach und Radolfzell. Unweit des Bahnhofs am Hafen fährt zusätzlich jede Stunde ein Katamaran nach Friedrichshafen.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Schienennetz Schweiz, herausgegeben 1980 vom Generalsekretariat SBB, Bern
- ↑ http://www.bodensee-woche.de/konstanzer-schmuddelbahnhof-nach-dem-vorbild-des-pallazzo-vecchio-gebaut-250408/ Bodensee-Woche zur Taufe eines ICE 3 auf den Namen Konstanz
Weblinks [Bearbeiten]
Internetauftritt der Bahn zu den Konjunkturprogrammen