Moischt

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50.7758.8172222222222264Koordinaten: 50° 46′ 30″ N, 8° 49′ 2″ O

Moischt
Stadt Marburg
Höhe: 227–281 m
Fläche: 3,87 km²
Einwohner: 1211 (31. Dez. 2010)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Cappel
Postleitzahl: 35043
Vorwahl: 0 64 24
Karte

Lage von Moischt in Marburg

Moischt (ausgesprochen möscht, niemals mo'ischt) ist ein Stadtteil von Marburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen.

Der Ort liegt etwa 5 km südöstlich von Marburg, in einer Mulde und an einem in Richtung Marburg bzw. nach Nordwesten ansteigenden Hang, dem Stempel, der zu den Lahnbergen überleitet. Die Höhe über NN beträgt durchschnittlich 240 Meter.

Moischt grenzt im Süden und Osten an Beltershausen bzw. Wittelsberg, Ortsteile der Gemeinde Ebsdorfergrund.

Weitere Ortsteile und verwandte Orte[Bearbeiten]

Noch existente Orte[Bearbeiten]

  • Hahnerheide: westlich in Richtung Cappel gelegene offene Ansiedlung (Ersterwähnung 1698), die seit ihrer Gründung zu Moischt gehört haben dürfte;
  • Hof Capelle: in einer Senke südwestlich der Hahnerheide gelegene Siedlung, die auf ein Gehöft des Deutschen Ordens zurückgeht. Sie war stets von Moischt unabhängig. Die Hof Capelle gehört auch nicht zu Moischt, sondern zu Beltershausen.

Wüstungen und unklare Orte[Bearbeiten]

  • Eisenbacher Heide: Ortschaft zwischen Moischt und Beltershausen; wird schon 1578 als „wüst“ erwähnt;
  • Herrenwieser Heide: 1699–1700 zwischen Moischt und Wittelsberg umstrittenes Areal;
  • Lampertshausen: Siedlung zwischen Moischt, Schröck und Wittelsberg; seit 1600 Wüstung.
Die Moischter Kirche (ev.), erbaut 1928

Geschichte[Bearbeiten]

Moischt wurde erstmals im Jahr 1248 in Dokumenten des Mainzer Erzbischofs unter dem Namen mussede urkundlich erwähnt. Keramikfunde aus der Karolingerzeit belegen eine weit frühere Besiedlung. Seit der Gebietsreform von 1974 ist der Ort Stadtteil von Marburg.

In unmittelbarer Nähe von Moischt soll am 30. Juli 1233 Konrad von Marburg, der Beichtvater der Heiligen Elisabeth, erschlagen worden sein. Der „Konrad-von-Marburg-Stein“ nahe Hof Capelle erinnert an die Tat, markiert jedoch nicht unbedingt den genauen Tatort. Dieser dürfte wohl in der Gemarkung Beltershausen (zu Ebsdorfergrund) liegen.

Am 31. Dezember 1971 wurde der bis dahin selbständige Ort in die Gemeinde Cappel eingegliedert. Diese kam am 1. Juli 1974 zu Marburg.[1]

Politik und Verwaltung[Bearbeiten]

Der Ortsbeirat hat sieben Sitze. Zwei davon belegen die Sozialdemokraten, die Mehrheit wird durch die CDU (3 Sitze) und die unabhängige Liste Dorfgemeinschaft (2 Sitze) gebildet. Ortsvorsteher ist Horst Mania (CDU) (Stand: 2011).

Öffentliche Einrichtungen in Moischt sind der städtische Kindergarten, der Sportplatz, Spielplätze, das Bürgerhaus und das Ortsgericht Marburg IV. Außerdem befindet sich auch das Alten- und Pflegeheim Haus Waldblick in Moischt.

Kultur[Bearbeiten]

In Moischt gibt es eine Vielzahl an Vereinen, diese sind der Turn und Sportverein, Feuerwehrverein (mit Modellbaugruppe), Burschenschaft, Jugendclub „Urmel“, Schützenverein, Theaterverein, Heimat- und Geschichtsverein, Männergesangverein mit Frauenchor und der Geflügelzuchtverein.

Zu den regelmäßigen örtlichen Veranstaltungen gehören beispielsweise die Maifeier, Theateraufführungen des Theatervereins, der Seniorennachmittag, Oster- und Weihnachtsmarkt, das Wandern der Ortsvereine zum Tag der deutschen Einheit sowie die Modellbauausstellung.

Gewerbe[Bearbeiten]

In Moischt beheimatet sind mehrere Gewerbebetriebe. Es gibt trotz mehrerer Ansiedlungsversuche keinen Lebensmittelmarkt.

Sonstige Daten[Bearbeiten]

Der Ort hat ca. 1210 Einwohner (2010).

Die zuständige Grundschule befindet sich in Wittelsberg. Die meisten Schüler gehen nach der Grundschule auf die Gesamtschule Ebsdorfergrund Heskem oder in eine der Marburger Schulen. Für alle Schulen gibt es Schulbusse oder Linienverkehr.

Moischt gehört zum evangelischen Kirchspiel Wittelsberg/Moischt/Schröck bzw. zur katholischen Pfarrgemeinde St. Michael und St. Elisabeth in Schröck. Der Ort ist mehrheitlich evangelisch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 387 und 403.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Moischt – Sammlung von Bildern